The Note

von - Leela -
KurzgeschichteAllgemein / P12
Ansabone Eddie Jake ShockClock Skelevision Tracy
21.04.2015
21.04.2015
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Hallo und herzlich willkommen zu Panayotas  gleichnamigen Wettbewerb »The Note«! Ich wünsche euch eine angenehme Lesezeit in meinem Beitrag zum Wettbewerb und sage Danke für diese tolle Inspiration. ^^

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Skelevision Productions proudly presents:

THE NOTE

Starring:

Ansabone – Das vorlaute Telefon aus dem Ghostkommando

Die ShockClock – Die überdrehte Tischuhr

Das Skelevision – Der hilfsbereite und immer freundliche Fernseher

sowie Jake, Eddy & Tracy – Die Ghostbuster


In einer kleinen Villa, zwischen den höchsten Hochhäusern von New York, war immer etwas los. Warum, wirst du dich fragen? Nun, weil hier die Zentrale einer kleinen Ghostbusting-Firma ihren Sitz hatte. Das allein war schon aufregend genug, und dennoch nicht so spektakulär, als daß man es nicht hätte annehmen können, daß es hier auch mal ruhigere Zeiten gab. Wäre da nicht die lebhafte, und bisweilen recht eigenwillige Büroeinrichtung gewesen, die ebenfalls eine ausgeprägte Persönlichkeit mitbrachte. Schauen wir doch einmal in’s Büro, was sich dort gerade tut…

„Es tut mir sehr leid, aber die Ghostbuster können gerade nicht an’s Telefon kommen!“
      Jake rannte alarmiert quer durch das Büro zum Schreibtisch, wo das Ansabone gerade einmal wieder selbsttätig einen Anruf annahm. Das machte das Skelefon - wie diese Art von Telefon im Fachjargon genannt wurde - gerne, und brachte die Inhaber der Firma damit immer wieder an den Rand der Verzweiflung.
      Der Firmenchef hechtete gerade auf die Schreibfläche zu, als das Ansabone geschickt seiner Attacke auswich und kicherte. „Sie liegen förmlich flach!“ giggelte das schädelförmige Telefon und kommentierte so für den Anrufer die etwas mißliche Lage, die Jakes Sprung für ihn nach sich gezogen hatte.
      „Laß den Quatsch!“ schnappte der Chef der Ghostbuster, als er sich auf der Arbeitsfläche hochstemmte und versuchte, das klingelnde Skelefon zu erreichen.
      Ansabone wich erneut aus, so daß Jake ein zweites Mal hart auf den Schreibtisch fiel. „Für den Fall, daß auch Sie flachgelegt werden wollen, sind Sie hier natürlich genau an der richtigen Adresse!“ trieb er seinen Scherz mit dem Anrufer weiter.
      „Ansabone! Laß es!“ Der Teamchef schrie mittlerweile fast. Er rappelte sich ein weiteres Mal auf und sprang auf das lachende Skelefon zu. Diesmal bekam er es zu fassen und nahm den Hörer ab. „Hallo? Jake Kong von den Ghostbustern…“ Er hielt inne und stöhnte frustriert. „Aufgelegt!“ Seine Stimme hatte den Klang von Sandpapier. Er pulverisierte das Skelefon mit einem Blick. „Mach so weiter, und deine Tage hier sind gezählt!“
      Ansabone kicherte noch immer in sich hinein.
      „Wieder Probleme mit dem Ansabone?“ erkundigte sich Eddy von der Tür her. Jakes Partner war gerade dazugekommen und musterte die Szene besorgt.
      Die Miene des Blonden sagte bereits alles. „Das ist der dritte Anrufer in diesem Monat, der aufgehängt hat! Dieses… Ding ruiniert noch unsere ganze Firma! Mann, warum können wir kein normales Telefon haben, wie jeder andere Mensch auch?“
      Eddy machte eine hilflose Geste. „Kann man an den Einstellungen nichts ändern?“
      Ansabone sah den molligen Ghostbuster entgeistert an. „Ich ändere auch mal was an deinen Einstellungen, Buster!“
      Jake machte eine hilflose Geste. „Das ist das Problem. Du kannst eine Menge einstellen bei dem Ding, aber nicht die Persönlichkeit. Damit werden wir wohl leben müssen! – Oder eben auch nicht!“ Der letzte Satz richtete sich knurrend noch einmal an das Skelefon, welches den Kommentar leichthin mit einem Grinsen aufnahm.
      „Vielleicht sollten wir uns ein normales Telefon zulegen.“ überlegte Eddy.
      „Woher nehmen, wenn nicht stehlen?“ seufzte Jake. „Wenn wir nicht bald mal wieder einen Auftrag kriegen, müssen wir uns erst mal überlegen, wo wir etwas zu essen herkriegen!“
      Der Brünette schauderte. „So schlimm…?“
      „Noch nicht! Aber wenn das so weitergeht…“ erwiderte Jake verheißungsvoll. Er warf dem Ansabone einen vernichtenden Blick zu, das noch immer vor sich hinkicherte. Der Teamchef atmete angespannt durch. Ohne jedes Lächeln verließ er zusammen mit seinem Partner den Raum.

