Gedanken eines Mörders

von catriona
KurzgeschichteDrama / P12
22.04.2015
22.04.2015
1
642
 
Alle
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
 
Hallo alle zusammen!
Den folgenden Oneshot musste ich in der Schule, in Deutsch, schreiben, da wir gerade "der Richter und sein Henker" lesen und für die Klassenarbeit üben.

Tschanz´ Tagebucheintrag spielt, nachdem er bei Bärlach war und der ihm gesagt hat, was wirklich gespielt wurde und bevor Tschanz sich umbringt.

Ich hoffe es gefällt euch,
eure Izzy

Disclaimer: Die Personen der Geschichte gehören nicht mir, sondern Friedrich Dürrenmatt. Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld.

~*~


November 1948
So, nun sitze ich hier, in meinem Arbeitszimmer, geschockt und verzweifelt, dass Bärlach mich benutzt hat, um Gastmann zu töten. Er war der Richter und ich sein Henker. Er trieb mich dazu, Gastmann zu töten, er wusste, dass ich Schmied getötet habe und nutzte meine Verzweiflung aus! Ich kann es noch gar nicht fassen! Die ganze Zeit dachte ich, ich hätte ihm etwas vorgespielt, war es in Wirklichkeit er, der mir vorgespielt hat, nichts zu wissen, mich benutzt und manipuliert hat.
Nun habe ich 4 Menschen auf dem dem Gewissen. Alle getötet von einer Waffe, genauer gesagt, meiner Waffe. Schmied, Gastmann und diese zwei Diener Gastmanns. Ich glaube, Gastmann wusste, dass ich ihn töten würde. Ich glaube auch, dass Bärlach ihm das gesagt hatte. Schon wieder Bärlach. Hat der denn überall seine Finger im Spiel? Es scheint so.
Hätte es etwas gebracht, wenn ich Gastmann nicht ermordet hätte? Wenn ich ihn nicht als den Mensch auserkoren hätte, dem ich den Mord an Schmied anhängen könnte? Ich weiß es nicht. Vielleicht wäre alles anders gekommen, doch sicher ist es nicht. Vielleicht säße ich trotzdem in diesem Arbeitszimmer, an meinem Schreibtisch aus Ebenholz, und würde in dieses Buch schreiben.
Ich bin ein Mörder. Nun, das wusste ich schon, nachdem ich Schmied getötet hatte, aber es ist trotzdem erschreckend, wenn ich es so sage. Ich bind ein Mörder. Ein Mörder.
Ich fühle nun leichte Schuld. War es wirklich richtig, Schmied zu töten? Ich war so eifersüchtig! Schmied hatte alles! Einen guten Posten bei der Polizei, Erfolg im Beruf, also bei der Polizei, einen besseren Wagen und eine hübsche Freundin, ja sogar Verlobte! Und alles nur, weil er aufs Gymnasium ging und reiche Eltern hatte, verdammt! Jetzt zittern meine Hände von dem Gefühlsausbruch gerade. Ich hatte gute Gründe, Schmied zu ermorden, warum also hab ich nun Schuldgefühle? Liegt es an Anna, die so traurig war und geweint hat? Anna, die den Mörder ihres, nun toten, Verlobten wissen wollte? Anna, die mich heiraten würde, sollte ich Schmieds Mörder stellen? Was würde sie tun, wenn sie erfahren würde, dass ICH Schmied getötet habe?
Ich habe Angst, dass ich alles verlieren könnte, was ich bekommen habe. Alles, was Schmied hatte: Seinen Posten, Erfolg, seinen Wagen und sogar seine Freundin. Und doch...wenn ich so darüber nachdenke...kann es nicht sein, dass ich bereits alles verloren habe? Woher soll ich wissen, dass Bärlach mich wirklich nicht verrät? Kann ich überhaupt noch dort hingehen? Diese Frage kann ich sofort mit einem klaren "Nein"  beantworten. Bärlach sagte mir, er wolle mich nie wieder sehen. Würde er mich verraten, wenn ich trotzdem hingehen würde? Er hat nichts zu verlieren, hat er doch eine todbringende Krankheit. Wobei...Er habe sich verstellt, sagte er mir. Doch kann ich ihm trauen, nachdem er mich so hintergangen und manipuliert hat?
Ich weiß es nicht. Was bliebe mir, wenn ich gehen würde? Ein blauer Mercedes eines Toten und die Erinnerung, das Wissen daran, dass ich 4 Menschen getötet habe.
Nein, das kann nicht sein! Ich gebe auf. Ich gebe mein Leben auf. Hier gibt es nichts mehr, was mich hält. Ich bin alleine. Ja, ich habe einen Entschluss gefasst. Ich werde diese Welt verlassen und in den Tod gehen.
Lebt wohl,
 Tschanz
Review schreiben
 
 
'