@EffieDevine

von blaugrau
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Harry Styles Liam Payne Louis Tomlinson Niall Horan OC (Own Character) Zayn Malik
09.05.2015
07.04.2020
92
252.364
74
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Dieses Kapitel
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19.06.2018 2.185
 
You said that we would always be
Without you I feel lost at sea
Through the darkness you'd hide with me
Like the wind we'd be wild and free
You said you'd follow me anywhere
But your eyes tell me you won't be there


Without You - Avicii feat. Sandro Cavazza

Ich atmete tief durch, als Zayn dort in der Tür stand. "Störe ich?", fragte er vorsichtig. Er hatte die anderen Leute schon seit langem nicht mehr gesehen. Vermutlich seit er die Band verlassen hatte. "W-W-Was machst du denn hier?", stotterte Louis ganz perplex. Harry starrte Zayn mit offenem Mund an, so als würde er ihn sich nur einbilden. Niall hingegen, der noch immer mir gegenüber stand, sprang auf und umarmte Zayn. "Hi", sagte er und klang dabei aber mindestens so perplex wie Louis. Auch die anderen standen nun auf und umarmten Zayn zur Begrüßung. Er stand schließlich etwas verloren im Bus herum.

"Nicht dass ich mich nicht freuen würde, dich zu sehen, Zayn, aber wie kommt es, dass du nach all der Zeit ausgerechnet jetzt hier stehst?", wollte Paddy wissen. Zayns Blick wanderte zu mir. "Liza hatte mich angerufen und ich dachte, ich sollte vielleicht persönlich mit ihr sprechen", antwortete er dann. Nialls Augenbrauen schossen in die Höhe. Auch wenn er die letzten Minuten über etwas einsichtig gewirkt hatte, so war das jetzt mit Sicherheit vorbei. "DU SPRICHST MIT ZAYN ÜBER DEINE ACH SO GEHEIMEN PROBLEME?!", schrie er mich an und sprang wütend von der Sitzbank auf. Ich seufzte auf, während Zayn eine Entschuldigung nuschelte. Der Arme wusste gar nicht, wo er hier hineingeraten war. Ich hatte aber auch nicht gewusst, dass er uns besuchen wollte.

"Niall", rief ich ihm zu, doch er beachtete mich gar nicht mehr, sondern machte sich auf den Weg zur Tür, die sich hinter Zayn wieder geschlossen hatte. "Niall!", rief ich erneut, doch er wollte wohl nicht stehen bleiben. Da blieb mir wohl nichts Anderes übrig, als es ihm unvorbereitet an den Kopf zu werfen: "Ich werde Aurora verlassen." Niall schien einzufrieren. Er drehte sich langsam zu mir um und starrte mich verwirrt an. "Was?", entkam es ihm dann.

Ich nickte. "Du hast es schon richtig verstanden. Ich musste mich entscheiden, ob ich die Band verlasse und da wollte ich mir von niemandem hineinreden lassen, aber Zayn hat ja auch eine Band verlassen, also dachte ich mir, dass er mir vielleicht helfen könnte", versuchte ich zu erklären, wieso ich Zayn angerufen und eingeweiht hatte. Niall sah von mir zu ihm und dann wieder zurück, ehe er alle anderen Anwesenden anblickte.

"Wer wusste davon?", fragte er dann. Ich entschied mich dazu, seine Frage zu ignorieren. Es würde ihn nur wütend machen, wenn er erfuhr, dass ich auch mit jemand anderem darüber gesprochen hatte. "Hör mal, ich wollte nicht, dass du mir einredest, in der Band zu bleiben, weil du willst, dass ich weiterhin mit dir toure", sagte ich vorsichtig, "Und die Mädels wissen auch nichts davon. Nicht einmal meine Mutter und Josh wissen davon."

So langsam schien Niall zu verstehen, dass ich nicht nur ihn aus diesem "Problem" herausgehalten hatte, sondern so ziemlich jeden. "Ich habe Jake vorhin direkt vor eurem Bus getroffen und er sagte mir, dass das Management den Vertrag fertig hat. Ich muss ihn nur noch unterschreiben, dann bin ich raus", sagte ich schließlich. Niall legte den Kopf schief. "Bist du dir denn sicher, dass du das wirklich machen willst?", wollte er dann wissen, "Und vergiss mal Jessica. Von der solltest  du dich nicht beeinflussen lassen." Ich lächelte ihn ruhig an und nickte dann. "Ja, ich bin mir sicher. Sobald ich den Vertrag in den Händen halte, werde ich mich mit den Mädels zusammen setzen und sie informieren. Und wenn ich das gemacht habe, werde ich den Vertrag unterschreiben", informierte ich Niall. Er stand etwas überfordert vor mir.