Als sie unter sich waren, streckte die ShockClock, die nicht weit vom Schreibtisch entfernt in einem Bücherregal stand, den kleinen Totenschädel aus der Tür, der bei ihrer Variante den Kuckuck ersetzte. „Buh, diesmal hast du es aber ganz schön auf die Spitze getrieben, Ansabone!“
      „Ach was!“ winkte das Skelefon ab. „Das ist ein Spiel! Manchmal gewinne ich, manchmal die anderen!“
      „Ich wäre da vorsichtig!“ bemerkte das Skelevision. Der schädelförmige Fernseher war bedächtig nähergekommen. „Für Jake ist das sicher kein Spiel. Die Existenz seiner Firma hängt davon ab. Du bist sein Kapital für wichtige Aufträge, damit die Firma bestehen kann. So etwas wie eben kann der Ghostbusting-Service sich eigentlich nicht leisten, vor allem, weil es ihn nicht nur einen Auftrag kostet, sondern auch dem Image der Firma schadet. Ich weiß nicht, ob sich die Jungs das bis in alle Ewigkeit gefallen lassen!“
      „Unsinn! Die Jungs brauchen mich. Das wissen sie!“ behauptete Ansabone gelassen.
      Das Skelevision und die ShockClock wechselten einen Blick, sagten jedoch nichts weiter dazu. Es war nicht das erste Mal, daß sie an diesen Punkt gelangten. Und wahrscheinlich hatte Ansabone sogar Recht…

Ordnung zu halten war nicht ganz einfach im Ghostkommando. Dafür sorgten die Hausgeister schon. Allerdings war dies auch nicht immer die Stärke der Jungs. Das mußte selbst Jake für sich zugeben. Sein System, alles war wichtig war, auf kleine Notizzettel zu schreiben und auf dem Schreibtisch zwischenzulagern, bewährte sich nur, solange sie keinen Wirbelsturm zum Kaffeebesuch hatten.
      Ansabones Blick streifte über das nicht ungewöhnliche Chaos auf dem Schreibtisch. Plötzlich blieb er an einer Notiz hängen, die zufällig nahe bei ihm liegengeblieben war. Hörbar schnappte das Telefon nach Luft.
      Das ungewohnte Geräusch machte die ShockClock sofort aufmerksam. „Buh… Was gibt es, Ansi?“
      Das Skelefon antwortete nicht, was mehr als ungewöhnlich war. Es starrte nur auf den Zettel, auf dem wenige, in Jakes schneller Handschrift geschriebene, Worte standen:

Schrottplatz, $9,95
Öffnungszeiten neu,
Ansabone

      Das Skelevision kam neugierig näher. Besorgt schaute es zu seinem Freund hinauf, der sich nicht rührte, den Blick geschockt in sich gekehrt.
      Ansabone schauderte. Es war ein Anblick, der so ungewohnt war, daß es selbst die anderen Einrichtungsgegenstände erschütterte. ‚Schrottplatz…‘ fuhr es ihm durch den Sinn, und er schluckte. Nie hätte er gedacht, daß Jake ernst machen würde; aber selbst wenn – mußte es gleich der Schrottplatz sein? Konnte es nicht wenigstens ein Antiquitätenladen sein, wenn sie ihn schon nicht mehr haben wollten? Die Zahlen auf der Notiz trieben dem Skelefon die Tränen in die Augen. ‚$9,95… Mehr bin ich ihnen nicht wert…‘

