Die Sprache der Blumen

von Sahira
KurzgeschichteRomanze / P12
Lilly Rush Scotty Valens
11.05.2015
11.05.2015
1
1788
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Das ist meine erste Cold Case Story und ich widme sie AnMaRy. ^^
Ich entschuldige mich im voraus wenn die Figuren OOC geraten sind.

Viel Spaß beim lesen. =)

-------------------------------------------------------------------------------------------


Lilly war wütend, sehr wütend. Sie saß an ihrem Schreibtisch, ließ einen Kugelschreiber durch ihre Finger wandern und starrte ins Nichts. Ihre Kollegen waren bereits gegangen, nur ihr Chef war noch da, nur ihre Schreibtischlampe spendete ihr Licht. Gedanklich war Lilly nicht anwesend, sie befand sich einige Tage in der Vergangenheit, an dem Tag, an dem sie ihre Schwester aus ihrer Wohnung geworfen hatte. Sie war rasend vor Wut gewesen, als sie erfahren hatte, dass Christina etwas mit Scotty angefangen hatte. Sie hatte ihrer Schwester an den Kopf geworfen alles was ihr wichtig war zu zerstören, daraufhin hatte Christina Lilly angeschrien ob sie ihr das immer wieder vorwerfen wollte. Seitdem hatten die Beiden nicht mehr miteinander gesprochen und das Verhältnis zu Scotty war merklich abgekühlt. Die Homoicide Detective schloss entnervt die Augen, ließ den Kugelschreiber fallen und seufzte leise, sie war sich der Blicke ihres Chefs durchaus bewusst. Um sie eine Predigt zu ersparen schnappte sie sich ihre Sachen und verließ das Büro. Als sie Zuhause war blieb sie noch im Auto sitzen und starrte das Lenkrad an. Wütend auf sich selbst stieg sie schließlich aus, knallte die Autotür zu und ging in ihre Wohnung. Diese Nacht fand sie nur wenig Schlaf.
Am nächsten Morgen stolperte Lilly Rush aus dem Bett, schaltete die Kaffeemaschine an und ging unter die Dusche. Nun etwas klarer im Kopf trank die Detective ihren Kaffee und machte sich fertig für die Arbeit.
Heute rollten sie einen alten Fall auf, bei dem es um ein totes Zwillingspaar, das im Alter von 7 Jahren bei ihren Pflegeeltern verstorben waren, nun war ein neuer Beweis aufgetaucht, der die Pflegeeltern belastete. Während die alten Beweise gesichtet wurden, konnte Lilly Scotty ausweichen, jedoch hielt ihr Glück nicht lange. Stillman schickte genau sie beide los zu dem Waisenhaus, in dem die Zwillinge zuvor gewohnt hatten. Da die Blonde fuhr musste sie den Schwarzhaarigen nicht ansehen und konnte zur Not ein Gespräch abbrechen. Kurz hoffte sie, es würde erst garkeins entstehen, doch ihr Kollege machte dem einen Strich durch die Rechnung. „Warum weichst du mir aus?“ Fragte er. „Ich weiche dir nicht aus.“ Gab sie etwas patzig zurück. „Natürlich nicht.“ Meinte Scotty und hätte jetzt am liebsten die Augen verdreht. „Christina hat mir erzählt dass du ziemlich sauer auf sie bist.“ Sagte er schließlich. „Darum wohnt sie ja jetzt bei dir!“ Lilly nahm die Kurve ziemlich scharf und der Schwarzhaarige hielt sich erschrocken am Türgriff fest. „Was war das denn?“ Er bekam keine Antwort und Lilly konnte sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen.
