Ich hasse dich nicht.

KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
 Koujaku  Trip  Virus Aoba Seragaki
10.05.2015
10.05.2015
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Ich hasse dich nicht.



     „Wo ist Aoba?“, die traditionelle japanische Kleidung flatterte durch seine hastigen Bewegungen. Er war sehr aufgebracht. Aobas selbsternannter Bodyguard war sehr unruhig.     
     Aufbrausend baute er sich vor ihm auf. „Ihr verdammten Yakuza! Was habt ihr mit ihm gemacht?“, seine Worte richteten sich an den Anzugträger, der vor ihm am Boden saß und ihn wortlos mit einem aufgesetzten Lächeln ansah. Er war gefesselt und konnte sich kaum bewegen.     
     „Aoba-san geht es bei uns am besten“, versicherte er nur. Er erntete nur einen kräftigen Schlag mit der Faust auf seine Wange, sodass er sich nur mit Mühe wieder aufraffen konnte. Er öffnete seinen Mund, jedoch nicht um zu sprechen. Spöttisch spuckte er seinem Gegenüber Blut vor die Füße, während er seine Brille richtete. Er mochte körperlich unterlegen sein, doch geistig konnte er ihm die Stirn bieten. Er war resistent. Resistent gegen Gewalt und sonstige Folter.       

~~~


     Mit Socken schlurfte er über den schwarz-weiß gekachelten Boden. Lediglich das Geräusch von rasselnden Ketten fand den Weg zu seinen Ohren. Als er die Tür öffnete, sah er einen nackten Körper am Boden liegen. Sein blaues Haar waren an den spitzen feucht und auch der Boden war mit einer gelblichen Flüssigkeit übersät.     
     „Yaho, Aoba“, grüßte er mit gleichgültiger Miene und hob die Hand. Der junge Mann am Boden reagierte und sein Kopf schoss aufmerksam in die Höhe. Doch waren seine Augen mit einem schwarzen Tuch verbunden. Vorsichtig kroch Aoba über den Boden und ertastete mit seinen Händen die Füße des Besuchers. Mit zitternden Fingern umspielte der abgemagerte seine Beine.     
     „Hast du mich vermisst, Aoba? Wollen wir spielen?“, er ging in die Knie und streichelte mit seinen Händen über Aobas weißen Rücken. „Ich war für einige Wochen auf einer Geschäftsreise“, erklärte er. „Wo ist denn Virus?“     
     Als Aoba den Namen hörte, zitterte am ganzen Leib. Beruhigend wurde er von dem kräftigen Mann über den Kopf gestreichelt.     
     Gleichzeitig holte er mit seiner anderen Hand, sein Coil hervor und wartete auf eine Antwort.      

     Kein Anschluss unter dieser Nummer.     

     „Tch.“, war das einzige, was er in dieser Situation formulierte. „Hat er dich einfach allein gelassen?“     
     Zustimmend rubbelte Aoba seinen Kopf an seinem Bein. Noch immer war sein Blick auf sein Coil fixiert. Er versuchte noch einmal ihn zu erreichen.      
     Aoba atmete immer lauter. Willenlos wurde sein Atem immer schneller. Erregt rieb er seine Erektion am Bein seines Herrchens. Als ein weiteres Mal nur die freundliche Stimme der jungen Dame am Telefon erklang, verschwand sein Coil wieder in seiner Tasche, sodass er sich ganz Aoba widmen konnte.     
     Die Spitze von Aobas Penis wurde von dem blonden Mann mit seinem Zeigefinger geneckt. Nach nur wenigen Sekunden lief eine Flüssigkeit erfüllt von Lust erotisch an seinem Schaft herunter.     
     „Da wurde jemand aber lang nicht mehr verwöhnt“, stellte er fest. Nun umfasste er mit der gesamten Hand das beste Stück Aobas, sodass dieser lustvoll aufstöhnte. Die Hand rieb immer schneller und Aobas Hüfte bewegte sich im passenden Takt. Nun öffnete auch der Überlegene seinen Gürtel.     

     Dann stockte er. Ein Seufzen glitt über seine Lippen.     

