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Blutschwestern - Aus der Sicht von Dimitri

von Eisfeee
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Christian Ozera Dimitri Belikov Natalie Dashkov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir Victor Dashkov
28.04.2015
11.07.2015
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28.04.2015 989
 
Eine warme Brise fuhr durch meine Haare und wehte sie mir ins Gesicht. Während ich einen Zopfgummi hervor nahm ging ich die Straße hinunter, wobei ich mich zum größten Teil im Schatten hielt. Auf einem kleinen Hof machte ich halt und sah mich um. Ja da war es, das Haus welches ich schon seit einigen Wochen beobachtete. Es war unscheinbar, ein einfaches Studentenhaus auf einem ganz normalen Campus in Portland. Niemand war unterwegs, auch kein Wunder bei 3 Uhr morgens. Plötzlich wurde meine Aufmerksamkeit auf ein Fenster im 3. Stock gelenkt. In diesem war plötzlich das Licht angegangen. Von meinem Standpunkt aus konnte ich gut erkennen wie jemand aufstand und auf die andere Seite des Zimmers ging. Ich trat einen Schritt aus dem Schatten hervor um besser beobachten zu können was in dem Zimmer vor sich ging. Da waren 2 Mädchen, die eine schien die andere beruhigen zu wollen. Trotz des geöffneten Fensters konnte ich nicht verstehen worum es geht. Ich sah genauer hin, etwas hatte sich an der Situation verändert. Und dann geschah es. Das dunkelhaarige Mädchen warf ihr Haar s zurück das ihr Hals frei lag und Sekunden später legte das andere Mädchen ihren Mund auf den Hals. Menschen würden bei diesem Anblick denken, dass die beiden rummachen, aber ich wusste es besser. Die eine trank von der anderen. Damit war eindeutig sicher, dass wir sie gefunden hatten. In dem Zimmer waren niemand anderes als Vasilisa Dragomir und Rosemarie Hathaway.

Ich war erstaunt das sie Vasilisa von sich trinken ließ. Es war schon ein etwas komisches Gefühl sie dabei zu beobachten. Allerdings trank sie nicht sehr lange und als sie sich löste kam es mir so vor als schwankte Rosemarie etwas. Als Vasilisa den Raum verließ trat sie ans Fenster und blickte hinaus. Ich trat schnell wieder einen Schritt zurück in den Schatten und hoffte das sie mich nicht gesehen hatte. Stan, ein Wächter der Schule, trat zu mir.

„Und? Sind sie es?“, er klang eher zweifelnd und aus irgendeinem Grund konnte ich ihn nicht wirklich leiden.

„Ja sie sind es, da bin ich mir sicher“

„Woher?“ Ich zögerte kurz sagte dann aber. „Sie haben sich so verhalten“

Ich warf nochmal einen Blick zum Fenster aber das Zimmer war leer. Ich fluchte innerlich, sie hatte mich also doch gesehen, aber ich war mir eigentlich sicher das…die Katze! Tiere waren nicht gut auf Damphire zu sprechen, sie musste mich gewittert haben.

„Wir müssen uns beeilen, sie wissen das wir hier sind.“

„Ach ja? Hat sie gesehen wie du sie bespannt hast?“, erwiderte Stan leicht spöttisch.

„Nein sie nicht, aber die Katze“

Ich drehte mich um und lief los die Straße hinunter. Vier Häuserblocks entfernt stand ein grüner Honda von dem ich wusste das er einem gewissen Jeremy gehörte der im selben Haus wie Rosemarie und Vasilisa wohnte. Es war also nur logisch das sie, wenn sie uns bemerkt haben, dieses Auto zur Flucht benutzen. Ich suchte mir eine kleinere Seitengasse und stellte mich so in den Schatten das ich die Straße zwar beobachten konnte, aber nicht selbst gesehen wurde.

Plötzlich hörte ich Schritte.

„Hast du das gehört?“, das musste Vasilisa sein. Also waren sie schon fast bei mir angekommen. Und offensichtlich hatten sie die Schritte der anderen Wächter vernommen die in der entgegen gesetzten Richtung postiert waren.

„Wir müssen rennen“, eindeutig Rosemarie. Ich kannte keine von beiden persönlich aber irgendwie wusste ich das es ihre Stimme war.

„Aber du kannst nicht…“ „Lauf.

Ich hörte wie sie näher kamen und trat aus der Gasse hervor und versperrte ihnen den Weg. Sie blieben schlitternd stehen. Vasilisa, ich erkannte sie an ihrem blondem, langem Haar, stand etwas vor Rosemarie was sich aber änderte als diese zu ihr aufschloss und sich beschützend vor sie schob. In gewisser weiße faszinierte mich ihr Handeln. Sie hatte keinen triftigen Grund zu befürchten das wir Vasilisa etwas tun würden, wir waren schließlich Wächter, und trotzdem stand sie dort und starrte mich an als wäre ich ein bösartiger Strigoi. Aus dem Augenwinkel heraus sah ich das die anderen Wächter zu uns aufgeschlossen hatten und die beiden Mädchen nun einkreisten.

„Lassen Sie sie in ruhe“, knurrte Rosemarie. „Fassen sie sie nicht an!“

Meine Miene blieb unbewegt aber ich trat einen Schritt vor und hob die Hand um ihr zu signalisieren das ich nichts böses wollte. Das war der Moment wo sie mich angriff. Sie sprang in einem offensiven Manöver auf mich zu, allerdings hatte sie es offensichtlich schon sehr lange nicht mehr angewendet. Da ich schon die ganze Zeit mit so einer aus Furcht und Instinkt geborenen Reaktion gerechnet hatte, überraschte sie mich in nicht. Ich wehrte sie mit einer einfachen Bewegung ab, ich schlug nicht fest zu, aber dennoch klappte sie zusammen und steuerte mit der Hüfte voran auf den Gehweg zu. So schnell wie ich sie abgewehrt hatte, sprang ich nun vor und hielt sie am Arm fest. Dabei fiel ihr Haar nach hinten und ich konnte ein paar blutender Bisspuren an ihrem Hals erkennen. Deshalb hatte sie meine Abwehrbewegung so hart getroffen, sie war durch den Biss geschwächt. Sie bemerkte meinen Blick und führte eine Hand zu der Wunde. Als sie das Blut erblickte schüttelte sie verlegen ihre Harre nach vorn und erwiderte meinen Blick so trotzig wie es ihr möglich war. Dann riss sie sich schnell von mir los und ich ließ es geschehen immerhin konnte sie nichts mehr tun um uns zu entwischen. Sie schwankte ein paar Schritte zurück bis sie wieder bei Vasilisa stand und wappnete sich für einen erneuten Angriff, als diese ihre Hand ergriff.

„Rose“, sagte sie leise. „Nicht“

Ich wusste nicht wie sie das machte aber Rosemarie, oder Rose wie sie offensichtlich genannt wurde, sackte ergeben in sich zusammen. Ich spürte ihre Resignation, weshalb ich vortrat und meine Aufmerksamkeit nun auf Vasilisa richtete. Ich verbeugte mich vor ihr.

„Mein Name ist Dimitri Belikov“, sagte ich. „Ich bin hier um sie in die St.-Vladimir-Akademie zurückzubringen, Prinzessin.“
 
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