See You Again

GeschichteRomanze, Familie / P18 Slash
24.04.2015
21.01.2018
49
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30
Dieses Kapitel
23 Reviews
 
 
 
1. The First Time We Met
Ihr Lieben :)
Neue Story!!!
Wohin sie führt – keine Ahnung, aber so viel sei schon einmal gesagt: Sie wird anders, als alles, was ich bis jetzt schon geschrieben hab..
Natürlich wird Liebe, Freundschaft & Familie wieder eine wichtige Rolle spielen, diesmal aber eben noch ein vierter, seit kurzem für mich, unglaublich wichtiger Aspekt! Die Zeit..
Ich hoffe, dass euch die Story gefällt :)
Über Kritik, ob sie jetzt positiv oder negativ ist, freue ich mich natürlich immer!
Viel Spaß beim lesen des 1. Kapitels :)
Alles Liebe:)


16.03.2015 – 92 Tage

Leise lachend saß ich in dem Wartezimmer der orthopädischen Praxis und starrte auf mein iPhone. Ellen DeGeneres ist verdammt nochmal eine Göttin. Egal wie beschissen manche Situationen auch waren, sie brachte immer das Gute hervor und zeigte, wie schön das Leben doch wirklich ist.  
Das war eine Gabe, um die ich sie unglaublich beneidete. Sie gab anderen Menschen immer wieder Kraft, Hoffnung und stellte sich selber dabei in den Hintergrund. Klar, das war irgendwo vielleicht auch ihr Job, aber ich nahm ihr ab, dass sie das alles ehrlich meinte, das sie wirklich so war und das alles nicht nur wegen des Geldes machte.
„Auuuuutsch.“ ich hielt mir mein schmerzendes Ohr und sah dann völlig irritiert auf. Mum stand mit einem der Kopfhörer vor mir und wirbelte diesen ungeschickt herum.
„Tut mir leid, aber anders bekomm ich deine Aufmerksamkeit ja offensichtlich nicht.“ ihr Blick war leicht vorwurfsvoll, aber ich erkannte immer noch ihre aufrichtige Liebe darin. So sah sie nur mich an.. und Dad früher..
„Schon gut.“ murmelte ich und schaltete die Tastensperre auf meinen Handy ein, ehe ich aufstand und die Arme ausbreitete. „Aber ab jetzt bin ich, wie versprochen, für den Rest des Tages, ganz allein dein.“
„Ach Charlie, wenn du willst, dann kannst du ja auch richtig süß sein..“ die Ironie in ihrer Stimme war nicht zu überhören und bevor ich irgendwie reagieren konnte, hatte sie schon die Hand erhoben und mir in die  Wange gekniffen.
Wie immer ließ ich sie machen. Früher, um genau zu sein während meiner 'Ich-bin-so-ein-verdammt-cooler-Teenager-fass-mich-ja-nicht-an-Phase' hab ich noch versucht sie davon abzuhalten.
Aber mittlerweile war das eine Geste, die für mich sowohl Sicherheit als auch Heimat bedeutete. Es war ein Stück Vergangenheit, nur unsere, niemandens sonst. Und ich liebte es..
„Wenn du damit fertig bist meine Wangen auf brutalste Weise zu misshandeln, dann können wir ja vielleicht endlich einmal los?“ lachte ich. „Wohin geht’s zu erst? Schon irgendwelche Pläne während der Arbeit geschmiedet?“ ich rieb mir die Hände und sah sie an.
„Als erstes geht's nach Hause.“ antwortete sie mit purer Überzeugung.
„Nach Hause?“ wiederholte ich und klang dabei nicht ganz so optimistisch wie meine Mum. „Eigentlich dachte ich, dass wir uns noch einen entspannten restlichen Tag machen.. in irgendeinem Park oder Cafe? Noch was Essen gehen oder sowas in der Art..“
„Machen wir ja, aber davor würde ich mich vielleicht noch duschen und etwas schickes anziehen? Kann ja nicht so wie ich ausseh neben meiner wunderschönen Tochter herlaufen, die alle Blicke auf sich zieht..“
„Ach Mum.“ ich legte den Arm um ihre Schulter und zog sie an mich um einen Kuss auf ihren Scheitel zu platzieren. „Du weißt doch, dass du für mich immer die schönste Frau auf der Welt sein wirst. Da kann kommen wer und was wolle.. nichts und niemand wird je an dich rankommen..“
„Und du weißt immer noch, wie man perfekt schleimt, Charlie.“ grinste sie mich an. „Dennoch zahlst du heute Abend das Essen."
Ich verdrehte die Augen.
„Das du auch immer alles kaputt machen musst..“ murmelte ich und schlenderte mit ihr im Arm in Richtung Ausgang.

