Geschichte: Fanfiction / Bücher / Bartimäus / Chayis

Chayis

von Sitreth
GeschichteHumor, Fantasy / P12
Afriten Dschinn
01.05.2015
04.12.2016
13
8597
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Chayis
Ich spürte sie schon wieder... Glühende Schürhacken, die sich in meine Substanz bohrten und mir das Gefühl gaben, als quetsche jemand meine einzigartige, unverwechselbare Persönlichkeit zusammen, nur um sie in Form zweier Silben an die furchtbare Menschenwelt zu ketten "CHA-YIS " Ich durchbrach in einem ungesunden Tempo die Elementmauern und hatte gerade noch Zeit mein Äußeres so zu regeln, dass ich annehmbar aussah. Der Zauberer im gegenüberliegenden Schutzkreis rezitierte weiter und beendete sein kleines Sprüchlein. Ich spürte, wie das erdrückende Gefühl, der Menschenwelt sich auf mich legte und mich unter einer metaphorischen Last von hundert Sandsteinblöcken begrub. Der Zauberer schaute hinter seiner spitzwirkenden Brille, die auf einer noch viel spitzeren Nase saß, hervor. "Chayis, wenn ich mich nicht irre" seine Stimme hatte einen angewiederten Beiklang, während er mich betrachtete. Ich wusste selbst, dass mein Auftritt nicht sehr stilvoll war, ich hatte schließlich damit zu kämpfen gehabt, dass jemand meine Eingeweide aus mir herausreißen zu schien und mich in eine andere Welt verfrachtete, doch für sich genommen, hatte die Gestalt einer fliegenden Eidechse durchaus ihre Vorteile. "Chayis, wenn ich mich nicht irre" ich imitierte seine Stimme durchaus treffend. Verächtlich schaute ich auf. "Du musst es ja wissen, schließlich bist du der große Meister und ich dein gehorsamer Diener" die Worte tropften wie Gift auf den Boden. Der Zauberer riss die Augen auf "Würdest du das bitte lassen? Das ist ja... wie-der-lich" ich war vorübergehend aus dem Konzept gebracht. "Wie bitte?" die Eidechse runzelte ihre runzlige Stirn. "Ich hab's genau gesehen! Dir ist Geifer aus dem Mund getropft" Der Zauberer deutete triumphierend auf ein kleines Tröpfchen Eidechsenspeichel auf dem Boden. Verlegen verfärbte sich die Eidechse grün, überspielte ihre Scham jedoch durch ein donnerndes Gebrüll. Gleichzeitig verwandelte ich mich in den gefürchteten Tantannaelus, ein tischbanisches Ungetier aus den alten Sagen, welches über ausreichend Fangarme und Klauen verfügte, um nebenbei eine Armee abzuwehren, während es einen Hund streichelte. "WAS IST DEIN BEGEHR" Ich genoss das Gefühl so viel Geifer zu versprühen, wie ich wollte. Der Zauberer lächelte ein dünnes, bürokratisches Lächeln. "Ich möchte, dass du den Schmutz fegst, den Staub wischst, das Kaninchen fütterst, Einkäufe erledigst und zwar jeden Punkt auf der Liste und diese Sauerei" er zeigte noch einmal auf den Tropfen, der zu meinen Füßen kaum zu erkennen war "wirst du so lange scheuern, bis ich nicht einmal mehr den Hauch von Eidechse riechen kann!" Der Tantannaelus atmete zischend aus. Entsetztes Unglauben zeichnete sich auf den grobschlächtigen Zügen des Ungeheuers ab und es schien ein wenig kleiner und mickriger zu werden. kurz darauf hatte ich mich wieder gefasst. "War das alles, oder darf's sonst noch was sein?" Der Zauberer rümpfte nur seine beeindruckende Nase und entließ mich dann mit einer Handbewegung, dann schnappte er sich seinen totschicken Mantel und einen völlig unnötigen Regenschirm (Es war ein sonniger, wenn auch bewölkter Tag) und verschwand durch die Tür. Der Tantannaelus verwandelte sich in etwas schneidiges, schlankes mit bösen rot funkelnden Augen. Das verhieß RACHE.

Das war das erste Kapitel. Wem's  gefallen hat, lasst mir gern eine Rückmeldung da und wenn nicht, ebenfalls xD
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