Als Jake das nächste Mal in’s Büro kam, sah Ansabone ihn verhalten an. Der Teamchef war jedoch so in Gedanken, daß er gar nicht darauf achtete, als er auf dem Schreibtisch etwas suchte.
      Indes kamen Eddy und Tracy dazu.
      „Ich finde hier nichts wieder!“ beschwerte sich Jake.
      „Was suchst du denn?“ erkundigte sich Eddy.
      „Eine Notiz, die ich mir zum letzten Fall gemacht habe.“ Der Blonde schob gerade die ganzen Notizzettel zusammen, die in einem wilden Durcheinander auf dem Arbeitsplatz verteilt lagen. „Wir müssen unbedingt diese ganzen Notizen abarbeiten!“ sagte der Teamchef gerade. „Man findet sich ja gar nicht mehr zurecht. Am besten teilen wir sie uns auf. Jeder nimmt sich einen Stapel. – Insbesondere diese hier ist wichtig!“
      Ansabone starrte die Notiz in Jakes Händen an, die ihn seit einiger Zeit in Angst und Schrecken versetzte. Der smarte Firmenchef hatte kaum die ganzen Zettel sauber aufgestapelt und sich einen groben Überblick verschafft, als das Skelefon klingelte. Für einen Augenblick hielt die Welt den Atem an. Dann sprang das Ansabone unter den ungläubig geweiteten Augen des Teams euphorisch zu Jake herüber und sah ihn erwartungsvoll an.
      Der Teamführer war so geschockt, daß er im ersten Moment nicht einmal reagieren konnte.
      „Was ist? Willst du nicht mal abnehmen?“ fragte das Ansabone nervös.
      Jake riß sich aus seiner Verblüffung und nahm den Hörer ab. „Hallo, Jake Kong, Ghostbuster-Büro…“ Er sah den Hörer aus dem Konzept gebracht an. „Hat schon aufgelegt.“
      „Das ist nicht meine Schuld!“ rief Ansabone sofort.
      Stille schloß sich den Worten an.
      „Geht es dir gut, Ansabone?“ hakte Eddy als erster nach.
      „Na, sicher geht es mir gut!“ kam es mit etwas Zeitverzögerung. ‚Noch…‘ fügte das Skelefon in Gedanken für sich an.

Die Tage vergingen, und noch nie hatte sich das Ansabone so in’s Zeug gelegt, es den Jungs so recht zu machen, wie nur irgend möglich. Mittlerweile fehlte für Jakes Geschmack nur noch, daß das Skelefon kühle Getränke servierte, um den Service perfekt zu machen.
      Selbst Jakes Vater, der das Skelefon aus seiner eigenen Amtszeit als Ghostbuster und von späteren Skelefonaten noch ganz anders kannte, war mehr als erstaunt gewesen, als er bei seinem letzten Anruf von Ansabone höflich in eine ansprechende Warteschleife mit Hawaiimusik gelegt worden war, und hatte seinen Sohn interessiert gefragt, was sie mit dem Skelefon angestellt hatten. Und genau diese Frage hatte Jake seinem Vater nicht beantworten können.
      Ansabone hingegen bemerkte in der Zwischenzeit dankbar und erleichtert, daß es bei den Jungs immer etwas dauerte, bis sie dazu kamen, wirklich die Notizen abzuarbeiten. Inzwischen war er um jeden Auftrag froh, der das Team beschäftigte – das gab ihm Zeit, sich zu rehabilitieren. Und jedes neue Telefonat gab ihm Gelegenheit, sich zu bewähren.
      Es dauerte allerdings nicht allzu lange, bis er feststellte, daß auch das nichts nützte. Es war auf einem ruhigen Freitagnachmittag…

