Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The past will always be a part of us || The After Series

von Vaniii-
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Familie / P18 / Gen
15.05.2015
30.08.2015
6
13.283
5
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
07.08.2015 1.794
 
...............
Outfit
...............

Chapter 5:

Der erste Tag am College …

Die eisige Luft trifft mich wie ein Schlag, als ich den Wohnkomplex verlasse. Ich schiebe meine Hände in meine Jackentasche und drücke meine Arme fest an meinen Körper, um mich irgendwie warm zu halten.
Ich muss zu Fuß zur Uni, da ich noch kein Auto habe und auf überfüllte öffentliche Verkehrsmittel habe ich sowieso keine Lust. Glücklicherweise liegt meine Wohnung nicht weit von der WCU entfernt. Doch schon nach einigen Metern bereue ich es, nicht meinen Mantel angezogen zu haben. Kurz spiele ich mit dem Gedanken, umzudrehen und mir die dickere Jacke anzuziehen, doch ich war schon viel zu spät dran. Nachdem ich verschlafen habe, hatte ich nicht mal mehr Zeit für eine Tasse Kaffee. Dementsprechend bin ich also ziemlich übermüdet und noch dazu mies gelaunt. Wie ich Montage doch hasse!
In zwanzig Minuten beginnt bereits mein erstes Seminar und ich habe keinen Schimmer, wo ich hin muss. Eilig überquere ich die Straßen und Gehwege. Nach nicht einmal zehn Minuten erreiche ich auch schon den Campus. An der Ecke entdecke ich einen kleinen Coffeeshop. Das kommt mir mehr als gelegen.
Als ich gerade die schwere Tür aufziehen will, wird sie gleichzeitig von innen aufgedrückt. Hardin steht mir gegenüber. Sofort verengt sich meine Kehle und mein Mund wird ganz trocken. Seine grünen Augen blicken ohne jegliche Regung zu mir herunter. Augenblicklich spannt sich sein Kiefer an.
Seit unserem Streit fühle ich mich schlecht. Er wollte sich mit mir versöhnen, und ich hatte meine Chance ordentlich verbockt. Ich habe noch nie so ein schlechtes Gewissen gehabt. Noch nicht einmal meiner Mom gegenüber.
Die letzten Tage der Semesterferien habe ich damit verbracht, mich von Hardin, der Vergangenheit und dem ganzen anderen Scheiß abzulenken. Ich war oft im Verbindungshaus mit Kat und ihren Freundinnen und habe literweise Alkohol in mich hinein geschüttet, bis ich nicht mehr richtig geradeaus laufen konnte. Sogar Zed habe ich angerufen, der mir bei der Silvesterparty heimlich seine Nummer zugesteckt hat. Mit ihm hatte ich einige heiße Nächte verbracht.
Bevor ich auch nur ein Wort zu meinem Bruder sagen kann, hat er sich auch schon an mir vorbei geschoben. Mein Kopf befiehlt mir, ihm nach zu rufen, aber ich bringe kein Wort heraus. Ich blicke ihm einfach nur nach, wie er sich dem Unigebäude nähert.
Seufzend betrete ich das Café und stelle mich an. Es dauert nicht lange, bis die Frau hinter dem Tresen meine Bestellung aufnimmt und mir wenig später auch schon einen großen Becher mit kochend heißem Kaffee darin in die Hand drückt.
„Hey. Valerie, richtig?“
Eine blondhaarige Tussi steht plötzlich vor mir. Sie kommt mir so verdammt bekannt vor.
Warte, ist das nicht Hardins Schnalle?
„Ja?“, antworte ich genervt.
Andächtig beäugt sie mein Gesicht. Sie scheint alles bis ins kleinste Detail zu studieren. Was will sie verdammt nochmal von mir? Fragend ziehe ich eine Augenbraue in die Höhe, um meine Ungeduld noch zu unterstreichen.
„Dafür habe ich wirklich keine Zeit“, murmele ich schließlich genervt, dränge mich an ihr vorbei und laufe zum Ausgang.
Doch sie lässt nicht locker und rennt mir hinterher. Draußen packt sie mich am Arm.
„Verdammt, was willst du?“, keife ich sie an und reiße meinen Arm los.
Es war nicht meine Absicht, gleich laut zu werden, aber ich bin mehr als gereizt an diesem Morgen. Nicht nur, weil heute Montag ist und ich verschlafen habe, sondern auch wegen Hardin. Meine ständige plötzliche Gereiztheit ist eigentlich immer wegen Hardin. Und meinem Vater. Er ist schließlich an dem ganzen Mist schuld. Außerdem ist es bereits zur Gewohnheit geworden, dass ich wegen jeder Kleinigkeit in die Luft gehen.
