Feel Like Home

von meteora99
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Mike Shinoda OC (Own Character)
09.05.2015
09.05.2018
53
125.214
9
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09.05.2015 745
 
*Überarbeitete Version*

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Prolog

Wie jeden Tag aufs neue fragte ich mich, weswegen ich nicht einmal ausschlafen konnte. Mein Wecker klingelte schrill neben meinem Kopf, auch ein Kissen über dem Kopf half da leider nicht. Seufzend tastete ich nach dem Taster, um das Foltergerät auszuschalten. Ich wollte nicht aufstehen!

Nur um das klar zu stellen: ich liebte es, zu schlafen. Es gab nichts besseres! Wer hatte nur diesen doofen Wecker erfunden?

Langsam quälte ich mich aus diesem Hotelbett; meine Augen waren noch halb geschlossen und auch sonst fühlte ich mich wie ein Zombie. Wie jeden Morgen. Auch diese Nacht hatten mich wieder Albträume geplagt - immer und immer wieder derselbe Ablauf, dieselben Personen, derselbe Punkt, an dem ich schweißgebadet erwachte. Ich war es leid. Warum konnte ich nicht einfach vergessen? Warum hatte sich alles so in mein Gedächtnis gebrannt?

Ich schüttelte den Gedanken schnell ab - so als hätte ich mich verbrannt. Das waren keine schönen Erinnerungen. Ganz im Gegenteil. Sowas wünscht man nicht mal seinem ärgsten Feind. Ein kalter Schauer fuhr mir über den Rücken und ich suchte mir schnell Ablenkung. Ohne groß darüber nachzudenken griff ich nach dem Koffer unter meinem Nachtquartier und begann einfach alles, was herumlag und zu meinem Eigentum zählte in das Gepäckstück zu quetschen. Ich brauchte nur leider nicht so lange, wie ich gedacht hatte. Und die Erinnerungen drohten mich wieder einzuholen. Schnell sprang ich noch unter die Dusche - ich hatte immerhin eine fast vierzehn-stündige Reise vor mir.

Ich war hin- und hergerissen. Schon jetzt vermisste ich meine Freundinnen: gestern hatte ich mich auf unbestimmte Zeit von ihnen verabschiedet und ihnen versprochen, mich so bald wie möglich bei den beiden zu melden. Bei dem Gedanken, in den nächsten vierundzwanzig Stunden mein komplettes Leben umzukrempeln, wurde mir irgendwie schlecht. Doch gleichzeitig freute ich mich total auf den Neuanfang in Los Angeles. Was mich erwarten würde? Ganz ehrlich: ich hatte absolut keinen Schimmer. Ich hatte mir wirklich noch nicht viele Gedanken darüber gemacht, was ich wohl in den Staaten erleben würde oder wie es dort überhaupt sein wird. Das einzige, was ich wirklich wusste, war, dass ich schon in weniger als zwanzig Stunden in Agoura Hills ein komplett neues Leben beginnen würde: fernab von allen negativen aber auch positiven Einflüssen, die ich hier in Dresden erlebt hatte. Aber eines fiel mir extrem schwer: ich konnte mich absolut nicht mit dem Gedanken anfreunden, meine Freunde zurück zu lassen und sie vielleicht nie wieder zu sehen.

Gedankenverloren sah ich in den Spiegel und seufzte. Warum sah ich nur immer so abgehetzt und kaputt aus? Wo war der Glanz in meinen einst so vor Lebensfreude strahlenden grauen Augen geblieben? Wo ist die hübsche rötliche Farbe meiner Wangen hin? Wieso war da nur diese Falte zwischen meinen Augenbrauen? Warum verschwanden die tiefen Augenringe nie? Traurig sah ich nach unten, ließ meine blonden Haare vor mein Gesicht fallen - ich ertrug den Anblick meiner Selbst nicht mehr. Selbst die Männer aus meiner Volleyballmannschaft hatten die Veränderungen der letzten Jahre bemerkt. Es tat mir leid, dass sie mit ansehen mussten, wie ich immer weiter kaputt gegangen war. Ich war nicht mehr ich. Meine Wangenknochen waren so deutlich zu sehen wie schon lange nicht mehr. Ich hatte versucht, wieder ordentlich zu essen, aber in den letzten Tagen hatte ich es einfach vergessen. Zu beschäftigt war ich mit meinen Gedanken und Gefühlen. Ich sah mir selbst in die Augen. Doch nirgends entdeckte ich die Lebensfrohe, glückliche Melanie. Nein - da war nur diese Leere.

Angewidert wandt ich mich vom Spiegel ab und packte meine letzten Habseligkeiten ein. Schon bald würde mein Flug nach L.A. gehen. Langsam sollte ich mich beeilen.

Irgendwie bereute ich meine Entscheidung, noch länger hier in Deutschland zu bleiben. Mein Vater, seine Freundin und ihr Sohn waren schon seit gut einer Woche in den Staaten, während ich es einfach nicht übers Herz gebracht hatte, mich von Emmi und Lily zu verabschieden. Doch nun musste es sein. Schon in nur einigen Tagen würde ich in Agoura Hills auf die Highschool gehen. Ich hatte schon jetzt Panik, wenn ich daran dachte, wie groß die Agoura High war und wie viele Schüler dort sein würden.

Kopfschüttelnd sah ich mich in dem kleinen Hotelzimmer um, um sicher zu gehen, dass ich nichts vergaß. Wie sollte ich nur Anschluss finden? An einer Schule mit tausenden Schülern, an der ich keinen einzigen Menschen kannte?

Resignierend schloss ich die Zimmertür und machte mich auf den Weg zur Rezeption um auszuchecken.

Wird schon schief gehen.
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