Brieffreundschaft

von Lexius
KurzgeschichteFamilie, Freundschaft / P12
19.04.2015
19.04.2015
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Dylan und Hannah sind 1939 geboren.

Detroit 1952

Der dreizehnjährige Dylan rannte aufgeregt durch das elterliche Haus. „ Yea, sie hat mir wieder geschrieben. Sie hat mir wieder geschrieben. Juhu!!!!!“ Voller Übermut riss er den rosa Umschlag auf und fing gleich an zu lesen.
Lächelnd hielt James Kinchloe seine kleine Tochter im Arm und beobachtete seinen Erstgeborenen. Dylan war immer in heller Aufregung, wenn „seine“ Hannah ihm schrieb. Die beiden schrieben sich nun mehr seit drei Jahren. Beide haben sich über ein Brieffreunde Projekt kennen gelernt. Nach dem ersten Brief dachte er, dass diese Freundschaft nicht lange halten würde. Erfreulicherweise hatte er sich geirrt. Er gönnte seinen Sohn diese Freundschaft.
„Daaaaadddddd!!!! Sieh mal! Hannah hat mir endlich mal Fotos geschickt. Sie ist wunderschön!“ Dylan zeigte seinem Vater die Bilder. Auf dem ersten Bild war ein blondes Mädchen mit blauen Augen zu sehen. Sie trug ein schlichtes weißes Kleid und winkte lächelnd in die Kamera. Voller Ehrfurcht streichelte Dylan über das Bild und flüsterte: „Sie sieht aus wie ein Engel. Hannah ist wirklich wunderschön.“ Auf dem nächsten Bild waren drei Jungen und drei Mädchen zu sehen. „Guck mal. Das in der Mitte ist Hannah, daneben ist ihr Bruder Jonathan. Er ist jetzt zehn. Diese Schwester heißt Mathilda und daneben ist Helena. Beide sind sechs Jahre. Und die beiden Jungen hier vorne sind Cedric und Vincent. Cedric ist vier und Vincent ist zwei Jahre.“
„Sind das alles Geschwister?“
„Ja, Dad. Das sind alles Hannahs Geschwister.“
„Schön, wirklich schöne Bilder.“ Kinch lächelte seinen Ältesten an., „ Kannst du dich ein bisschen um Elisabeth kümmern?“
Dylan nahm seinem Vater die kleine Schwester ab und lief mit ihr in den Garten. In Gedanken versunken sah Kinch seinen Kindern hinterher. Plötzlich umarmten ihn zwei Arme von hinten.
„James, was grübelst du den wieder?“
„Dein Sohn hat mir gerade Bilder von seiner Hannah gezeigt.“
„Oh. Und wie sieht sie aus? Er war ja so gespannt. Fast so gespannt wie wir. Es gibt nur wenige Schwarze in England.“
„Mary, seine Hannah ist weiß. Sie ist ein blondes, weißes Mädchen mit blauen Augen. Und als wäre das nicht schlimm genug, hat sie noch fünf Geschwister. Wahrscheinlich kommt sie aus einer armen Arbeiterfamilie.“
„Findest du nicht das Hannah sehr deutsch klingt? Vielleicht sind ihre Eltern nach  England emigriert!“
„Na toll, sie ist nicht nur weiß und deutsch. Sie ist auch noch Jüdin!  Kann es noch schlimmer kommen?“, fragte sich Kinch.
„Muuuuuuummmm!!!!!!!!! Daaaddd!!!“ Aufgeschreckt von den Schrei ihres Sohnes stürmten die Eltern in den Garten. Mit den Kindern wahr alles in Ordnung. Elisabeth krabbelte über den Boden und Dylan stand Freude strahlend vor seinen Eltern. „Hannahs Eltern heiraten in zwei Monaten. Wir sind dazu eingeladen. Fliegen wir nach England?“
Kinch Blick verdunkelte sich schlagartig. Er war ein gläubiger Christ und jetzt musste er sich mit weißen Juden herumärgern, die sich wie die Karnickel vermehren. Seiner Auffassung nach sollten die Schwarzen unter sich bleiben und die ersten Kinder gibt es erst nach der Ehe. Dylan bemerkte den Blick seines Vaters und sein Lächeln wurde von tiefer Traurigkeit abgelöst: „Dad, ist es weil sie weiß ist? Ich mag sie wirklich gern. Und ich würde mir nichts mehr wünschen, als sie endlich mal kennenzulernen.“
„James, wir kennen die Familie doch gar nicht. Vielleicht sind es ganz nette Leute. Und du hast doch schon so oft davon gesprochen, dass du deinen Freund Newkirk in London besuchen möchtest.Wir können den Urlaub ausdehnen und deinen Freund LeBeau auch besuchen. Das wäre doch schön,“ versuchte Mary ihren sturen Mann zu überzeugen.