Die Befragung verlief nur mäßig Erfolgreich, nicht wirklich zufrieden gingen die beiden Detectives zum Auto zurück. „Ok, was ist los?“ Fragte Scotty. „Nichts.“ Kam die knappe Antwort. „Lilly ich war verheiratet, ich weiß dass es ein riesiges Problem gibt wenn eine Frau sagt es währe nichts.“ Langsam nervte ihn das wirklich. Die Diskussion setzten sie im Auto fort und als Lilly auf ihrem Parkplatz etwas zu hart in die Eisen stieg, platzte ihr der Kragen. „Ok, du willst wissen was los ist? Gut, ich sags dir! Christina baut nur Mist und dann kommt sie zu mir, läd den ganzen Mist ab und zerstört alles was mir wichtig ist!“ Wütend stieg die Blonde aus dem Auto aus, knallte die Tür zu und eilte zur Eingangstür, doch Scotty hechtete hinter ihr her und fasste sie am Handgelenk. „Was meinst du damit dass Christina alles zerstören würde was dir wichtig ist?“ Er war ratlos. Mit einem entnervten Laut riss sich seine Kollegin los. Den Rest des Tages vergrub sie sich in Papierkran und verscheuchte jeden der ihr zu nahe kam. Abends fuhr sie zurück in ihre leere Wohnung, spontane Hassgefühle auf ihre Schwester kamen in ihr hoch. Kurz dachte sie daran, dass es ihre Schwester war, zu der Scotty fuhr, dass nicht sie es war, die mit ihm auf der Couch saß, lachte und scherzte. An die Haustür gelehnt schloss sie die Augen um die Tränen zurück zu halten. Lilly liebte Scotty, auch wenn er sich anfangs wie ein kleines Kind aufgeführt hatte, aber im Laufe der Zeit war er ein festes und loyales Mitglied ihrer Truppe geworden und ja, sie war eifersüchtig auf seine Frau gewesen und jetzt war sie eifersüchtig auf ihre Schwester. Christina verdiente jemanden wie Scotty nicht, er war zu gut für sie. Einen Moment überlies sich Lilly ihren trüben Gedanken, dann verbot sie sich daran zu denken. Trotzdem fand sie nur wenig Schlaf.
Als sie am nächsten Morgen zur Arbeit kam, stand auf ihrem Schreibtisch ein Becher Kaffee, daneben lag eine Lilie. „Lilien für Lilly.“ Dachte sie. „Wie kreativ.“ Der Kaffee schmeckte wunderbar, er war von Starbucks und war genau so wie sie ihn mochte. Diese Prozedur wiederholte sich jeden Tag, nur die Blume war immer eine andere. Als Lilly ihre Kollegen befragte ob irgentjemand etwas wüsste oder gesehen hatte, verneinte jeder, Vera brummte nur etwas von einem heimlichen Verehrer, sagte sonst aber nichts. Jede dieser Blumen behielt die blonde Detective und schon bald hatte sie Zuhause einen bunten Strauß von unterschiedlichen Blumen.
An einem grauen und regnerischen Tag, leuchtete das Rot der Rose wie ein Leuchtsignal. Lilly stand neben ihrem Schreibtisch und starrte das fremde Objekt mit leichtem Entsetzen an. Sie wusste was man mit Rosen zum Ausdruck bringen wollte. Ich liebe dich. Irritiert nahm sie die Blume in die Hand, mit klopfendem Herzen erinnerte sie sich an Veras Worte: „Tja, sieht so aus als hätten sie einen heimlichen Verehrer.“ Den ganzen Tag über hielt Lilly ausschau nach jemandem der sich verdächtig verhielt, doch sie entdeckte niemanden. Wieder in ihrer Wohnung schaltete sie hastig ihren Laptop an, jede dieser Blumen schien eine Botschaft zu enthalten. Nach einiger Zeit hatte sie eine Liste zusammen.






