Chaotisches Familienzusammentreffen

von Misato-6
GeschichteHumor, Familie / P12
02.05.2015
02.06.2015
3
12825
 
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
Bevor ihr diese Geschichte anfang zu lesen noch ein paar Worte. Wer meine FF's kennt, der kann das folgende einfach überspringen und ohne zum Kapitel übergehen. Allen anderen möchte ich hier ein paar Fakten liefern, die für das bessere Verständnis wichtig sind.

Punkt 1: Seit dem Ende des Schamanenturnier sind mehrere Jahre vergangen, währenddessen einiges passiert war. Das Resultat war, dass er sich von seinen alten Zielen distanziert hatte (Nicht dass ihr das falsch versteht, distanziert heißt nicht vergessen oder verworfen).

Punkt 2: Diese Tatsache heißt nicht, dass er Yo und all die anderen als Freunde sieht. Er akzeptiert ihre Gegenwart wenn er es muss, zieht es jedoch vor ihnen aus dem Weg zu gehen.

Punkt 3: Haos Verhältnis zwischen ihm und seinen Nachfahren ist nach wie vor ziemlich angespannt un besonders zwischen ihm und Mikihisa kommt es öfters zu Konflikten wenn sie sich über den Weg laufen. Jedoch haben beide genug Verstand um diese Zusammentreffen nicht zu weit eskalieren zu lassen.

Puntk 4: Hao hat in dieser FF nicht nur Spirit of Fire als Schutzgeist sondern alle Spirits of Elements. Wobei nur einer davon um genau zu sein Spirits of Earth (aka Okami) in dieser FF aktiv vorkommen wird.

Punkt 5: Seit einiger Zeit lebt Hao zusammen mit einigen Schamanen in der Stadt Akita, doch genauer werde ich auf diese Tatsache nicht eingehen, also ist es für diese FF nur eine irrelevante Nebeninformation.

Soweit zu den Fakte. Wer Fragen hat kann sie wie immer gerne stellen. Ich beantworte sie gerne.

So jetzt noch mal kurz zu den Textzeichen:

„Text" jemand sprecht
//Text\\ jemand denkt etwas (da sowohl Hao als auch die Spirits of Elements Gedankenlesen können, ist es ihnen möglich auf diese zu antworten, oder auch in Haos Fall auf diese Weise mit seinen Schutzgeistern zu unterhalten sofern es kein anderer mitbekommen soll)
~Text~ die Spirits of Element senden gedankliche Nachrichten (in Einzelfällen können sie diese auch an ausgewählte Personen schicken, so dass nur diese den Kommentar mitbekommen)

Gut soviel zu von meiner Seite. Ansonsten bleibt mir nichts anderes als euch viel Spaß mit dieser FF zu wünschen.

