in love with a dying man

GeschichteAllgemein / P16 Slash
Harry Styles Liam Payne Niall Horan
12.05.2015
16.09.2019
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Dieses Kapitel
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Ich habe zwar schon lange nichts mehr von mir hören lassen, aber hey, hier bin ich wieder.
Das wird nur eine kurze Geschichte, d.h. zwischen drei und fünf Kapitel, schätze ich.
Falls ihr leicht getriggered seid, seid bitte vorsichtig, vorallem in den nächsten Teilen.
Der Fanfic-Titel kommt von dem Lied "Kill kill" von Lana Del Rey und der Kapiteltitel aus "Broken Man" von Boys Like Girls.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und wenn ihr eine Meinung dazu habt, dürft ihr sie mir gerne hinterlassen, ich würde mich freuen!
(Ich weiß noch nicht, wann ich wieder uploaden werden, aber ich bemühe mich)


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in love with a dying man

Niall tat alles, was er tat bloß, damit Harry es an ihm lieben konnte. Weil Harry ihm sagte, dass er alles an ihm liebte und Niall nicht wollte, dass der Brite jemals damit aufhörte. Er hatte sich sonst nie allein oder einsam gefühlt, bevor er den Jüngeren kannte - der Ire war ein Alleingänger und eigentlich mehr als zufrieden damit gewesen. Doch jetzt, wo er wusste, wie Harry sich anfühlte und wie sich die Luft um ihn herum änderte (sie wurde frischer und klarer und vernebelte trotzdem seine Gedanken), jetzt fühlte er sich einsam mit hunderten von anderen Menschen im selben Raum, wenn Harry sich nicht darunter befand.


Harry war so verzweifelt verliebt in ihn, dass er nicht anders konnte, als alles an Niall zu lieben. Er liebte ihn so schrecklich sehr, dass er selbst die Macken, die ihm und allen anderen Leuten ins Auge sprangen, lieben musste. Das schiefe, freche Grinsen, das er anderen Leuten öfter zuwarf als dem Lockenkopf (Harry glaubte nicht, dass der Ire es ihm überhaupt jemals direkt gewidmet hat seit sie ein Paar waren) und die Haare, deren Ansatz so stark zu sehen war (welcher Niall dem Briten jedes Mal einen bösen Blick schenken ließ, wenn Harry anmerkte, dass er fand, das ins Blond übergehende Braun stünde dem Älteren ausgezeichnet). Er wusste nicht, wie er aufhören könnte, den Blonden anzuhimmeln.


Manchmal dachte er, dass er den Briten dadurch traurig machte, dass er so leise war, aber das kam bloß so selten vor, dass Niall fast keine Gedanken mehr daran verschwendete. Schließlich hatte Harry keinen Grund, traurig darüber zu sein, dass Niall sich so verschloss. Vermutlich benahm er sich so, weil Niall ihn langweilte; als hätte er genug von dem Iren.

Jedoch ließ der Ältere auch diese Gedanken nicht zu, weil er sich nicht vorstellen konnte, ohne den Lockenkopf zu sein. In den Monaten, in denen sie zusammen gewesen waren, wurde Niall so abhängig von ihm, dass er sich nicht wundern würde, verlernte er das Laufen ohne Harry an seiner Seite. Trotzdem tat es noch immer weh, wenn Harry ihm beichtete, in ihn verliebt zu sein, denn der Brite glaubte seinen eigenen Lügen, meinte Niall. Wie konnte jemand, der so perfekt war, jemanden wie Niall mögen? Jemanden, der so imperfekt und lückenlos voller Fehler war?


Eines der schlechten Dinge an Niall, vermutlich das einzig wahre Schlechte (zumindest  aus dem Stand heraus), das trotzdem seine Nerven Tag für Tag strapazierte, war, dass Niall ihm nicht antwortete. Jedes Mal, wenn der Lockenkopf ihm gestand, "Ich liebe dich", sah der Ire ihn bloß an, als täte Harry ihm leid. Dann schüttelte er den Kopf und fuhr mit dem fort, womit er gerade beschäftigt war.

