Ein gefährliches Spiel

von Sammy25
GeschichteKrimi, Romanze / P16
Lilly Rush Scotty Valens
14.05.2015
06.03.2016
25
29.714
4
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Dieses Kapitel
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20.05.2015 937
 
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Nächster Tag

Lilly betrat das Großraumbüro ihres Departements. Ihr Vorgesetzter kam geradewegs aus seinem Büro, als er sie sah.

„Rush, habe ich Ihnen nicht ausdrücklich einen Tag freigegeben?“, fragte John Stillman ernst.

„Ja Boss, aber ich habe ein kleines Geschenk erhalten.“ Aus ihrer Tasche zog der blonde Detektiv das Glas mit den künstlichen Hirschaugen und den Brief, alles in Beweisbeuteln.

„Das ist nicht gut.“, mischte sich Det. Vera ein, der sich mit Det. Jeffries zu den beiden gesellte.

„Ja, ich war auch nicht gerade begeistert, als ich das vor meiner Haustür gefunden habe.“ Sie gab Stillman den Brief. Der schüttelte nur den Kopf. „Das ist wirklich nicht gut, Lil.“

Jeffries nahm das Glas und sah es sich genau an. „Wenn ich mich nicht täusche, sieht das ganz nach George Marks aus. Ich denke, Sie stecken in Schwierigkeiten. Er hat es auf Sie abgesehen.“ Er stellte das Glas wieder auf den Tisch vor ihnen hin und sah seine Kollegin ernst an.

„Das denke ich auch. Nick könnten Sie die Beweismittel bitte auf Fingerabdrücke untersuchen lassen? Ich glaube zwar nicht, dass wir etwas finden werden, bei Georges Reinheitswahn, aber schaden kann es nicht.“

„Mach ich doch glatt.“ Det. Vera schnappte sich Marks kleine Geschenke und machte sich auf zum Fahrstuhl. Als sich die Fahrstuhltüren vor ihm öffneten, wäre er fast in Det. Scotty Valens rein gerannt.

„Hey.“, begrüße Valens ihn.

„Hey, hab keine Zeit. Dringender Auftrag. Bis später.“, antwortete Vera rasch und schon schlossen sich die Türen des Fahrstuhls wieder.

Det. Valens war sich nicht sicher, was er da in dem Glas auf Veras Arm gesehen hatte, aber das war ihm auch gleich wieder egal, als sein Blick auf Lilly fiel. Er wusste, dass sie heute frei hatte und war deswegen nicht gerade gerne zur Arbeit erschienen, aber als er sie jetzt sah, begann sein Herz vor Freude schneller zu schlagen. Seine Kollegin sah toll aus, soweit er das beurteilen konnte, da sie mit dem Rücken zu ihm stand. Aber der Anblick alleine war es schon wert, heute Morgen aufzustehen. Lilly trug eine lässige Jeans, die ihre tolle Figur betonte und eine hübsche hellblaue Strickjacke. Es kam selten vor, dass er seine Kollegin mal so schlicht gekleidet sah. Sie sah immer toll aus, aber in Freizeitkleidung war sie noch bezaubernder. Am meisten gefiel ihm aber, dass sie ihr langes, blondes Haar offen trug. Er liebte es, wenn sie das tat. Für ihn sah sie dann immer wie ein Engel aus. Mit einem Lächeln auf den Lippen ging er auf seine Kollegen zu und bekam noch mit, wie sein Boss fragte: „Wie wollen wir jetzt vorgehen?“

„Gegen was?“, mischte sich Scotty ein und bewirkte damit, dass sich John Stillman und Lilly zu ihm umdrehten. Sein Blick blieb kurz an Lillys lila Top hängen, was einen süßen Ausschnitt hatte, bevor er sich wieder auf das Wesentliche konzentrierte.

„Also wogegen wollen wir vorgehen?“, fragte der Detektiv erneut und sah die beiden abwechselnd an.

Stillman hielt sich zurück und überließ es Lilly, ihrem Kollegen die Sache zu erklären. Die beiden mussten endlich die eisige Stimmung, die zwischen ihnen herrschte, beseitigen. So konnte es nicht weiter gehen. Irgendwann würde es die Arbeitsbeziehung der beiden ernsthaft gefährden.

„Ich muss kurz ein Telefonat führen, bin gleich wieder da.“, zog sich der Boss der beiden Detektivs aus der Affäre.

Det. Rush und Valens standen sich gegenüber und schwiegen sich an, bis Scotty die Stille unterbrach. „Was ist passiert?“

Lilly gab sich einen Ruck, sah ihn an und erzählte ihrem Partner, was passiert war. Wieder verschwieg sie, dass sie George´s "Geschenk" gestern erhalten hatte. Scotty war sich nicht sicher, was er davon halten sollte, aber eines war klar: Er machte sich Sorgen um seine Kollegin und sein Herz zog sich zusammen, bei dem Gedanken an Marks in ihrer Nähe. Am liebsten wäre er ab jetzt 24 Stunden am Tag bei ihr, um sie zu beschützen. Das würde seine Partnerin aber niemals zulassen. Dafür war sie viel zu stolz und wahrscheinlich auch immer noch zu verletzt wegen der Sache mit Chris. Er musste unbedingt mit ihr darüber reden, um ihr zu sagen, dass es ein riesengroßer Fehler war und er es mehr als bereute.

Beide schwiegen sich wieder an und waren in ihre eigenen Gedanken vertieft, als Stillman aus seinem Büro kam. „Wir haben noch ein Problem. George hat die Detektivs abgehängt, die ihn beschatten sollten. Keiner weiß wo er ist.“

Lilly erschauderte bei dem Gedanken, dass George sich wieder frei bewegen konnte und sich vielleicht ein neues Opfer gesucht hatte. Sie fing ganz leicht an zu zittern, was Scotty sofort auffiel.

„Alles okay, Lil?“, fragte er besorgt.

Wie konnte ihr Partner in dieser Situation nur diese bescheuerte Frage stellen! „Nein, nichts ist okay. Dieses Monster läuft ohne Bewachung frei herum und kann tun und lassen, was er will.“, wurde Det. Rush ziemlich laut. Sie konnte ihr Temperament nicht unter Kontrolle halten und in ihren Augen bildeten sich Tränen. Die Situation war einfach zu viel für sie. „Ich muss hier raus. Wir reden morgen weiter, Boss.“ Sie stürmte aus dem Büro, bevor sie ihre Selbstbeherrschung noch völlig verlieren würde.

Stillman und Det. Valens standen nur stumm da und sahen ihr fassungslos hinterher. Mit so einer Reaktion hatten beide nicht gerechnet. „Ich rede mit ihr.“, rief Scotty, als er seiner Kollegin hinterher lief. Sein Boss schüttelte nur den Kopf und ging wieder in sein Büro. Sie mussten George Marks dringend finden, bevor es eine weitere Tote geben würde... eine blonde Tote. Lilly Rush war wie eine Tochter für John Stillman und er würde niemals zu lassen, dass ihr etwas passierte.
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