Gerbera = Durch dich wird alles schöner
weiße Tulpe = Ewige Treue                      
Sonnenblume = Ich mag dich                  
orange Tulpe = Faszination                    
Lilie = Echte Liebe                                  
Orchidee = Du bist traumhaft schön        
Fresie = Ich finde dich einfach klasse      
Veilchen = Bitte um Geduld                      
Calla = Du bist wunderschön          
    Kamille = Hoffnung                                
Anthurie = Exotik und Stärke          
Margarite = Natürlichkeit und unverfälschtes Glück
Flieder = Symbol für eine beginnende Liebe





Keuchend ließ sich Lilly im Sessel zurück sinken. Sie hatte einen Verehrer. Kurz hoffte sie, dass es Scotty war, aber wirklich daran glauben konnte sie nicht, er hatte etwas mit Christina. Die halbe Nacht zerbrach sich Lilly den Kopf darüber welcher Idiot so etwas tat.
Der nächste Morgen war furchtbar, es regnete wie aus Eimern, etwas durchnässt kam Lilly an ihrem Arbeitsplatz an, sie blieb stehen, starrte auf ihren Schreibtisch. Er sah aus wie immer. Kein Kaffee, keine Blume, nichts. Verwirrt setzte sie sich hin, versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Der Fall stand kurz vor seinem Abschluss, sie konnte es sich nicht leisten jetzt nicht ganz bei der Sache zu sein. Stillman schickte sie und ausgerechnet Scotty los um sich nochmal mit jemandem zu unterhalten. Scotty hatte nach ihrem Ausbruch nur noch das Nötigste mit ihr gesprochen und auch jetzt schwieg er.
Von dem Befragten bekamen sie eine wichtige Info, die Lilly sofort weiter gab, als sie die Haustür öffnete, kam ihr Regen entgegen, der Himmel hatte zusätzliche Schleusen geöffnet und das Resultat durchnässte sie jetzt, Schnell drückte sie mit Scottys Hilfe die Tür wieder zu. Der Wind pfiff um das Haus. Jetzt standen sie beide im dunklen, kalten Flur. Lilly zitterte, es war kalt. Scotty zog seine Jacke aus, legte sie ihr um die Schultern. „Komm her.“ Sagte er leise und zog sie zu sich, sie konnte die Wärme von Scottys Körper spüren. „Du wirst ganz nass.“ Murmelte sie leise, sein Geruch umfing Lilly, Aftershave und eine Spur von Kaffee. „Macht nichts.“ Meinte er leise. Eine Weile standen sie so da, Lilly genoss es von Scotty umarmt zu werden, während er telefoniert hatte um bescheid zu geben, dass sie hier warten würden, lehnte sie ihren Kopf gegen seinen Arm. „Willst du dich hinsetzten?“ Fragte er schließlich. Lilly nickte. Gemeinsam saßen sie nun auf der Holztreppe, Scotty hatte seine Arme um sie gelegt, Lilly vergrub ihr Gesicht an seiner Schulter. Es war kalt und dunkel, aber das machte nichts, Scotty war hier, bei ihr und sie hoffte der Regen würde ewig dauern.
„Du hast einen heimlichen Verehrer.“ Sagte der Schwarzhaarige schließlich. Die blonde Detectiv hätte ihm am liebsten eine reingehauen, musste er die Stimmung jetzt kaputt machen? „Ich will nicht darüber reden.“ Brummte sie. „Dieser jemand hat sich ziemliche Mühe gegeben.“ Fuhr Scotty unbeirrt fort. „Das ist schön für ihn.“ „Du musst nicht gleich so pampig sein, da mag dich jemand wirklich.“ „Dann kann dieser jemand es mir auch sagen.“ „Und wenn er will dass du es selbst herraus findest?“ „Dann sollte er mehr Hinweise hinterlassen!“ „Es waren genug.“ Stirnrunzelnd hob Lilly den Kopf. „Du warst es.“ Stellte sie fest. „Warum?“ „So konnte ich dir alles sagen, was ich dir schon immer sagen wollte.“ Scotty sah ihr in die Augen, er war ihr so nah, sein warmer Atem strich über ihren Hals. „Warum hast du nicht?“ „Sich zu öffnen fällt mir manchmal schwer. Außerdem wollte ich mich erst langsam herantasten.“ „Woran?“ „Bei dir kann man nie genau sagen ob du gerade einen Freund hast oder nicht.“ „Hab ich nicht.“ Sagte Lilly, vielleicht etwas zu schnell. Scotty lächelte. „Ich habe dir einen Straus verschiedenster Blumen geschenkt, aber eine fehlt noch.“ Sagte er leise, seine Lippen waren ihren so nahe. „Welche?“ Lillys Frage war nur ein Hauch. „Vergissmeinnicht.“ „Und was bedeuten die?“ „Wir gehören für immer zusammen.“ Scottys Antwort war nur ein Murmeln, er legte seine rechte Hand an ihre Wange, zog sie leicht zu sich, küsste sie. Lilly erwiederte den Kuss, vergessen war die Kälte und die Dunkelheit, nur sie und Scotty zählten in diesem Moment.
Als sie sich wieder voneinander lösten lächelten beide. Scotty legte seine Stirn in ihre. „Ich dachte du hättest etwas mit Christina.“ „Nein.“ „Aber sie wohnt bei dir.“ „Sie ist deine Schwester, du bist mir wichtig und ich wollte dir helfen.“
Lilly lachte, glücklich, losgelöst und dann küsste sie Scotty und der Wind pfiff weiter ums Haus.