Was wäre, wenn

GeschichteAllgemein / P12
27.04.2015
07.01.2016
33
55376
 
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
„Ihr bekommt mich hier nicht weg!“
Ich schrie so laut ich konnte. Mir war es egal was meine Eltern oder die Nachbarn von mir dachten. Ich werde gezwungen, etwas zu tun, was ich garnicht will. Warum sind Eltern so wahnsinnig unfair?
„Daniel Mühler, du bist 17 Jahre alt. Wir dürfen immer noch über dich bestimmen, vergess das nicht. Du bist noch keine 18. Du stehst unter unserer Verantwortung. Und wir haben das so entschieden.“ Warum kann ich nicht schon längst 18 sein? Warum nur Gott.
„Ja genau, ich bin 17. Keine 3 mehr. Nur weil ihr jetzt meint ihr müsst auf Geschäftsreise gehen. Das ist richtig mies. Euch hat es doch auch die ganze Zeit nicht gejuckt was ich mach oder mit wem ich abhäng. Warum jetzt auf einmal? Warum genau dann wenn ich fast erwachsen bin?“
„DU! FASST ERWACHSEN! Das ich nicht lache. Mein lieber Freund erwachsen ist man erst mir 18. Du bist alles andere als erwachsen. Das sieht man auch an deinem Notenschnitt. Ich weis garnicht wie du in deinem späteren Leben mal was erreichen willst. Du wirst deine Familie nicht ernähren können, aber denk dann ja nicht dass wir dir helfen. Ich habe echt mehr von dir erwartet.“
Oh man, mein Vater regt mich langsam auf. Er versaut mir jetzt schonwieder meine Ferien mit dem scheiss Gelabber. Reicht ja nicht dass er mir damit schon die ganzen letzten 4 Jahre versaut hat. Nein, jetzt muss er grade so weitermachen. Arschloch!“
„Ich werde aber nicht auf dieses beschissene Internat gehen. Schloss Einstein. Wie sich das Anhört. Richtig hässlich…warum muss ich da überhaupt hin?“
„Wir denken diese Schule ist eine Chance für dich, etwas aus deinem Leben zu machen. Wir wollen das du später mal was reißen kannst im Leben. Außerdem werden wir jetzt deutlich mehr unterwegs sein wie vorher. Also bist du dort super aufgehoben.“
„Diese Schule, eine Chance. Ich werde doch dort eh nichts machen…Also kann ich auch gleich hier bleiben, bei meinen Freunden. Ich will hier nicht weg Papa, und ich werde hier auch nicht weg gehen. Komme was wolle!“
„Ja, wie du gerade gesagt hast. Wenn du hier nichts machst, dann kannst du ja dort auch nichts machen. Wo ist da dein Problem?“
„Das Problem ist das ich hier nicht weggehen will. Mama, jetzt sag doch auch mal was dazu!“
„Ich bin da voll und ganz der Meinung deines Vaters.“
Das war ja jetzt klar. Man kann sich ja nicht einmal auf meine Seite stellen. Tzzzz. Bestimmt alles abgesprochen.
„Na siehst du. Du wirst auf diese Schule gehen, oder du bist nichtmehr unser Sohn. Das heißt kein Führerschein, kein Auto, kein Handy, und vor allem kein Geld mehr.“
„Das ist Erpressung!“
„Jaja, du lässt uns keine andere Wahl. Du wirst auf diese Schule gehen. Ende der Diskussion.“
„Das werden wir ja sehen. Ich werde auf keinen Fall auf diese scheiss Schule gehen, ich schwöre bei Gott. Lasst es nicht drauf ankommen, wenn ich will kann ich auch noch schlecht werden. UND IHR WERDET MICH ERSTMAL NICHTMEHR SEHN!“

