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☆Lullaby - Teil 2☆

Kurzbeschreibung
GeschichteSci-Fi, Übernatürlich / P16 / MaleSlash
Dr. Helen Magnus Nikola Tesla
09.05.2015
01.07.2017
18
54.648
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-Rückblick- Teil 4

Vor Kälte und Nässe zitternd, sowie von den Geschehnissen des Abends noch immer gebeutelt, saß Ashton da.
Geistesabwesend und wortlos starrte sie, wie der junge Serbe auch, welcher direkt neben ihr im Salon auf einem der bequemen Sessel Platz genommen hatte, ins Kaminfeuer.
Die Wärmequelle war noch nicht lange entzündet worden.
Deswegen beobachteten beide -mehr oder weniger wie in Trance-, wie sich die orangeroten Flammen an den einzelnen Holzscheiten entlang fraßen und sich allmählich immer weiter ausbreiteten.
Außer dem Knacken der verbrennenden Scheite und dem hinter den Fensterscheiben heulenden Wind, war kein Geräusch zu hören.
Im Haus herrschte ein früh nächtliches, friedvolles, aber auch zu den Erlebnissen der Abendstunden passendes, betretenes Schweigen.

“Also…”, fing Iris fast flüsternd und nach einer schieren Ewigkeit vorsichtig an.
Nikola seufzte, wandte sein Augenmerk schließlich von dem Kamin ab und drehte sich widerwillig zu seiner Bekannten um.
Sein ganzer Körper war angespannt und auf Flucht programmiert.
Es wäre ein Leichtes für ihn gewesen, zur Tür hinaus zu gehen.
Aufgrund seiner neuen, abnormen Geschwindigkeit, hätte es nicht mal zwei Sekunden gedauert.
Doch er wusste, dass sie ihn ohne eine zufriedenstellende Antwort nicht gehen lassen bzw. ihn bis dato immer wieder aufsuchen würde.
Und letzteres wollte er in seinem momentan Zustand partout vermeiden.
Wer wusste denn schon, ob sie ihn nicht genau dann aufsuchen würde, wenn er wieder seinen unstillbaren, starken Blutdurst verspürte?
Der momentan gesättigte Sanguine Vampir schluckte schwer, da ihm der bloße Gedanke daran, Iris zu töten, Angst machte.
Es war jedoch leider Fakt, dass er sich erst noch an das Ganze gewöhnen musste und sich bis dato fernab von jeglicher Kontrolle  befand.
Sie alle mussten nun mit ihren neuen Fähigkeiten und Gaben, sowie den damit einhergehenden, körperlichen Veränderungen zurecht kommen.

“Zunächst einmal vielen Dank, dass du mich vor diesen Widerlingen gerettet und meine Brille doch noch gefunden hast.”
Rubinrote Augen schweiften kurz zu dem Kaminsims ab, auf dem der speziell angefertigte, zur Tarnung und um ein möglichst normales Leben zu führen benötigte Sehkraftverstärker lag.
Wenn auch mit ein paar kleineren Kratzern versehen.
“Ich weiß nicht wie und es ist mir auch egal… Und danke, dass du meine Kopfverletzung verarztet hast.”
Tapfer kämpfte sie sich durch ihre bereits so sorgfältig zurecht gelegten Sätze.
Die Studentin verspürte ein nicht mehr ganz so schmerzhaftes Pochen, welches von der verbundenen Schnittwunde am Kopf ausging.
Ignorierte es aber weitestgehend.
“Nikola…”, selbst, als sie seinen Namen  aussprach, reagierte der Dunkelhaarige nicht.
Er hatte noch immer seinen Blick gesenkt, unfähig, ihr ins Gesicht zu sehen.
Zu stark war er bereits in seine eigenen Gedanken und Probleme versunken.

