Like Cheesecake goes on

von Julirot
KurzgeschichteRomanze / P16
Kensi Blye Marty Deeks
11.05.2015
29.05.2015
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Guten Abend,

nachdem ich von so vielen angesprochen wurde, ob ich denn nun eine Fortsetzung zu "Like Cheesecake" schreiben werde oder nicht, hat mich dann doch noch die Muße geküsst. Herausgekommen ist zunächst einmal ein etwas unkonventionelles zweites Kapitel. Und ich kann schon mal sagen, dass es danach auch noch ein drittes geben wird. Das dauert aber noch ein kleines bisschen. Ich hoffe ihr habt Spaß am Fortgang der Geschichte. Damit ihr nicht erst lange nach der Ursprungsstory kramen müsst, habe ich das erste Kapitel hier als Kapitel eins noch einmal eingefügt.  Ich hoffe, ich verstoße damit nicht wieder gegen irgendwelche Regeln.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich über eure Meinungen.
Einen schönen Abend.
LG
Julirot

PS. Ich bin ganz froh, dass ich es in zwei Geschichten verpacken konnte, denn man kann ja durchaus das erste Kapitel auch als One-Shot stehen lassen. Somit kann jeder selbst entscheiden, was er letztendlich besser findet.


Kapitel 1


„Einen wunderschönen guten Morgen Kenselina.“ Deeks blieb ein paar Meter vor ihren Schreibtischen, die in der Mitte der Kommandozentrale aufgestellt waren, stehen und legte eine Hand an den Riemen seiner Tasche, die er sich wie immer diagonal umgehängt hatte. Außer ihr war niemand zu sehen, was ihn nicht sonderlich verwunderte, denn es war noch recht früh am Morgen und er war für seine Verhältnisse extrem pünktlich. Es war ein besonderer Tag für ihn und er hatte eigentlich vorgehabt, seine Kollegen mit einem kleinen Umtrunk anlässlich seines Ehrentages zu überraschen. Dass nun allerdings seine Partnerin vor ihm da war, damit hatte er nicht gerechnet und es durchkreuzte seine Pläne ein wenig. Kensi, die offensichtlich an seinem Schreibtisch beschäftigt gewesen war, drehte sich erschrocken um und starrte ihren Partner mit weit aufgerissenen Augen an. Dabei versuchte sie möglichst viel von Deeks Schreibtisch mit ihrem Körper zu verdecken.
„Deeks...“, rief sie und trat nervös von einem Bein aufs andere. Er legte die Stirn leicht in Falten und hob eine Hand, deutete damit auf seinen Schreibtisch und fragte:
„Was genau machst du da?“
„Ähm...“
„Und warum zum Teufel bist du schon hier?“ Er wollte näher kommen, doch sie positionierte sich so, dass er keine Chance dazu hatte und verdutzt stehen blieb.
„Ich … hatte noch was zu erledigen.“ Er hob eine Augenbraue und seine Lippen zuckten leicht, so als müsse er ein Grinsen unterdrücken.
„An meinem Schreibtisch?“
„Wieso nicht?“
„Wieso denn?“
„Steht da dein Name drauf?“ fragte sie leicht bissig.
„Keine Ahnung. Lass mich mal nachsehen...“ Er machte wieder einen Schritt nach vorne. Sie hob ihre rechte Hand und stoppte ihn, indem sie sie ihm auf die Brust legte. Sein Blick ging nach unten zu ihrer Hand und dann wieder nach oben in ihr Gesicht. Sie zog sie schnell weg und blinzelte ein paar Mal.
„Deeks ...“
„Was? Da komme ich einmal früher und schon ist mein Schreibtisch belegt und meine Partnerin verhält sich merkwürdig.“
„Ich verhalte mich nicht merkwürdig.“
„Oh doch Kenselina, das tust du.“
„Tu ich nicht.“
„Dann kann ich mich ja hinsetzen.“ So schnell wie sie dieses Mal ihre Hand gehoben hatte, konnte er gar nicht reagieren. Er merkte den leichten Schlag gegen seine Brust und zuckte zurück. Sie hatte ziemlich offensichtlich irgendetwas zu verbergen und das machte ihn augenblicklich neugierig. Er versuchte noch einmal einen Blick hinter sie zu erhaschen, doch sie richtete sich noch mehr auf und er konnte nicht erkennen, was da auf seinem Schreibtisch los war.
„So geht das nicht Deeks“, sagte sie schließlich und ihre Stimme klang ein wenig enttäuscht.
„Soll ich noch mal wieder kommen?“ fragte er und deutete mit dem Daumen hinter sich in Richtung Tür.
„Mann Deeks...“, rief sie wieder und stemmte dann die Hände in die Hüften.
„Ja?“  
„Wieso machst du das ausgerechnet heute?“
„Was mache ich ausgerechnet heute?“ fragte er verwirrt.
