Ein gefährliches Spiel

von Sammy25
GeschichteKrimi, Romanze / P16
Lilly Rush Scotty Valens
14.05.2015
06.03.2016
25
29.714
4
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
10 Reviews
 
 
14.05.2015 2.252
 
Ein gefährliches Spiel

Autor: Sammy25
Rating/Pairing:  ab 16  Jahren / Lilly & Scotty
Kategorie:  Krimi, Romanze
Inhalt: Lilly muss sich erneut mit George Marks auseinandersetzen und Scotty unterstützt sie dabei…
Die Sätze mit < > sind Gedanken der jeweiligen Person(en)
Disclaimer: Mir gehört nichts außer der Idee zur Story. Diese Fanfic wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen. Jegliche Ähnlichkeiten zu Lebenden und Toten Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Hallo Ihr Lieben!
bin neu hier und das ist meine erste CC-Story. Ich habe sie schon vor einiger Zeit für ein anderes Forum geschrieben und habe mich jetzt entschlossen, sie auch hier zu posten. Über ein oder zwei Reviews würde ich mich freuen.


Det. Lilly Rush lag auf ihrem Bett und starrte die Fotos von Janet Lambert, Tina James und Lutrice Higgs auf ihrem Nachttisch an. Gedankenverloren kraulte sie Olivia hinter den Ohren. Die rote Katze schnurrte zufrieden und kuschelte sich noch enger an ihr Frauchen. Beide liebten diese Streicheleinheiten. Lilly half es beim Nachdenken und Olivia genoss es einfach, im Mittelpunkt zu stehen.

Sugar kam gerade vom täglichen Inspektionsspaziergang durchs Haus und sprang elegant, was gar nicht so einfach war mit ihren drei Beinen, aufs Bett und ringelte sich an Lillys rechter Seite zusammen. „Na du Streuner, alles beim Alten?“, fragte sie ihre weiße Katze, die ein „Alles-Klar-Meow“ von sich gab, während Lilly ihr über den Kopf streichelte. „Na dann können wir ja heute Nacht beruhigt schlafen.“, lächelte sie die Katze an.

< Ihr Zwei jedenfalls. Ich kann sicher wieder nicht schlafen, so wie die letzten Nächte auch. Die paar Stunden, die ich mal nicht wach lag, kann man an einer Hand abzählen. Ich fühle mich aber auch total fertig und sehe wahrscheinlich auch so aus, sonst hätte mir der Boss morgen nicht frei gegeben. Vielleicht kann ich doch ein paar Stunden schlafen und diesen Fall endlich mal vergessen, aber das ist nicht so einfach. >

Wieder schaute sie auf die Fotos der drei Frauen, die neben ihr standen. Sie alle waren Opfer, Opfer eines gefühllosen und kranken Monsters, das insgesamt neun Frauen getötet hatte. Wieso ließ dieser Fall sie immer noch nicht los? Lag es an der Tatsache, dass sie den vermeintlichen Täter laufen lassen mussten, weil sie keine eindeutigen Beweise gegen ihn gefunden hatten oder daran, was George Marks zu ihr gesagt hatte? „Haben Sie je gejagt? Wir sollten das mal zusammen tun. Sie und ich!“

Lief gerade wieder eine unschuldige Frau, die zur falschen Zeit am falschen Ort war, chancenlos durch einen Wald um ihr Leben, weil er sie jagte? Oder hatte er seine kranke Leidenschaft zurzeit auf Eis gelegt, weil er wusste, dass er von der Polizei überwacht wurde? Aber vielleicht war gerade  das auch nur noch mehr Anreiz für ihn, wieder auf die Jagd zu gehen. Die Polizei auszutricksen war ihm schon einmal gelungen und es hatte ihm auch Spaß gemacht, die ermittelnden Beamten immer wieder an der Nase herumzuführen. Lilly würde niemals das letzte Gespräch mit George vergessen, das ein paar Wochen zurück lag. Seinen selbstgefälligen Gesichtsausdruck, weil er genau wusste, dass sie nichts gegen ihn in der Hand hatten und er als freier Mann das Departement wieder verlassen konnte. Det. Rush war nach der erfolglosen Befragung auf 180 gewesen und konnte nicht fassen, dass sie rein gar nichts tun konnten. Nur warten. Warten, dass George einen Fehler machen würde oder sie doch noch handfeste Beweise gegen ihn finden würden. Jede freie Minute, wenn nicht gerade an einem anderen Fall gearbeitet wurde, gingen die Ermittlungen weiter. Das Team würde nicht eher Ruhe geben, bis George Marks hinter Gittern saß und die Frauen in Philadelphia wieder sicher waren. Vielleicht hatte er auch schon den entscheidenden Fehler gemacht, indem er sie indirekt bedroht hatte.