„Okay. Wir fahren hin!“ Überschwänglich umarmte Dylan seinen Vater. „Dad, hier ist eine Telefonnummer. Da kann ich gleich zusagen.“
„Nein Dylan, ich werde zusagen. Gib mir die Nummer ich rufe jetzt gleich an,“ das Familienoberhaupt nahm die Nummer und ging zum Telefon. Er wählte und wartete das sich jemand melden würde.
„Ja? Klink hier!“ die Stimme an der andern Leitung klang unheimlich müde. Na toll, jetzt muss er sich auch noch mit einer überforderten Mutter rum schlagen.
„Hallo hier ist James Kinchloe. Der Vater von Dylan. Mein Sohn meinte, Sie hätten uns zu ihrer Hochzeit eingeladen. Und ...“
„Verzeihen Sie bitte Mister Kinchloe. Wissen Sie wie spät es ist?“
„Ja, es ist jetzt 18:30 Uhr. Was ich sagen wollte....“
„Bei Ihnen ist es 18:30 Uhr. Bei uns ist es 23:30. Mein kleinster Sohn ist durch ihren Anruf wach geworden. Mein Verlobter hatte eine anstrengenden Schicht hinter sich. Ich finde es nicht in Ordnung, dass sie mitten in der Nacht anrufen. Also fassen sie sich kurz!“
„Wir werden zu Ihrer Hochzeit kommen. Dylan wünscht sich sehnlichst ihre Hannah kennenzulernen.“
„Sehr schön. Wie viel Personen sind Sie den? Sie können bei uns im Haus schlafen. Die genaue Adresse können Sie der Einladung entnehmen.“
„Wir sind vier. Meine Tochter ist jetzt ein Jahr alt. Wissen Sie das wir Schwarze sind?“, platzte James heraus. An der anderen Seite wurde es still.
„Das ist für uns kein Problem. Wir sind keine Rassisten. Mein Mann ist Brite, ich bin Deutsche, meine beiden ersten Kinder sind jüdisch und die andern vier sind ein toller Mischmasch aus allem.“
Die beiden Erwachsenen verabschiedeten sich. Leicht frustriert ging Kinch zu seiner Familie zurück.An diesen Abend nahm er das alte Foto aus Stalag 13 in die Hand. Er erinnerte sich seine erste Begegnung mit LeBeau und Newkirk.

Stalag 13 – 1941
Nicht nur das er abgeschossen wurde und in Gefangenschaft geriet, er wurde zwei Wochen von der Gestapo gefangen gehalten. Die Gestapo Agenten verstanden ihr Handwerk der Folterei. Als Schwarzer hatte er da besonders schlechte Karten. Es war Rassismus gewohnt, selbst in der Army mied man Leute wie ihn. Nach diesen zwei Wochen wurde er ins Stammlager Luft 13 gebracht. Ein komischer Kauz namens Klink stellte sich vor. Und Schwafelte etwas von „Lacherticher“ und „härtestem Lacher in Deutschland“. James hörte tatsächlich nicht zu. Ihm tat alles weh und er wollte nur noch schlafen. Ein dicker Feldwebel brauchte ihn in die Baracke zwei. Zu dem Zeitpunkt waren neun andere Häftlinge in ihr. Alle beäugten den Neuankömmling misstrauisch. Einer murmelte sogar „Was macht den der schwarze Deck hier?!“. Kinch versuchte es zu ignorieren und legte sich auf ein freies Bett. Keiner sprach an diesem Tag mit ihm, auch am nächsten Tag wurde er ignoriert. Dann am dritten Tag kamen zwei neue Gefangene in die Baracke. Ein kleiner temperamentvoller Franzose und ein frecher Engländer. Beide wurden überschwänglich von den anderen begrüßt. Der Franzose fing sofort mit kochen an und murmelte etwas auf französisch. Der Engländer unterhielt sich leise mit einen anderen Engländer. Die beiden neuen hatten Kinch noch nicht entdeckt. Da dieser nicht wusste, wie die beiden auf ihn reagieren würden verhielt er sich ruhig.
