Jordan und Molly

von Yukio
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
05.05.2015
23.09.2015
2
1976
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"Molly, ich liebe dich!", waren seine Worte, während er sich bereit machte, den großen Felsen hinunter zu springen und Eva davor zu bewahren, Avatar zu werden.
Eva sah zu ihm hinauf, Canalettos Gerede hallte durch den Turm, ohne das der Feind ihn bemerkte. Er war selbstsicher. "Jordan…", flüsterte Eva.
Und im nächsten Moment sprang Jordan in das blaue Licht, das ihn zum Avatar machen würde. Auch Canaletto bemerkte es schließlich, aber ehe er sein Entsetzen zum Ausdruck bringen konnte, wurde er von dem Licht verdrängt und löste sich in Sekunden auf. Nachdem ein helles Licht den gesamten Turm durch flutete, erspähte Eva Jordan, doch er war nicht mehr "er selbst".
"Jordan?!", rief sie erschrocken und starrte ihn an.
"Keine Sorge Molly, das ist nur vorübergehend! In ein paar Stunden verschwindet meine Gestalt", sagte er und lächelte beruhigend.
"Aber du…du bist jetzt neuer Avatar, Jordan!"
Jordan war von einer Hülle bedeckt, die einen vorübergehenden Körper darstellte. Er war größer und leuchtete fast komplett. "Einer muss es ja machen!" Er schüttelte seinen Kopf, um Eva zu signalisieren, dass sie sich keine Sorgen machen musste. Dann kam er ihr näher, schloss seine Augen und küsste sie auf den Mund.
"Werden wir uns nicht mehr wiedersehen?", fragte Eva und spürte die Unruhe in ihrem Herzen.
"Molly, ich muss von den Schöpfern lernen und werde daher hier bleiben."
"Aber wie lange?" Evas Stimme begann zu zittern. "Jordan?!" Sie wollte nach ihm greifen, doch seine Präsenz war nicht mehr zu fassen. Sein raumfüllendes Leuchten war verschwunden, der Turm war in Dunkelheit gehüllt. "Bitte antworte mir!", rief Eva verzweifelt.

"Für immer. Wir sehen uns nicht wieder."

Eva schreckte auf. Sie befand sich auf ihrem Bett und ihr Wecker klingelte.
"Hah…nur ein Traum", flüsterte sie und schaltete ihren Wecker aus, während sie aus dem Bett stieg. "Mist, schon wieder zu spät…", sagte sie und zog ihre Schuluniform an. Sie verlies ihr Zimmer und trödelte in Richtung Klassenraum. Aber heute war ihr nicht nach Schule. Ihre Gedanken waren bei Jordan und wegen des Traumes heute noch mehr als sonst. Sie erinnerte sich an sein Liebesgeständnis und an den Kuss. Der Gedanke daran machte sie verlegen, obwohl es schon Wochen her war, seit sie und die anderen Oban verlassen hatten.
"Evaaa?", hörte sie plötzlich und wurde aus ihren Gedanken gerissen. Schnell sprang sie hinter eine Ecke. "Wo steckt dieses Kind?", fragte sich eine Lehrerin auf dem Flur, die Eva suchte.
Eva aber machte sich lieber nicht bemerkbar und schlich sich heimlich davon. Einmal ist keinmal, dachte sie sich und beschloss, den Unterricht für sich ausfallen zu lassen. Sie lief vom Schulgelände, auf dem Weg zu Miguel, bei dem Koji und Stan nun wieder arbeiteten. "Ich hab sie lange nicht mehr gesehen!", stellte Eva fest und betrat die Werkstatt. "Jungs?"
"Hm? Ist das nicht Molly?", fragte Koji, der von seinem Laptop auf sie schaute.
Stan kniff seine Augen zusammen. "Ja, das ist sie wohl", antwortete er lächelnd.
"Aha! Lange nicht gesehen!", sagte sie und lächelte die zwei an.
"Hast du keine Schule?", fragte Koji und rückte seine Brille zurecht.
"Ha ha, na ja, ich hab die ganze Zeit an euch gedacht, haben uns ja lange nicht gesehen und da dachte ich, ich schau mal vorbei", erklärte sie.
"Während deiner Schulzeit?"
"Nur heute, ist doch auch egal jetzt!", lenkte Eva ab.
"Wenn du meinst…", erwiderte Koji zu Stan blickend. Sie zuckten beide kurz mit ihren Schultern.
"Habt ihr eine Ahnung, wo Rick sein könnte?"
"Nee, du Koji?", fragte Stan ihn.
Dieser schüttelte seinen Kopf. "Nein, nach seiner Abreise von Oban zur Erde hab ich nichts mehr von ihm gehört."
"Ach so…", sagte Eva niedergeschlagen. Er war eine große Unterstützung für sie gewesen. Ohne ihn hätte sie es bestimmt nicht geschafft, das Rennen zu gewinnen, und nun fehlte jede Spur von ihm.
"Ich geh dann mal!", sagte Eva und winkte ihnen zum Abschied noch zu.
"Aber du bist doch gerade erst gekommen!", rief Koji ihr hinterher.
"Ach, lass sie. Bestimmt geht sie Rick suchen", sagte Stan und wandte sich wieder seiner Arbeit zu. "Hilf mir lieber!"
"Ah, klar!", gab Koji zurück und wandte sich zu ihm.

Eva trottete enttäuscht durch die Gegend. Weder von Jordan, noch von Rick hatte sie etwas gehört. Obwohl sie die zwei Mechaniker Koji und Stan nach längerer Zeit wieder besuchte, hielt sich ihre Freude in Grenzen. Vor allem Jordan vermisste sie, nicht zuletzt wegen seines Geständnisses. Sie fühlte, das Jordans Gefühle auf Gegenseitigkeit beruhten. Auch sie empfand etwas für ihn. Aber was sollte daraus werden, wenn die zwei nur noch getrennt waren.
"Ich muss zurück zu dir!", murmelte Eva und schaute gen Himmel. "Und zwar bald!"
"Eva?!", ertönte auf einmal eine Stimme.
Eva drehte sich um und sah ihrem Vater ins Gesicht. "Papa…?", war das einzige was sie über die Lippen brachte.
"Warum bist du nicht in der Schule?", fragte er und sah sie mahnend an.
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