Der Lockenkopf konnte nicht anders, als sich nach jedem Mal schlechter zu fühlen als nach dem letzten Mal, bei dem er Niall sagte, dass er ihn brauchte. Denn er glaubte fast, dass Niall nie das Gleiche für ihn gefühlt hatte und manchmal wünschte er gar, er könnte den Blonden verlassen. Aber er wusste auch, dass das niemals möglich für ihn sein würde, weil Niall des Briten Herz in seiner Hosentasche herumtrug; überall wo er hinging, nahm er Harry mit. Der Lockenkopf war nichts ohne Niall, den er so abgöttisch liebte, dass es in jeder Pore seines Körpers schmerzte.


Er sprach zu viel, wenn er nichts sagen sollte und zu wenig, wenn er reden sollte.

Wenn sie ein Gespräch führten, fühlte sich Niall, als könnte er nicht reden, weil er nicht verdiente, dass Harry ihm zuhörte. Der Jüngere hatte Freunde, die ihm interessantere Sachen zu erzählen hatten, da war sich Niall sicher, deshalb versuchte er, den Stummen zu spielen. Weil manchmal einfach trotzdem alles aus ihm herausströmte: All die Worte, die er auf seinen Lippen sterben ließ im Glauben, dass Harry sie nicht hören wollte, sagte er und schämte sich dafür, doch konnte fast nicht stoppen, weil er wollte, dass Harry ihn kannte und alles wusste, was in seinem Leben vor sich ging. Wenn er sich jedoch daran erinnerte, dass er all das verschlossen hielt, weil er Harry keinen Grund geben wollte, ihn zu verlassen; dann hörte er auf zu sprechen und biss sich auf Lippe, bis sie anschwoll.

Harry war ein zu guter Mensch, um ihm deutlich zu machen, dass Nialls Geschichten ihn nicht amüsierten, auch wenn sie nicht einmal den Iren selbst interessierten. Er wusste, dass er eigentlich bloß nach Ausreden suchte, um bei Harry zu sein, obwohl das doch nach mehr als einem Jahr einer Beziehung gar nicht mehr nötig sein sollte. Der Wert von Harrys Zeit war einfach höher als der Wert, den der Ire mit sich trug (das war seine Meinung), deshalb durfte er sie nicht unnötig vertreiben.


Jedoch: Sobald Niall redete, gab es nichts, dass Harry davon stoppte, jedes Wort einzusaugen, das des Iren Lippen verließ. Sobald der Ältere redete, war nichts anderes mehr wichtig, weil es so selten passierte, dass Harry jedes Mal fürchtete, es könnte das letzte Mal sein.

Er achtete nicht mehr auf den Ofen, in dem das Essen verbrannte oder auf das Telefon, auf dem seine Schwester mit ihrem kleinen Baby anrief. Denn dann hing er an Nialls Lippen und wollte sie küssen, aber er ließ es bleiben, weil er Niall auf keinen Fall verstummen wollte. Er wartete darauf, dass der Ire seine Geschichte abgeschlossen hatte, selbst wenn er sie nicht enden hören wollte, und stellte keine Fragen, weil er Niall nicht unterbrechen wollte.

Er wartete, um die Gelegenheit zu haben, des Älteren Lippen mit seinen eigenen zu berühren und ihn an sich ziehen, damit er nie mehr gehen konnte; denn die Momente, in denen Nialls Augen groß waren, weil er aufgeregt war wegen dem, was er erzählte und er manchmal etwas spuckte und es nicht einmal bemerkte; wenn er tiefe Atemzüge nehmen musste, weil ihm sonst die Luft ausrennen würde, bevor er seinen Satz abgeschlossen hatte; wenn er seine Arme in wilden und manchmal sogar sinnlosen Gesten herumwarf und er seinen Blick nicht von Harrys Augen nahm, das waren die Momente, in denen Harry Niall am meisten liebte, weil dann nichts wichtig schien außer ihnen selbst.


