Closed Eyes

von Spreusel
KurzgeschichteAllgemein / P12
Xellos
26.04.2015
26.04.2015
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Wer es schafft mir in die Augen zu sehen, hat ziemliches Glück – oder ein großes Problem. Auf jeden Fall weiß man dann, dass ich ein Mazuko bin, mächtig, jemand mit dem man sich nicht anlegen sollte wenn man Wert darauf legt weiter hin zu existieren.
Das war nicht immer so. Auch ich war einmal schwach, hilflos, erbärmlich… ein Mensch. Jetzt schaut nicht so entsetzt. Bloß weil Mazuko üblicherweise aus dem Nichts erschaffen werden kann es Ausnahmen von der Regel geben und die haben dann auch eine Vergangenheit vor ihrem Dämonendasein. Wobei ich persönlich mich nicht mehr an allzuviele Dinge daraus erinnere. Ist inzwischen auch schon eine ganze Weile her, über 1000 Jahre – damals, in dem großem Krieg zwischen den 4 Untergebenen von Ruby Eyed Shabranigdu und dem Aqualord Ragradia, einem der 4 Untergebenen von Ruby Eyed Shabranigdus Gegenspieler Flare Dragon Ceifeed, Anführer der Shinzuko. Von den Anfängen des ganzen hatte ich nichts mitbekommen, doch die Auswirkungen spürte ich wie so viele Menschen… viel zu wenig Essen, Krankheiten die sich ausbreiteten, Leid, Elend und überall Monster die einen angriffen. Nicht gerade der beste Ort um Kind zu sein, besonders nicht wenn man wegen einer Laune des Schicksals blind war. Ihr hört schon richtig.
Irgendjemand hat sich sicher um mich gekümmert, sonst hätte ich kaum überlebt, nur wenn ich versuche mich zu erinnern höre ich nur dumpfe Wortfetzen – Stimmen die sich bekannt anfühlen, die ich aber nicht einordnen kann. Nichts fassbares, kaum mehr als Träume. Inzwischen spielt das auch keine Rolle mehr, ist es doch längst vergessen… von mir, von den Menschen, von jedem. In der Zeit wo die magische Barriere um unser Reich errichtet wurde gab es in unserem Dorf ganz andere Probleme, bestehend in mehreren Krankheitswellen und gehäuften Monsterangriffen. Einem davon ist sicher auch meine Familie oder wer immer sich um mich gekümmert hatte zum Opfer gefallen, zumindest war ich irgendwann allein und wäre sicher auch gestorben wenn Greater Beast Master Zelas Metallium sich nicht meiner angenommen hätte – sie brauchte, ebenso wie die anderen Mazuko Lords, einen Priester und einen General um ihre Pläne in der Welt auszuführen. Allerdings tätigte sie das nicht, indem sie einen genügend großen Teil ihrer Macht abspaltete und so ein neues, schwächeres Wesen schuf, sie wollte auch nicht zwei Handlanger, nein – Zelas wollte einen mächtigen Mazuko, der ihr absolut treu ergeben war und alle Aufgaben erfüllen konnte. Priester und General zu vereinen und dem entstehenden mehr Macht zu geben war logisch, die Schlussfolgerung einen Menschen als Grundsubstanz zu nutzen weniger. Doch was wäre besser geeignet als ein junger Mensch, der keine Angehörigen hatte und alles getan hätte um leben zu können, selbst wenn es bedeutete sich selbst aufzugeben? Dieser Mensch… war ich.
Das Angebot konnte ich schlecht ablehnen, ließ die Qualen die mit der Verwandlung in einen Mazuko einhergehen über mich ergehen. Für die Chance zu leben. Die Chance mächtig genug zu sein um nie mehr verletzt zu werden. Um eine Chance haben zu können zu SEHEN. Was ich zu sehen bekam war keineswegs schön – Krieg, Tod und Verderben. Es schockte mich, verhärtete mein Herz gegen das letzte bisschen Menschlichkeit, gegen Gefühle, welche mir jetzt nur insofern etwas nützten, dass ich weniger empfindlich auf positive Gefühle reagierte, die Mazuko sonst schwächten, sogar vernichten konnten. Mich… nervten sie eher, waren auf eine lästige Art unangenehm. Nur die Welt, welche ich mir so lange erträumt hatte, wollte ich wirklich nicht sehen. Ich bat Zelas mich wieder blind zu machen – eine kindische, überstürzte und unmögliche Bitte, doch angesichts dessen, dass sie schon zu viel Arbeit in mich gesteckt hatte um meine Psyche zu gefährden, fand sich eine Möglichkeit. Meine Aura, meine Ausstrahlung wurde in meinen Augen versiegelt, dass machte es mir auch leichter selbige zu verbergen, hatte ich mit der Magie als geborener Mensch anfangs doch noch Probleme. Sobald ich mich daran gewöhnt hatte kam ich auch in der Welt klar, konnte mich an der neugewonnen Freiheit erfreuen. Alles was ich tun musste war meine Augen geschlossen zu halten.

Jetzt kennt ihr meine Geschichte – aber ihr erzählt sie doch niemandem weiter, nicht? Denn das… ist ein Geheimnis ;)
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