---

Kapitel 1: Ein holpriger Anfang

Mit einem lauten Knall schlugen die Schwerter aufeinander. Funken schlugen aus, doch keiner der Kämpfenden beachtete dies, denn schon waren sie wieder verschwunden nur an anderer Stelle wieder aufeinander zu treffen. Schlag um Schlag wurde ausgetauscht, ohne dass auch nur einer der beiden Kämpfer sich einen Vorteil erspielen konnte. Ein weiteres Mal krachten die Schwerter aufeinander, doch dann änderte sich das Szenarium. Denn dieses Mal hatten die Kämpfer nicht vor eine weitere Teleportation zu riskieren. Viel mehr versuchten sie mit ihrer physischen Kraft den anderen in die Knie zu zwingen.
„Ich muss zugegeben für einen Elementargeist bist du gar nicht so schlecht!“
Der Sprecher musste sich richtig zusammenreißen um sich seine Erschöpfung nicht ansehen zu lassen. Normalerweise kam er nicht so schnell außer Atem und auch seine Kondition war gut genug um mehrere Stunden kämpfen zu können ohne ins Schwitzen zu geraten oder an Stärke zu verlieren. Doch dieser Kampf war anderes. Er stand einfach einem Gegner gegenüber den er nicht austricksen konnte, dafür kannte dieser ihn einfach viel zu gut.  Er musste die Angriffe deshalb so nehmen wie sie kamen und konnte nicht wie sonst die Energie der Angriffe nutzen um seine eigenen Gegenangriffe zu stärken oder der Schwung ausnutzen um seinen Gegner zu Fall zu bringen.
~Jetzt tu nicht so. Du bist immerhin nicht der erste Schützling mit dem ich trainiere. Und nur nebenbei ich lebe um einige Jahrtausenden länger als du! ~
Wie als wollte der Sprecher  seinen Worten einen höheren Wahrheitsgehalt vermitteln, stieß er seinen Gegner zurück, welcher sich sofort darauf durch eine schnelle Teleportation  aus der nächsten Gefahrenzone begab und somit zusätzlich verhinderte, dass er über irgendetwas stolperte.
„Heißt dass du hast diese Form schon öfters angenommen? Wieso wurde das denn nie übermittelt?“
Diesen Satz konnte er jetzt nicht zurückhalten. Er selbst hatte erst vor einigen Wochen erfahren, dass seine Schutzgeister ihre Gestalt ändern konnte und dabei kannte er diesen schon seit Jahren. Wobei das stimmte nicht ganz. Er hatte von dem Gerücht  dass die Spirits of Element dazu in der Lage waren schon vor Jahrhunderten gehört, doch nie wäre er auch nur auf die Idee gekommen, dass selbst Spirit of Fire eine menschliche Gestalt annehmen könnte. Geschweige denn dass dieser in dieser Gestallt auch durchaus zu kämpfen wusste.
~Warum wurde nie übermittelt dass Jesus ein Schützling von Spirit of Water war? Und diese Wasser zu Weinnummer war auch der totale Hohn. Die beiden haben einfach eine ganze Weinrebe in den Krug geschmuggelt und sie dann mittels eines Zaubers zum Gären gebracht. Und ta da sie hatten aus billigem Wasser Wein gemacht. Und nur unter uns, der hat nicht mal ansatzweise geschmeckt. Einfach viel zu viel Säure.~
Insgeheim konnte Spirit of Fire nicht anders als sich über diesen Trick zu ärgern.

Eigentlich hätte es ihm egal sein können, doch durch die Angeberei des Wassergeistes fühlte er sich damals herausgefordert. Umso niederschmetternder war es, als der König der Geister ihm untersagt hatte sich in die Sache einzumischen. Ansonsten hätte er damals den besagte Schamanen wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht.
„Könntest du dich mal wieder konzentrieren?“
~Ich dachte ich lass die eine Chance.~
Das hätte der Feuergeist nicht sagen sollen, da er in diesem Moment schon den nächsten Angriff entgegengeschmettert bekam. Insgeheim machte er sich eine kurze Selbstnotiz ehe er sich wieder auf den Kampf einstellte. Er sollte Hao nicht provozieren. Im Gegensatz zu diesem hatte er zwar eine unendliche Kondition, doch wenn Hao mal an seine Grenzen kam so schaffte er es irgendwie immer seine noch  verbliebenden Kräfte so zu nutzen, dass seine Angriffe umso stärker wurde. Es war paradox, doch je schwächer Haos physische Kräfte wurden, desto stärke wurde sein Kampfgeist und damit auch seine Angriffskraft. Er wusste einfach nie wann es Zeit war aufzugeben. Oder besser gesagt, er lebte nach dem Leitsatz entweder Siegen oder kämpfend in den Tod gehen. Natürlich zählte dieser Leitsatz nicht in diesem Training, doch dass hieß nicht dass er eine Niederlage  einfach so ohne weiteres hinnahm.
~Könnte ihr mal zu Ende kommen. Nicht dass dieser Kampf hier nicht spannend ist, aber wenn du Hao weiter so antreibst hat er nachher keine Kraft mehr um eigenständig zu laufen.~
„Erzähl keinen Unsinn, Okami. Soweit wird es niemals kommen!“
Die Wölfin sah Hao daraufhin nur kopfschüttelnd an. Sagen tat sie jedoch nichts dazu. Stattdessen leuchtete ihr Wolfskörper in einen gelblichem Licht auf. Die Intensität dieses Lichts  verstärkte sich soweit, dass sowohl Hao als auch der Spirit of Fire  sich intuitiv abwenden mussten. Als sie sich wieder zu dieser wenden konnten stand auf einmal eine junge Frau vor ihnen. Ihre wüstenfarbenen Haare reichten ihr normalerweise bis zu Hüfte, jedoch hatte sie diese leicht hochgesteckt, so dass sie auf der Hälfte ihres Rückens aufhörten. Für einen Moment herrschte daraufhin Stille, doch dann trat Hao einige Schritte zurück. Er hatte keine Angst vor ihr, doch das listige Lächeln auf ihrem Gesicht sagte ihm gar nicht zu.