Normalerweise, wenn das passierte, stand der Ire auf und verließ den Raum, weil er zu stolz war, um Harry den satten Rotton auf seinen Wangen zu präsentieren. Weil er gezeigt hatte, wofür er sonst so hart arbeitete, um es zu verstecken: Sein wahrer, normaler, kindlicher Charakter. Obwohl sonst fast nichts peinlich war vor Harry, weil der Lockenkopf ihn ansah, als sei er das zerbrechlichste Stück Porzellan, das es gab und er es durch nichts auf der Welt zerstören wollte.

Selbst wenn Niall manchmal nichts mehr wollte, als dass Harry ihn brach, weil er es sonst schlussendlich selbst tun würde.


Nichts konnte passieren um sie auseinander zu treiben, denn sie waren während Nialls Geschichte unbewusst immer näher aneinander gerutscht - bis der Ire aufstand und Harry nicht mehr ansah, bis er aus dem Raum verschwunden war. Fast, als bereute er es, dem Lockenkopf so viel (etwa zu viel?) von sich gezeigt zu haben.

Wenn Harry ihm folgte oder ihn das nächste Mal sah, war der Ältere wieder der alte, ruhige, ignorierante Mann, der er immer war. Und Harry liebte ihn selbst dann, auch wenn er den kindlich verspielten, süßen Niall vermisste, den der blonde Ire bloß so selten zeigte.


Wenn Harry ihn ansah, verängstete ihn die Vorstellung, einen Fehler zu machen, fürchterlich, sodass er lieber gar nichts tat. Harry würde jedes Recht haben, ihn auszulachen (obwohl er das nie tat), weil er perfekt war und Niall neidisch, weil er bloß gut genug sein wollte, dass Harry bei ihm blieb. Ihm tat es gut, ab und zu ein paar Tage von dem Jüngeren weg zu sein, weil Niall um ihn herum konstant so nervös war, dass er wieder angefangen hatte, all seine Fingernägel abzukauen.


Doch noch etwas anderes störte Harry ein wenig, kaum, aber er merkte es mehr und mehr an Niall: Es schien, als ob der Blonde gar nicht bei ihm sein wollte. Manchmal hörte der Brite ihn mit seinen Arbeitskollegen und Chefs reden, "Mr. Horan, Sie werden bis Dienstag in" und dann würden sie eine Stadt am anderen Ende des Landes nennen, "bleiben müssen."

Ohne zu zögern, so klang es, würde Niall antworten:"Ich werde bis Mittwoch bleiben", oder gar Donnerstag. Meistens kam er nicht bis freitags zurück.  


Es tat Niall leid, weil er wusste, dass Harry nicht verdient hatte, so belogen zu werden. Aber noch schlimmer fände er es, wenn er einmal vor dem Lockenkopf zusammenbrechen würde, weil er sich nicht mehr halten konnte. Der Blonde fühlte sich nicht wertvoll und er verstand nicht, wie Harry das sagen konnte, ohne mit der Wimper zu zucken.

Wie könnte er es überhaupt verdient haben, Harrys Hand zu halten und seinen wunderschönen, braungebrannten, durchtrainierten und von Tattoos besprenkelten Oberkörper küssen zu dürfen? Oder gar von Harry auf seinem eigenen geküsst zu werden, was jedoch nicht sehr oft der Fall war, weil Niall sich schämte - und dass, obwohl Harry ihn schon oft nackt gesehen hatte. Bleich, dünn, kein Anschein von Muskelmasse.. daran konnte doch nichts attraktiv sein.

Und immer wieder fragte Niall sich, ob er Harry etwas versprach, das er ihm gar nicht geben konnte oder ob er ihm doch irgendetwas gab, das den Briten dazu veranlasste, zu bleiben.. Er wusste einfach nicht, wieso es zwischen ihnen klappte, obwohl gleichzeitig alles schien, jeden Moment in die Brüche zu gehen.


Auch wenn Niall dem Lockenkopf das Leben manchmal schwer machte, so würde er rein gar nichts auf der Welt gegen den Blonden, den er stolz seinen nannte, eintauschen. Selbst wenn es sich falsch anfühlte, dass er nicht alles mit Niall teilte (seine Ängste um den Iren, vorallem), konnte er es nicht ändern.