War es eine Drohung oder ein Versprechen, dass er mit ihr jagen gehen wollte? Es lief Lilly eiskalt den Rücken herunter, als sie daran dachte, wie er seine Opfer quälte. So erbarmungslos und grausam. Sie dachten, sie hätten eine Chance zum Überleben, aber das war niemals der Fall. Nur eine war ihm bisher entkommen und das war auch nur reines Glück gewesen. Sicherheitshalber hatte DeeDee Cooper Personenschutz bekommen, falls George doch noch auf die Idee kam, sie sich wieder zu holen. Bei ihm war alles möglich. Vielleicht hatte er "Atalanta", wie er sie nannte, auch schon wieder vergessen und konzentrierte sich jetzt eher auf Det. Rush. Sie wusste, dass er eine Schwäche für sie hatte. Sie faszinierte ihn, das hatte sie an seinen Blicken gesehen.

Sie hatte schon seit einigen Tagen das Gefühl, beobachtet zu werden. Aber vielleicht lag das auch nur an dem Schlafmangel der letzten Nächte, das sie sich verfolgt fühlte und sich ständig unauffällig umdrehte, um sicher zu gehen, ob nicht doch etwas an der Sache dran war. Ihr Kollege Scotty Valens hatte sie schon vor ein paar Tagen gefragt, ob sie an Verfolgungswahn leiden würde. Doch Lilly tat die ganze Sache nur mit einem Lächeln ab, aber an Scottys Blick sah sie, dass er sich Sorgen machte. So war das bei Partnern. Sie machten sich Sorgen und kümmerten sich umeinander. Aber bei Scotty war das irgendwie noch etwas anderes. In seinem Blick war noch mehr als nur Sorge. War es vielleicht Liebe? Lilly schüttelte lächelnd den Kopf.

< Wie komme ich denn jetzt auf so was? Als ob Scotty in mich verliebt wäre. Lächerlich! Wenn man sich mal seine früheren Beziehungen, wenn man das bei ihm so nennen kann, ansieht, bin ich gar nicht sein Typ. Scotty Valens ist sicher nicht in dich verliebt, Rush. Er hat vielleicht nur Mitleid mit dir! Hör auf, dir so was einzureden und lass dich nicht ablenken! >

Mehr als Freundschaft würde er sicher nicht für sie empfinden, sonst hätte er ihr vor einigen Wochen nicht so wehgetan und sie verletzt. Lillys Herz schmerzte immer noch bei dem Gedanken, an Scottys Affäre mit Christina. Ihre Schwester und ihr Partner! Obwohl sie ihn vor Chris gewarnt hatte, war Det. Valens auf sie hereingefallen. Sie konnte beiden nicht wirklich verzeihen, aber am meisten hatte sie die Heimlichtuerei der zwei verletzt. Als Christina sich bei ihrem Geburtstagsessen mit ihrer Schwester verplappert hatte, kam alles, wie es kommen musste. Erst gab es Krach mit Chris und dann stellte Det. Rush ihren Partner zur Rede, was in einen handfesten Streit ausartete, bei dem sehr unschöne Dinge gesagt wurden. Lilly tat es immer noch leid, was sie Scotty an den Kopf geworfen hatte. Sie wusste, dass sie ihn sehr verletzt hatte und ihre private "Beziehung", oder besser gesagt Freundschaft, war immer noch nicht wieder richtig in Ordnung. Das Arbeitsverhältnis war kein so großes Problem, damit konnten sie irgendwie professionell umgehen, aber sobald es ins Private ging, blockten beide ab. Es war schon Ewigkeiten her, dass sie beide gleichzeitig am Teamabend in der Stammbar teilgenommen hatten. Immer kam einer von beiden mit irgendeiner Ausrede. Dem Team war das natürlich nicht entgangen, weil sie über die Geschichte Bescheid wussten, aber alle fanden, dass Lilly und Scotty das unter sich klären mussten. Will Jeffries und Nick Vera hießen es nicht gut, was Scotty da abzog, das hatten sie ihm auch durch die Blume mitgeteilt, aber ansonsten ging es sie wirklich nichts an und sie versuchten sich raus zu halten.