~~~


     „Wo zur Hölle habt ihr Aoba hingebracht?“, seine Geduld war so langsam an einem kritischen Punkt angekommen. Ein weiteres Mal schlug er ohne Rücksicht auf Verluste zu.     
     „Das werde ich dir sicherlich nicht verraten“     
     „Deine bessere Hälfte scheint scheint dich auch nicht zu suchen. Das nenne ich Freundschaft. Wie war sein Name? Trip?“     
     „Wir sind keine Freunde und er wird auch nicht kommen um mich zu abzuholen“, versicherte der Brillenträger und verzog keine Miene. Sein Gegenüber biss sich auf seine Lippe.     
     „Ihr hängt den lieben langen Tag aufeinander und seid keine Freunde?“     
     „Richtig“, gab er stumpf als Antwort. Auf Smalltalk hatte er nun weniger Lust. Zumal seine Handgelenke schmerzten, doch er würde sich keine Blöße geben. Nicht vor Aobas persönlichem Wachhund.      
     „Was seid ihr dann? Yakuza-Brüder?“, hinterfragte er dennoch. Er schien nicht zu bemerken, dass er abdriftete und lachte über seine eigene Bemerkung.     
     Er bekam keine Antwort. Was waren sie? Bekannte? Arbeitskollegen? Einfach nur Partner? Ihm fiel kein passender Begriff ein.     
     Der Frisör lachte. „Du weißt es nicht?“     
     „Es ist nicht relevant. Wichtig ist, dass er nicht kommen wird um mich zu holen. Trip und ich existieren nicht, um uns gegenseitig zu Hilfe zu eilen“     
     „Was verbindet euch dann, Virus? Wieso schließen sich zwei so verschiedene Typen wie ihr zusammen?“     
     „Interessen“
     „Die da wären?“     
     Ein Lächeln schlich sich über die Lippen des am Boden kauernden Mannes.     

     „Aoba-san“

     Wut brodelte ihn ihm auf. Virus' rote Wange leuchtete den Peiniger arrogant an, sodass dieser den langen Ärmel seines Kimonos hochschob, um ein weiteres Mal zuschlagen zu können. Er holte aus und der Sündenbock schloss seine Augen. Virus bereitete sich auf einen starken Schlag vor. Was hatte er schon zu verlieren?     
Einige Sekunden wartete er darauf, dass die Faust sein bereits wundes Gesicht berührte, doch der Einschlag kam nicht. Er öffnete die Augen und blickte in hellblaue Iriden.     
     „Trip?“, war alles, was er vor Überraschung hervorbrachte.
     „Virus“, antwortete er nur grüßend. „Koujaku macht nun ein Nickerchen“     
     Im gleichen Moment warf er den leblos erscheinenden Körper des Frisörs unsanft auf den Boden und löste die Fesseln des Perplexen. Virus beobachtete Trips Bewegungen mit großen Augen.     
     „Was machst du hier?“, hinterfragte er nun.     
     „Weiß nicht“, Trip konzentrierte sich auf das Lösen des Knotens und sah Virus nicht an.     
     Als die Fesseln gelöst waren, drehte Virus seine eingerosteten Handgelenke einige Male und richtete Krawatte und Brille zurecht.     
     Trip hingegen wandte sich um und machte sich wortlos auf den Weg aus dem Haus.      