Ich rannte so schnell ich konnte nach oben, packte meine Sachen in eine Reisetasche, nahm alles was ich für ich für die nächsten Tage brauchte und verschwand. Sie wollen es also wirklich drauf ankommen lassen. Ok, gut, ganz wie sie wollen…dann werden wir ja sehen wer zuletzt lacht. Als ob ich in 2 Wochen an diesem Auto stehen werde. Ich hab zwar keine Ahnung wo ich jetzt ersteimal bleiben soll, aber ein Anruf und das ist erledigt.
Ich nahm mein Handy aus der Tasche und rufte meinen besten Freund an. Ich kenn ihn jetzt schon seit der 5 Klasse und wir waren praktisch schon Geschwister. Seine Eltern würden bestimmt nicht auf so eine scheiss Idee kommen. Ob sie mich wohl für ein Jahr aufnehmen wollen? Auf einmal hörte ich seine Stimme am anderen Ende der Leitung
„Hei Marv, ich hab scheiss Nachrichten für dich.“
„Ok, hau rein.“
Hätte er nur eine Ahnung worum es hier geht. Und was ich mir grad alles anhören durfte.
„Erzähl ich dir nachher. Kann ich für die Ferien zu dir ziehen?“
„Warte kurz.“
Ich wartete. Von dem anderem Ende des Telefons hörte man nur einen lauten MAMA schrei. Hach, warum konnte meine Mutter nur nicht so nett sein?
„Ok geht in Ordnung“
Er hörte sich leicht voller Vorfreude an. Klar, sein bester Freund pennt für 2 Wochen bei ihm und heute Abend ist erstmal ne fette Home bei einem gemeinsamen Kumpel. Naja, so wie eigentlich der ganze Rest der Ferien. Ach, ich liebe die Ferienzeit. Vor allem weil wir Weihnachten bereits hinter uns haben und in 4 Tagen Silvester ist. Das bedeutet saufen bis der Arzt kommt. Vorfreude macht sich in mir breit.
„Bin gleich da.“
Dann legte ich auf. Zum Glück waren es zu ihm nur 10 min. Also kann man ganz entspannt dorthin laufen und auf dem Weg noch schön gemütlich eine Rauchen. Unterwegs ist ein Kippenautomat, da hol ich mir dann noch gleich ne Schachtel für heute Abend. Ich mein, vllt bekomm  ich ja noch eine ab. Wer weis das schon so genau. Ach ist das Leben nicht schön?
Ich stand vor seinem Haus. Auf der Tür konnte man nur den Namen Kessler lesen. Ich drückte auf die Klingel. Marvin machte mir die Tür auf. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht stand er vor mir. Oh man, ich wird dieses Grinsen vermissen.
„Na, mal wieder Stress mit deinen Eltern?“
Jap, er kannte mich wirklich zu gut
„Ja komm, sag, was hast du mal wieder angestellt?“
„Glaub mir Marv, garnichts. Aber du kannst nicht glauben auf was für ne beschissene Idee meine Eltern jetzt schon wieder gekommen sind.“
„Erzähls mir wenn wir uns fertig machen, wir haben nur noch 40 min Zeit."
Wir gingen gemeinsam die Treppe nach oben. Und dann nochmal. Er wohnt auf dem Dachboden, hat praktisch ne ganze Etage für sich. Gut, ich mein hab ich auch, aber es ist immer wieder schön zu sehen wie er strahlte wenn er hier hochgeht. Er wohnt noch nicht sehr lange hier. Es hat ein Jahr gebraucht, bis er sich durchsetzen konnte, und nochmal ein halbes Jahr hat es gedauert, das hier so hinzubekommen, das ein Jugendlicher hier wohnen konnte. Ich hab ihm damals dabei geholfen. Wir hatten so einen Spaß dabei. Aber gut, bin allgemein sehr begabt was das Thema Handwerk betrifft. Noch besser war ich allerdings im schreiben und Fotografieren. Und erzählt mir mal eins. Wozu brauch in später mal Mathe oder Physik wenn ich Journalist oder Fotograf werden will. Wer braucht das schon. Ich jedenfalls nicht.
„Die wollen mich nach Erfurt auf ein Internat schicken.“
„Was? Nicht dein Ernst!“
„doch. Und zwar schon nach den Ferien. Sie haben mich dieses mal sogar richtig erpresst.“
„Jap, das hätte ich mir denken können. Auf welches Internat wirst du dann gehen?“
„Schloss Einstein.“
„Warte, war da Coco nicht auch mal?“
Oh man Coco, eine ziemlich gute Freundin. Unsere Eltern sind miteinander befreundet und so sind wir halt nunmal auch befreundet. Sie ist eine richtig gute Freundin mit der man echt viel Spaß haben kann und über jeden Rotz lachen kann. Sie macht alles mit, wirklich. Und feiern ist mir ihr auch immer sehr gut. Sie ist eine der besten, ehrlich.
„Wann wirst du gehen?“
„Ende der Ferien. Aber denke ja nicht dass ich da mitgehen werde. Nur weil meine Eltern jetzt die ganze Zeit nurnoch arbeiten wollen. Die können mich mal. N Dreck werde ich da mitgehen.“
„Ja, hätte ich auch gesagt. Abe hei, schau es dir doch einfach mal an. Und wenn du kein Bock mehr hast nach nem Monat kannst du ja immernoch zurückkommen. Dann hast du es wenigstens Versucht. Außerdem, ich werd eh bald 18. Ich hab dann sowieso eh ein Auto und kann dich jedes Wochenende besuchen kommen. Soweit ist Dortmund ja jetzt auch nicht von Erfurt weg. Sind ja nur 3 ½ Stunden. Und da wir freitags ja eh immer schon um 11 aus haben wird ich dich dann jeden Freitag bis Sonntag persönlich abholen mit paar Kumpels und dich nach Dortmund bringen. Oder wir bleiben ganz da und pennen bei Coco.“
Dass er so denkt hätte ich nie Gedacht. Er ist halt doch der Vernünftigere von uns beiden. Schon immer gewesen.
„Sag mal Marv, haben deine Eltern nicht n Ferienhaus in der Nähe von Erfurt?“
„Ja, stimmt. Warum fragst?“
„Ihr könntet ja auch einfach da pennen.“
„Joa, das wär auch ne Möglichkeit. Egal jetzt, wir werden das schon irgendwie hinbekommen. Ich finde du solltest das echt machen. Es ist ne rießen Chance für dich. Außerdem, du bist jemand der einfach überall Freunde findet. Da bin ich mir schon immer sicher gewesen. Und hei, evtl springt ja ne Freundin für dich dabei raus. Probieren kann mans ja mal.“
Er zwinkert mir zu. Ok irgendwie hat er ja schon Recht. Ich kanns wenigstens mal versuchen…
„Ok, ich probiers wenigstens mal. Was machen wir dann jetzt die nächsten 2 Wochen?“
„Die Zeit genießen bis du weggehst. Und? Fertig. Wir sollten langsam los.“
„Jop bin fertig. Dann sagen wirs den anderen mal gleich.“

Wir standen draußen von der Tür und liefen gemütlich in Richtung Steevie. Er schmeißt heute Abend die Home. Wir zündeten beide unsere Zigaretten an und liefen gewappnet mit ner Menge Alkohol in Richtung Steevies Haus. Wir redeten darüber, was wir die nächsten Tage alles so anstellen wollen. Dann drehte er sich zu mir um und sagte
„Hei, Dani. Ich werd dich echt richtig vermissen.“
Review schreiben