Überraschung zum Geburtstag

von shadow37
GeschichteFreundschaft / P12
Thomas Sabo Ice Tigers
08.05.2015
28.05.2015
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Ich bin schon seit längerer Zeit im Reha-Zentrum zur Wiederherstellung meines Knies nach unzähligen Operationen. Mittlerweile kennen mich auch schon sämtliche Therapeuten, egal, ob ich schon mal von ihnen behandelt wurde oder nicht. Sogar der Chef begrüßte mich schon mit Vornamen und machte mir auch immer wieder Mut, wenn ich eigentlich keinen Bock mehr hatte.
Axel ist ein Therapeut in diesem Zentrum und so nebenbei hilft er immer wieder bei den ICE Tigern aus. Da ich großer Fan der Tigers bin, sprachen wir immer wieder über die Jungs, wenn ich im MTT-Raum an den Geräten war.
Dazu kam, dass auch immer mal wieder Spieler zur Behandlung dort auftauchten. Und auch Spieler vom 1. FC Nürnberg, den Noris Rams usw. wurden dort behandelt.
Am Anfang sah Axel es immer etwas kritisch, wenn ich und ein oder mehrere Eishockeyspieler zur gleichen Zeit da waren. Aber er merkte auch schnell, dass ich die Jungs in Ruhe ließ. Als ich von Axel mal wieder unter kritischer Beobachtung, fragte ich ihn, was er denn für ein Problem hat.
„Naja, es ist halt so, dass wir die Spieler etwas schützen müssen. Wir hatten schon Vorfälle, wo Patienten die Spieler angequatscht haben und sie nicht mehr in Ruhe ließen. Deswegen sind wir Therapeuten immer etwas angespannter, wenn wir wissen, dass Fans und Spieler aufeinander treffen.“ Erklärte mir Axel. „Aber Du sagst ja gar nichts zu Deinen Jungs. Grüßte sie nur und das war´s dann.“
„Außer sie sprechen mich an, dann geb ich ihnen schon Antwort.“ Grinste ich.
Und es war wirklich so. Wenn ich einen sah, dann grüßte ich ihn, aber nicht nur ihn, sondern dank meiner Erziehung grüßte ich ja eh immer, wenn ich einen Raum betrat. Und so stand ich dann nicht mehr so unter Beobachtung. Es wäre auch ziemlich anstrengend für Axel geworden, weil Patrick Buzas, Stürmer bei den ICE Tigern, sich ne ziemlich schwere Verletzung in der Schulter zugezogen hatte, und somit auch täglich im Zentrum war. Patrick und ich kannten uns schon ein bisschen, weil er zufällig in meiner Nachbarschaft wohnte. Dadurch trafen wir uns immer mal wieder auf der Straße, im Dönerladen, beim Einkaufen usw. Patrick wusste mittlerweile, dass ich ihn in Ruhe lasse und nur grüßte. Also wir uns dann auch noch jeden Tag in der Reha sahen, kamen wir doch mal ins Gespräch, vor allem wegen der Verletzungen. Aber wir sprachen auch über allgemeine Sachen. Da wir beide nicht Auto fahren konnte, kam es immer mal wieder vor, dass wir uns dann ein Taxi nach der Reha teilten, weil wir ja den gleichen Weg hatten.
Mein Knie machte zum Glück sehr gute Vorschritte und so konnte ich schneller als gedacht meine Krücken in die Ecke stellen und auch die Schiene durfte ich zumindest zeitweise ablegen. Ich war sehr glücklich darüber und mich motivierte das so, dass ich mich mit noch mehr Elan in die Reha stürzte. Axel mahnte mich allerdings immer, dass ich langsam machen sollte. Nicht zu früh zu viel machen, nicht dass es sich sonst in die andere Richtung entwickelt. Da Butschi die Ermahnungen ab und zu mitbekam, achtete er neben Axel auch etwas auf mich und bremste mich in meinen Drang.
Er machte auch gute Vorschritte und durfte wahrscheinlich schon eher auf´s Eis zurück als vorhergesehen. Aber übertreiben durfte er auch nicht. Es ist immer so ein schmaler Grad auf den wir uns bewegten.
Als ich eines Tages im Wartebereich saß und auf Marc, mein Stammtherapeut an der Liege, wartete, kam Butschi mit einem großen Karton in die Reha. Als er sich neben mich setzte, sah ich ihn fragend an.
