Genie und Wahnsinn

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Philipp Burger
27.04.2015
27.04.2015
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Hallo Ihr Lieben,
das ist meine erste Geschichte. Also bin ich für jeden Tipp und Anregung dankbar. Versuche möglichst regelmäßig was zu tippen und hier hoch zu laden.

Ach und jede beschriebe Person gehört sich selbst, ich hab mir das alles nur ausgedacht und ich verdien damit natürlich auch kein Geld.

So nun ist alles gesagt, viel Spass.

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„Hey kannst du mit kommen. Wir haben da hinten ein riesiges Problem. Der Sänger einer befreundeten Band kann seine Hand nicht mehr richtig bewegen und die Sanitäter vor Ort wollen ihn ins Krankenhaus schaffen, aber die sollen eigentlich in 30 Minuten auf die Bühne.“ Ich schau Joggl hinter meiner Sonnenbrille an und ziehe eine Augenbraue hoch. Ich atme einmal kurz durch: „Klar, ich komme.“
—Wieso fliege ich eigentlich auf einen anderen Kontinent um Urlaub zu machen, wenn mich die Arbeit selbst hierhin verfolgt. Eigentlich wollte ich höchstens meinen Kater nach der ordentlichen Party versorgen und sonst mit der Medizin nichts am Hut haben, aber nun bin ich wohl dran.—-
Wir laufen durch Zelte und kommen an einen Nightliner. Na dann rein da, denke ich bei mir.
Joggl nimmt die erste Stufe in den Bus und brüllt hinein: "Ich hab hier vielleicht die Lösung."
Er schaut mich an: „Der da hinten in der Ecke“
Ich steh neben Joggl. Keiner bemerkt uns.
Die Augen der Anwesenden sind auf die Sitzecke gerichtet wo der Sanitäter auf den Typen in der Ecke einredet: „ Sie müssen schon mit kommen, wir haben hier weder die Ausrüstung um festzustellen was es ist noch die Möglichkeiten es anschließend richtig zu versorgen“
Der Typ: „Schon kapiert, aber wenn es nicht vor Ort geht dann eben gar nicht. Wir sollen in nicht mal 30 Mins auf die Bühne, da werde ich wegen so einer Kleinigkeit nicht ins Krankenhaus fahren und die Show ausfallen lassen.“
Der Sanitäter scheint mittlerweile leicht genervt: „Sie setzten die Gesundheit ihrer Hand aufs Spiel. Außerdem ist das doch ein Festival und hier spielen noch andere Bands. Da fällt es doch nicht ins Gewicht wenn sie nicht auftreten.“
—Oh böser Fehler, das Ego eines Musikers an zu kratzen, nicht gut.—-
Sein Patient bekommt ein böses glitzern in den Augen, steht auf und brüllt los: „Raus hier, sofort. Wer nicht mal versteht worum es hier geht sollte nicht auf so nem Event arbeiten. RAUS! Schickt jemanden rein der Ahnung hat, sonst geh ich verdammt nochmal so auf die Bühne!“
Der Sanitäter tritt grummelnd der Rückzug an, im vorbei gehen höre ich nur: „…. Musiker… immer das gleiche…. Wunder kann ich nicht vollbringen… „
—na das scheint dann wohl mein Auftritt—
Alle andern im Bus scheinen etwas beunruhig. Joggl tritt einen Schritt weiter zu der Gruppe und sagt: „Hey Jungs, ich hab hier vielleicht die Lösung. Das ist Chris. Sie ist Ärztin. Die beste die ich kenne. Sie hat mal in einer ziemlich verzwickten Situation den Abend gerettet und vielleicht kann sie deiner Hand ja auch helfen.“
Die Jungs schauen mich an. Ich geh an Joggl vorbei und auf den eben noch brüllenden Kerl zu, setzte mein professionell freundliches Gesicht auf und lächle.
„Hey“ sage ich in die Runde  „wenn sie sich beruhigt haben würde ich mir gerne die Hand ansehen und dann schauen wir mal was ich machen kann“
Er schnauft einmal, setzt sich wieder und legt den Arm auf den Tisch. Während ich die Hand untersuche versuche ich es mit einer leichten Konversation: „Hey, bin Chris. Oder Doc Torres. Wie sie wollen.“
Er schaut kurz auf: „Gerne Du und ich bin Philipp“
„Was hast du gemacht und was tut genau weh?“
„keine Ahnung, hab ein bisschen auf der Gitarre geklimpert, dann kam mein Roadie und nahm mir die Gitarre etwas ungeschickt aus der Hand, dabei hab ich sie mir wohl verdreht. Nun geht nix mehr mit dem Handgelenk.“
„Ja sehe schon, verdreht und wahrscheinlich die Bänder überdehnt. Da hat der Kollege eigentlich recht, man sollte es gut verbinden und dann schonen, aber das steht wohl nicht zu Debatte.“ Ich schaue kurz in sein Gesicht. Ok das Gesicht sagt alles, Hand schonen ist schon mal nicht drin. „Ok ich geh mal zum Sanitäter und schau mal was er mit hat und was ich machen kann.“
Ich stehe auf und werde verdutzt angeschaut….