Lilly war als einzige Frau im Team und in der Mordkommission, irgendwie das Nesthäkchen und ihre Jungs wollten sie immer beschützen. Stillman würde nur eingreifen, wenn die Arbeit der beiden darunter leiden würde und das wussten sie auch, deshalb wurden gelegentliche Unstimmigkeiten immer außerhalb des Departements geklärt. Irgendwann mussten sie die Sache endgültig klären, so konnte es nicht weiter gehen, aber jetzt hatte Det. Rush keinen Nerv dazu, zu viele andere Dinge beschäftigten sie im Moment. Olivia riss sie aus ihren Gedanken, als sie plötzlich aufsprang, weil sie irgendein Geräusch gehört hatte. Die Katze lief schnurstracks die Treppe herunter und auf die Haustür zu. Sie fing an, daran herum zu kratzen. Lilly folgte ihr mit klopfenden Herzen. War es nur ein Tier aus der Nachbarschaft? Einer der Nachbarn auf einem nächtlichen Spaziergang? Oder war George aufgetaucht? Det. Rush schüttelte den Kopf. Er würde sicher nicht so dreist oder dumm sein und bei ihr zu Hause auftauchen. Energisch schüttelte sie den Kopf. Wer sagte denn, dass dieser Psychopath überhaupt hinter ihr her war? Sie redete sich das sicher alles nur ein und machte sich selbst verrückt mit dieser Sache. Am besten ging sie wieder ins Bett und versuchte, ihren freien Tag morgen zu genießen und sich auszuruhen.

„Komm Süße, wir gehen wieder nach oben. Draußen ist nichts.“, lockte sie Olivia, aber die ließ sich nicht ablenken, kratzte weiter an der Tür und fing auch noch an zu miauen. Langsam bekam Lilly ein komisches Gefühl und sie ging nun doch langsam auf die Tür zu. Als sie ihre Katze hochheben wollte, fauchte sie nur und Det. Rush hatte nun endgültig genug. „Okay, ist ja schon gut. Wir werden nachsehen, was dich so nervös macht.“

< Toll, jetzt lass ich mir schon von meiner Katze sagen, was ich machen soll. Das ist wirklich lächerlich. >

Olivia machte Platz für ihre Futtergeberin. Lilly drehte den Schlüssel im Schloss und öffnete vorsichtig die Tür. „Siehst du, Süße. Da ist niemand.“, wandte sie sich an ihren Stubentiger. Die interessierte aber ganz und gar nicht, was ihr Frauchen da sagte und machte ein paar Schritte nach draußen. Ruckartig drehte sich die Katze nach rechts und lief zu einer kleinen Hecke neben der Eingangstür und blieb stehen. Lilly ging ebenfalls raus und sah nach, was Olivia so interessant fand. Die Samtpfote hatte sich auf einen Briefumschlag gestürzt und war drauf und dran, diesen zu zerfleischen. Als sie näher an ihre Katze herantrat, viel Det. Rush plötzlich ein Glas auf, das fast in der Hecke auf dem Boden stand. Sie nahm es hoch und ihr blieb fast das Herz stehen, als sie den Inhalt sah.