Es war zu viel riskant, hatte er beschlossen, weil Niall eine so hauchdünne Wand um sich hatte und der Brünette niemals wusste, was sich auf der anderen Seite befand, wenn er sie durchbrach. Ob der Ire anfangen würde, Unverständliches zu schreien und mit schwachen Fäusten auf Harry einzuhauen; ob er sich einschließen und weinen würde, bis Harry aufhörte an der Tür zu klopfen; ob er (und Harry fand: das war das Schlimmste) den Jüngeren einfach anstarrte, seine Lippe weiß biss und nickte und den Kopf schüttelte, bis der Lockenkopf sich sicher war, dass Niall nicht mehr er selbst war. Er hatte keinen Schimmer, wie und ob er Niall helfen konnte und das trieb ihn an den Rand der Verzweiflung.


Obwohl Niall wusste, dass jeder einmal (zumindest für einen Augenblick) die wichtigste Person im Leben eines anderen war, so würde er doch nie dieser Mensch für Harry sein.

Deshalb war es auch in Ordnung für ihn, dass Harry ihm sagte, dass er Weihnachten dieses Jahr ohne ihn verbringen wollte. Es war das erste Weihnachten seit sie ein Paaren, das sie nicht miteinander verbrachten. Niall sagte sich trotzdem, dass sie ihr Weihnachten allein - ohne den anderen - verbringen mussten, weil sie genug voneinander hatten, sie hatten sich sattgefressen. Abstand war, was sie brauchten...

Er belog sich selbst schamlos, doch er wollte einfach nicht sehen, dass etwas mit ihnen passierte. Dass sie auseinander drifteten, obwohl sie ihren Weg nie nahe bei einander gegangen waren. Vielleicht aber redete er sich das auch bloß ein, weil er nicht zugeben konnte, dass er immer abhängiger von Harry geworden war (und es sogar immernoch wurde) und er nie gewollt hatte, das das passierte.


Diese Entscheidung war dem Lockenkopf nicht leicht gefallen und die Aussicht auf ein einsames Weihnachten schmerzte ihn jedes Mal, wenn er daran dachte. Vielleicht würde er nicht wirklich einsam sein, schließlich hatte er vor, zu seiner Familie nach Cheshire zu fahren, doch trotzdem: Ohne seinen blonden Freund würde er nicht komplett sein.

Selbst wenn die beiden jungen Männern das Weihnachtsfest der letzten zwei Jahre gemeinsam verbracht hatten, wollte Harry es dieses Mal nicht. Weil er es nämlich nicht mehr ertragen konnte, Niall nachts weinen zu hören und vorzugeben, es nicht zu hören.

Vorallem wollte er nicht mehr so tun, als sei es in Ordnung für ihn, von Niall weggedrückt zu werden, wenn er ihn an sich ziehen und trösten wollte. Das Schlimmste war, wenn sie am Morgen des nächsten Tages zusammen am Frühstückstisch saßen und Niall puffige Augen hatte und Harry nicht wagte zu fragen, was mit ihm los war, denn er konnte den Blonden kaum ansehen. Was hatte der Blonde bloß für ein Problem? Er wollte alles dafür tun, um den Iren wieder lächeln zu sehen ohne die unsichtbaren Tränen in seinen Augen zu bemerken.

Außerdem wollte der Lockenkopf nicht mehr die Trauer schmecken, wenn er Niall küsste, weil er nicht wusste, ob es Scham, Reue oder Verzweiflung war. Vielleicht war es auch etwas komplett anderes, Harry wusste es nicht - deshalb fragte er auch nicht. Weil er die Vorstellung nicht ertragen konnte, dass es etwas war, bei dem er nicht helfen konnte.

Deswegen dachte er, dass ein paar Tage, die sie nicht zusammen verbringen würden, vielleicht halfen - doch wie konnte er je auch bloß die Vorstellung gehabt haben, dass er Niall verlassen könnte, selbst für eine kurze Zeitperiode?
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