Er war niemand der seine Schutzgeister unterschätzte, besonders die Tatsache, dass er ihnen freien Zugang zu seinem Furyoko gewährte machte diese Elementargeist zu gefährlichen Gegnern. Und nur diese Methode erlaubte es den Spirits of Element so gegen ihn zu kämpfen, als wären sie Schamanen.
~Wenn das so ist, dann hast du wohl auch nichts dagegen, wenn ich der Feuerquaste hier eine helfende Hand leihe.~
Und ob Hao was dagegen hatte. Damit war ein Sieg so gut wie ausgeschlossen, es sei denn er trieb die beiden dazu gegeneinander zu kämpfen. Doch die anfängliche Rivalität der Spirits of Element   hatte sich im Laufe der Jahrhunderte gelegt. Zwar stritten sie sich immer noch über Nichtigkeiten, doch wirklich an die Gurgel gingen sie sich nicht mehr. Zumindest traf das auf Spirit of Fire und Okami zu.
~Na dann bin ich mal gespannt wie du dich so schlägst, ‘kami.~
Bei diesem Spitznamen verdrehte Okami nur die Augen, bevor sie sich das letzte Schwert schnappte, welches an einem Baum lehnte und langsam auf Hao zukam. Erst wenige Meter vor diesem steigerte sie plötzlich ihr Tempo. Jeder andere hätte jetzt mit einem brutalen Schlag gerechnet, doch Hao kannte seine Schutzgeister besser. Deshalb überraschte es ihn auch nicht, dass sie sich kurz vor dem Zusammenstoß ihrer Schwerter wegteleportierte und hinter ihm wieder auftauchte. Selbst Spirit of Fire verdrehte bei dem offensichtlichen Angriff die Augen. Mit so etwas konnte man Hao nicht überrumpeln, doch er wusste wie er seinen Schützling auf die Knie bringen konnte. Allein war es durchaus schwierig, doch mit Okamis Hilfe war es nahezu ein Kinderspiel.

Bei diesem Gedanken verstärkte sich sein Griff um das Schwert in seiner Hand. Jetzt würden sie sehen, wie schnell Hao wirklich war.
~Hey Okami, wieso legen wir nicht mal eine Stufe zu? Unser Meisterschamane scheint mit dem normalen Niveau etwas unterfordert zu sein!~
Alles was er als Antwort bekam war ein breites Grinsen und kurz darauf war sie auch schon verschwunden. Hao konnte ein Seufzen nicht unterdrücken, als er den Angriff des Feuergeistes abblockte. Er wusste was jetzt kam. Aus diesem Grund nahm er seine ganze verbliebene Kraft zusammen und stieß seinen Gegner von sich weg, nur um herum zu schnellen und Okamis Angriff aufzuhalten. Schnell teleportierte er sich anschließend außer Reichweite um einen weiteren Angriff von Spirit of Fire auszuweichen. Viel Zeit zum Durchatmen hatte er allerdings nicht, da Okami schon die Verfolgung aufgenommen hatte und kurz nach seinem erneuten Auftauchen eine regelrechte Angriffsserie auf ihn losließ. Dennoch konnte er diesen Angriffen ausweichen und ihr eine dementsprechende Antwort, in Form eines massiven Angriffes, geben. Jedoch war in dem Moment auch schon wieder Spirit of Fire hinter ihm. Für einen Moment lieferten sich beide einen kurzen Schlagabtausch ehe Hao das Schwert seines Gegners so umwendete, dass er den nächsten Schlag von Okami abfing. Ehe die beiden daraufhin reagieren konnte war Hao wieder auf Abstand gegangen und hatte einen weiteren Angriff auf die beide losgeschickt. Zu seinem Bedauern schafften es beide noch rechtzeitig auszuweichen und als wäre das nicht schon ein Wunder ließen  beide auch schon wieder eine  weitere Angriffsserie auf ihn los. Eins war nach dieser Aktion deutlich, würde er nur einen einzigen Fehler machen, so konnte das ziemlich schmerzhaft werden.