„Was hast denn Du heut dabei?“
„Das ist für Axel, der hat heut Geburtstag! Und das ist ein kleines Dankeschön vom Team!“ grinste Butschi.
„Darf ich mal kucken?“ fragte ich neugierig.
„Na klar. Aber vorsichtig.“
Als ich den Karton aufmachte, kam eine Torte zum Vorschein mit dem Tigers-Emblem in rot und blau oben drauf. Dazu noch Sahnehäubchen in rot und blau. Diese Torte war eigentlich viel zu schade zum Essen.
Später im Trainingsraum traf ich dann auf Axel und gratulierte ihm.
„Hast ja ne tolle Torte bekommen. So eine will ich auch!“ beneidete ich ihn.
„Ja, die Jungs lassen sich immer wieder was neues einfallen!“ grinste er.  „Aber so was bekommt man halt nur, wenn man das Team unterstützt.“
„Des ist gemein. Ich unterstütz das Team doch auch. Ich kann es halt nur mit meinen Möglichkeiten als Fan. Du hast es da leichter!“ meckerte ich.
„Naja, wenn Du so weiter trainierst, kannst Du bald mit den Jungs trainieren! Noch ein bissl Ausdauer und dann geht das schon!“ lachte Axel und war weg.
Ich konnte ihm nur noch verdutzt hinterherschauen. Bei Axel musste man vorsichtig sein, der fand immer etwas absurde Sachen, die ich während der Reha machen musste.
Als ich an diesem Tag fertig war und das Zentrum verlassen wollte, hielt mich Axel noch auf.
„Du hast doch sicherlich Laufschuhe zuhause. Morgen mitbringen! Und das ist keine Bitte!“ sagte er zu mir. Ich konnte nur nicken.
´Oh Gott, was wird das denn nun wieder?` schoss es mir durch den Kopf.
Als ich am nächsten Tag ins Zentrum kam, wurde ich von Axel und Marc empfangen.
„So nun lass Dich mal durchkneten von Marc, dann gehst Dich umziehen, Laufschuhe nicht vergessen und meldest Dich bei mir.“ Bekam ich die Ansage von Axel.
Verwirrt sah ich Marc an, doch der grinste nur. Er wusste also, was dann passieren würde. Ich tat wie mir geheißen und stand ne halbe Stunde später entsprechend gekleidet vor Axel.
„Melde mich gehorsamst!“ stand ich nun grinsend vor ihm.
„Das Grinsen wird Dir schon noch vergehen!“ meinte Axel lachen. „Warte mal noch kurz, bin gleich wieder da.“
So stand ich ein bissl rum und wartete.
Fünf Minuten später kam Axel wieder auf mich zu. Er hatte sich umgezogen und stand in Sportkleidung vor mir.
„Heut ist so ein schöner Tag und den muss man nutzen. Wie ich aus Deiner Akte entnahm, bist Du ja vor Deinen ganzen Op´s auch immer laufen gewesen. Und nach Rücksprache mit Deinem Doc dürfen wir damit auch schön langsam wieder anfangen. Die letzte Operation ist ja schon drei Monate her und dann geht das schon. Also nichts wie nach draußen und auf den Sportplatz zum Laufen.“ Klärte er mich auf.
Axel war schon halb durch die Tür bis ich begriff, dass ich ihm folgen sollte. In diesem Augenblick kam Butschi in das Zentrum, sah uns komisch an und schüttelte nur den Kopf.    
So stand ich auf dem Trainingsplatz des 1.FCN und dehnte mich unter Anleitung von Axel.
„Und jetzt komm!“ forderte mich Axel auf und lief langsam los. Verwirrt folgte ich ihm. Langsam trabten wir so Runde für Runde um den Platz. Zwischendurch durfte ich auch mal ein Stück gehen, wenn es mir an Luft mangelte. Axel fragte immer wieder, ob es denn mit dem Knie geht oder ob ich Schmerzen hatte.  Zum Glück war da alles im grünen Bereich, nur die fehlende Kondition macht mir etwas zu schaffen. Aber Axel kennt in Sachen Training kein Pardon. So liefen bzw. gingen wir eine dreiviertel Stunde um den Platz.
Dann stand nochmal dehnen auf dem Programm. Als wir nach einer Stunde wieder das Reha-Zentrum betraten, war ich ziemlich kaputt, aber auch glücklich, da das Laufen ein riesiger Vorschritt war. Allerdings jagte mich Axel noch in den „Kraft-Raum“  und dort durfte ich dann nach einem anderen Plan als üblich noch einige Übungen machen.