“Du kannst mich ruhig anschauen. Ich habe keine Angst mehr vor dir, ich will nur … … … mit dir reden, okay? Wie in alten Zeiten.”
Eine samtweiche Hand legte sich auf die seine und holte ihn somit zurück in die Gegenwart.
Ozeanblaue Augen hefteten sich auf den kleinen Stein, welcher in ihrem rechten Handrücken eingebettet war und trafen dann auf blutrote Seelenfenster, die ihn besorgt  und freundlich zugleich musterten.
Die Farbe ihrer Augen und die bereits demonstrierten, außergewöhnlichen Kräfte, - von denen er leider nur sehr wenig gesehen hatte-, faszinierten den Wissenschaftler insgeheim sehr.
“Gern geschehen. Tut mir leid, meine Liebe… ”, sprach er in einem leisen, ehrlichen, ungewohnt verletzlich klingenden Tonfall.
Er nahm ihre Hand in die seine und versuchte ihr ein halbwegs überzeugendes Lächeln zu schenken, während er sanft darüber strich.
Diese kleine, so wohltuende Berührung löste ein angenehmes Gefühl von Schutz und Geborgenheit in ihr aus.
Und noch so viel mehr…
Trotz der Nässe und unzähligen, anderen Gerüchen, die ein altes Gebäude nun mal so mit sich brachte, gelang es der Dame einen ganz speziellen exotischen Duft zu filtern.
Eine überaus angenehme, süßliche Zimtnote.
Und der Hauch einer frischen Meeresbrise...
Oder in zwei Worten: Nikola Tesla.
Der Mann für den sie sich seit ihrer ersten Begegnung interessierte und von dem sie sich seit jeher angezogen fühlte.
Wie eine Motte vom Licht.

“Lass uns ein quid pro quo daraus machen, okay? Ich glaube, das dürfte uns so leichter fallen...”, schlug der junge Gentleman vor und starrte gebannt seine Kommilitonin an.
Ashton nickte.
“Einverstanden. Und wir schwören einander, dass wir niemandem hiervon erzählen werden. Kein Wort, was nun zwischen uns gewechselt wird, darf je diesen Raum verlassen!”
Sie warf ihm einen ernsten, schicksalhaften Blick zu.
“Na gut. Fangen wir an! Ladys first!”
Gespannt lehnte sich der Adamssohn in seinem Stuhl vor und zwinkerte ihr, nun wieder gewohnt selbstsicher und frech zu.

Die Evastochter musste nicht einmal überlegen.
Sofort schoss ihr die wichtigste Frage überhaupt durch den Kopf.
Jene, die sie nun von sich gab, beschäftigte sie bereits seit Langem.
Unzählige Male war sie deswegen nachts wach gelegen oder hatte sich während ihrer anderen Kurse die sie belegt hatte und an denen keiner ihrer Freunde teilnahm das Hirn zermartert.
“Was ist vor sechs Monaten mit Nigel, John, James, Helen und dir passiert? Ich meine, erst lernen wir uns kennen, werden wirklich gute Freunde und dann… habt ihr mich einfach eiskalt fallen gelassen! Plötzlich habt ihr auf einmal allesamt nur noch das Nötigste mit mir geredet, habt mich nicht mehr auf eure Treffen eingeladen, mich gemieden, euch von mir weggesetzt, den Kurs gewechselt… Weiß Gott, … John und Nigel habe ich ohnehin seit jenem Tag nur noch selten gesehen, nicht mal auf dem Universitätsgelände. Und James und Helen ebenso wenig. Dich habe ich sogar noch weniger zu Gesicht bekommen, als alle 4 zusammen. Ich verstehe es einfach nicht! … Seither zerbreche ich mir gut jeden Tag den Kopf darüber… Ihr wart die besten Freunde, die man sich wünschen konnte. Meine einzigen, seit sehr langer Zeit... Bitte sagt mir, habe ich euch in irgendeiner Form gekränkt?”