Ein weiteres Mal lieferte er sich einen direkten Kampf mit Spirit of Fire. Versuchte seine Sinne jedoch auf Okami einzustellen, damit er ihren nächsten Angriff frühzeitig erkennen konnte. Wogegen er jedoch machtlos war, waren ihre Naturkräfte und als hätte sie seine Befürchtungen in seinen Gedanken gelesen erhob sich hinter ihm eine Wurzel. Da Spirit of Fire ihn jedoch genau in diesem Moment zurückstieß hatte er nicht die geringste Chance der Falle auszuweichen, weshalb er sich ohne Vorwarnung auf dem Boden befand. Den Schmerz ignorierend teleportierte er sich ein weiteres Mal um dem nachfolgendem Angriff des Feuergeistes zu entgehen.
„Ihr wollt mich heute wirklich fertig machen, oder?“
Die einzige Antwort, die er von den beiden Geistern bekam, war ein weiterer Angriff. Für einen Moment atmete tief durch, dann rezitierte er jedoch einen Zauber. Urplötzlich erhoben sich mehrere Ranken aus der Erde. Zwar waren seine Schutzgeister zu schnell als dass diese sie erwischen konnten, doch zumindest konnte er deren Angriffe mit dieser Technik wenigstens etwas verlangsamen. Zumindest für einige Minuten, denn mehr Geduld schien der Feuergeist nicht zu besitzen. Mit einem gewaltigen Feuerangriff ließ er die Ranken binnen Sekunde in Asche verwandeln, welche unbarmherzig auf ihn herabregnete und ihm kurzzeitig die Sicht nahm. Bevor er jedoch einen weiteren Angriff starten konnte wurde er von Okami schon zu Boden gestoßen, eine Aktion mit der er nun wirklich nicht gerechnet hatte. Viel mehr hätte er erwartet, dass sich diese lautstark beschwerte, weil auch sie beinah von dem Feuerangriff erfasst worden wäre.
~2 zu 0 für uns. Also was ist Hao, gibst du auf?~
„Findet ihr den Kampf nicht etwas ungerecht?“
Bei dieser Frage wendeten sich alle drei zu dem Neuankömmling, welcher sich die Szene leicht irritiert anschaute.

Die drei waren vor wenigen Minuten noch so in ihrem Kampf vertieft, dass sie ihn nicht bemerkt hatte, das war dem Neuankömmling bewusst. Allerdings hatte er so die Möglichkeit den Kampf zu beobachten. Für ihn war es überraschend wie schnell die drei auf die Angriffe ihres Gegners reagieren konnte. Er selbst wäre bei diesem Tempo wahrscheinlich schon nach wenigen Sekunden zu Boden gegangen und dass schon wenn er nur gegen einen von den dreien gekämpft hätte.
„Yo. Was für eine Überraschung?“
Bei diesen Worten musste der Angesprochene kurz schlucken. Irgendwie klang sein Bruder nicht wirklich begeistert. Andererseits vielleicht lag es auch daran, dass es immer ärger gab, wenn die beiden einander über den Weg liefen. Aus diesem Grund antwortete er nicht sofort, sondern beobachtete nur wie dieser aufstand und sich den Dreck von den Klamotten klopfte.
~Ok, kürzen wir das ganze Mal ab. Wer versucht dieses Mal euch zu töten? Und wieso kommst du ausgerechnet zu uns?~
„Keiner. Ist es denn verboten seinen Bruder zu besuchen?“
Die beiden Geister sahen sich nur skeptisch an, bevor sie ihre Schwerter zur Seite legten und anschließend ihre Ursprungsform wieder annahmen. Wenig später warteten sie gespannt auf die folgenden Dinge warteten. Denn wenn sie eines wussten, dann dass das es immer lustig werden konnte sofern Yo und Hao unter sich waren.
„Was willst du wirklich, Yo?“
Haos Augen verengten sich zu schlitzen. Zugegeben er kannte Yo gut genug um zu wissen, dass von diesem keinerlei Gefahr ausging. Zumindest nicht für ihn. Auch die Tatsache, dass dieser Versuchte ihn immer mehr in dessen Gruppe zu integrieren war nichts neues, doch was genau dieser damit bezwecken wollte, konnte er nicht sagen. Insgeheim gab er zwar zu, dass er Yo immer weniger als Feind betrachtete, doch das hieß nicht das er seine Vorsicht einfach mal so über den Haufen werfen würde.
„Eigentlich wollte ich dich nur zum Frühlingsfest einladen…obwohl…na ja wenn man es genau nimmt…wollte ich dich viel mehr abholen, da ich nicht riskieren wollte, dass du mich mit einem vielleicht abspeist.“
Nach diesen Worten konnten sich Haos Schutzgeister nicht beherrschen und fingen lautstark an zu lachen. Für sie schien es so, als hätte Yo mittlerweile verstanden wie Hao tickte, doch gleichzeitig schien er immer noch so unsicher wie zuvor, da er diesen nicht verärgern wollte.

