Gruppe 18: Die Legende der Sternendrachen ging verloren

von MDU-Story
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
29.04.2015
29.04.2015
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29.04.2015 991
 
Hallo, meine Lieben! Eine weitere MDU-Gruppe hat ihren Abschluss gefunden, und es war wie immer ein wildes und sehr aufregendes Abenteuer! Besonders für mich, denn ich nahm für mein erstes Kapitel einen Teil einer alten Kurzgeschichte meinerseits. Ich schrieb den Text schon vor ungefähr vier oder fünf Jahren, was man ihm wohl auch ansieht, wollte aber wissen, wohin sich das alles bewegen würde, wenn ich ihm mit der MDU ein alternatives Ende verpassen. Es ist recht ... eigenwillig geworden, will ich meinen :D


Dies waren die fleißigen Schreiber, bei denen ich mich herzlich für ihre hervorragende Mitarbeit bedanken will:
1. AuctrixMundi
2. tabi babo
3. allosaurus
4. Calaijah
5. baronesse
6. PikKaroKreuzHerz
7. Seraphina
8. Kyeira
9. Wegweiser
10. Lady Athena


Kapitel 1  - AuctrixMundi (Benutzer existiert nicht mehr)

Legenden sind etwas einzigartiges, etwas, das einen ganz besonderen Reiz auf uns ausübt. Sie entführen uns in fremde Welten, aber auch in solche, die gleich nebenan liegen können und doch so andersartig sind, dass wir sie nicht sehen können. Oder wollen? Sie zeigen uns Dinge, die wir nie für möglich halten würden und doch immer im Kern Wahrheiten enthalten. Diese zu entdecken ist wahrlich eine andere Sache… Legenden sich phantastische Erzählungen, über Jahrhunderte von Generation zu Generation mündlich überliefert, sodass jeder ein wenig dazuerfand. Meist handeln sie von kuriosen und sonderbaren Begebenheiten, seltsamen Kreaturen und unheimlichen Erscheinungen. Und wie jede Legende beginnt auch diese mit den Worten: Es begab sich vor langer Zeit in einem weit entfernten Land…
 …da lebte ein Drache, über den wussten die Geschichtserzähler gar wunderliche Dinge zu berichten. Sternendrache nannten sie ihn, denn mitternachtsschwarz waren seine Schuppen, gesprenkelt wie mit Diamanten. Einem wolken- und mondlosen Nachthimmel glich er, gesegnet mit sonderbaren Gaben. So wurde ihm nachgesagt, bedecke er allabendlich den Himmel mit seinen mächtigen Schwingen und bringe so die Nacht über das Land, ehe er dann am Morgen von der Sonne verscheucht wurde.
 Und gerade deswegen zürnten ihm viele Erdenbewohner. „Den Lichtverschlinger“, nannten sie ihn böswillig. Denn unter dem schützenden und verbergenden Mantel der Nacht krochen übles Gesinde, böswillige Kreaturen, Hexen, Dämonen, ja sogar Tod und Teufel selbst auch ihren Löchern und suchten arglose Menschen heim mit allerhand üblen Plagen und Krankheiten.
 Doch was konnte der Sternendrache dafür, dass sich das Böse unter seinen Schwingen verkroch?
 Nichts!
 Tatenlos musste er mit ansehen, wie er immer mehr ins schlechte Licht gerückt wurde, und konnte doch nichts dagegen unternehmen, denn er war ein friedliebendes und sanftes Wesen, niemand aber, der Böses oder schlechtes im Schilde führte. Nicht einmal im Traume würde er daran denken!
 Die Menschen begannen, schlecht über ihn zu reden und Lügenmärchen zu erfinden. Krankheiten und Seuchen brächte er über sie, sei Schirmherr für Strauchdiebe und Halsabschneider. Selbst mit dem Teufel stände er im Bunde. Eine gutmütige Kreatur? Pah, nie im Leben!
 In ihrer selbsterschaffenen Wut wandten sich die Menschen an ihren mächtigsten Zauberer, Talur mit Namen. „Bitte hilf uns, o großer und weiser Talur, befreie uns von dieser Plage! Nur du bist dazu imstande. Dein Lohn wird fürstlich sein für diese Heldentat“, riefen sie ihn an und boten ihm Gold und Edelsteine und kostbare Stoffe an. Blind vor Habgier kam Talur der Bitte nach und zog gegen den Sternendrachen in den Kampf.
 Der Sternendrache indes kam davon nichts zu Ohren, denn von Kummer und Trauer überwältigt, hatte er sich in den tiefsten und winterlichsten Wald zurückgezogen, den er finden konnte. Grau und trist war seine Welt geworden, öde und verloren. Selbst die Sterne auf seinem Schuppenpanzer glänzten und glitzerten schon längst nicht mehr so prächtig wie einst. Er weinte, einsam und verlassen wie er war, bittere Tränen, die schon bald zu Eis gefroren. Wie sein Herz. Und da er keinen anderen Ausweg aus seinem Elend fand, da vergrub er sich tief in den Schnee, wollte einschlafen und nie wieder aufwachen.
 Doch wie das Schicksal es so wollte, kam in diesem Moment Talur an jenem Platz vorbei, der die letzte Ruhestätte des Sternendrachen hätte werden sollen. „Ho, na sieh einer an!“, rief der Zauberer aus. „Los, du übler Wurm, kämpfe mit mir und verkrieche dich nicht wie ein Feigling!“
 Mit einer müden Bewegung hob der Sternendrache den Kopf. „Kämpfen willst du?“, entgegnete er. „Wieso?“
 „Viel Übles hast du meinem Volke angetan. Rache fordere ich nun!“, behauptete Talur.
 Wut, heiße lodernde Wut, kam da mit einem Male im Sternendrachen hoch ob der üblen  Anschuldigungen. So heiß war seine Wut, dass sie den Schnee um ihn herum zerschmolz und den verruchten Zauberer zurückweichen ließ. „Rache, ja? Die kannst du haben!“, rief er aus, während er aufsprang und wild fauchte.
 Doch diesen Kampf sollte er nicht gewinnen.
 Lange fochten sie diesen ungleichen Kampf aus. Blitze zuckten, Feuer flammte auf; Donner hallte, Gebrüll erschallte. Erbarmungslos war dieses Duell, dass nicht einmal das Land selbst unversehrt blieb. Bald waren die Bäume zu Asche verbrannt und die Erde nur noch trostloser Fels. Doch davon ließen sich die Kontrahenten nicht beirren.
 Bis zum bitteren Ende.
 Denn der Sternendrache war nicht stark genug, um gegen Talur zu bestehen.
 Einen Fehler machte er. Nur einen winzigen Fehler! Einmal kurz gab er nicht acht, sah nicht zu seinem Gegner, und schon hatte Talur ihn mit einem Bann belegt. Einem Bann, wie er schrecklicher nicht hätte sein können.
 Es begann schleichend, nur ganz langsam, und wanderte dann aufwärts, vollzog sich immer schneller. Vor Wut und Frustration über seine eigene Dummheit brüllte der Sternendrache auf und spie Feuer, als er spürte, wie er nach und nach zu Stein erstarrte. „Du Verräter! Du elendiger Verräter!“, spie er Talur ins Gesicht. „Narren seit ihr, allesamt! Ihr werdet ja schon sehen, was ihr davon habt!“
 Noch ein letztes Mal krümmte er sich wie unter Schmerzen und breitete die Flügel aus. Seine einstmals glänzende Haut war wie mit einer grauen Kruste überzogen und auf einmal wie Stein.
 Dann schwieg er für immer.
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