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Frozen Silence

von Bonnii
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy / P12 / MaleSlash
Paul Shelby
10.05.2015
17.10.2015
9
7.791
1
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15.06.2015 1.115
 
Shelby

Kalt tropfte das Wasser aus dem Hahn hinab auf mein Gesicht, floss über meinen Rücken und plätscherte auf den Boden. Doch es half nicht. Langsam bekam ich das Gefühl, dass nie wieder irgendetwas kalt genug wäre. Ich fühlte mich immernoch dreckig, obwohl ich mich jetzt schon gefühlte tausend mal gewaschen hatte. Seufzend stieg ich aus der Dusche und nahm mir ein Handtuch. Auf dem Boden lagen keine Scherben mehr. Wer auch immer sie aufgefegt hatte, musste sehr gründlich gewesen sein. Auch das Blut war verschwunden. Meine Hand würde ich jedoch nicht so bald benutzen können. Ich stand wieder vor der Wand, dort wo einmal der Spiegel gehangen hatte, rein aus Routine. Meine Haare kämmte ich provisorisch mit den Fingern durch, eine eigene Bürste hatte ich nicht. Aber das hier war, im Vergleich zu den Schmerzen der letzten Tage, nichts weiter als ein Witz. Meine Sachen waren jedoch nicht mehr zu retten. Das Shirt war verdreckt, zerrissen und voller undefinierbarer Flecken. Die Hose konnte man gar nicht mehr als solche erkennen. Ich hatte sie sofort weggeschmissen. Das müsste ich so gut wie jeden Sommer durchmachen. Immer ging irgendwas kaputt. Das einzig schlimme daran war nur, dass ich jetzt keine anderen Sachen mehr besaß. Stattdessen nahm ich mir etwas aus einem der anderen Zimmer. Der Pullover war zwar etwas groß, doch das würde schon gehen.