Das Genie unterdrückte ein Lachen, doch es gelang ihm nicht ganz.
Er bemühte sich sichtlich, sich zusammen zu reißen.
Doch der Gesprächspartnerin war seine für sie provozierend empfundene Reaktion nicht entgangen.
“Eigentlich wollten wir doch…”, versuchte er sie sachlich abzuholen.
“Nikola Tesla! Warum zum Teufel lachst du über mich? Ja, ich weiß, quid pro quo. Trotzdem… Ach weißt du was, egal. Ich...”
Blutrote Augen leuchteten verletzt und erzürnt, als sie sich von ihrem Platz erhob und ihn bereits mit einer Handbewegung dazu auffordern wollte, ihr Haus unverzüglich zu verlassen.
Im Bruchteil einer Sekunde, stand der Herr mit den feinen, maskulinen Zügen und dem wunderbar blassen, ebenmäßigen Teint vor ihr.
So dicht, dass sich ihre Nasenspitzen nun fast berührten, standen sie einander gegenüber.
Nikola umfasste mit der rechten Hand ihre Schulter, die linke Stahl sich an ihre Wange.
Die Studentin errötete sofort.
Ihr Herz schlug wild in ihrem Brustkorb.
“Iris, … entschuldige abermals! Du kannst es natürlich nicht wissen, aber ein Satz von dir hat mich eben richtig schmunzeln lassen. Es ist nur logisch, dass du Nigel nicht mehr so oft gesehen hast. Er ist seit 6. Monaten dazu in der Lage, sich unsichtbar zu machen. Und auch John, James, Helen und ich, haben uns verändert und die Oxford Universität aufgrund dessen vorzeitig verlassen. Nichts desto trotz haben es ein paar von uns trotzdem geschafft, sich einen Doktortitel in Medizin und Wissenschaft zu ergattern. Es hatte nie etwas mit dir zutun, meine Liebe! Im Nachhinein kannst du sogar froh sein… Wir wollten dich nie verletzen oder kränken. Ganz im Gegenteil! Wir mussten uns von dir distanzieren zu deinem eigenen Schutz und unserem.”

Verblüfft und verwirrt, blickte die Blitzbeherrscherin drein.
“Unsichtbar? Verändert? Zu meinem Schutz? Aber inwiefern?”
Ein langgezogenes Seufzen entlockte sich der Kehle des Abnormen, bevor er begann, ihr von der Ursprungsblutinjektion und den damit einhergehenden, körperlichen Veränderungen zu erzählen.
Aufmerksam, fasziniert und geduldig lauschte sie seinen Worten.
Schließlich legte sie ebenfalls alle Karten auf den Tisch und offenbarte ihm ihr kleines Geheimnis.

“Wenn ich das richtig erfasst habe, mangelt es uns also beiden an Wissen und Kontrolle bezüglich unserer Fähigkeiten?” brachte es die junge Frau auf den Punkt.
Der Vampir gab es nicht gerne zu, nickte aber stumm.
“Helen wollte mir helfen, … aber ich habe aus Angst und Scham abgelehnt.” gestand ihr Leidensgenosse traurig.
Nachdenklich kratzte sich Iris am Kopf, sehr darauf bedacht, ihre Wunde nicht zu berühren, welche noch immer unangenehm schmerzte.
“Ich hab’s!“ rief sie auf einmal euphorisch und sprang abermals von ihrer Sitzgelegenheit auf, auf der sie wenige Minuten zuvor während des Gesprächs Platz genommen hatte.
“Ja. Was denn?” wollte Nikola von ihr wissen.
Du & Ich werden uns helfen! Gegenseitig. Wir sammeln Informationen. Durchstöbern die Bibliotheken von ganz England, wenn es sein muss. Und wir üben hier! Mein Onkel ist ja sowieso fast nie da und die Angestellten werden nichts mitbekommen. Wir haben unten einen leeren Weinkeller, den wir noch nie benutzt haben. Dort unten wird uns niemand sehen und stören! Draußen können wir das Feld hinter dem Haus und der Scheune benutzen. Es ist abgelegen und außerhalb jeder Sichtweite von neugierigen Nachbarn. Das sollte fürs erste genügen!”

“Schade, dass euer Weinkeller leer ist.” witzelte Tesla.
Ashton knuffte ihn freundschaftlich in die Seite.
“Du alter Säufer!” neckt sie ihn und lachte.
“Üben? Was denn überhaupt?” hakte der Ältere interessiert und noch immer grinsend nach.
Die Augen der Jüngeren loderten aufgeregt und entschlossen, bevor sie antworte:
“Wie man die Kontrolle behält!”

4 Monate später…

Wie gebannt, lauschte die Schönheit mit dem unverwechselbaren bläulich schimmernden, pechschwarzen Haar dem Klavierspiel ihres Freundes.
Er hatte sich einfach in ihrer Pause an den Flügel ihres Vaters gesetzt und seine Finger majestätisch und gekonnt über die Klaviatur gleiten lassen.
Dies tat der Serbe mittlerweile immer öfter.

