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KurzgeschichteHumor / P16
15.05.2015
15.05.2015
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"...Was zum Teufel machen wir hier?",fragte ein sehr irritierter Sanzo.
"Wir passen auf unser kleines Mädchen auf, das ist doch wohl klar!", antwortete Gojyo ohne seine Augen von den zwei Menschen vor dem Café zu nehmen.
"Ich kann den Typen überhaupt nicht leiden...", grummelte Goku, während er um die Ecke schaute.
"Aber, aber... es gibt nicht das geringste das wir dagegen tun könnten, nicht wahr?", sagte Hakkai mit einem seiner einschüchternden Lächeln auf den Lippen, Sanzos Revolver in der Hand haltend.
"Warum mussten wir uns überhaupt umziehen?", wollte Sanzo herausfinden, das Pärchen mit einem finsteren Blick weiterhin beobachtend.
"Wir wollen nicht erwischt werden, deshalb!", beantwortete ein angespannt wirkender goldäugiger Jüngling.
Über seine Schulter sehend sagte Gojyo, "Hakkai, Mann! Würdest du damit aufhören! Ich bekomm eine Gänsehaut! Beruhig dich, Mann!"
"Es tut mir wirklich furchtbar leid, Gojyo", entschuldigte sich der grünäugige Mann, "aber ich kann mich im Moment einfach nicht dazu überwinden. Ahaha!"
"Wir müssten den beiden nicht hinterher schleichen, wenn jemand die verdammten Eier gehabt hätte und sie VOR diesem Idioten nach einem Date gefragt hätte!", murmelte Sanzo, sich dem kalten Schauer bewusst, der seinen Nacken entlang wanderte, sobald er den Satz beendet hatte.
"Das kannst du dem armen Kerl wirklich nicht vorwerfen, du unsensibles Arschloch!", mischte Gojyo sich ein, "Wir wissen das sie verdammt süß ist, aber wer hätte gedacht, dass dieser Kelr den Mut dazu hat, rüber an den Tisch zu kommen und sie vor uns allen nach einem Date zu fragen?! Besonders bei deinem säuerlichen Gesichtsausdruck, Prinzessin!"
"Versuch das noch einmal zu sagen, du verdammte Kakerlake!", brüllte Sanzo seinen Fächer zur Hand nehmend.
"Seid leise!", wisperte Goku ohne sich herum zu drehen, "Sie wird uns hören!"
"Er hat recht", seufzte Hakkai, "Bitte bleibt leise, ihr zwei. Wir wollen sie schließlich nicht auf uns aufmerksam machen, nicht wahr?"

Gojyo und Sanzo warfen einen flüchtigen Blick auf das angespannte Lächeln, dass der Braunhaarige ihnen schenkte und stimmten ihm größtenteils lautlos zu, grunzend und heftig nickend.
Als alle Aufmerksamkeit wieder auf das Paar vor dem Café gerichtet wurde, beobachteten sie wie sie sich an einen leeren Tisch setzten.

"Der Loser hat ihr nicht einmal den verdammten Stuhl zurecht gerückt!", kommentierte Gojyo , "Ich wette mit euch, dass er die Rechnung auch nicht übernehmen wird."
"Das wäre wirklich äußerst unhöflich...", schellte Hakkai und besah sich den jungen Mann genauer.
"Was für ein Arsch!", stimmte Goku hitzig zu.
"Wenn ihr Schwachköpfe nicht wollt, dass sie mit dem Idioten aus geht, warum habt ihr sie dann verdammt noch'mal nicht aufgehalten?!", mit jeder verstreichenden Minute wurde Sanzo mürrischer.
Eine Vene an seiner Stirn pochte deutlich.
"Das wäre ihr gegenüber nicht fair", versuchte Hakkai zu erklären, "Wir sind in keiner Position ihr zu sagen, was sie tun kann und was nicht."
"Genau, es ist nicht so das wir ihr Dad wären oder sowas", stimmte Gojyo zu und dachte kurz nach, bevor er weiter sprach, "Ich wünschte einer von uns wäre ihr Dad! Dann könnten wir ihr verbieten sich mit dem Deppen zu treffen und ihm richtig Angst einjagen!"
"Und was ist, wenn wir ihm trotzdem Angst machen?", schlug Goku vor.
"Warum bringt ihr ihn nicht gleich um die Ecke, wenn ihr Vollidioten schon dabei seid?", scherzte Sanzo halbherzig und zündete sich eine seiner Malboros an.