Letzten Endes war es doch Amidamaru, welcher die Situation falsch interpretierte und sich nicht mehr zurückhalten konnte
„Das war nicht als Scherz gemeint. Yo meinte das verdammt ernst.“
~Ach ne, was glaubst du, wieso wir uns kaputt lachen?~
~Genau. Hätten wir das nämlich für einen Scherz gehalten, hätten wir dir einen Kommentar entgegengeworfen wie: Natürlich ist klar.~
„Heißt dass jetzt ihr kommt mit oder…?“
„Das mein lieber Yo heißt übersetzt, dass du verrückt sein musst, wenn du wirklich denkst, dass das eine gute Idee ist.“
Yo zuckte daraufhin nur mit den Schultern. Zugegeben einfach würde es nicht werden, doch vielleicht war es der einzige Weg um etwas Frieden zwischen den bestehenden Fronten zu kriegen. Einen Versuch war es jedenfalls wert.
„Wieso sollte es keine gute Idee sein? Ich meine zugegeben Anna wird nicht gerade begeistert sein, aber sie wird es akzeptieren und…“
~Augenblick mal. Spul mal kurz zurück zum Anfang, denn für mich hörte sich das gerade so an als würde Anna von deinem Plan nichts wissen.~
„Ehrlich gesagt weiß sie nicht mal das ich überhaupt hier bin.“
~Ernsthaft? Das allein wäre Grund genug um sich zu überlegen deine Einladung anzunehmen. Oder was sagst du dazu, Okami?~
~Also Annas Gesicht würde ich schon gerne sehen, aber wenn ich genau  darüber nachdenke…mit einer wütenden Itako ist nie leicht Kirschen essen…~
Hao verdrehte daraufhin nur die Augen. Er konnte nicht verstehen wieso seine Schutzgeister überhaupt über den Vorschlag nachdachten. Es war eine blöde Idee.

Zu seinem Bedauern sah Yo die Worte der beiden als halbe Zustimmung an, weshalb er die beiden ignorierte und sich wieder an ihn wendete.
„Also was ist? Können wir los?“
„Gibst du eigentlich auch irgendwann mal auf?“
„Wie war das mit den Asakuras und Aufgeben?“
Hao warf Yo daraufhin nur einen undefinierbaren Blick zu. Er hatte in seinem Leben mehr als einmal gesagt das Aufgeben schlimmer ist als die schlimmste Niederlage und dass nicht nur in diesem Leben. Um genau zu sein war es eine Art Familienmotto.
~Der Punkt geht ausnahmsweise mal an Yo.~
„Jetzt reicht es aber ihr beiden. Die Antwort ist nein!“
Mit diesen Worte hatte Hao sein Schwert weggesteckt, welches er bis eben noch in der Hand gehalten hatte. Eigentlich hatte er vor Yo an Ort und Stelle stehen zu lassen, doch dieser stellte sich sofort in dessen Weg.
„Kannst du nicht einmal aufhören zu diskutieren und nachgeben?“
„Drei Worte Yo:  Asakuras und Aufgeben!“
„Ich sag ja nicht dass du deine Position aufgeben sollst oder deine Überzeugung nur…naja …musst du wirklich alles als einen Kampf betrachten? Kannst du nicht einfach mal für einen Tag loslassen und über deinen Schatten springen “
Bei diesen Worten zog Hao scharf die Luft ein, doch durch den vorigen Kampf mit seinen Schutzgeistern hatte er keine wirkliche Motivation mit seinem Bruder zu diskutieren.  Ansonsten wäre es ihm ein leichtes gewesen diesen Abzuschütteln. Andererseits war es Yo schon hoch anzurechnen, dass dieser extra hierhergekommen war.
~Anna wird sich freuen.~
„Wie verrückt!“
Yo erwiderte nichts dazu. Ihm war auch so klar, dass er sich anschließend eine Menge von Anna anhören durfte. Andererseits hatte er auch schon erlebt, dass die beiden gut mit einander harmonieren konnte, sofern sie einer Meinung waren und darauf baute er insgeheim. Er musste einfach nur zusehen, dass Haos Schutzgeister keinen Streit anfingen, so wie sie es normalerweise taten.