Durch Zufall wurde Ansabone auf ein Gespräch zwischen Eddy und Jake auf dem Flur aufmerksam. „Wir müssen endlich etwas mit Ansabone machen!“ drang die Stimme des Teamchefs leise zu ihm. Das Skelefon schauderte. Jetzt war es also soweit! – Alles, was folgte, konnte er nicht mehr verstehen, da die Stimmen durch die Tür gedämpft zu undeutlich in den Raum drangen.
      Die beiden Jungs standen im Treppenhaus, und Jake lehnte sich ratlos an das Geländer. „Diese Anbiederei geht mir langsam auf die Nerven!“
      „Diese ständigen blöden Sprüche mochtest du aber auch nicht wirklich!“ erinnerte Eddy.
      „Das ist richtig, aber das hier ist wirklich grotesk! Kann es nicht ein normaler Mittelweg sein?“ Jake breitete verzweifelt die Arme aus. „Was ist überhaupt auf einmal in ihn gefahren? Was soll dieser abrupte Sinneswandel?“
      „Das ist es, was mir gerade auch etwas Angst macht.“ gestand der Brünette. „Könnte es irgend etwas sein, was du mal zu ihm gesagt hast?“
      Jake lachte auf. „Als wenn es Ansabone jemals interessiert hätte, was einer von uns zu ihm sagt!“
      Eddy machte eine hilflose Geste. „Aber irgend etwas muß ja der Auslöser gewesen sein! Dafür war der Sinneswandel zu plötzlich.“
      „Ich weiß es auch nicht.“ schloß Jake resigniert. „Naja, einerseits ist es aber zumindest gut, daß wir nicht mehr jedes Mal den Tanz haben, wenn jemand anruft. Also sehen wir es einfach positiv. Vielleicht pendelt es sich ja mal auf einem normalen Level ein. – Ich werde gleich jedenfalls erst mal Ansabones Bandansage mit unseren geänderten Geschäftszeiten neu besprechen. Das ist jetzt unbedingt dran, dann können wir das ab Montag nämlich endlich umsetzen. Und dann fahre ich zu dem Schrotthändler, um das Ersatzteil für GB loszuwerden, bei dem Tracy sich vergriffen hat. Dann habe ich einen von den Notizzetteln schon wieder abgearbeitet.“
      Eddy nickte und folgte Jake in’s Büro. „Du kannst ja versuchen, beim Schrotthändler den Preis noch ein bißchen höher auszuhandeln!“ sagte er gerade. „So wertvoll ist das Teil zwar nicht, aber vielleicht läßt er sich ja darauf ein.“
      „Stimmt, aber ehrlich gesagt ist mir das egal, solange ich es nur loswerde. Mit den $9,95, die er mir auf meine Beschreibung hin zugesagt hat, als ich letzte Woche dort vorbeigefahren bin, bin ich schon ganz zufrieden. Ich nehme, was er mir anbietet; das Risiko, daß ich das Ding nicht dalassen kann, ist mir zu groß.“
      Ansabone fixierte Jake mit einem geschockten Blick, als der näherkam.
      Der Teamführer schlug sich in die Hände. „Okay, Ansabone, dann wollen wir mal…“
      Das Skelefon schüttelte in vehementer Panik den Kopf und schob sich auf dem Schreibtisch rückwärts von ihm fort.
      Jake sah es erstaunt an. „Das ist nicht schlimm, Ansabone…“
      „Nein, nein, nein, nein, nein…“ preßte das Schädelfon hervor. Es schwitzte merklich unter dem psychischen Druck und wirbelte Papiere und Stifte bei seinem Rückzug auf, während es Jakes Blick hielt und den Ghostbusterchef in unverhohlener Furcht nicht aus den Augen ließ.
      Der hochgewachsene junge Mann stutzte merklich. „Hey, bleib einfach ruhig stehen, dann hast du es gleich hinter dir…“ versuchte er, das Telefon zu beruhigen. Als er erneut nach dem Skelefon greifen wollte, machte Ansabone ohne hinzuschauen einen Satz nach hinten und stürzte vom Schreibtisch auf den Boden.
      Jake stand in der Bewegung erstarrt da und schaute aus dem Konzept gebracht auf die geborstenen Fragmente des Skelefons. Noch hatte er nicht ganz realisiert, was gerade passiert war. „Ich wollte doch nur den Anrufbeantworter neu besprechen…“
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