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Vorahnung

GeschichteAllgemein / P12
Gandalf Legolas Thranduil
18.04.2015
11.12.2016
23
33.702
3
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Dieses Kapitel
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20.04.2015 969
 

„Wunderschön“ das Wort floss weich und warm über ihre Seele. Es war lange her, dass man ihr solch Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Sie schmiegte sich in die starken Arme, gab sich der Geborgenheit hin.
„Kann ich nur zurück geben“ ihre Stimme war träge, so wie sie sich endlich einmal fühlte. Denn es war mindestens genauso lange her, dass sie wirklich Erholung und Entspannung gefunden hatte.
„Mach deine Augen zu und ruhe. Ich werde auf dich Acht geben.“ Starke Arme umfingen sie, sie sank dankbar in den Schlaf.

„Lady“ eine fremde Stimme weckte sie. Als sie vorsichtig die Augen öffnete, lag sie im selben Bett, in dem sie eingeschlafen war. Wenigstens etwas, kam ihr in den Sinn. Jetzt stellte sie sich nur noch die Frage, warum sie von einer Frau geweckt wurde. Wo war also ihr Bewacher?
„Guten Morgen“ seufzte sie, erhob sich noch immer etwas matt von der Liegestatt.
„Ein Bad ist vorbereitet und die Kleidung liegt bereit.“ Ohne ein weiteres Wort nahm sie dieses Angebot wahr.

„Warum schaffst du es nicht, wie jeder normale Mann auch, die Frau an seiner Seite zu wecken, wenn er das Bett verlässt“ ihr Stimme war sicher auch in den entlegensten Winkeln zu hören, doch sie störte das nicht.
„Lasst uns alleine“ jetzt war auch er aufgebracht, schließlich sprach nicht jeder so mit ihm.
„Was fällt …“
„Warum schaffst du es nicht?“ Ihre Stimme war leiser geworden. Ihre Augen leuchteten tief grün, er sah bis in ihre Seele.
„Ich wollte nicht viel, das weißt du. Doch du, du lässt sogar dieses Bisschen als zu viel aussehen.“ Ihr Blick trübte sich, es schien, als ob eine alte Wunde aufbrach. Bevor er sich seiner Worte besinnen konnte, war sie verschwunden.

„Richtet eurem Herrn aus, dass er über sein Verhalten nachdenken soll. Wenn er mit seinen Vertrauten ebenso umspringt, wundert es mich, dass sie ihm noch ergeben sind. Er ist nicht Herr über aller Welt, es gibt eine, die höher steht.“ Sie wandte ihr Pferd um, ritt in den Süden, um das Waldlandreich und seinen König über das Elbentor so schnell wie möglich zu verlassen.

„Wo ist sie?“ Seine Stimme donnert noch lauter durch die Hallen als während ihres Streits.
„In den Süden. Das letzte, was wir von ihr sahen, war ihr warmer Reiseumhang“ sein Wächter kniete vor ihm, den Blick auf den Boden gerichtet. Keiner wollte seine vor Zorn glänzenden Augen auf sich gerichtet wissen. Doch spürte er keinen Zorn seinen Männern gegenüber. Der Zorn richtete sich auf ihn selbst. Er hatte es vermasselt. Er hatte sie vertrieben. Keiner würde es ihm direkt sagen, nein, das würde keiner wagen. Aber jeder, der sie gehört hatte, wusste es, da war er sich sicher.
„Doch gab sie mir eine Botschaft für euch. Darf ich offen sprechen?“ der Wächter wartete auf die Erlaubnis, denn die Worte würden sein Gegenüber noch einmal treffen.
„Sprich, ich weiß, dass es nicht deine Worte sein werden.“
„Sie sagte, dass ihr euer Verhalten überdenken und anpassen sollt. Nicht jeder ist euch Rechenschaft schuldig, es gibt auch jene, die darübersteht.“ Der Elb richtete sich langsam auf, sein Anführer war zurückgegangen, hatte ihn für den Moment entlassen.

„Schick je einen Boten mit einer kleinen bewaffneten Truppe nach Lorien, Esgaroth, Thal und den Erebor. Ich will wissen, ob die Lady gut angekommen ist, wohin auch immer sie geflohen ist. Und falls sie sie am Weg treffen, sollen sie sie in ihr Ziel begleiten. Der Bote soll mir dann Nachricht bringen.“ Nun war seine Stimme ruhig, doch erkannte man, dass er noch immer aufgebracht war.

Er wusste, warum sie ohne ein weiteres Wort davon gerauscht war. Er hatte es in ihren Augen gesehen und ignoriert. Da war ein Schmerz gewesen, den er sehr gut kannte. Und sie hatte ihn darum gebeten zwei Tag Pause von allem zu bekommen. Und was tat er? Er ignorierte ihre Bitte nach nur ein paar Stunden, glaubte, dass die Nacht genug war. Wie verblendet er doch gelegentlich war? War das vielleicht auch der Grund, warum sein Sohn sich immer mehr von ihm distanzierte, immer mehr ein ergebener Untertan denn der Kronprinz wurde. Von Familie gar nicht zu sprechen? War er wirklich so kalt und abgeklärt, dass er die einfachen Bedürfnisse seiner engsten Vertrauten und Bekannten einfach so in den Wind stieß? Wenn er an die Männer um ihn dachte, konnte er es sich nicht vorstellen. Obwohl, er musste sich eingestehen, dass es sicher anders gehen könnte. Auch, wenn die Männer ihm die Treue hielten, ob aus Pflichtbewusstsein oder weil er es verdient, er hätte es nicht sagen können. Ein Seufzer, leise aber vorhanden, löste sich von seinen Lippen.

Auf dem Weg in seine Gemächer überkam ihn eine weitere Sorge. Was, wenn sie wegen seiner Unbedachtheit in Gefahr geriet? Er wollte sich gar nicht vorstellen, wem sie aller in die Finger geraten konnte. Und was die dann mit ihr machen würden. Schließlich hatte sie noch mächtigere Feinde als alle Bewohner von Mittelerde gemeinsam. Aber er hatte bereits Krieger ausgesandt und er wusste ungefähr, wo sie sich gerade aufhalten musste.
„Als ob mir das Ruhe verschaffen würde“ ging es ihm durch den Kopf.

Stunden später trafen Boten bei ihm ein, die meisten berichtete, dass sie die Frau nicht gesichtet hatten. Nur einer war noch nicht heimgekehrt, auf ihn wartete er beinahe sehnsüchtig.
„Sie ist unter dem Schutz eurer Männer auf dem Weg zum Erebor“ der letzte Bote begrüßte ihn nicht einmal richtig. Noch während er sich verneigte, brachte er die beruhigende Nachricht. Er wusste, dass sie es ihm heimzahlen würde. Ihre Rache wollte er sich gar nicht ausmalen. Doch wusste er auch, dass es ein Wiedersehen geben wird. Wann, wo und wie – er dachte lieber nicht zu viel darüber nach.



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Das zweite Kapitel liegt, wie der Titel schon sagt, in der Vergangenheit. In den folgenden Kapitel wird das Verhalten der zwei verständlicher :)


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Rechtschreibfehler korrigiert :)
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