Doch das war etwas worüber er sich später Gedanken machen konnte. Zu allererst war er froh, dass er Hao zum Einlenken bewegen konnte. Wobei wäre er früher oder später auf ihn getroffen, hätte er wohl schlechte Chancen gehabt, dafür war Hao einfach zu stur.
„Ich misch mich ja ungern ein, aber wir müssen langsam los, bevor Anna unser Verschwinden noch bemerkt.“
Nun wendeten sich alle an Amidamaru, welcher mittlerweile unruhig auf der Stelle schwebte.  An seiner Gestik konnte er deutlich erkennen dass Yo in Hinsicht Anna wirklich nicht gelogen hatte. Nicht dass Hao das jemals vermutet hätte, doch ehrlich gesagt, war dessen Verhalten mehr als ungewöhnlich, besonders wenn man bedachte was für ein Respekt Yo vor seiner lieben Verlobten hatte.
„Stimmt also gehen wir.“
Mit diesen Worten reagierte er intuitiv und zog Hao mit sich. Für einen Moment hatte er den älteren auf den falschen Fuß erwischt, doch dann blieb dieser stehen und riss sich los.
„Mir ist zwar klar dass du nicht so leicht klein bei gibst und wahrscheinlich ohne Zustimmung heute auch nicht mehr aufhören wirst mir auf die Nerven zu gehen. Aber eines muss ich vorher noch wissen. Was ist mit Mikihisa?“
Yo konnte Hao diese Frage nicht verübeln. Sein Vater hatte es sich in letzter Zeit angewöhnt ihnen ab und zu einen unangekündigten Besuch abzustatten. Und wenn es jemanden gab mit dem Hao überhaupt nicht zu Recht kam, dann war es dieser.
„Dad ist bei unseren Großeltern, demnach ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich gering dass er die nächsten Tage bei uns auftauchen wird. Ehrenwort.“
Bei Yos Antwort konnte Hao nicht anders als die Augen zu verdrehen. Wobei sich das eher auf die Bezeichnung unsere Großeltern bezog. Denn auch wenn Hao die Asakurafamilie für seine Reinkarnation gewählt hatte hieß das nicht, dass er die einzelnen Mitglieder auch als diese betrachtete. Sie waren seine Nachfahren, doch mehr auch nicht und dass beruhte überwiegend auf Gegenseitigkeit.

Aus diesem Grund hatte er auch kein Interessen Mikihisa über den Weg zulaufen, doch noch schlimmer wären Yomei und Kino gewesen. Und auch wenn er trotz Yos Antwort immer noch ein schlechtes Gefühl hatte, gab er seinen Widerstand zumindest vorläufig auf. Denn insgeheim war auch er etwas neugierig wie Anna reagieren würde. Es war ja  nicht so als wenn er nicht wieder verschwinden könnte, wenn es ihm zu bunt wurde. Im Gegenteil mit seinen Teleportationskräften konnte er innerhalb weniger Sekunden einige Kilometer Abstand zwischen sich  und Yo bringen, sofern er dies wollte. Aus diesem Grund befanden sie sich auch innerhalb weniger Sekunden einige Kilometer von Yos Anwesen entfernt. Es war nicht so, dass er sich im Ziel vertan hatte, sondern viel mehr, dass er nicht zufällig genau vor Anna auftauchen wollte. Außerdem konnte er Yo so noch etwas ausfragen, ehe er seine Meinung endgültig gebildet hatte
„Jetzt aber mal ernsthaft. Was hast du Anna erzählt?“
„Eigentlich nur, dass ich noch jemanden abholen muss.“
„Und ich hätte damit rechnen  müssen, dass du mit jemanden Hao meintest.“
„Äh ja, also weißt du….“
Noch ehe Yo die Sache erklären konnte winkte Anna ab. Anschließend richtete sie ihren Blick auf Hao und musterte ihn skeptisch.
„Spar dir die Erklärung, ich hoffe nur du weißt was du tust…aber was dich angeht muss ich mich schon wundern.“
„Dich quatscht Yo auch nicht solange voll, bis dir der Kopf schwirrt.“
„Mein Beileid, Hao. Aber mal eine Frage, wo sind deine anderen Schutzgeister?“
~Die drei machen Ferien.~
~El-hayyah macht Ferien, die anderen beiden sind in der Wüste unterwegs und sorgen für einen kleinen Regenschauer. Ihre gute Tat für dieses Halbmillennium.~
Auf diese Worte hin konnte Anna nicht anders als die Augen zu verdrehen. Andererseits konnte sie froh sein, dass nur Spirit of Fire und Okami an Haos Seite waren, sonst würde sie mit Sicherheit früher oder später durchdrehen. Denn eines war klar, alle fünf Spirits of Element auf einen Haufen war die reine Folter.