„Du kommst zu früh“, sagte sie und strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr. Auf seinem Gesicht erschien ein leicht verschmitztes Lächeln und er schaute ihr nun direkt in die Augen während er in ziemlich ernstem Tonfall sagte:
„Ich..., Kenselina … komme niemals zu früh.“ Er hatte eine Hand gehoben und sich bei dem Wort ich auf die Brust getippt. Sie starrte ihn an und als die Zweideutigkeit seiner Worte in ihrem Kopf Gestalt annahm, wurde sie augenblicklich rot. Sie konnte es nicht verhindern, dass ihre Wangen anfingen zu glühen und ihr Herz rasante Klopfbewegungen machte, die sie so noch nicht gekannt hatte. Zwischen ihnen war plötzlich eine peinliche Stille entstanden. Er biss sich auf die Lippen und legte dann den Kopf leicht schräg, sah sie an und wartete auf eine Reaktion. Kensi's Augen verengten sich ein wenig und sie konnte eine schnippische Bemerkung ihrerseits nicht verhindern.
„Das musst du erst mal beweisen.“ Sie warf ihm die Worte einfach so entgegen, ohne zu wissen, was passieren würde. Er hob eine Augenbraue.
„Ich dachte, das wüsstest du?“
„Einmal ist wohl kaum der Beweis für Beständigkeit“, entgegnete sie und fühlte wie wieder diese Hitze in ihr aufstieg, die sie nicht einordnen konnte. Er machte sie verrückt.
„Ist das ne Einladung?“
„Einmal ist keinmal.“ Was redete sie denn da? Sie hatte das Gefühl, er brachte sie völlig aus dem Konzept.
„Es ist ne Einladung.“ Jetzt hatte er wieder dieses unverschämte Grinsen im Gesicht, welches so typisch für ihn war. Kensi wollte ihm am liebsten eine Ohrfeige verpassen, ihn aber gleichzeitig auch küssen.
„Bilde dir bloß nichts ein Deeks“, sagte sie, wobei ihre Stimme vor Aufregung zitterte. Was taten sie hier gerade?
„Ich bilde mir niemals etwas ein, Sweetheart. Ich weiß es.“ Er spürte wie er nervös wurde und er konnte sie kaum ansehen, so sehr wünschte er sich in diesem Moment sie berühren und küssen zu können. Doch er blieb stehen, war irgendwie festgewachsen auf diesem Stück Boden direkt vor seinem Schreibtisch, den sie immer noch in Beschlag nahm.
„Ich bin nicht dein Sweetheart.“
„Nicht?“
„Nein.“
„Wie wäre es heute Abend?“ fragte er und trat dann wieder einen Schritt auf sie zu. Dieses Mal wehrte sie ihn nicht ab, sondern lehnte sich zurück, etwas weiter in Richtung seines Schreibtisches.
„Was meinst du?“
„Treten wir den Beweis an.“
„Den Beweis wofür?“
„Dass ich pünktlich sein kann.“ Er merkte, dass seine Kehle trocken wurde und hätte am liebsten einen Schluck Wasser getrunken, doch er traute sich nicht wegzugehen, aus Angst dies Atmosphäre, die sich gerade zwischen ihm und seiner Partnerin aufgebaut hatte, zu zerstören. Eine ganze Weile kam nichts von ihrer Seite und als er schon glaubte, ihre kleine Plänkelei wäre vorbei, da sagte sie plötzlich:
„Einverstanden.“
„Mit was?“ Er benahm sich kindisch, das wusste er, aber er konnte nicht anders. Er musste sie einfach necken.
„Testen wir dich.“ Sie war nicht viel besser, wollte ihn provozieren, ihn verrückt machen, so wie er sie verrückt machte.
„Und dich?“
„Wieso mich?“
„Vielleicht kommst du ja zu früh.“ Er trat weiter auf sie zu. Sie konnte nicht mehr ausweichen, also verringerte sich der Abstand zwischen ihnen merklich.
„Ich … mein Lieber … komme immer zur rechten Zeit.“
„Was auch immer das bedeutet, Kenselina, ich freue mich darauf.“ Sie verschränkte die Arme vor der Brust und schaute ihn abschätzend an.
„Bei mir?“ fragte er schließlich.
„Wir waren beim letzten Mal in deiner Wohnung.“
„Also bei dir.“
„Yup.“
„Wann?“
„Acht?“ fragte sie zaghaft und blinzelte ein paar Mal, versuchte ihre wilden Gedanken und Gefühle wieder in den Griff zu bekommen. Er trat noch näher an sie heran. Sie ließ es geschehen. Er blieb stehen als sie nur noch eine Handbreit voneinander getrennt waren. Sie konnte seinen Atem spüren und fühlte seine Nähe. Und er roch so gut, so verdammt gut. Es war kaum noch auszuhalten, diese Spannung, diese Hitze, diese Anziehung. Ihm ging es ähnlich und er musste sich räuspern, um die nächsten Worte überhaupt heraus zu bekommen.
„Okay, acht ist gut.“ Dann sagten sie eine Weile nichts, sahen sich nur an.