Du bist nicht besser als dein Bruder!, ruft mir meine innere Stimme ins Gewissen.
Erschrocken blinzelt sie mich an. „E-es tut mir Leid.“
Ohne etwas zu erwidern, setze ich meinen Weg fort, um das Gebäude zu suchen, in dem ich meinen ersten Kurs habe. Die Sache mit Hardins Freundin war für mich erledigt.
„Du bist Hardins Schwester, habe ich recht?“, ruft ihre nervige Stimme mir nach.
Wie angewurzelt bleibe ich stehen und drehe mich zu ihr um. Sie läuft auf mich zu. Ihre Absätze klacken mit jedem Schritt auf dem Betonboden. Ich muss kurz die Augen schließen, um die brodelnde Wut nicht zum Überkochen zu bringen, damit ich sie nicht gleich wieder anschreie. Schließlich will ich mir nicht noch mehr Ärger mit Hardin einhandeln.
„Er hat mich nicht angelogen. Du bist wirklich seine Schwester“, stellt sie fest, eher zu sich selbst sagend.
„Ja, ich bin seine Schwester“, sage ich so ruhig wie möglich.
„Ihr habt viele Ähnlichkeiten“, stellt sie fest.
Ich presse die Lippen aufeinander. Wie oft ich das schon gehört habe …
Ich sollte mich wirklich bei ihr entschuldigen. Hardin wird bestimmt stinksauer, wenn er erfährt, dass ich seine Freundin angeschrien habe. Wie heißt sie noch gleich? Tessa?
Doch bevor ich zu meiner Entschuldigung ansetzen kann, spricht sie schon weiter. „Welchen Kurs hast du jetzt?“
„Religion.“
Ich habe Religion deshalb ausgewählt, weil es in meiner Schule in England total chillig war. Meinem Lehrer schien es egal gewesen zu sein, dass ich die meiste Zeit seines Unterrichts mit Schlafen verbracht hatte. Also hoffe ich, dass auch der Professor dieses Kurses so entspannt sein wird wie mein damaliger Religionslehrer.
Mit leuchtenden Augen verkündet Tessa, dass auch ihr erster Kurs Religion sei. Seufzend folge ich ihr über den Campus. Tessa redet nicht viel, trotzdem ist es mir unbehaglich, neben ihr herzulaufen. Schließlich war sie Hardins Freundin, der mich womöglich zur Schnecke machen würde, wenn er uns zusammen sieht.
Zum Glück ist es nicht weit. Als wir den Seminarraum betreten, sitzen schon einige Mitstudenten auf ihren Plätzen. Wie von selbst steuere ich auf die hinterste Reihe zu. Tessa setzt sich nach ganz vorn neben einen Jungen. Sie wirft mir einen Blick zu, sagt aber nichts und wendet sich stattdessen ihrem Nachbarn zu.
Ich stelle meinen Kaffeebecher ab und lege meinen Kopf auf meine verschränkten Arme vor mir auf den Tisch.
Warum ist Tessa nur so nett zu mir? Ich habe sie angeschrien und von mir gewiesen, und doch sind wir zusammen zu Religion gelaufen. Das beweist doch, dass sie viel zu gut für Hardin ist. Und auch für mich. Sie sollte sich besser nicht mit mir abgeben.
Sie ist wirklich nett, aber genau das ist das Problem. Ich bin genau das Gegenteil.
Ich gebe mich lieber mit Menschen ab, die genauso sind wie ich. Wie Kat und ihre Freundinnen. Ich mache lieber Party, betrinke mich und habe Sex mit wildfremden Kerlen.
Tessa schätze ich ganz anders ein. Sie war zwar auch auf der Silvesterparty im Verbindungshaus, aber wahrscheinlich nur wegen Hardin. Diese Partys sind genau sein Ding. Seine Freundin hingegen sitzt bestimmt lieber zu Hause, liest ein Buch und trinkt dazu Tee.
Ich sollte Tessa schnellstmöglich zu verstehen geben, dass aus uns keine Freunde werden. Sie sollte sich lieber von mir fernhalten. Sie ist schon genug bestraft mit meinem Bruder. Ich will gar nicht wissen, wie oft er dieses arme, unschuldige Mädchen schon verletzt hat.
Als unser Professor den Saal betritt, erklärt er ins kurz, was uns in diesem Kurs erwartet. Das einzige, was ich mitbekommen habe, ist, dass es keinen festen Studienplan gibt und wir uns ein Tagebuch anlegen müssen. Dann entlässt er uns auch schon. Das ist ja entspannter, als ich gedacht habe.
Ich schnappe mir meine Tasche und meinen Becher, unterschreibe auf der Anwesenheitsliste, wie der Professor es von uns verlangt, und verlasse das Gebäude, um mir einen ruhigen Ort auf dem Campus zu suchen.