„Oh mein Gott!“, was das Einzige, was sie heraus brachte. In dem Einwegglas befanden sich künstliche Hirschaugen und dieser Anblick ließ dem blonden Detektiv das Blut in den Adern gefrieren. Panisch sah sie sich in der Nachbarschaft um, ob noch jemand in der Nähe war. Olivia war derweil immer noch damit beschäftigt, den Umschlag auseinander zu nehmen. Lilly ging schnell dazwischen, um vielleicht wichtiges Beweismaterial zu retten. „Olivia, nicht!“ Die Katze legte die Ohren an und knurrte. Sie verpasste ihrer Futtergeberin einen Kratzer auf den Handrücken, weil die es wagte, ihre "Beute" an sich zu nehmen und verschwand beleidigt wieder im Haus. Lilly rieb sich über die Hand, weil die leichte Wunde brannte und ein bisschen blutete. Sie nahm es ihrer Samtpfote aber nicht übel, schließlich hatte die nur ihren Spieltrieb ausgelebt. Das Glas und den Umschlag in den Händen haltend, ging Det. Rush wieder ins Haus zurück. Sie setzte sich auf die Couch und betrachtete die künstlichen Hirschaugen. Sie war sich sicher, dass das ein Zeichen von George Marks war. Er hatte all seine Opfer geköpft und nur die Schädel auf dem Grundstück seiner Mutter vergraben. Als die Detektivs die Schädel vor ein paar Tagen durch einen anonymen Hinweis fanden, waren in den Augenhöllen die Hirschaugen eingebettet. George war wirklich ein grausames Monster. Man konnte auch nicht vorhersehen, wer sein nächstes Opfer sein könnte, da Marks keinen bestimmten Typ hatte. Janet Lambert war beispielsweise eine junge Mutter, als sie 1985 von ihm getötet wurde, wie auch später Lutrice Higgs, eine ältere Dame und die Schülerin Tina James. All diese Frauen hatten nur zwei Dinge gemeinsam: Sie waren Opfer eines Verbrechens geworden und hatten sich gewehrt. Und gerade deswegen, weil sie sich gewehrt hatten, hatte George sie ausgewählt. Er wollte seine Macht demonstrieren und ihnen zeigen, dass sie schwach und hilflos waren.

Lilly öffnete vorsichtig den Umschlag, um nicht noch mehr zu zerstören. Ihre Katze hatte gute Arbeit geleistet und den Umschlag ordentlich bearbeitet. Der Zettel, der sich darin befand, war zum Glück unversehrt. So richtig traute sich Det. Rush aber nicht, zu lesen, was darauf stand. Nach einer Weile gab sie sich aber einen Ruck und warf doch einen Blick auf das Geschriebene.

Meine liebe Det. Lilly Rush,

seit unserer letzten Begegnung gehen Sie mir nicht mehr aus dem Kopf. Sie geistern ständig durch meine Gedanken und ich kann mich fast nicht mehr richtig konzentrieren und das ist in meinem  "Job" sehr wichtig. Ich hab ein Auge auf Sie. Vielleicht werde ich Ihnen ein noch weitaus größeres Geschenk machen. Man sieht sich mit Sicherheit.

Hochachtungsvoll
Ein Bekannter

Dem blonden Detektiv lief es eiskalt den Rücken herunter, als sie diese Worte las. Jetzt hatte sie die Gewissheit, dass George Marks es doch auf sie abgesehen hatte. Vielleicht waren aber dann alle anderen Frauen in Sicherheit, wenn er sie jetzt im Visier hatte. Das wäre es wert, sich mit diesem Monster auseinander zu setzen und ihn zu schnappen, um ihn endgültig für immer weg zu sperren. Det. Rush musste sich einen guten Plan einfallen lassen, um diesen Psychopathen schnellst möglich zu verhaften. Am besten sie würde morgen die ganze Sache mit ihrem Team besprechen, vielleicht hatte ja einer ihrer Jungs eine zündende Idee, um George aus der Reserve zu locken.
Ihr polizeilicher Instinkt meldete sich zu Wort und eigentlich hätte Lilly die Beweisstücke sofort zur Spurensicherung bringen müssen, oder wenigsten ihre Kollegen verständigen sollen. Doch sie hatte Angst, Angst davor, dass Stillman ihr den Fall entziehen und sie womöglich noch unter Polizeischutz stellen würde. Aber spätestens morgen musste sie handeln.


So, das war der Anfang...
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