Die anderen drei wägten diesen Vorschlag mit ernster Miene ab.
"Das könnten wir machen...", meinte Gojyo und tauschte lange Blicke mit seinen baldigen Mittätern.
"Idioten!", brüllte Sanzo und schlug jedem von ihnen mit dem Fächer - auch Hakkai.
"Au, verdammter Mönch!", "Das tut weh, Sanzo!", "Du meine Güte... das ist wirklich schmerzhaft, Sanzo... ich glaube ich werde den Fächer für die nächste Zeit konfiszieren."
"Pfoten weg!", knurrte Sanzo und hielt das gute Stück außerhalb von Hakkais Reichweite, "Du hast schon meinen Revolver, Idiot - auch wenn ich keine Ahnung habe, wie du das angestellt hast..."
"Jungs, schaut!"

Sobald sie Gokus Kommando folge leisteten, wurden Hakkai, Gojyo and Sanzo Zeuge wie der männliche Teil der Paares langsam mit seiner Hand über den Tisch reichte um die Hand des weiblichen Teils zu ergreifen.
"Ich werd den Mistkerl für die Aktion kill'n!", sagte Gojyo mit einem Knurren und war im Begriff aus ihrem Versteck heraus zu treten.
"Gojyo!", rief Hakkai überrascht.
"Bleib hier, du verdammter Wassergeist!", zischte Sanzo, griff nach dem Kragen des Halbdämons und zog ihn zurück, "Benutz dein nutzlosen Hirn für eine Sekunde, verdammt!"

Als alle Augenpaare wieder bei dem Tisch landeten, konnten sie erkennen, dass die junge Frau ihre Hand in einer fließenden Bewegung in ihren Schoss legte.
"Gutes Mädchen!", freute Gojyo sich und klatschte einen aufgeregten Goku ab.
"Bleibt ruhig, ihr zwei!", tadelte Hakkai aber ein erleichtertes Lächeln, welches seine Lippen zierte, verriet seine wahren Gefühle.
"Oh, jetzt bestellen sie etwas!", sagte Goku, "Ich habe auch Hunger... Können wir uns was zu futtern besorgen?"
Gojyo schlug ihm auf den Hinterkopf, "Wie soll das funktionieren, idiotischer Affe?! Wir verstecken uns gerade!"
"Autsch, du blöder Wassermolch! Ich hab ja nur gefragt!", grummelte Goku, während er sich die geschundene Stelle rieb, "Außerdem ist da hinten ein Essensstand, also würden sie uns garnicht sehen, wenn wir etwas kaufen!"

Der Beschreibung folgend entdeckten die älteren Mitglieder der Sanzo-Bande einen geöffneten Verkaufsstand mit verschiedensten Speisen.
"Huh... der Affe hat recht", murmelte Gojyo und wuschelte entschuldigend durch Gokus Mähne, "Sorry, Kleiner."
Der kleine Braunhaarige protestierte lautstark, während er den Größeren von sich schob und große Hundeaugen auf Hakkai und Sanzo richtete, "Können wir etwas essen? Bitte, bitte, bitte?"
"Nein, verdammt!", verneinte der blonde Mönch sofort, gleichzeitig lächelte der andere und sagte, "Natürlich werden wir etwas essen!"
Gleich als der düstere Blick des Blonden den Heiler traf, sprach der grünäugige Schönling weiter, "Du musst zugeben, Sanzo, das es fast Mittag ist und da wir in nächster Zeit nicht hier weg kommen, können wir bei unserer Beobachtung genauso gut etwas zu uns nehmen."
"Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Wort das du benutzen solltest 'Stalking' ist", erwiderte der Sanzo-Priester sich eine neue Zigarette ansteckend, "Aber was solls... macht was ihr wollt."
"Das ist sehr großzügig von dir, Sanzo", lächelte der Heiler zufrieden, im Hintergrund feierten die anderen zwei, "Möchtest du ebenfalls etwas essen?"
"Bring mir eine Schüssel Ramen mit extra Mayonnaise", gab er nach und händigte die goldene Kreditkarte mit einem letzten Murren aus.
"Ganz wie du wünschst", amüsiert drehte Hakkai sich zu dem Rest der kleinen Gruppe, "Wenn Sie mir bitte folgen würden, werte Herren!"
"Pass auf, Glatzkopf!", scherzte Gojyo und wich einem Fächerhieb aus.
"Verschwindet endlich und bringt mir mein Essen!", scheuchte Sanzo sie weg.
"Geht klar, Sanzo!", lachte Goku und hüpfte voraus.