Der Geruch von einer leckeren Gemüsesuppe erfüllte den Raum, als LeBeau endlich mit kochen fertig war. Die Gefangenen wollten gerade Essen, da kam Schultz mit den Rot-Kreuz-Päckchen herein. Schnell verteilte er sie und stürmte wieder zu Klink,der ungeduldig nach ihm rief.
Die Männer entschieden sich erst nachdem Essen die Päckchen zu öffnen. Nun alle aßen schon und keiner schien sich für Kinch, der immer noch in seiner Koje lag zu interessieren.
„H-hey, wer bist den du? W-wir haben einen N-n-neuen und ihr sagt uns nichts?“, rief Newkirk und ging zu Kinch hinüber. Er streckte seine Hand aus und stellte sich vor: „Ha-hallo. Ich bin P-peter Newkirk von der R-r-royal Air F-force. Warum setzt d-du dich n-nicht mit zu uns und isst mit M-mittag?“ Unschlüssig starrte Kinch den Engländer an, dann schüttelte er die angebotene Hand. Mit einem Ruck zog Newkirk den Amerikaner auf die Füße und legte einen Arm um dessen Schulter. „N-neben mir ist noch ein P-pl-pllatz frei.“ Kinch setzte sich mit an den Tisch und LeBeau schob eine Schüssel Suppe zu ihm.
„'Allo. Isch bin Louis LeBeau. Du wirscht schnell merken, dass deutsches essen ungenießbar ischt. Daher koche isch hier.“
Überfordert mit der Situation starrte Kinch die beiden Europäer an. Noch nie wurde er von einen weißen so offen und herzlich empfangen. „Iss, die Suppe wird schonst kalt. 'Ast du auch einen Namen?“ Der kleine Franzose lächelte den Amerikaner aufmuntern an.
„Ja, ich bin James Kinchloe. Leider wurde ich schon vor zwei Wochen abgeschossen und war dann bei der Gestapo.“
„G-geht es dir gut. S-s-soll unser Sani dich nachher mal untersuchen? Wir wi-wi-wissen doch alle wie die Ge-ge-gestapo-Typen dr-dr-drauf sind!“fragte Newkirk besorgt.
„Nein danke. Mir geht’s gut. Nichts was nicht nach ein paar Tagen wieder verheilt wäre.“ Schweigend aßen die Männer ihre Suppe. LeBeau und Newkirk setzten sich nach dem Essen mit auf Kinch Koje und teilten den Inhalt der beiden Rot-Kreuz-Pakete durch drei. Die drei wurden unzertrennliche Freunde.


Kinch wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. Unzertrennlich waren sie leider nur im Krieg. Nachdem er 1944 wieder in die Heimat durfte, hatte er den Kontakt zu den beiden verloren. Erst vor wenigen hat er den Kontakt zu Hogan und Carter wieder aufgenommen. Leider konnte nicht eher, den Kontakt suchen. Bei seiner Flucht verlor er den Zettel mit den Adressen und kurz nach seiner Heimkehr musste er erzwungener Maßen umziehen. Er vermisste seine Freunde sehr. Hogan hatte ihm die Adressen der beiden Europäer zu kommen lassen. Und in zwei Monaten würde er beiden einen Überraschungsbesuch abstatten.
Er dachte an die Herzlichkeit und Offenheit, mit denen seine Freunde ihm begegnet sind. Lächelns nahm er sich fest vor, Hannah und ihrer Familie mit der selben Herzlichkeit und Offenheit gegenüber zu treten.