In den letzten Monaten waren sich beide näher gekommen, als je zuvor.
Hart, hatten sie zusammen an sich und der Kontrolle ihrer zunehmend stärker werdenden Kräfte gearbeitet.
Und die Resultate konnten sich wirklich sehen lassen.
Sie hatten sich inzwischen informiert und viel über Nikolas Vorfahren herausgefunden.
Leider weniger über Irisas einzigartige Gaben oder ihre Spezies.  
Auch wussten beide zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass sich Ashtons Fähigkeiten  im Wachstum befanden und sich noch weiter entwickeln würden.
Sie konzentrierte sich bisher nur auf das Masseneffektfeld und die Blitze.
Seit der Sache mit dem kleinen Jungen und der Bibliothek, wollte sich die Studentin nicht weiter mit einem Teil ihrer gruseligen Gabe auseinander setzen und vergaß ihn sogar völlig.
Andere Dinge, spielten nun eine viel wichtigere Rolle für sie...

Kühle Fingerspitzen, die seine Haut streiften.
Dunkle Locken, welche seinen Hals kitzelten.
Der unverkennbare Geruch nach einer erfrischenden Sommerbrise.
Abrupt öffnete der Klavierspieler die Augen, unterbrach sein Stück und drehte sich mit einem breiten Grinsen zu seiner bis dato stummen Zuhörerin um.
Saphire trafen Rubine.
“Nein. Nicht aufhören, Nikola! Spiel weiter!” kam es von Iris.
Ihr charmantes, ansteckendes, unbeschwertes Lächeln und die Freude in ihrer Stimme, ließ sein Herz erwärmen.
Spielerisch zog er sie zu sich auf seinen Schoß.
Die Evastochter ließ es geschehen.
“Wie lange stehst du da schon, Liebes? Alle Achtung! Ich war so vertieft, dass ich dich erst jetzt bemerkt habe. Bist du gekommen, um mich an das Ende unserer Pause zu erinnern?” wollte der in Smiljan geborene Herr von ihr wissen und kitzelte neckisch ihre Seite.
Ein herzhaftes Lachen erfüllte den Raum.
“Ich stehe schon seit einer ganzen Weile da, mein Lieber. Tut mir leid. Du spielst so wunderschön, es war mir schier unmöglich, nicht her zu kommen und dir zuzuhören. Und nein, um dich an die Pause zu erinnern, bin ich nicht gekommen.” gestand sie ihm, als sie ihn zurück gekitzelt und wieder zu Atem gekommen war.
Schnell färbten sich ihre Wangen rot.
Ihr Herz schlug so schnell in ihrer Brust, dass sie glaubte es würde zerspringen.
Ohne dass er es merkte, lehnte sie sich  gegen ihn und saugte seinen betörenden Duft ein.
Er sah einfach nur umwerfend in seinem Jackett aus.
Nervös, strich sie sich ihr mit Perlen besticktes, mintgrünes Barrockkleid glatt.
“Ich weiß, dass ich ein begnadet guter Pianist bin. Aber deswegen grinst du doch nicht wie ein Honigkuchenpferd, oder? Du hast was auf dem Herzen. Deswegen bist du hergekommen. Ich sehe es in deinen Augen. Also, was ist der Grund, Liebchen? Anlass zur Freude?” legte der Herr mit dem säuberlich gestutzten Schnauzbart neugierig nach.
“Ich habe Helen kontaktiert und ihr alles erzählt, was wir in den letzten Monaten über dich und deine Kräfte herausgefunden haben. Und ihr vom Training und deinen enormen Fortschritten berichtet. Tut mit leid, … ich weiß, du wolltest ihre Hilfe nicht, aber ihr Vater ist nun mal...”

Die cobaltblauen Augen des Vampirs weiteten sich erstaunt.
“Und?” unterbrach er sie hastig und gespannt.
“Sie und ihr Vater haben uns morgen zu sich, ins Sanctuary eingeladen. Gregory wollte sich selbst ein Bild von dir und deinen Kräften machen. Die Troschke holt uns gegen Mittag ab.” verkündete die Abnorme und genoss den überraschten, überglücklichen Ausdruck in dem Gesicht des Ursprungsblutträgers.
“Wow, welch eine Ehre! Da bin ich mal gespannt! Er soll ein echter Spezialist auf dem Gebiet der Abnormenforschung sein. Ich dachte eigentlich, dass er immer noch sauer auf Helen, John, James, Nigel und mich wäre, weil wir ihm ja die Ursprungsblutprobe entwendet und damit an uns selbst herum experimentiert haben.” sprach der Physiker.
“Tja. Wahrscheinlich hat sich sein Groll gelegt. Ich denke, Helen hat ihn besänftigen und nochmal ins Gewissen reden können. Ist doch eine einmalige Chance für dich, oder? Wenn er dir nicht helfen kann, deinen Blutdurst zu kontrollieren, wer dann?”
Plötzlich fiel es dem Serben, welcher seine Freundin für einen kurzen Moment voller Freude vergessen hatte, wie Schuppen von den Augen.
“Moment mal! … Du wurdest doch auch als Gast eingeladen oder? … Das ist doch dann auch eine einmalige Gelegenheit für dich, Iris! Du musst Gregory und Helen von deinen Kräften erzählen! Dir können sie sicher auch helfen!” sprudelte es euphorisch aus seinem Mund.
Augenblick wurde Ashton unsicher und flau im Magen.
“Ja… sicher!” gab sie in schauspielerischer Bestleistung von sich.