Das Haus war hell erleuchtet durch die vielen Lichter, die alle gleichzeitig zu leuchten schienen. Ich hörte Stimmen aus dem Wohnzimmer, keine Ahnung von wem. Wahrscheinlich Paul und irgendeiner seiner Freunde. Egal, etwas anderes war jetzt viel wichtiger. Wie auf Stichwort meldete sich mein Magen wieder. Es roch nach gebratenem Speck, Ei und frischem Brot. Ich musste mich stark zusammen reißen, um nicht gleich los zu sabbern.
"Nein, so ist das nicht. Vielleicht-"
"-kann ich nicht-"
 "-Und dann-"
Das war Paul's Stimme, aber um mehr zu verstehen, war ich einfach noch zu weit entfernt. In der Küche klaute ich mir einen Streifen Speck vom Teller und schlich dann leise weiter zur Tür.
"...Das war jedenfalls seine Meinung... aber Ich weiß noch nicht was ich davon halten soll. -"
Es gab nur Zustimmendes gegrummel von der anderen Person. Angespannt Lauschte ich, um nichts zu verpassen. Mit wem sprach Paul da wohl...
"Du bist ja so still heute. Gibt's irgendwas neues?"
Schweigen. Nachdenklich kaute ich auf dem Speck herum, so etwas leckeres hatte ich schon lange nicht mehr gegessen...
"Ich hab sie heute gesehen...In der Buchhandlung... "
Vor Schreck fiel mir beinahe der Speck aus dem Mund. Ungläubig starrte ich an die Tür.
"Sie? Wen hast du denn in der Buchhandlung kennengelernt?"
Sein Sarkastisches Lachen ließ mich  zusammen zucken. "Sam?"... Es war mehr eine Hoffnung, als eine Frage. Ich hoffte, sie hatten mich nicht gehört.
"Sie war mit ein paar Freundinnen da, aber sie selbst hat mich nicht gesehen. Ich habe gebetet, sie würde sich umdrehen, aber sie hat es nicht getan. Und dann ist sie auch schon wieder weg gewesen... "
Es war tatsächlich Sam. Mein Herz setzte einen Satz aus und für einen Moment stand die Welt still. Ich dachte er wäre beim Rudel, ich dachte er wäre ein Wolf. Aber er war hier, hier bei mir. Dieser Sommer würde vielleicht doch nicht wo schlecht werden.
"Huh.. dass du auch immer nur einer hinterher rennen musst. Du solltest dich mal anderweitig umschauen, Sam, schließlich hast du nicht mehr allzu viele Sommer."
"Du verstehst nicht. Grace ist nicht nur irgendein Mädchen, sie ist DAS Mädchen. Und irgendwann schaffe ich es, sie anzusprechen... "
...Grace?
"Na klar, so wie sonst auch immer."
Von wem...
"Das ist mein Ernst!"
...redeten die da nur?... Es gab nur ein Mädchen, das in Frage kam, aber... Nein. Das durfte einfach nicht sein! Geräuschvoll stellte ich den Teller wieder an seinen Platz und ging dann, bewusst laut, auf die Tür zu. Sie quietschte, als ich sie öffnete. Erschrocken sah Sam mich von seinem Platz auf dem Sessel aus an. Paul stand unbeeindruckt an der Wand und hielt die Arme vor der Brust verschrenkt. Mit einem lauten krachen fiel die Tür hinter mir zu. "Na, fertig geduscht?" Das Lachen war aus Paul's Zügen gänzlich verschwunden. Kalt starrte er mich an. Was hatte ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht? "Was macht sie denn hier?"  fragte Sam leise an Paul gerichtet. "Ich habe sie im Wald aufgelesen. Keine Ahnung warum sie dort war, aber jetzt ist sie jedenfalls hier." genervt blickte ich von einem zum anderen. "Wer ist diese Grace?" verwirrt sah Sam mich an "Was-" "Ich hab euch gehört. Ich will wissen wer sie ist." wütend sprang Paul auf mich zu "Wie lange standest du schon da draußen?!" Jetzt war ich diejenige, die verwirrt dreinschaute "Nicht sehr lange..." "WIE LANGE?" Ängstlich versuchte ich vor ihm nach hinten auszuweichen, aber ich stieß direkt an die Wand. "Ich habe nur gehört, wie ihr über die Buchhandlung geredet habt. Ich schwöre!" "Du solltest jetzt gehen." Er ließ von mir ab und öffnete die Tür. Ohne etwas zu erwiedern und immernoch verwirrt ging ich zurück in die Küche. Paul schloss die Tür hinter mir, ich lauschte nochmals, aber nun war nichts mehr von den beiden zu hören. Das Fenster weit geöffnet, setzte ich mich schmollend aufs Fensterbrett und zog die Beine dicht an mich heran. Ich hatte also doch recht gehabt. Warmer Sommerwind strich mir durch die Haare, ich lehnte den Kopf zurück. Diese Grace... Sie war dieser Mensch von damals. Dieses Mädchen, auf das Sam wartete... Er hatte sie also gefunden...


Paul

Ich sah Sam fest in die Augen. Er wusste, was ich dachte. "Denkst du sie hat die Wahrheit gesagt?" Nachdenklich sah er nach draußen. Die Blätter wanden sich im Wind, der Wald schien ruhig. "Warum hätte sie lügen sollen." entgegnete ich ruhig. Ich setzte mich auf die Sofalehne und lehnte mich zurück. Doch innerlich war ich keinesfalls ruhig. Vielleicht hatte Beck doch recht gehabt. Wir mussten etwas gegen sie unternehmen...

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Soo..., so langsam bekommt die Geschichte doch eine Richtung. Im Buch wären wir jetzt übrigens im 4. Kapi. Wir nähern uns also langsam dem Winter. Wenn ihr noch irgendwelche Vorschläge oder Ideen für Erlebnisse, die ich noch in den Sommer bzw. den Herbst mit einbauen könnte, dann schreibt das doch bitte in die Review. Ich bin immer offen für Ideen und werde versuchen alles bestmöglich umzusetzen. :D Man liest sich dann im nächsten Kapi!!
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