Die zwei Monate vergingen wie im Flug . Dylan wurde immer unruhiger und aufgeregter. Bald würde er seine Hannah kennenlernen. Dann endlich kam der Tag, an dem die Familie Kinchloe im Flieger nach England saß. Vom Flughafen fuhren sie mit dem Taxi zu der Adresse von Hannah Familie. Das Anwesen lag außerhalb von London. Das Taxi hielt vor einem prächtigem Manor. Von wegen arme Arbeiterfamilie. Sofort machte sich Kinch erneut Sorgen, wenn das eine reiche weiße Familie ist, dann werden die auf Dauer die Freundschaft zwischen Dylan und Hannah nicht dulden. Unsicher klingelten sie an der Tür. Ein schwarzes Dienstmädchen öffnete die Tür. Na das fängt ja gut an. Die halten sich wohl noch Sklaven, dachte Kinch verärgert. Lange ärgern konnte er sich nicht, da kam auch schon eine junge blonde Frau auf die Familie zu gelaufen. Sie hielt einen kleinen Knaben im Arm. „Hallo, Sie sind also Familie Kinchloe. Ich bin Sophie Klink. Bitte treten Sie doch ein,“ Sophie schüttelte erst Mary und dann James die Hand.An Dylan gerichtet, sagte sie: „ Also du bist Dylan. Hannah erzählt soviel von die. Sie ist fürchterlich aufgeregt dich endlich kennenzulernen. Sie ist....“
„Dylaaaaannnnn!“quietschte Hannah und fiel ihren Freund in die Arme.Die Kinder lachten herzlich und nachdem Hannah sich vorgestellte und begrüßt hatte, zog sie ihren Freund durch das Manor, um ihn alles zu zeigen.Sophie lachte bei den Anblick der Kinder und wendete sich wieder den Amerikanern zu: „ Entschuldigen Sie bitte meine Tochter, aber es geht den ganzen Tag nur Dylan hier und Dylan dort. Hannah war wirklich schrecklich aufgeregt. Fiona wird Ihnen ihr Zimmer zeigen. Da wir wussten, dass sie mit einem kleinen Mäuschen anreißen, haben wir ihnen eine Wiege  ins Zimmer gestellt,“ die Hausherrin wendete sich an das Dienstmädchen, „ Fiona, bitte zeig den Herrschaft das Gästezimmer. Du hast dann den Rest des Tages frei. Morgen wirst du genug mit den Kindern zu tun haben.“ „Danke Ma'am!“
„Ach Fiona, du sollst mich nicht immer Ma'am nennen. Ich heiße doch Sophie!“
Fiona zeigte Mary und Kinch das Gästezimmer. Nachdem sie auspackten und sich frisch gemacht haben. Kam Sophie und führte sie im Manor herum. „Die Kinder spielen draußen im Garten. Mein Vater und meine Schwägerin haben ein Auge auf die Rasselbande. Meine fast Ehemann lernen Sie auch bald kennen. Er ist mit seinem Freund im Park joggen.“
Beeindruckt von der Größe und Schönheit des Manors , wussten das Paar nicht was es sagen sollte.
Da hörten sie, wie die Eingangstür geöffnet wurde und sich zwei Personen näherten.
„Andy Psst! W-wenn Sophie und s-so sieht gibt’s Ärger!“
„Hihihi. Ich werde einfach sagen, dass war alles deine Schuld.“
„Hey! D-du k-kannst meine Süße d-doch nicht anlügen!“
„Wieso ist das gelogen? Es war deine Schuld!“
„Gar nicht!“
„Doch!“
Die beiden Neuankömmlinge schubsten sich spielerisch.
„Die beiden sind leider zusammen wie die kleinen Kinder. Wenn ich Ihnen meinen Verlobten vorstellen dürfte,“ seufzte Sophie und ging auf die beiden Männer zu. Erschrocken blieb sie stehen, beide waren klatschnass und mit Schlamm bedeckt.
„Frag nicht!“ sagte der erste der beiden Männer.
Mary fand die Situation lustig und versucht sich ein lachen zu verkneifen. Kinch hingegen wusste nicht, was er von allen halten sollte. Noch hatte er beide Männer nicht richtig sehen können.
„Liebling, darf ich dir Dylans Eltern vorstellen!“ Nun drehten sich beide Männer um. Erschrocken keuchte Kinch auf, als ihn diese frechen blauen Augen ansahen.
„Peter? Bist du es wirklich?“
„Kinchi! Ich f-f-fasse es n-nicht! I-ich würde dich ja um-umarmen, aber vi-vielleicht sollte ich mir erst die Schl-schl-schlammmaske aus dem G-g-gesicht kratzen!“, freute sich Peter Newkirk. Kinch war das egal und er zog seinen vermissten Freund in die Arme. Nachdem er Peter wieder frei gegeben hatte, zog er auch Andrew Carter in die Arme. Plötzlich fiel im etwas ein und er wandte sich abrupt an Peter: „ Peter? Sechs Kinder? Wirklich sechs Kinder? Gerade du?“
„Tja, w-war eben fl-fleißig!“
Peter und Andrew stellten sich nun auch Mary vor und kurz erzählten sie den beiden Frauen, woher sich das Trio kennt. Während die Männer sich duschen und umziehen gingen. Sprachen Mary und Sophie ein paar Wort und ließen die zwei kleinsten Kinder über den Boden krabbeln.
