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Vorahnung

GeschichteAllgemein / P12
Gandalf Legolas Thranduil
18.04.2015
11.12.2016
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11.07.2015 1.396
 
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„Legolas“ rief Thranduil, als auch er fertig angekleidet war und mit Ana sein Zelt verließ. Mit seinem Sohn erschien auch Gandalf. Und der Zwergenkönig Dain sowie ein Mensch. Ana sah Gandalf mit einer hochgezogenen Augenbraue an, wollte eine Erklärung für diese Lage.
„Meine Herrscherin, König Dain hat von eurer Festnahme gehört und wollte in Esgaroth einfallen, um euch zu befreien. Er traf dabei auf dieses Lager und hielt. Der Mensch an seiner Seite ist der Meister Thals, Barn. Er wollte mit dem Meister Esgaroth sprechen, um die Situation möglicherweise friedlich zu klären. Wie ich jedoch richtig angenommen habe, werdet ihr den Meister selber besuchen.“ Er verneigte sich noch einmal vor ihr.
„König Dain, Meister Barn, Gandalf, ihr seid eingeladen uns zu begleiten. Thranduil, Legolas, sucht vier Krieger, die uns eskortieren.“ Sie nahm Thranduils Arm, ließ sich zu einem schwarzen Kaltbluthengst führen und direkt in den Damensattel heben.

Sie trieb ihr Pferd an, sobald alle anderen ebenfalls aufgesessen waren. Ihr Mantel lag eng um ihren Körper, hielt die Kälte der sternklaren Nacht ab. Das Funkeln der Mithrilsteine wurde durch den Mantel und seine Kapuze unterbrochen, so verbarg sie auch ihr Gesicht vor neugierigen Blicken. Solange sie im offenen Gelände unterwegs waren, ritt sie an der Spitze. Doch kaum kam der Steg zur Seestadt in Sicht, zogen sich alle enger um die Königin. Als ein Nebeneinander nicht mehr möglich war, fand sich Thranduil vor und Legolas sowie Gandalf, Dain und Barn mit zwei Krieger hinter ihr ein. Fenron und sein Bruder bildeten die Vorhut. Sorgfältig drosselten sie ihr Tempo, trabten nur noch über den Holzsteg. Als sich der Grünwaldkönig ein letztes Mal umwandte, warf ihm Ana einen letzten Blick zu, der ihm zeigte, dass sie ab nun keine Gefühle mehr zulassen würde. Sie war in ihrer Position der kalten unnahbaren Herrscherin angekommen.

„Haltet ein! Wer wagt es so spät noch die Seestadt zu betreten? Noch dazu schwerbewaffnet und beritten.“ Sie wurden noch weit vor dem Tor aufgehalten. Thranduil holte sich Anas Erlaubnis das Wort zu übernehmen, sie nickte kaum merkbar.
„Richtet eurem Meister aus, dass ich auf der Stelle mit ihm sprechen will. Die letzte Absprache fand zu seinen Bedingungen statt, jetzt wird er lernen, dass sich der König des Waldlandreichs nicht auf der Nase herum tanzen lässt. Lasst uns passieren oder wir verschaffen uns Zutritt“ Thranduil war genauso wie Ana in seine Position als König gefallen. Ohne weitere Worte wurde das Tor weit geöffnet, ungehindert ritten sie im langsamen Schritt durch die nachtruhende Stadt. Bis auf das Heim des Meisters war alles dunkel. Dort fand vermutlich wieder einmal eine Feier statt, die vor allem den Reichtum dieses Mannes allen anderen zeige sollte.

Kaum stand Ana wieder auf dem Boden, sicher an der Seite des Elbenkönigs, nickte sie den Kriegern nur leicht zu. Fenron stieß die Eingangstür zum Heim des Meisters kommentarlos für seinen König und die Herrscherin auf, trat mit seinem Bruder zwei Schritte ein, um den menschlichen Kriegern zu zeigen, dass sie gar nicht an Verteidigung denken brauchten. Die Menschen im Raum hatten entsetzt aufgeschrien, der Herr des Hauses beinahe wie ein Ferkel vor Überraschung gequiekt. Als er jedoch den Elbenkönig mit fünf Begleitern erkannte, versuchte er sofort die höfliche aber völlig überhebliche Fassade wieder aufzurichten. Es misslang ihm.

„Lord Thranduil, ich hatte nicht damit gerechnet euch noch einmal zu sehen, nachdem ihr mir meine Gefangene gestohlen habt“ die Stimme des Herrn über Esgaroth sollte anscheinend verächtlich klingen. Doch es war nur die Angst vor dem Elb darin zu erkennen. Sein Blick sprang zwischen ihm, den vier Kriegern und den fünf Begleitern hin und her.
„Doch bevor wir uns über solche Kleinigkeiten unterhalten, wollte ihr mir nicht eure Begleiter vorstellen. Und warum zeigt euer fünfter Begleiter sein Gesicht nicht?“ Der Meister ahnte nicht, was er damit herauf beschwor.