Wobei Hao konnte einen auch in den Wahnsinn treiben, zumindest wenn er mit bestimmten Leuten aneinander geriet.
„Gut zu wissen. Dann brauch ich nicht zu befürchten, dass das Haus hinterher in Trümmern liegt.“
„Wie darf ich das bitte verstehen?“
„Warte es einfach ab, Hao. Apropos wo sind deine neuen Anhängsel abgeblieben!“
„Klassenfahrt nach Izumo. Ich glaube mehr muss ich nicht sagen, oder?“
„Angst vor Kino und Yomei?“
„Davon träumst du!“
Bei diesen Worten konnte Anna ein leichtes Schmunzeln nicht verbergen. Sie war sich sicher, dass Hao nicht wirklich wusste worauf er sich eingelassen hatte. Denn wenn er es wüsste, hätte er sich schon längst aus dem Staub gemacht.
~Was haben wir verpasst?~
//Hab ich erwähnt, dass sich mein schlechtes Gefühl gerade verstärkt hat?\\
~Meins auch. Anna ist viel zu gefasst und dass sie ihre Gedanken abschirmt kann auch nichts Gutes bedeuten.~
„Hört ihr drei Mal auf zu trödeln. Oder überlegt ihr gerade wie ihr aus der Sache hier  am besten wieder rauskommt.“
Für einen  Moment fiel Haos Blick auf Anna, die nur mit den Händen in der Hüfte vor ihnen stand und scheinbar ungeduldig auf sie zu wartete schien. Allerdings konnte er anhand ihres fiesen Lächelns erkennen, dass sie irgendetwas in der Hinterhand hatte. Das Problem war nur, dass er jetzt nicht mehr so schnell einen Rückzieher machen konnte, denn das würde ihn für immer nachhängen.
//Ich hätte Yo hier absetzen und verschwinden sollen, als ich es noch konnte.\\
~Stimmt, jetzt da Anna dich gesehen hat würde ein Verschwinden nur auf Kosten deines Rufes gehen. Wirklich dumm gelaufen!~
Hao ignorierte den gedanklichen Kommentar des Feuergeistes, welcher sich immer noch über seine derzeitigen Situation lustig zu machen schien und folgte den beiden anderen. Er hatte ja momentan eh keine wirkliche Alternative.