Die Männer trafen sich an der Treppe und Peter führte seine Freunde in den Garten. „Kinch soll ich d-dir mal was l-l-llustiges z-z-zeigen? Er-er-erzähl das aber bloß nicht meiner F-frau, die k-killt mich irgendwann dafür.“ Leise rief Peter seine Kinder zu sich. „A-also Kinch, d-du siehst doch da den schlafenden  Mann. D-der mit der Z-z-zeitung auf dem G-gesicht. Das ist mein Sch-sch-schwiegervater. Und jetzt p-p-pass auf,“ der sechsfache Familienvater wandte sich seinen Kindern zu und sagte: „ Se-s-seht mal dem O-o-opa W-w-willi ist ganz langweilig. Geht mal mit dem sp-sp-spielen!“ Fies grinsend beobachtete der Engländer, wie sich fünf seiner sechs Kinder an ihren Großvater ran schlichen. Mit eine lauten „OPA WILLI!“ sprangen sie ihn an. Dieser erschreckte sich fürchterlich und sprang auf. Wobei er von seinen Enkeln gleich wieder zu Boden gerissen wurde.
„Kinna! Kinna! Das isch ja schlimma als damals im Lacha. Isch bin zwar noch de Ticha, aba een alta Ticha Da müsste schon langsam machen, sonst jeht der Opa kapusch.“
Bei dieser bizarren Situation mussten die drei Männer laut los lachen. Sofort stand Wilhelm Klink auf und sah seinen Schwiegersohn böse an.
„Newkirk! Das sach isch der Sophie, dann lachste aba nisch mehr, nichar! Und sie mal an, der Kinchloe und der Carter sind ja och von der Partie!“
Newkirk schlenderte zu Klink legte ihm einen Arm um die Schulter und scheuchte die Kinder wieder zum spielen.
„Aber Schw-schw-schwiegerpapa, du w-w-willst doch nicht d-d-das wir uns einen T-t-tag vor der Hochzeit noch zerstreiten, nichar!“
Während Klink und Newkirk sich unterhielten, traten zwei weitere Männer zu Carter und Kinch.
„'At er wieder die Kinder auf Klink ge'etzt? Schade und isch 'abe es verpasst. Es ischt jedes mal aufs neue luschtig. … Oh! 'Allo Kinch!“ Nun bemerkte auch Kinch die beiden Neuankömmlinge.Breit grinsend begrüßte er Robert Hogan und Louis LeBeau. Die vier Männer beobachteten schmunzelnd wie Newkirk immer mehr auf Klink einredete.
„Es war ein richtiger Schock, zu erfahren, dass Klink Peters Schwiegervater wird!“ meinte Hogan grinsend.
„Für mich war der größere Schock, dass er schon sechs Kinder hat!“ erwiderte Kinch.
„Nein, dass er einen verdammt gut bezahlten und ehrlichen Arbeit nach geht, hat mich am meisten geschockt. Ich dachte immer Peter ist ein Gauner.Immerhin war er beim Zirkus und er kann super Tresore knacken und ein Taschendieb ist er auch. Außerdem...“
„Carter, wir haben es verstanden.“ unterbrach der schwarze Amerikaner belustigt.
„Nein, wollt i'r wisschen was der größste Schock war. Er 'at mir nachdem Krieg gestanden, das er englisches Essen nischt mag und viel lieber französisch isst. Isch bin bei diesem Geständnis umgekippt,“ erzählt LeBeau lachend. Vollkommen schockiert starrten die drei Amerikaner den Franzosen an. „Oui! So 'abe isch wahrscheinlisch auch geguckt!“

An diesen Abend saßen die ehemaligen Helden zusammen. Sie erzählten Geschichten aus dem Lager, wobei Klink diese nicht so gerne hörte. Bei den meisten Geschichten kam er aber auch nicht so gut weg. Jeder berichtete wie es ihm nach dem Krieg ergangen war. Die anderen hörten beeindruckt zu, als Sophie die Geschichte von Hannah und Jonathan erzählte. Bei einer Untergrundmission konnte sie die beiden jüdischen Kinder vor der Deportation nach Auschwitz retten. Aber auch die Geschichte wie sich Sophie und Peter kurz nach Kriegsbeginn kennen und lieben lernten, fand großen Anklang.
Am nächsten Tag wurde Hochzeit gehalten. Es war nach Jahren der Entbehrungen, des Hasses und des Heimwehs, endlich ein Freudentag, der mit allen zusammen gefeiert wurde.
Nach der Hochzeit reisten Nach und nach alle Gäste ab. Die fünf Helden versprachen sich, von nun an im Kontakt zu bleiben und einander zu besuchen. Wer hätte gedacht, dass eine Brieffreundschaft die Helden wieder zusammen führen würde.
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