"Ich wollte das nicht geheim halten, aber es geht dabei um eine große Entscheidung und ich wollte mir sicher sein, dass ich mich nicht ungewollt von jemandem beeinflussen lasse", sagte ich vorsichtig und hoffte, dass meine andere Hälfte das verstehen würde. "Ich... Ich..." Niall brachte kaum ein Wort heraus. Es machte mich fast verrückt, weil ich gerade nicht einschätzen konnte, wo wir uns mit unserer Beziehung befanden. Ich wollte, dass er mir das verzeihen konnte und dass er mir sagen würde, dass er mich noch immer liebte. Und doch stand er einfach nur da, mittlerweile schweigend, so als hätte er den Versuch zu sprechen aufgegeben. "Verdammt, sag doch was", fluchte ich verzweifelt. Bisher hatte ich es eigentlich geschafft meine Gefühle zu kontrollieren, doch nun war es mir egal. Sollte doch die ganze Welt sehen, wie es mir ging. Das war doch sowieso egal. Hauptsache, ich hatte Niall nicht durch diese Aktion verloren.

Der Ire statt einfach nur da und blickte mich stumm an. Ich konnte an seinem Gesichtsausdruck erkennen, dass er gerade nachdachte. Panik breitete sich in mir aus. Hatte ich ihn jetzt endgültig verloren? In Gedanken schrie ich ihn an und verlangte, dass er mit mir sprach oder wenigstens mit irgendjemandem, Hauptsache er sagt etwas. Doch Fehlanzeige. Kein Wort, kein Laut, keine Reaktion. Er stand einfach nur da und sah mich an. "Findest du nicht, dass mich das vielleicht doch etwas angeht?", sagte er dann und durchbrach die unangenehme Stille. Ich sah ihn fragend an, ein wenig irritiert, um genau zu sein. Es war nicht seine Entscheidung, ob ich als Drummerin oder Tätowiererin arbeitete. Ja, er war mein Freund - zumindest war er das jetzt noch -, aber meine Karriere war meine Karriere, nicht seine. Ich hatte gedacht, dass er das verstehen würde.

"Um ehrlich zu sein: Nein, ich denke nicht, dass dich etwas angeht. Es ändert nichts an unserer Beziehung", erwiderte ich so sachlich und ruhig wie möglich. Meine Stimme zitterte. Nachdem wir so glücklich gewesen waren, wollte ich nicht, dass es endete. Ich wollte gar nicht daran denken. Niall und ich, Niza, wir sollten bestehen bleiben. Ich konnte nicht glauben, dass ich noch vor kurzer Zeit Angst vor einem Antrag gehabt hatte und sorgte ich mich, dass mein Freund vielleicht gar nicht mehr mein Freund sein wollte.

Wir schwiegen alle. Ich glaubte, dass die anderen Anwesenden sich nicht trauten etwas zu sagen, weil sie damit vermutlich nur noch mehr Streit verursachen würden, wenn sie sich auf eine Seite positionieren. Ich konnte hören , wie Niall tief durchatmete und ich bemerkte, wie sich eine kleine Wutader auf seiner Stirn bildete. Sein Kiefer spannte sich an und spätestens jetzt war ich mir sicher, dass er nicht den kleinsten Funken Verständnis für mich und mein handeln aufbringen konnte. Er war definitiv angepisst. "Du hast geplant, die Tour zu verlassen - mich zu verlassen - und willst mir jetzt erzählen, dass das keinen Einfluss auf unsere Beziehung haben wird?", presste er zwischen seinen Lippen hervor.

"Ich habe doch gar nicht vor, dich zu verlassen", protestierte ich lautstark, "Physisch, ja, aber doch nicht beziehungsmäßig!" Niall lachte bitter auf. "Natürlich", merkte er sarkastisch an, "Wer's glaubt, wird selig!" Ich schüttelte meinen Kopf. Er würde mir nicht glauben. Es war egal, was ich jetzt noch sagen würde, er war beleidigt und wütend und daran würde sich jetzt erstmal nichts ändern. "Weißt du eigentlich, wie schwer diese Entscheidung für mich war? Wenn du mich wirklich liebst, solltest du mich unterstützen, damit ich glücklich bin!", erwiderte ich schnippisch. Ich hatte nicht angezweifelt, ob Niall mich liebte. Das hatte er mir so oft gesagt und gezeigt, dass es für mich außer Frage stand.

"Was ist denn so schlimm daran, dass ich möchte, dass du hier mit mir glücklich bist?", wollte Niall nun wissen. Er klang verzweifelt, was mir Hoffnung gab. Das bedeutete, dass ihm etwas an mir oder besser gesagt an uns lag. „Niall, ich bin hier nicht glücklich. Ich kann nicht arbeiten, weil ich einen schlechten Ruf habe. Wenn ich arbeiten könnte, würde ich wieder Stress mit Jessica bekommen und wäre auch sonst nicht so glücklich. Das ist einfach nicht mein Traumjob. Ja, es macht Spaß für eine Weile, aber ich muss meine Kreativität ausleben können. Ich muss tätowieren. Das ist mein Ding, dafür lebe ich", versuchte ich es ihm zu erklären. Ich war mir nicht sicher, ob er das verstand.