Allerdings sollte Hao bald feststellen, dass es durchaus noch schlimmer kommen würde, als es momentan aussah. Denn in dem Moment, in dem Anna das Hausbetrag konnte sie ihren nächsten Satz nicht zurückhalten.  
„Nur hereinspaziert ihr beiden…ach und Yo…sieh zu dass es hier keine Verletzten gibt.“
„Wieso ist Anna eigentlich so gut gelaunt? Und was meint sie mit Verletzte?“
Nun war auch Amidamaru hellhörig geworden. Es war an sich schon verwunderlich, dass Anna sich von der derzeitigen Situation nicht schocken ließ. Immerhin wusste er, dass Anna nicht die beste Meinung von Hao hatte. Bei diesen Gedanken sah er kurz zu dem Feuerschamane, welcher sich scheinbar eine lautlose Diskussion mit seinen Schutzgeistern lieferte. Ein Zeichen dafür, dass bei diesem gerade alle Alarmglocken angegangen waren.
„Vielleicht denkt sie, dass sie Hao mit einspannen kann.“
Mit diesen Worten sah Yo unsicher zu seinem Bruder. Insgeheim hatte er das Gefühl als würde dieser gerade überlegen, wie er aus der jetzigen Situation wieder herauskam.
„Das würde ich ihr sogar zutrauen. Aber zurück zu Miss Freundlich. Sicher dass dein Vater nicht hier ist?“
Mit diesen Worten schloss Hao die Tür hinter sich, in der er bis eben noch gestanden hatte.
„Wenn dann wäre er bestimmt schon auf dich losgegangen.“
Amidamaru hatte diese Worte zwar nur als Scherz gemeint, doch Haos anschließende Antwort ließ selbst ihn etwas grübeln.
„Entweder das oder Anna hält ihn gerade zurück.“
„Tja wir werden es nicht rausfinden wenn wir hier stehen bleiben.“
Intuitiv folgte Hao seinem Bruder bei diesen Worten in die Küche. Yo hatte gerade den Entschluss gefasst Anna auf ihr verhalten anzusprechen und dass wollte er nun doch nicht verpassen. Jedoch konnte dieser, als er sie in der Küche entdeckt hatte, kein Wort herausbringen. Nicht weil ihm der Mut verlassen hatte, sondern weil sein Blick in diesem Moment auf einen anderen Gast gefallen war und selbst Hao brauchte nicht lange zu überlegen um die besagte Person zu erkennen.

Allerdings war es die schwarzhaarige Frau, die als erstes das Wort ergriff und zur Überraschung der anderen waren ihre ersten Worte an Hao gerichtet.
„Na sieh mal an. Ich wusste gar nicht, dass du auch hier sein würdest…“
„Keiko.“
Hao Stimme war ruhig und mehr als neutral, ohne jegliche Emotionen. Für die meisten Leute wäre es ein Grund gewesen den Kopf einzuziehen und sich in Sicherheit zu bringen. Keiko allerdings konnte sich bei dieser Reaktion ein Schmunzeln nicht verkneifen. Auch wenn sie Hao nicht wirklich kannte, so war der Blick, den er Yo entgegen warf, genug um zu wissen was dieser gerade dachte.
„Mom, was machst du denn hier?“
„Also wirklich Yo, begrüßt man so etwa seine Mutter…außerdem dachte ich, dass Anna dir gesagt hätte, dass wir heute zu Besuch kommen…“
„Ja …also…“
In diesem Moment stoppte Yo und überlegte ob Anna irgendetwas in der Art und Weise zu ihm gesagt hatte. Aber so sehr sich auch versuchte zu erinnern, er konnte sich einfach nicht erinnern, was ihn nicht nur von Hao einen finsteren einhandelte.
„…weißt du Anna, du hättest mich wenigstens vorwarnen können. Nicht auszudenken was passiert wäre wenn die anderen drei jetzt auch hier wären. Das hätte Mord und Totschlag gegeben.“
Mit diesen Worten war Keiko aufgestanden und hatte wie selbstverständlich Tee aufgesetzt. Sie wusste dass dieser Tag noch lustig werden konnte. Im Grunde konnte sie von Glück reden, dass die drei anderen Asakuras noch was zu besorgen hatten.
„Zu Mord und Totschlag kann es immer noch kommen. Spätestens dann wenn die drei hier wieder auftauchen.“
~Wieder auftauchen? Ich glaube in dem Fall sollten wir wieder gehen.~
„Ach Unsinn. Solange ihr euch wie Erwachsene benehmt, sollte es eigentlich nicht zu einer Eskalation kommen.“
Auf Keikos Worte hin konnte Anna nicht anders als kurz auflachen. In diesem Moment war offensichtlich, dass sie noch keine Situation zwischen den einzelnen Asakuramitgliedern und Hao miterlebt hatten.
„T’schuldigung, aber der Gedanke, dass die vier sich wie Erwachsene benehmen und zusammen an einem Tisch sitzen würden…das ist wirklich zu viel.“
Mit diesen Worten ließ sich Anna auf den nächstbesten Stuhl nieder. Insgeheim wartete sie schon auf Haos Erwiderung, doch zu ihrer Überraschung hielt sich der Feuerschamane zurück.

---
Review schreiben