<<>>

Unten angekommen setzte ich sofort meine Ray Ban auf. Das Wetter zur Zeit spielte wirklich verrückt. Entweder war es glühend heiß oder man musste die Winterjacke wieder aus den Tiefen des Schranken kramen.
Heute war es mal wieder etwas kälter, aber die Sonne schien dennoch und ließ zumindest ein wenig den Frühling durch kommen. Eigentlich perfektes Wetter.
„Wenn du willst, dann kann ich heute Abend noch irgendwo reservieren? Odeeeer wir gehen davor noch ins Kino! Das haben wir auch schon ewig nicht mehr gemacht, vielleicht läuft ja ein guter Film. Was meinst du?.“ fragte ich mit Blick auf mein iPhone, erst als nach einigen Sekunden keine Antwort von ihr kam, blickte ich auf. „Mum?“
„Warte mal 'ne Minute.“ nuschelte sie.  
Ich nahm meine Sonnenbrille wieder von der Nase und sah ihr hinterher. Zielstrebig ging sie auf eine dunkelhaarige Frau zu, die auf einer Bank hockte und mit ihrem Handy rum spielte. Ich seufzte. Zu gut wusste ich einfach, was jetzt kommen würde. Mum halt..
So viel also zum Thema Mutter und Tochter Abend. Bis wir wirklich damit anfangen konnten war wahrscheinlich schon morgen. Oder übermorgen..
Mum redete eine Weile mit der Frau, ehe sie ihren Kopf hob und sich wieder zu mir drehte. Unsere Blicke trafen sich. Noch einmal seufzte ich leise, ehe ich dann doch nickte. Sie würde sich ja nur den ganzen Tag Vorwürfe machen, dass wir die arme Frau da ganz alleine haben sitzen lassen.
Außerdem.. das, was ich von hier aus beurteilen konnte, sah verdammt gut aus. Die Frau hatte eine ziemlich sportliche Figur und ein smartes Lächeln.
Nach kurzem zögern stand sie schließlich von der Bank auf. Erst jetzt fiel mir die Schiene um ihr linkes Bein auf und die Krücken. Jetzt machte das alles auch irgendwie Sinn.. wahrscheinlich war sie eine von Ma's Patientinnen..
Die Frau folgte Mum, auf deren Lippen ein triumphierendes Lächeln, lag in Richtung Wagen. Ich hatte mich mittlerweile an meinen Jeep gelehnt und die Arme vor der Brust verschränkt.

„Nadine, das ist meine Tochter Charlie. Charlie, das ist Nadine, eine Patientin von uns.“ stellte Mum uns vor und bestätigte damit meinen Verdacht von eben.
Etwas ungeschickt machte Nadine eine Hand frei und streckte mir diese entgegen.
„Freut mich.. und ich hoffe, dass es dir keine zu großen Umstände macht, mich daheim schnell abzusetzen.“ sie lächelte mich schüchtern an, als ich ihre Hand ergriff und schüttelte.
Sofort fielen mir ihre unglaublich schönen, reinen, brauen Augen auf, die mich von der ersten Sekunde an in ihren Bann zogen und mich nicht mehr los ließen. Ich war gefangen und starrte sie einfach nur an, unfähig etwas zu sagen oder mich zu bewegen.
Das mich fremde Augen so faszinierten war mir zuletzt mich 16 passiert als ich mich damals Hals über Kopf zum ersten Mal richtig verliebt hatte..
Mum räusperte sich schließlich neben mir und stieß mir sanft mit dem Ellbogen in die Rippen, weswegen ich dann endlich wieder zu mir kam. Ich ließ Nadine's Hand los.
„Quatsch.. is' alles kein Stress.“ zwinkerte ich ihr so selbstsicher ich konnte zu und ließ mir nichts mehr von eben anmerken.
„Super.. dann hätten wir das ja geklärt.“ Ma klatschte begeistert in die Hände. „Am besten du setzt dich nach vorne. Charlie, du kannst den Sitz doch bestimmt noch ein wenig zurück stellen, dass Nadine mehr Platz für ihr Bein hat?“
„Ehh, klar.“ ich nickte und öffnete dann die Beifahrertür, ehe ich mich reinlehnte und den Sitz maximal zurück stellte. „Gut.. Soll ich dir Krücken abnehmen, bis du drin sitzt?“
„Ehm.. danke, ja, wäre klasse..“ sie reichte mir die Metallteile und hüpfte dann zur Tür. Als ob sie nie etwas anderes gemacht hätte stieg sie ein und hielt mir dann wieder die Hände hin. Mehr als verwirrt sah ich sie an. „Du kannst mir die Krücken jetzt wieder geben.“ grinste sie.
„Ach so.. ja, klar.. sorry.“ ich gab ihr ihre Helfer zurück und fuhr mir dann mit der Hand durch die Haare.
„Dann können wir ja jetzt los, oder?“ ich spürte den Blick meiner Mutter auf mir ruhen, doch anstatt zu antworten pustete ich meine Wangen auf und nickte schnell, ehe ich einmal um den Jeep herum ging und mich neben Nadine auf der Fahrersitz setzte.