Ein Teil von ihr wollte es wirklich.
Wollte Helen und Gregory einweihen, um wertvolle Informationen und Hilfe zu erhalten.
Andererseits fürchtete sie sich unheimlich davor.
Vor der Wahrheit und vor sich selbst.
Was, wenn ihr das, was sie dort mit Sicherheit von dem Abnormenexperte erfahren würde, nicht gefiel?
Was, wenn sie die Einzige mit derartigen Kräften war und es gar keine Informationen gab?
Wenn er ihr nicht helfen konnte?
Wenn Sie eine Unmenge von Fragen, nervigen Tests und Experimenten über sich ergehen lassen musste?
Wenn ihr Onkel sie doch fürchtete oder aufgab, wenn er erfuhr, was und wozu sie fähig war?
Und das Schlimmste:
Was, wenn sich Nikola deswegen schon wieder von ihr abwandte?

Es war einfach zu riskant.
Zwei Personen kannten ihr Geheimnis.
Und auch nicht jedes erschreckende Detail davon.

An jenem Tag schwor sich die Lady, dass es auch nur bei den Zweien bleiben sollte und dass sie schon selbst am besten hinter des Rätsels Lösung kommen und die bis dato ungelösten Fragen beantworten würde.

“Du bist die beste, Iris. Weißt du das eigentlich? Vielen Dank, meine Liebe. Ich werde auf ewig in deiner Schuld stehen. Danke, dass du mir das ermöglicht hast. Danke für deine Hilfe. Danke für alles.” säuselte ihr der sonst so selbstsicher und taff wirkende Einzelgänger und umarmte sie fest.
Glückseligkeit erfüllte die hübsche Evastochter.
“Hier! Ich habe ein kleines Geschenk für dich. Eigentlich wollte ich sie dir schon länger geben, aber da sie recht selten und schwierig zu beschaffen ist, ging es nicht früher. Sieh sie einfach als Zeichen meiner Dankbarkeit an. Und bevor du jetzt wegen dem Wert auf mich einreden willst: Geschenk ist Geschenk. Zurücknehmen werde ich sie nicht mehr!”
Ein tollkühnes, kesses Zwinkern von Seiten des Genies und ein flüchtiger Kuss auf die Wange erfolgte.
Iris fühlte sich wie im Himmel und musste sich bemühen, zu atmen.
So überwältigt war sie, als er kurz verschwand, neben ihr auftauchte und mit einem Schlag eine Blume samt schmaler Kristallvase, in der sich eine handvoll klarem Wasser befand, unter seinem Jackett hervor holte.
Zinoberrote Augen erstrahlten.

“Das ist eine Schwertlilie. Aber keine gewöhnliche, sondern eine ganz besondere, mutierte Kreuzung. Ich habe sie extra für dich züchten und herbringen lassen. Sie ist weltweit einzigartig und wurde mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel behandelt damit sie ewig hält. Man hat sie wegen ihrer farbenprächtigen Arten, nach der Göttin des Regenbogens benannt: Iris... Ich hoffe du verstehst nun, wieso sie mir so passend für dich schien. Gefällt sie dir?”

“Sie ist wunderschön. Oh mein Gott, Nikola! … Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll! Ich glaube, ich habe noch nie ein schöneres und aufmerksameres Geschenk von jemandem bekommen. Vielen Dank. Ich liebe sie!”
Die Dunkelhaarige fiel ihm ergriffen um den Hals.
“Ich liebe sie, … so sehr wie ich dich liebe." flüsterte leise eine Stimme in ihrem Inneren.
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