„Diese Kleinigkeit war euer größter Fehler, Mensch. Und meine Begleiter tun nicht wirklich etwas zur Sache“ zischte Thranduil beinahe. Seine Augen funkelten tödlich, als er sich etwas umwandte und nur Ana Platz machte. Sie trat vor, schlug die Kapuze zurück und ließ den Mantel sinken. Im Haus war es so warm, dass sie es im Kleid alleine aushielt.
„Erkennt ihr eure Gefangene? Ich bin keine einfältige Waldläuferin, die auf den ersten Blick zu sehen gewesen war. Schon seit vielen Jahre regiere ich über Menschen und Wesen. Mein Name ist Ana Nangaire.“ Ihr Blick war starr auf den Meister gerichtet, dessen Augen sich dermaßen weiteten, dass es so aussah, als hätte er nichts anderes zwischen der Nase und dem Haaransatz. Doch als er in ihre Augen blickte, erstarrte der Mann. Diese Kälte hatte er nicht einmal in den Augen des Elbenkönigs erlebt. Er hatte immer gedacht, dass der kalte Blick von diesem König nicht übertroffen werden konnte.

„Ana Nangaire“ flüsterte der Meister beinahe ehrfurchtsvoll, schnell tat er seine Reaktion mit einer Handbewegung ab „die Königin ist eine Legende, nur in den alten Schriften wird von ihr etwas erwähnt. Die Königin der Wesen war sicher keine solch unscheinbare Frau.“ endete er jedoch abfällig. Ana trat einen Schritt vor, ihre Hand lag an der Klinge ihres Schwerts, sie hatte es bereits halb gezogen.
„Für einen Mythos bin ich aber recht lebendig, meint ihr nicht auch. Oder wie wollt ihr euch die Überlieferten Herrscher- Symbole erklären? Schließlich trägt nicht einmal der König des Grünwalds eine weiße Krone mit noch weißeren Steinen.“ Ihr Schwert war schneller aus der Scheide gezogen gewesen, als irgendjemand hätte reagieren können. Die Spitze der leicht gebogenen Klinge lag unter dem feisten Kinn des Meisters, dessen Augen sich vor Angst noch weiteten. Er wagte es nicht seine Wachen zu rufen, wusste er doch um den Ruf der Elbenkrieger. Und dass diese Frau wusste, wie sie mit der Waffe in ihrer Hand umgehen musste, er erkannte es plötzlich klar in ihren Augen.

„Vielleicht kommt euch ja die Waffe jetzt bekannter vor, schließlich wird auch sie in den alten Schriften erwähnt. Jetzt ist es aber zu spät für Einsicht. Vor einer Woche hättet ihr mir nur für eine halbe Stunde eure Zeit schenken müssen. Dann wäre ich in Frieden abgereist und nichts von alle dem hier wäre geschehen. Doch ihr musstet mich in eurer Überheblichkeit als Gefangene nehmen und erheblich schwächen. Wusstet ihr, dass ich mit drei Mahlzeiten und drei Bechern Wasser am Tag innerhalb von zwei Wochen sterben kann? Eure Männer haben nicht einmal gefragt, ob ich genug zu essen oder zu trinken habe? Nicht einmal meinen erbittertsten Feind ließ ich so in meinem Verließ verrotten. Und ich war nicht als Feind in eure Stadt gekommen, schließlich ließ ich mich freiwillig entwaffnen, fesseln und zu euch bringen.“ Er wollte sie unterbrechen, sie legte mehr Druck auf die Klinge. Ihre Stimme wurde noch kälter, ihre Ausstrahlung noch gefährlicher.

„Seid still. Eure Ausreden helfen keinem weiter. Ich wolle euch nur wissen lassen, dass eine dunkle Bedrohung auf uns alle wartet. Für euch wird sie vermutlich aus dem Osten kommen. Die Bewohner von Rhun oder den östlicheren Gebieten liebäugeln mit dem Feind. Er hat sich bereits offen zu erkennen gegeben, und wird nicht eher ruhen, bis alle Bewohner Mittelerdes unter seiner Knechtschaft stehen. Macht mit diesem Wissen was ihr wollt, doch werde ich nicht dabei zusehen, wie ihr das Volk von Seestadt ins Verderben stürzt.“ Sie sah den Meister noch einmal an, dann gab sie Barn und Gandalf den Befehl, dass sie sofort die männlichen Bewohner der Stadt wecken und versammeln sollten.

„Herrscherin, die Menschen warten auf eure Worte“ Barn kam zu ihr in den Raum zurück. Fenron hatte den Meister und seinen Handlanger in Fesseln gelegt und geknebelt. Die vier Elbenkrieger, der Zauberer und der Mensch hatten danach ihren Befehl ausgeführt und eine gute Stunde später waren sie zurückgekehrt. Dain, Legolas und Thranduil waren bei ihr geblieben, um sie vor einer unbedachten Tat abzuhalten. Denn auch wenn Dain sie nicht kannte, er hatte die Rache in ihren Augen blitzen gesehen. Und nach dem erlebten Auftritt dieser Frau, war er sich sicher, dass sie sich nicht einfach so zurück halten würde. Nach Barns Worten erhob sie sich, ließ sie sich vom Elbenkönig auf die Treppe vor dem Haus lenken. Als sie ihren Blick auf ihre Umgebung fokussierte, lächelte sie leicht. Es waren unzählige Männer gekommen, die ihre Frauen und Kinder schützen wollten. Das war gut, denn so bestand Hoffnung für das Volk.

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Es besteht Hoffnung - Ana will den Menschen eine Chance gaben, schließlich können sie nichts für ihren Meister.
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