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Gruppe 17: Jäger der Nacht

von MDU-Story
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / MaleSlash
21.04.2015
21.04.2015
10
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21.04.2015 880
 
Kapitel 2 - inzukagirl (Benutzer existiert nicht mehr)


Jaron ging auf die Bar zu. Amüsiert beobachtete er, wie die Menschen um ihn herum etwas zur Seite wichen. Sie machten ihm Platz. Ein spöttisches Lächeln schlich sich auf seine Lippen.
"Er ist ein Vampir, sieh doch wie bleich er ist", murmelte jemand hinter ihm. Jaron lächelte wieder, aber diesmal war es ein erschöpftes Lächeln, doch der Spott war noch nicht gewichen.
Ein Vampir, dachte Jaron. Als ob ich jemals ein Vampir sein könnte. Es wäre nur ein Nachteil in der Sonne zu Staub zu zerfallen, oder Blut trinken zu müssen, um meine Stärke zu bewahren. Ich bin kein Vampir.
Wieder schlich sich ein spöttisches, kaltes Lächeln auf seine Lippen. Es war die einzige Art auf die er lächeln konnte. Er fand, dass Lächeln ein Überfluss war, den er sich nicht zu leisten brauchte. Warum auch sollte er seine Gefühle so einfach preisgeben. Er interessierte keinen, also war es egal, ob er lächelte oder finster vor sich hin starrte. Und er war zufrieden damit.
"Bitte das Übliche", sagte er dem Mann hinter dem Tresen. Dieser sah ihn nur finster an und reichte ihm ein Glass voll mit Bier. Wieder schlich sich dieses spöttische Lächeln auf die Lippen von Jaron, als er sah, wie der Andere zusammenzuckte, als sich ihre Finger berührten. Dann trank er einen Schluck aus seinem Glas.
Immer wieder nippte er etwas und lauschte auf das Gerede der Menschen um ihn herum. Nach einer Weile hatte er sein Glas geleert, er stellte es wieder auf den Tresen, dann bezahlte er und lächelte, als der Mann hinter dem Tresen erneut erzitterte, als ihre Finger sich berührten.
Dann stand er auf und ging, das langweilige Getratsche der Bauersleute um ihn herum, hinter sich zurücklassend, voller Eleganz aus dem Pub.
Als er aus dem Pub kam, sah er sie. Sie stieg aus einer Kutsche, die gerade gekommen war und mit einem leisen Lächeln auf den Lippen ging er auf sie zu.
Eine junge Frau. Hübsches, langes Haar und ein bleiches Gesicht. Sie war vielleicht nicht unbedingt das, was er gesucht hatte, aber sie könnte ihm trotzdem helfen.
"Meine Dame", murmelte er, als er neben ihr stand. Sie sah ihn verwirrt an und ihr Gesichtsausdruck gefror. "Ich grüße Sie, Baronesse Elisabeth Riddle."
"Sie kennen meinen Namen." Eine Moment wirkte sie verwirrt, dann glätteten sich ihre Züge und sie lächelte kurz. "Dann sind Sie also der, der uns abholen sollte."
"Natürlich, Verehrteste." Er konnte den spöttischen Unterton kaum verbergen.
"Jaron van Garder?", murmelte jetzt auch eine Stimme hinter ihm. Jaron drehte sich um und sah in das Antlitz eines jungen Mannes. Er hatte dunkle Haare und grüne Augen, die Jaron spöttisch musterten. "Ich bin ein Freund der Familie. Wissen Sie, Mylady ist verheiratet und Herr Riddle wäre gar nicht erfreut, wenn ihr etwas passieren würde." Der junge Mann wirkte kein bisschen bedrückt, vielmehr funkelten seine Augen voller Schalk.
Jaron musterte ihn und wieder schlich sich ein spöttisches Lächeln auf seine Lippen. "Meinen Namen kennen Sie ja schon. Wie ist Ihrer?"
"Ich heiße James." Jaron nickte nur, dann wand er sich wieder Elisabeth zu.
"Nun, verehrte Elisabeth Riddle, ich werde Sie nun zu Ihrer Unterkunft führen. Wundern Sie sich nicht über die Blicke der Leute. Die denken, ich sei ein Vampir. Aber so lassen sie mich wenigstens in Ruhe."
Elisabeth grinste kurz, dann ging sie hinter Jaron her. Bald waren sie bei einem kleinen Haus angekommen und Jaron führte sie in die Eingangshalle.
"Ich habe leider nur ein Zimmer reserviert, ich wusste nicht, dass sie noch jemanden mitbringen." Jaron warf einen Blick auf James und dieser zuckte kurz zusammen.
Elisabeth sah ihn kurz abwägend an.
"Jaron, Sie müssten doch ein großes Haus haben. Er könnte doch bei ihnen schlafen."
Jaron verzog das Gesicht und wollte sofort nein sagen, aber er seufzte kurz und stimmte doch zu. Er wollte im Moment kein Aufsehen erregen, das hatte er auch so schon genug.
"Dann komm, James."
Jaron sah Elisabeth zu, wie sie in ihre Gemächer ging, dann machte er sich mit James auf den Weg zu seiner kleinen Hütte. Wieder hatte sich dieses spöttische Lächeln auf seine Lippen geschlichen, als er mit James durch die Straßen ging und die restlichen Dorfbewohner voller Angst vor ihm zurückwichen und anfingen zu tuscheln, als er an ihnen vorbei war.
"Herzlich willkommen in meinem bescheidenen Heim", murmelte er und stieß die Tür zu seiner Wohnung auf. Dann ließ er James herein.
James sah sich um und schloss die Tür hinter sich.
"Schön… äh… gemütlich. Wo soll ich schlafen?", fragte er schnell, denn die lange Reise, die er hinter sich hatte, hatte ihn ermüdet, so dass er jetzt nicht mehr konnte.
Jaron wies auf ein Sofa und schon bald schlief James.
Wieder hatte sich ein Lächeln auf Jarons Lippen geschlichen, doch zu seinem Ensetzten war es nicht mehr spöttisch, sondern eher... liebevoll.
Ein Heulen eines Wolfes riss ihn aus seiner Trance und schnell ging auch er zu Bett.
Er lag noch lange wach und dachte darüber nach, was es wohl bedeuten sollte, dass er den jungen James angelächelt hatte...
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