     Zu Fuß wanderten sie durch die Örtlichkeiten, bis Virus das Wort wieder an sich nahm.      
     „Woher wusstest du, wo ich bin?“     
     „Weiß nicht“     
     „Wie hast du mich dann gefunden?“, auch als sie in eine dunkle, aber einsame Gasse gingen, hörte er nicht auf nachzufragen.      
     „Weiß nicht“     
     „Es ist rein rechnerisch unmöglich, mich einfach so zu finden. Du musst doch einen Anhaltspunkt gehabt haben?“, Virus fegte sich mit der Handfläche etwas Staub vom Ärmel.     
     „Ich sagte es schon“, Trip drehte sich zu seinem kleineren Pendant um und schlug in einem unbeobachteten Moment seine Handfläche gegen die Wand. Nun hatte er Virus gegen die Wand gedrängt und er konnte nicht fort.      
       „Ich – weiß – es – nicht.“, er verdeutlichte ein weiteres Mal seinen Standpunkt.     
     „Was ist los? Du bist noch wortkarger als sonst“, stellte Virus fest.     
     Kurz legte Trip eine Denkpause ein, doch dann fuhr er fort.     
     „Hat er dich geschlagen?“, sein Finger fuhr über die wunden Stellen in Virus' Gesicht.      
     „Wo? Hier?“, mit seiner Zunge leckte er bedauernd über die roten Stellen.     
     „Trip...“
     „Hat er dich angefasst? Hier?“, mit einem Mal griff seine Hand in Virus' Schritt, sodass dieser kurz irritiert war, sich aber schnell wieder fasste.      
     „Bist du eifersüchtig?“, konterte er und Trip unterbrach das Liebkosen seiner Wange.     
     „Nein. Du bist nur...“     
     „Was bin ich?“, Virus war neugierig.     
     „Nur...“, er knirschte mit den Zähnen und schlug mit der Faust neben Virus' Kopf gegen die Wand.      

     „Was bist du für mich?“, Trip wusste es nicht.     
     „Ich weiß es nicht“     
     „Wenn du weder Familie, noch ein Freund bist, was bist du dann?“, Trip legte seine Stirn in Falten.     
     „Ich hasse dich nicht“, sagte Virus.     
     „Ich hasse dich auch nicht“, gestand Trip ihm. „Aber wieso bin ich gekommen um dich zurückzuholen?“      
     Virus konnte daraufhin nichts entgegnen. Er wusste es selbst nicht. Doch hatte er darauf gehofft, er würde kommen. Die einzige Person auf der Welt die er nicht hasste. Die einzige Person auf dieser Welt mit der er Interessen teilte.      
     „Es fühlt sich nicht mehr so an, als seien wir nur Partner zum Zweck“, fügte Trip hinzu und wandte den Blick auf den Boden.     
     „Wie dann?“     
     „Wut, Sorge, Lustlosigkeit“, erklärte er. „Und all das nur, wenn du nicht bei mir bist. Es tut weh.“     
     „Hier?“, Virus legte seine Hand auf Trips Brust.     
     
     Trip schwieg. Virus hatte schon wieder Recht. Wieso hatte er immer Recht? Nein. Er hatte immer Recht. Deswegen war er ihm sein Leben lang gefolgt. Er war vertrauenswürdig.     
     Virus kicherte.     
     „Wieso lachst du?“, fragte Trip ihn.     
     „Unser Leben lang waren wir zusammen, sodass wir nicht bemerkt haben, dass wir ohne uns nichts mehr wert sind. Welch eine Ironie“, erklärte Virus und es war plausibel. Wie immer.     
     „Hör auf zu lachen“, verbot Trip nun.     
     „Wieso?“
     „Weil ich davon Karies bekomme“, er beugte sich zu ihm rüber. „Und du weißt, ich mag Süßigkeiten“        
     „Seit wann bist du so ein Sprücheklo-?“          