„Und?“ fragte Deeks schließlich.
„Was und?“ fragte Kensi zurück.
„Was machst du an meinem Schreibtisch?“ Sie begann zu stottern:
„Ach so … ja, ich … also ich ...“ Er kam noch ein wenig näher und nun berührten sich ihre Körper beinahe. Kensi musste die Luft anhalten. Ihr Herz klopfte. Deeks fühlte wie seine Knie weich wurden und schluckte. Er reckte den Kopf und versuchte über Kensis Schulter zu schauen. Sie blickte nach oben und in diesem Moment stießen sie mit ihren Köpfen zusammen.
„Autsch“, sagte Kensi und rieb sich über die Stirn.
„Tut mir leid“, flüsterte er und legte seine Hand auf die Stelle, an der er sie getroffen hatte. Kensi zuckte unter seiner Berührung zusammen und griff nach seiner Hand. Die Berührung war zart und spontan und sie schauten sich wieder an, wussten nicht was sie sagen sollten und standen einfach nur da, mitten in diesem alten und wunderschönen Gebäude. Sie hatten die Zeit vergessen, waren nur mit sich selbst beschäftigt und sahen nicht, was um sie herum passierte. Kensi wollte ihre Hand  schon wegziehen,  doch er hielt sie fest, umschloss mit seinen Fingern die ihren und versuchte gleichzeitig einen Blick auf seinen Schreibtisch zu erhaschen. Sie lehnte sich ein wenig gegen ihn und er umklammerte ihre Hand, versuchte das Zittern, was von ihm Besitz ergriffen hatte, zu verbergen.
„Echt jetzt?“ fragte er und trat einen Schritt zurück, ein Lächeln auf dem Gesicht. Ihre Hand lag immer noch in der seinen und er machte keinerlei Anstalten sie los zu lassen.
„Ich wollte ihn nicht wieder vergessen“, sagte Kensi leicht verlegen.
„Wen?“ fragte er.
„Deinen Geburtstag.“
„Oh“, machte er nur und ging dann langsam um Kensi und den Schreibtisch herum. Dabei zog er Kensi an der Hand hinter sich her. Bei seinem Stuhl angekommen, blieb er stehen und sein Blick blieb an dem Etwas hängen, was da auf seinem Tisch stand und wahnsinnig lecker roch.
„Du hast mir einen Kuchen gebacken?“ fragte er ungläubig.
„Cheesecake“, sagte sie mit einem leichten Nicken. Er schaute sie an und sein Blick wurde weich. Er hatte plötzlich ein Gefühl von Dankbarkeit, von echter Freude. Die Überraschung war ihr wirklich gelungen. Es hatte etwas zu bedeuten, das wusste er.
„Ich bin … gerührt.“ Er drückte ihre Hand und schaute dann fasziniert auf den kleinen Kuchen, der da mitten auf seinem Schreibtisch stand. Es war eine Miniaturausgabe, ganze zehn Zentimeter im Durchmesser, aber er sah essbar aus, war nicht verbrannt und schien auch nicht mehr flüssig zu sein. „Das...hat noch nie jemand für mich gemacht“, flüsterte er und zog sie spontan in seine Arme, hielt sie fest und drückte ihr einen Kuss auf den Scheitel. Sie ließ es geschehen und legte ihre Arme um seine Mitte. Sie hatten vergessen, dass sie sich im Hauptquartier befanden und dass jeden Moment einer ihrer Kollegen auftauchen konnte, von Hetty ganz zu schweigen. Dieser Augenblick gehörte nur ihnen beiden und es war egal, dass sie mitten in einem voll einsehbaren Raum standen.
„Ich wollte gerade noch ein paar Kerzen drauf machen, da hast du mich unterbrochen“, sagte Kensi leise mit dem Gesicht an seiner Brust. Er löste die Umarmung und schaute sie an.
„Vielleicht bin ich doch ein wenig zu früh gekommen“, meinte er grinsend und hob dann die Streichhölzer auf, die Kensi auf dem Tisch hatte liegen lassen. Er drückte sie ihr in die Hand und meinte:
„Zündest du sie für mich an?“ Sie nickte, nahm dann die Schachtel und holte ein Streichholz heraus, riss es an und brachte die Kerze, die sie auf den Kuchen gesteckt hatte, zum brennen.
„Happy Birthday Deeks.“
„Danke.“ Er schloss die Augen und pustete die Kerze aus.
„Was hast du dir gewünscht?“ fragte sie.
„Das … Kenselina … erzähle ich dir heute Abend.“ Er legte einen Arm um ihre Schultern und grinste sie wieder an. Kensi boxte ihn in die Seite und entwand sich dann seines Griffes, um zu ihrem eigenen Schreibtisch zu gehen. Bevor sie sich hinsetzte, schaute sie noch einmal zu ihrem Partner, der wie ein kleiner Junge vor seinem Kuchen saß und verträumt auf die Kerze starrte.
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