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Gruppe 19: Totgeglaubte leben länger

von MDU-Story
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Gen
13.05.2015
13.05.2015
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13.05.2015 513
 
Kapitel 10 - JelsaShipper


Danach erinnerte ich mich an nichts mehr.
„Geht es ihr gut?“ An dieser Stimme erinnerte ich mich, konnte ihr aber kein Gesicht zuordnen.
„Oh ja, sie wird wieder. Nur eine leichte Gehirnerschütterung.“ Eine tiefe, dunkle Stimme, fachmännisch und mit viel Wissen ausgestattet. Ein Arzt?
„Oh, zum Glück …“ Die erste Person redete wieder und sie klang erleichtert. Ein Seufzen war zu hören, dann ergriff etwas meine Hand, die bewegungslos neben meinem schlaffen Körper lag. Sie fühlte sich taub an, als wäre sie gar kein Teil meines Körpers. „Wann kann sie wieder nach Hause kommen?“
„Ich denke, es spricht nichts dagegen, wenn Sie Ihre Tochter morgen abholen. Ihre Genesung schreitet gut voran und sie wird keine bleibenden Schäden davon tragen. Es war kein allzu schlimmer Sturz.“
„Danke Doktor.“ Eine Tür wurde geschlossen und ich vermutete, dass ich nun mit der Frau alleine war. Der Arzt hatte gemeint, ich wäre ihre Tochter, doch die Stimme meiner Mutter hatte ich völlig anders in Erinnerung. Oder spielte mir mein Gehirn nur einen Streich? Das Nachdenken machte mich völlig müde und ich schlief schnell wieder ein. Das nächste Mal, als ich wach wurde, schaffte ich es sogar, meine Augen einen Spalt weit zu öffnen. Es war spät abends und die Sonne war schon vor einer Weile untergegangen. Das spärliche Licht der Straßenlaternen schien schwach in mein Zimmer. Da ich mich schon viel besser fühlte als vorher, versuchte ich mich etwas aufzurichten und weckte damit prompt die Aufmerksamkeit einer weiteren Person im Raum.
„Du bist wach!“
Ein Schatten schob sich in mein Blickfeld und ich brauchte eine Weile, ehe ich die Person erkannte: Lukas! Er war hier! Ich wollte strahlen – doch es gelang mir nur ein kleines Lächeln, da mein Kopf so sehr schmerzte.
„Lukas!“
Ich streckte meine Hände nach ihm aus und zu meiner Freude ergriff er sie. Eine ganze Weile lang schaute er auf unsere Finger.
„Ich bin froh, dass es dir gut geht.“
Überrascht sah er mich an. „Mir? Du liegst mit einer Kopfverletzung im Krankenhaus!“
Ich lachte leicht. „Ich hatte befürchtet, dass du … dass du … Ich wollte verhindern, dass …“
Etwas verständnislos sah er mich an. Dann schien er zu verstehen und legte den Kopf schief. „Du dachtest, ich würde mir etwas antun? Wie kommst du auf so etwas?“
Hilflos zuckte ich mit den Schultern. „Du hast dich ewig nicht gemeldet und … Du bist so seltsam gewesen bei unserem letzten Treffen … Ich hatte wirklich Angst um dich!“
Er lachte und ich hatte das Gefühl, er würde mich auslachen. Beleidigt sah ich weg.
„Es geht mir gut, wirklich. Der Grund, warum ich mich nicht gemeldet habe … Es ging mir alles zu schnell, verstehst du? Ich mag dich, ich mag dich wirklich gern, aber … Ich will es langsam angehen. Ich will nichts überstürzen. Deswegen brauchte ich Zeit, um … um mir über einiges klar zu werden.“
„Und … Bist du dir über etwas klar geworden?“
Er drehte meinen Kopf in seine Richtung und lächelte mich vielsagend an.
„Nun … Ich bin hier.“
Tränen stiegen mir in die Augen und ich lächelte unter Schluchzern.
„Ja. Das bist du.“
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