     Trips Zunge nutzte die Gelegenheit und bahnte ihren Weg in Virus Mund. Fordernd verwickelte er seine Zunge in ein Gefecht. Virus hatte nicht die Chance ihm Paroli zu bieten, da Trip ihm körperlich überlegen war. Trotzdem er den Kleineren in einem festen Griff hielt, hatte dieser nicht den Eindruck, dass es einschüchternd war. Ganz im Gegenteil behandelte Trip ihn sehr sanft und öffnete mit einer Hand die störende Krawatte, während er Virus Zunge beschäftigte.     
     Nach wenigen Sekunden war das karierte Stück Stoff von Virus Hals gelöst, sodass dieser nun laut nach Luft schnappte. Der süße Speichel tropfte bereits aus der Mundöffnung, und lief an Virus' Kinn hinunter. Benommen wurde sein Blick glasiger und seine Brille beschlug aufgrund des heißen Atems.     
     „Trip...“, seufzte er nur, als dieser dem leidenschaftlichen Kuss ein Ende bereitete.      
     Trips Zunge wanderte nun über seinen Hals hinunter zu seinem Schlüsselbein. Gekonnt öffnete er alle Knöpfe des Hemdes in Rekordgeschwindigkeit und begann mit Zeigefinger und Zunge Virus' Brustwarzen zu umspielen. In Sekundenschnelle wurden diese härter und Virus Atem wurde schneller und schleppender. Trips Knie fand seinen Weg zwischen Virus' Beine und er erfühlte die pulsierende Erektion des Älteren. Bei jeder Berührung an seinem besten Stück stöhnte Virus lustvoll auf und hielt sich erschrocken den Mund.     
     „Lass das“, entgegnete Trip dominant, als er das bemerkte. „Ich will dich hören“, im gleichen Moment nahm er Virus' Zeigefinger in seinen Mund und lutschte an ihm, wie an einem süßen Lutscher. Die Hand, welche zuvor Virus' Brustwarze liebkost hatte, öffnete nun seine Hose und schenkte seiner Erektion die langersehnte Freiheit. Mit seinem Finger spürte er die mit Lustflüssigkeit durchnässte Unterhose und neckte die Spitze seines Penisses.      Mit hochrotem Kopf rang Virus nach Luft und begann seinen Unterleib  zuckend zu bewegen. Er wollte berührt werden und das nur von Trip.      
     Mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen ließ Trip von seiner Erektion ab.     
     „Hör nicht auf“, hauchte Virus, woraufhin er peinlich berührt noch roter leuchtete.     
     Dennoch fand Trip es unangebracht sich nur um seine Vorderseite zu kümmern, sodass seine Finger langsam den Weg zu Virus Hinterteil fanden. Sein langer Mittelfinger konnte es kaum erwarten, das warme Innere von Virus zu fühlen. Nachdem Trip noch zwei weitere Finger in sein Hinterteil zwang, stöhnte Virus unkontrolliert laut auf.
     „Du bist feucht“, stellte er trocken fest.     
     „Und du bist hart“, hauchte Virus fast nur und nun fasste auch Virus in Trips Schritt und massierte seine Erektion durch seine Hose, doch lang sollte Trip das nicht erlauben.      
     Mit einem Mal entzog Trip seine Finger und seine großen Hände griffen nach beiden seiner Gesäßbacken. Ruckartig hoben seine muskulösen Arme seinen gesamten Körper an, sodass Virus nichts anderes übrig blieb, als seine Hände um Trips Hals zu schlingen. Trip nutzte die Hauswand als Stütze, indem er Virus Rücken daran platzierte.
     Daraufhin drang seine tropfende Erektion in Virus ein und dieser passte sich automatisch den langsamen Bewegungen des Seme an. Schweißperlen liefen schon nach wenigen Sekunden an Trips Stirn hinunter, doch auch er stöhnte mit jedem Mal das er in Virus stieß, erregt auf.      
     Virus schloss benommen seine Augen und eine Träne voll Schmerz und Erregung stahl sich aus seinem Augenwinkel.
     Virus Penis rieb immer und immer wieder an Trips Bauch, sodass dieser ebenfalls stimuliert wurde.     
     „Trip... Ich komme“, hauchte Virus in einzelnen Wortfetzen.
     „Ich auch“, somit gab er seine Einverständnis und er stieß schneller und schneller. Trotzdem es schwierig für ihn war zu atmen, verwickelte er Virus in einen Kuss, bevor beide ihren Höhepunkt erreichten.     
     Trips Bauchmuskeln waren übersät mit Sperma und Virus wurde von innen mit einer warmen Flüssigkeit beglückt.
     Trip entzog Virus seinen nun schlaffen Penis und ließ Virus vorsichtig wieder Boden unter den Füßen spüren. Mit zitternden Beinen konnte er kaum stehen, sodass Trip ihn an seine Brust zu einer Umarmung zerrte.     
     „Ich hasse dich nicht“, flüsterte Trip in sein Ohr, woraufhin Virus in ein schwaches Lachen ausbrach.
     „Das heißt auch: Ich liebe dich“, erklärte er und Trips Hände zwangen ihn dazu seinen Kopf an seine muskulöse Brust zu schmiegen.

[© Meisterdiebin; 02.01.2015]

Dieser OneShot ist HIER auch auf englisch zu finden.
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