Ein Interview mit Friedemanns Familie

GeschichteAllgemein / P12
09.05.2015
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"Menschen in unserer Stadt"-Ein Interview mit Friedemanns Familie

Mit dem Auftrag einen Artikel für "Menschen in unserer Stadt" zu schreiben,machte ich mich diese Woche zu Friedemanns Familie auf.Wie am Vortag vereinbart stand ich.11:30 vor der Haustür und betätigte die Türklingel.Nach kurzem Warten wurde mir geöffnet.Fünf Kinder sahen mir mit großen Augen entgegen.Alle hatten ein einladendes Lächeln aufgesetzt.Der Jüngste unter ihnen,der auch die Tür geöffnet hatte,meinte: 'Guten Tag,Sie sind sicher wegen dem Interview hier.Kommen Sie doch rein.Mama macht gerade das Mittagessen,bis dahin sollen wir Ihnen das Haus zeigen und schon einige Ihrer Fragen beantworten.' Der Junge ließ mich in den Flur treten und wartete geduldig bis ich meine Jacke an den Haken und die Schuhe gegen ein paar Hausschuhe getauscht hatte und nahm dann meine Hand um mich in das erste Zimmer zu führen.'Zunächst möchten Sie sicher unsere Namen wissen.',fing der Jüngste wieder an.Immer noch überrascht,dass er sich so höflich ausdrückte,nickte ich.'Also gut.',der Junge zeigte mit seiner freien Hand auf einen seiner Brüder.'Das ist Friedemann.Er ist 12 und geht in die 6. Klasse.',erklärte der Kleine und zeigte dann auf eine seiner Schwestern.'Sie heißt Florentine und ist 9.Neben ihr steht Elisabeth.Sie ist 8.Florentine geht in die 4. Klasse und Elisabeth in die 3.',redete er weiter und ließ seinen Finger zu seinem letzten Bruder wandern.'Und das ist Leo.Er ist 7 und geht in die 2 Klasse.',nach dieser Erklärung grinste er zu mir hoch und stellte sich vor: 'Mein Name ist Jonas und ich bin gerade 6 geworden und nächstes Jahr gehe ich in die Schule.Möchten Sie jetzt anfangen Ihre Fragen zu stellen?' Etwas überrumpelt nickte ich und zog meinen Notizblock samt Stift aus meiner Tasche.'Ähm...',ich räusperte mich, 'Aus wie vielen Mitgliedern besteht eure Familie?' Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen von Friedemann: '6 Mitglieder.Mama,Elisabeth,Florentine,Leo,Jonas und ich.' Als er grinste zeigte er mehr Zahnfleisch als Zähne.'Das weiß ich auch,nur weil er immer so schreit.',schmollte Florentine.'Aha.',machte ich und schrieb auf den Notizblock.Dann setzte ich zu meiner nächsten Frage an: 'Wer kümmert sich um den Haushalt und um euch?' 'Mama.',kam es von allen im Chor und alle Kinder zeigten Zahnfleisch.'Interessant.',ich lächelte.'Und wir läuft der Alltag in eurer Familie ab?',fragte ich,während Jonas mich in ein weiteres Zimmer führte.'Hm...',fing Jonas an.Da erhob Florentine die Stimme: 'Also zunächst stehen wir um 6:00 Uhr auf und machen uns fertig.Um exakt 7:00 sind wir fertig mit Frühstücken und dann gehen wir alle,bis auf Jonas,der zum Kindergarten geht,zur Schule.Nach den Stunden sind wir meist um 14:30 zu Hause,da wartet Mama immer schon mit Jonas,den sie schon aus dem Kindergarten geholt hat,auf uns.Den Rest des Tages verbringen wir damit die Hausaufgaben zu machen,zu lernen und zu spielen.Mama legt viel Wert darauf,dass wir lernen und gut in der Schule sind.Und um genau 20:30 Uhr gehen wir ins Bett.' Als sie geendet hatte,lächelte sie mich zufrieden an.Ich nickte wieder und schrieb meine Notizen,dabei meinte ich: 'Das klingt sehr durchgeplant...Gibt es besondere Rituale,die euch wichtig sind?' 'Wir beten immer vor dem Essen und Mama macht immer ein Quiz um den Nachtisch.',antwortete Leo.'Und wir essen immer um 12:00 Uhr Mittagessen!',fiel ihm Friedemann ins Wort.'Ah...',ich schrieb weiter brav meine Notizen.Dann lächelte ich die Kinder wieder an und stellte meine nächste Frage: 'Was gefällt euch besonders gut zu Hause?' 'Mamas gutes Essen!',rief Jonas zu mir hoch.'Mama kümmert sich sehr liebevoll um uns.',erklärte Elisabeth.'Und wir können alle zusammen spielen.Ich finde es toll so viele Geschwister zu haben.',fügte Jonas noch fröhlich hinzu.'Das Quiz beim Essen mag ich.',grinste Leo und zeigte dabei Zahnfleisch.Ich kicherte und meinte: 'Jetzt kommt eure letzte Frage: Wie läuft es bei euch in der Schule?' 'Gut.',antworteten alle,außer Jonas,im Chor.'Die Lehrer sind nett,wir haben gute Noten...nur die anderen Kinder halten uns für etwas komisch,aber wir haben ja uns.',setzte Florentine nochmal an.'So so...',murmelte sich,da kam die Mutter,als hätte sie gespürt,dass ich jetzt die Fragen an sie stellen wollte,aus der Küche.'Guten Tag,ich hoffe die Kinder haben Ihre Fragen,sodass sie auch einen guten Artikel daraus schreiben können.',meinte sie und zeigte ebenfalls etwas Zahnfleisch.Jonas,der noch immer meine Hand hielt,sog den Geruch des Essens ein und rief: 'Ja!Es gibt Essen!Kommen Sie!Mama kocht super!',so zog mich der Junge hinter sich her in die Küche.