Als ich den Motor anschaltete ertönte sofort Linkin Park – In the End aus allen Lautsprechern in voller Lautstärke. Nadine neben mir zuckte heftig zusammen.
„Sorry..“ ich drehte die Musik runter und schnallte mich ein.
„Kein Ding.. bin nur ein wenig erschrocken.“ ich drehte meinen Kopf zu ihr. Wieder lächelte sie mich schüchtern an und ein zweites mal drohte ich in ihren Augen zu versinken, aber diesmal hatte ich mich unter Kontrolle.
„Sag einfach an, wo ich lang muss.“
„Mach ich.“
„Gut..“ ich setzte den Blinker und fuhr aus der Lücke hinaus.
Nadine lenkte mich durch den Wolfsburger Feierabendverkehr, aber ansonsten herrschte Schweigen im Auto. Drückendes, unangenehmes Schweigen, das eigentlich keiner wollte. Aber ich wusste einfach nicht, worüber ich reden sollte, immerhin kannte ich die Frau ja gar nicht, die neben mir im Wagen saß.
„Ich hoff, dass ich deiner Mannschaft jetzt endlich mal zusehen kann. Mittwoch 16:00, richtig?“ kam es plötzlich von der Rückbank.
Über den Spiegel hinweg sah ich meine Mum fragend an, aber sie schien es zu ignorieren.
„Jap, aber ich glaub nicht, dass ich spielen werde..“ auch wenn es wahrscheinlich eher als Witz gemeint war konnte ich die Traurigkeit in ihrer Stimme doch deutlich raushören.
„Handball?“ mischte ich mich ein.
„Nein.. Fußball.“
„Ohha.. nicht schlecht.“ ich nickte anerkennend und hielt an der roten Ampel an.
„Naja..“ sie zuckte mit den Schultern. „Ist nichts allzu besonderes.“
„Nein..“ kam es ironisch von hinten. „Spielst ja nur in der Bundesliga.. ist keine große Sache..“
„Ich find einfach, dass es Menschen auf der Welt gibt, die mehr leisten.. das ist eine große Sache, aber den Ball bisschen vor sich hin zu kicken..“
„Gute Einstellung.“ murmelte ich und fuhr los.
„Du hast am Mittwoch doch auch noch nichts vor, oder Charlie? Vielleicht kann Nadine dir ja auch noch eine Karte besorgen.“
„Klar, wäre kein Problem.. die nächste dann links..“
„Eigentlich wollte ich die nächsten Tage noch am Haus arbeiten..“ entschuldigte ich mich.
„Du kannst ruhig mal eine Pause machen..“ kam es mahnend von hinten.
Ich verdrehte die Augen. Manchmal war Mum wirklich anstrengend.. aber ich war es ja nicht anders gewohnt.
„Eher nicht..“ war alles was ich erwiderte und damit war das Thema für mich auch wieder erledigt..

Wieder entstand Stille im Wagen. Nur das Radio lief leise nebenbei und eben Nadine's Anweisungen. Schließlich hielt ich vor einem großen Haus.
„Warte, ich helf dir noch raus.“
„Quatsch, ich..-“ doch bevor sie weiter protestieren konnte hatte ich meine Tür schon geöffnet und war einmal um meinen Wagen rum.
Mum stieg ebenfalls aus und hielt Nadine die Tür auf. Ich nahm die Krücken und hielt ihr meine Hand hin. Kurz zögerte sie, doch dann griff sie danach und ließ sich von mir helfen. Als sie sicher neben mir stand reichte ich ihr die Krücken.
„Also, nochmal danke für's Heim fahren.“ wieder dieses unsichere Lächeln.
„Klar, kein Stress.. Pass auf dich auf und.. gute Besserung natürlich.. Hoffentlich stehst du bald wieder auf'm Platz.“ meine Mundwinkel zuckten kurz nach oben.
„Danke, ich werd's versuchen.. vielleicht sieht man sich mal wieder.“
„Bestimmt.“ ich nickte und drehte mich dann um, um wieder in meinen Jeep zu steigen.
Mum unterhielt sich noch einige Minuten, ehe sie dann auch neben mir Platz nahm.
„Und?“ fragte sie und durchbohrte mich mit ihrem Blick.
„Was und?“ ich startete den Wagen.
„Wie findest du sie?“
Ich hielt in meiner Bewegung inne und sah mehr als verwirrt zu meiner Ma-
„Nett?“
„Ach komm, Charlie.“ stieß sie empört aus. „Nadine ist bildhübsch, gebildet und genau dein Typ!“
„Ohha, Stopp! Sollte ich dich deswegen abholen, dass du mich verkuppeln kannst? Du weißt, dass das wenig Sinn macht, oder? Immerhin bin ich in 92 Tagen wieder weg.“
„Na und? Du kommst wieder!“
Ich schüttelte nur den Kopf und fuhr dann los.
„Nach Hause und wohin dann?“

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erstes Kapitel ist bisschen kurz, die nächsten werden länger!
Bis dahin :)
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