Hilfesuchend blickte ich zu Zayn. Er hatte das doch alles durchgemacht. Er wusste, wie es mir ging. Zum Glück bemerkter er meinen Blick und sprang darauf an: „Sie kann hier aber nicht glücklich sein. Zumindest nicht so sehr, wie wenn sie das macht, was sie eigentlich machen will. Und wenn sie dafür einen größeren Abstand zwischen euch hinnimmt, muss es ihr schon sehr viel bedeuten, findest du nicht?" Niall zog eine Augenbraue in die Höhe. Um ehrlich zu sein, machte er nicht den Eindruck auf mich, als würde er jetzt eher verstehen und nachvollziehen können, wieso ich diese Entscheidung getroffen hatte. Viel mehr sah er noch wesentlich angepinkelter aus als zuvor. „Du wärst also woanders glücklicher als bei mir", fasste er schnippisch zusammen. Jetzt reichte es mir.

„Sag mal, willst du es eigentlich nicht verstehen?", schrie ich ihn fast schon an, „Ich liebe dich, verdammt. Ich habe nicht vor, dich zu verlassen und unsere Beziehung zu beenden. Du hingegen scheinst ja nur nach einem Grund zu suchen, wieso du mit mir Schluss machen könntest!" Verärgert warf ich ihm das vor, was mir vorhin schon kurz durch den Kopf geschossen war. „Ich gehe nach London und kann dich ja vielleicht hin und wieder während der Tour besuchen. Und sobald die dann vorbei ist, sind wir ja sowieso wieder vereint", versuchte ich ihm meinen Plan zu erklären. Niall wirkte jetzt aber auf den ersten Blick eher weniger begeistert.

Der blonde Sänger stand ein wenig unentschlossen vor mir. „Niall", seufzte ich auf. Er schwieg noch immer, aber ich konnte ihm ansehen, dass er gerade in seinem Inneren gegen sich selbst kämpfte. Es müsste schwer für ihn sein und in Hinblick auf unsere Vergangenheit konnte ich das auch ein Stück weit nachvollziehen, aber er musste doch auch einsehen, dass es keinen Sinn machte unsere Probleme aus einer längst vergangenen Zeit in die Gegenwart zu holen. „Woher weiß ich, dass du dann glücklich bist? Was, wenn dir London nicht mehr reicht? Wenn du in die Staaten willst oder nach Australien oder nach.... nach... Ist ja auch egal wohin. Was, wenn du feststellst, dass ich dir nicht reiche?" Die letzte Frage war nur noch ein kaum hörbares Wispern. Seine Augen wurden von einer feinen wässrigen Schicht bedeckt, die im Licht der Deckenlampen des Busses verdächtig glitzerte.

Diese Frage tat mir weh. Nicht nur, weil es so klang, als würde ich nie mit etwas zufrieden sein. Nein, diese Frage tat mir weh, weil sie so verdammt ernst klang. Niall meinte es todernst. Er vertraute mir nicht mehr. Ich gab ihm das Gefühl, dass er das nicht mehr konnte. Ohne dass ich es wirklich bemerkt hatte, hatten sich vereinzelt Tränen meine Wange herunter geschlichen. „Liza, wein jetzt nicht. Ich kann das nicht mitansehen. Ich möchte dich nicht verletzen, aber ich möchte auch selbst nicht mehr verletzt werden. Ich... Ich denke... Vielleicht wäre es wirklich besser für uns, wenn... Du weißt schon." Niall sah mich vorsichtig an, während er selbst mit den Tränen kämpfte.

Ich wusste natürlich ganz genau, was Niall sagen wollte. „Nein! Nein, Niall, nein!", schluchzte ich und schüttelte meinen Kopf. Ich wollte das nicht wahrhaben. „Wir... Wir sollten getrennte Wege gehen. Ich meine... Wir können ja noch befreundet sein", sagte er vorsichtig, „Aber eben nicht mehr als Freundschaft." Mittlerweile war es mir vollkommen egal, was er und die anderen Anwesenden über mich dachten. Ich heulte einfach. Das konnte doch nicht wahr sein. Er konnte doch nicht einfach mit mir Schluss machen. Ich liebte ihn doch! Und an seinem Blick konnte ich sehen, dass er auch mich liebte. Das musste doch reichen! Wir würden das schon irgendwie schaffen! „Niall", schluchzte ich, doch er wandte sich von mir ab und ging in den Schlafbereich des Busses. Ich blieb als Häufchen Elend zurück. Als ich realisiert hatte, was gerade geschehen war, und den ersten Schock verdaut hatte, wurde mir schlecht. Ich fühlte mich, als würde ich dringend frische Luft benötigen, weil ich sonst ersticken würde. Ohne ein weiteres Wort zu den anderen zu sagen, stürmte ich beinahe erblindet durch meine Tränen aus dem Bus. Das konnte doch noch nicht das Ende sein. Er konnte mich doch nicht schon wieder gehen lassen! Wir mussten doch um unsere Beziehung kämpfen! Planlos irrte ich umher, ehe ich den Bus von Aurora fand. Als ich es trat, starrten mich alle mit großen Augen und besorgt an. „Wir müssen reden", sagte ich mit dem letzten bisschen, das von meiner Stimme übrig geblieben war.
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