Kurze Zeit später komm ich mit Pysiotape zurück. Die Jungs sitzen mittlerweile vor dem Trailer in der Sonne und schon von weiten kann ich sie diskutieren hören. Der Typ mit der Cap: „lass dir die Hand doch einfach verbinden und wir lassen den Roadie deine Gitarrenparts spielen“ Phillip:„Was? Das ist doch nicht dein Ernst. Kannst knicken. Und was soll ich dann auf der Bühne machen? Rumstehen und den Mirkoständer vom Umfallen abhalten? Nee läuft nicht.“ Joggl :„Ist doch besser als den Auftritt ausfallen zu lassen“
— ich sollte gleich mal die Namen der Jungs in Erfahrung bringen—
Grinsend laufe ich auf sie zu. „Wer will hier nicht auftreten? Kommt gar nicht in Frage solange ich hier was machen kann. Hab alles was ich brauche gefunden. Mit ein paar Minuten Zeit ist die Hand wieder einsatzbereit. Ist sicher keine Dauerlösung ist aber für den Auftritt reicht es sicher und danach ist dann aber wirklich Schonung angesagt.“
Nach nicht mal 3 Minuten ist die Hand getapt und Phillip schnappt sich seine Klampfe und testet die Bewegungen: „Ziemlich gut, ich merk es noch aber spielen wird gehen“.
Nachdem das geklärt ist stellen sich nun auch die restlichen Jungs vor und so lerne ich Föhre, Zegga und Jonas kennen. Wir plaudern kurz und dann müssen die Jungs auch schon raus auf die Bühne, sie laden mich ein nach der Show mit ihnen ein paar Bier zu trinken, quasi auf den geretteten Auftritt.

Joggl und ich gehen zu den anderen Unantastbar Jungs zurück, setzen uns in die Sonne und trinken erstmal ein Bier. Die Jungs unterhalten und lachen und spaßen rum. So viel gelacht wie in den 24 Stunden hier hab ich seit einer Ewigkeit nicht mehr. Die Stimmung ist ausgelassen.
—Ich denke über die letzten 2 Monate meines Lebens nach. Ich habe vor ca 2 Monaten Joggl in America kennen gelernt, der hat da Musik mit nem Kumpel gemacht und so viel gesoffen, dass er Abends nicht mehr auf die Bühne konnte was ihm aber so wichtig gewesen wäre. Also musste ich ran. Hat ganz gut geklappt. Ausgenüchtert in Rekordzeit, Infusion sei dank. Naja sagen wir vielleicht nicht ganz ausgenüchtert, aber soweit das er auf die Bühne konnte und funktionierte.  Joggl und ich haben uns auf Anhieb super verstanden und so haben wir die nächste Tage die er noch in America war nach Feierabend zusammen verbracht und ich hab ihm ein bisschen was von Los Angeles gezeigt. Dann ist er zurück und hat mich eingeladen ihn in seiner Heimat mal zu besuchen. Dann ging es auf einmal viel schneller als ich gedachte. Mein Freund machte Schluss. Er muss sich mehr auf seine Musik konzentrieren und die Beziehung kostet ihn zu viel Kraft. Musiker halt. Dann verklagt mich noch ein Angehöriger eines Patienten auf einen Kunstfehler und ich darf solange der Prozess läuft nicht praktizieren, zumindest nicht als Chirurgin. Als ich dann mit Joggl sprach lud er mich erneut ein und sagte es passe super. Die Woche läuft das AlpeFlair eine nettes Festival, ne super Stimmung, Musik, Alkohol, tolle Landschaft und coole Leute. Also hab ich meine Koffer gepackt und bin losgezogen. Nun bin ich den ersten Tag hier. Hab die Jungs von Unantastbar kennen gelernt und noch ein paar Andere deren Namen ich mir beim besten Willen nicht merken konnte….—
„Chris….Chris!“ reisst mich aus meinen Gedanken. „Ja?“ Joggle grinst mich an: „Willst auch nen Bier?“ Ich denke kurz nach „Na klar“ betrunken war ja irgendwie schon mein Ansinnen, einfach mal ein bisschen den Kopf betäuben. Erwachsen sein und mich den Problemen stellen kann ich auch morgen noch oder nächste Woche. Naja halt irgendwann später.
Die Jungs von Unantastbar sind wunderbar. Witzig und einfach ne tolle Unterhaltung. Die Zeit vergeht wie im Flug und mittlerweile ist echt schon spät. Die kleine Party ist mittlerweile ziemlich gut besucht und es haben sich noch ne ganze Menge anderer Musiker zu uns gesellt und auch die Freiwild Jungs sind hier.
Nachdem ich das was-weiss-ich-wie-vielte Bier geleert hab muss ich dringen mal für kleine Mädchen. Auf dem Weg durch die Party People werd ich auf am Arm gepackt. „Wollte mich bei dir bedanken, kam ich vorhin irgendwie nicht richtig zu.“ Ich blicke auf die Hand die meinen Arm gepackt hat und schaue dann am Arm lang auf den Menschen der da dran hängt und blicke dann Philipp in die Augen. „Ach kein Ding, nicht der Rede wert.“ Ich will mich wieder umdrehen und weiter in Richtung Klo. Aber ich werde wieder aufgehalten. „Hey, nee ganz ehrlich mir und der Band war der Auftritt echt wichtig und du hast es gerettet. Trink ein Bier mit mir.“ Ich schaute ihn an: „Ja gleich, erst muss ich eins wegbringen.“ Er fing an zu grinsen: „ Ok, dann bis gleich.“