Sie aßen ihr Mittagessen mit den üblichen Zankereien, ab und an um die Ecke spähend um sicher zu stellen, dass sich nichts verändert hatte.
Nach einer Weile waren sie voll und umgeben von Papptellern und benutzten Servietten.
"Wie lange müssen wir noch hier bleiben?", fragte Sanzo mit einer ärgerlichen Stimme, "Ich habe besseres zu tun, als-"
"Verdammt!", fluchte Goku und duckte sich wieder in die Gasse zurück, "Sie sind fertig und kommen hier lang!"
Wie aufgeschreckte Hühner sprangen sie auf die Beine.
"Mist! Wann haben die ihr verdammtes Essen bezahlt?!!", beschwerte Gojyo sich und versuchte ein gutes Versteck für die benutzten Papp- und Plastikutensilien zu finden.
"Lass es, Gojyo!", rief Hakkai zu aller Überraschung, "Wir müssen vor ihnen zurück zur Herberge kommen um uns unsere übliche Kleidung an zu ziehen!"

Sie ließen alles innerhalb weniger Millisekunden fallen und liegen und rannten was das Zeug hielt.

"Warum zur Hölle bin ich mit euch Idioten mitgekommen?!", schnaufte Sanzo in einem gereizten Tonfall.
"Schätze du warst von dem Typen genauso genervt, wie der Rest von uns, Sanzo-sama", schlug Gojyo vor.
"Bitte hört auf euch zu unterhalten und rennt!", unterbrach Hakkai das kommende Argument sofort.

Schließlich in der Herberge angekommen, sprinteten sie an verblüften Stadtbewohnern die Treppen hoch und verschwanden jeder in seinem Einzelzimmer. Die Zeit verging relativ schnell als jeder von ihnen in seine normale Alltagskleidung wechselte, die sie vor ihrem Ausflug getragen hatten. Erst dann trafen sie sich in dem Haus eigenen Restaurant.

"Das lief reibungsloser als erwartet", gestand Hakkai mit einem zufriedenen Seufzen, sobald sie sich gesetzt und die Menüs zur Hand genommen hatten.
"Wovon redest du, Hakkai-san?", erklang eine bekannte Stimme keine drei Meter entfernt von ihrem Tisch.

Die jungen Männer versuchten nicht wie kleine Kinder zusammen zu zucken, die man gerade inflagrantie dabei erwischt hatte, wie sie die Keksdose leeren wollten.

"Süße!", versuchte Gojyo die Situation zu überspielen und zündete sich eine seiner Hi-Lites an, "Du bist schon zurück? Schätze es lief nicht so gut, hm?"
"Nun ja...", grün-braune Augen wandten sich mit einem Funkeln in die Richtung des Rothaarigen, der nervös schluckte, "Du würdest es wissen, nicht wahr?"
"Also... wie war es?", fragte Goku mit zittriger Stimme.
"Ich habe es genossen, danke der Nachfrage", antwortete eine sanfte Stimme, "Wenn ihr mich jetzt entschuldigen würdet, meine Herren, ich möchte mir etwas Bequemeres anziehen."

Die Jungs waren kurz davor erleichtert durch zu atmen, da drehte die junge Frau sich noch einmal zu ihnen um und holte etwas aus ihrer Gesäßtasche.
"Nächstes Mal wenn ihr mir hinterher schleichen wollt, passt auf das euch niemand sieht", mit einem Zwinkern legte sie ein Foto in die Mitte des Tisches und verabschiedete sich mit einem lieblichen Lächeln auf den LIppen.

"Denkt ihr das sie uns verzeihen wird?", fragte Goku verlegen.
"Du meinst jemals?", fügte Gojyo hinzu.
"Höchstwahrscheinlich nicht, ahaha!", gab Hakkai eine ehrliche Antwort.
Sie ließen die Schultern hängen und seufzten herzzerreißend - alle außer Sanzo. Der Blonde schüttelte einfach seinen Kopf und verschwand hinter seiner Zeitung.

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Bild: http://gallery.minitokyo.net/view/350616

See ya!
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