Dort angekommen,sah ich einen riesigen Holztisch,an den sich nun alle setzten.'Oh...es gibt Risi-Pisi.Lecker!',rief jetzt Leo begeistert.Verwundert lugte ich über den Rand des Topfes.Was in aller Welt war Risi-Pisi?
Die Mutter zeigte wieder Zahnfleisch und schaufelte mir zuerst eine Kelle auf den Teller,dabei meinte sie: 'Keine Sorge es schmeckt besser,als es aussieht.' Ich nickte ihr lächelnd zu und wartete bis sie allen ausgeteilt hatte.Die Kinder hoben die Hände und fassten jeweils die Hand ihres Nachbarn.Oh...das war wohl das Ritual...Da mich die Mutter auffordernd ansah,hob ich ebenfalls die Hände und bekam die Hand von Jonas und die von Elisabeth zu fassen.Die Mutter hielt ein kurzes Tischgebet und dann fingen wir an zu essen.Und ich musste zugeben,dass es fantastisch schmeckte.'Möchten Sie nun ihre Fragen an mich stellen?',die Frau sah mich erwartungsvoll an.'Äh...Sicher.Wie gestalten Sie Ihren Alltag mit den Kindern und den Aufgaben im Haushalt?' 'Nun ich erziehe sie allein,da mein Mann bei einem Unfall gestorben ist.Deshalb sind die Kinder mein Ein und Alles.Ich spiele oft mit ihnen und deshalb helfen sie mir auch gern im Haushalt mit.',erklärte die Mutter.'Oh...',machte ich wegen ihrer Antwort und kritzelte schnell auf den Block.Ich sah genau,dass sie nicht gern über den Tod ihres Mannes redete,deshalb machte ich mit der nächsten Frage weiter: 'Wie schaffen Sie es bei so vielen Kindern,dass es nicht permanent Streit gibt?' Die Mutter lächelte wieder.'Ich stelle Quizfragen,damit sie nicht um den Nachtisch oder ähnliches streiten.Außerdem bringe ich ihnen Disziplin,Ordnung und Respekt bei.Ich möchte,dass sie gerecht handeln.',erklärte die Frau und blickte durch die Runde.'Hm...dann wären wir schon bei der nächsten Frage: Was ist Ihnen bei der Erziehung ihrer Kinder noch wichtig?',fragte ich,während ich mir alles notierte.'Ihre Bildung,ihr Benehmen und Pünktlichkeit.',antwortete sie knapp und ich nickte leicht.'Sehr interessant.Worauf legen Sie noch großen Wert?',wollte ich interessiert wissen.'Ich möchte,dass meine Kinder ein gutes Allgemeinwissen haben...Ach...erwähnten die Kinder,dass wir nur bei Froehlich hier im Dorf kaufen?',wollte sie wissen und blickte ihre Kinder fragend an,die daraufhin die Köpfe schüttelten.'Der Bauernhof hier um die Ecke?',fragte ich und hob eine Augenbraue.'Genau.Ich will,dass sie sich gesund und bewusst ernähren von Produkten,die aus der Region stammen.',die Mutter zeigte mal wieder etwas Zahnfleisch,während ich kurz verwirrt war.Dann meinte ich aber: 'Ich verstehe.Und was wünschen Sie sich für ihre Kinder?',dabei lächelte ich und sah zu den Kindern,die neugierig zu ihrer Mutter sahen.'Das,was sich jede Mutter wünscht: Gesundheit,Glück,eine Familie und eine gute Arbeit.',lachte die Frau.Ich lachte ebenfalls kurz auf.'Nun wären wir auch schon bei der letzten Frage angekommen: Gibt es Dinge,die Sie ablehnen?',stellte ich die letzte Frage.'Ich lehne es ab in Supermärkten,wie dem Norma;einzukaufen.Die Produkte dort sind ungesund,da man nie weiß wo sie wirklich her kommen und was in ihnen enthalten ist.',erklärte die Mutter ernst.'Ah...ja.Da haben Sie recht.',ich notierte es.
Nach dem Quiz,bei dem ich mich mit der kleinsten Schüssel zufrieden geben musste,bedankte ich mich herzlich für das Essen und die Antworten und verabschiedete mich.
Nach diesem Besuch bei Friedemanns Familie kann ich sagen,dass sie eine wunderbare Familie sind.Sie sind äußert gastfreundlich,wohlerzogen und äußerst schlau,wie ich von dem Quiz weiß.Man hat echtes Glück,wenn man diese Familie kennt,denn sie würden nie jemanden hilflos,hungernd und durstig auf der Straße stehen lassen.Das macht sie zu einer Familie,die sich jeder wünschen würde, und zu einem Vorbild.

Ein kleiner One-Shot zu Tschick.Wie gesagt,war es eine Aufgabe aus dem Unterricht.Wie findet ihr es?
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