Tessa's POV:

Das darauf folgende Wochenende …

Hardin und ich sind auf dem Rückweg vom Supermarkt. Unser Kühlschrank war völlig leer und ein Großeinkauf war mal lange wieder nötig.
Hardins Hand liegt auf meinem Oberschenkel, meine Hand auf seiner. Sein Blick streift kurz meinem, bevor er wieder die Straße fixiert. Es ist ein schönes Gefühl, einmal nicht mit ihm zu streiten. In letzter Zeit haben wir das viel zu oft getan.
Ich drehe die Lautstärke des Radios ein bisschen auf und höre The Fray singen. Wissend grinse ich ihn von der Seite an. Er will es zwar nicht zugeben, aber ich wusste, dass er meine Lieblingsband insgeheim auch mag. Leise summe ich die Melodie mit. Aus dem Augenwinkel sehe ich Hardin grinsen. Ich schließe meine Hand um seine und drücke sie liebevoll. Dann lasse ich den Blick aus dem Fenster schweifen.
Es ist bereits dunkel und die Straßenlaternen werfen immer wieder ihr Licht ins Auto.
Einige Meter entfernt entdecke ich zwei Gestalten, die meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Als wir näher kommen, kann ich einen Mann ausmachen, doch die zweite Person kann ich nicht richtig erkennen. Es muss eine Frau sein, denn ihre langen Haare wehen im Wind. Es sieht aus, als würden sie streiten. Die Frau versucht sich zu wehren, aber der Mann hält sie weiterhin fest.
Ich setze mich aufrecht hin. Ein ungutes Gefühl durchströmt mich. Die Frau zehrt, will sich losmachen, aber sie hat nicht genügend Kraft. Die beiden treten unter das Licht einer Straßenlaterne. Meine Augen werden größer, als ich das Gesicht der Frau erkenne.
„Hardin, ist das nicht …“ Ich zeige mit dem Finger auf die beiden.
„Scheiße, ja!“
Er reißt das Lenkrad nach rechts und parkt das Auto am Straßenrand. Ohne den Motor abzuschalten, springt er aus dem Auto und stürmt auf den Gehweg.
„Tessa, bleib im Wagen“, befiehlt er mir, als ich die Tür öffnen will.
Panisch beobachte ich, wie er auf die beiden zugeht und seine Schwester von dem Verrückten losreißt. Rücklings fällt sie auf den Boden, schlingt sich den Mantel um den Körper und reißt ihre Tasche an sich, die ebenfalls runter gefallen ist.
Ich kann nicht länger dasitzen und nur zuschauen, also steige ich aus und stürme zu Valerie, um ihr aufzuhelfen.
„Komm nie wieder in ihre Nähe oder fass sie auch nur einmal an, und du kriegst es mit mir zu tun“, brüllt Hardin den Typen an. Er hat ihn am Kragen gepackt.
Ich lege den Arm um Valerie. Sie zittert am ganzen Körper und ihre Atmung ist beschleunigt. Ich habe Angst, dass Hardin handgreiflich wird, aber glücklicherweise stößt er den Kerl von sich, sodass er nach hinten fällt und kommt dann auf uns zu. Ich öffne die Autotür für Valerie und sie steigt ein. Auch Hardin und ich schlüpfen ins Innere des Wagens und er fährt mit quietschenden Reifen davon.





Reviews?♥

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Hey meine Lieben,

auf dem Wunsch einer Leserin hin habe ich Tessa mehr mit einbezogen :) Sie wird auch in Zukunft mehr in der Geschichte vorkommen.

Außerdem habe ich mich mal daran versucht, aus Tessas Sicht zu schreiben. Ich weiß, es ist lange nicht so gut wie von Anna Todd, aber ich hoffe, ihr seid trotzdem zufrieden damit :)

Und es tut mir leid, dass das Kapitel so kurz ist :(
Das nächste wird länger, versprochen :) ♥
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast