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Die verlorene Elbin

von vanillaxx
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Aragorn Boromir Gimli Legolas OC (Own Character) Peregrin / Pippin Tuk
16.04.2015
20.02.2021
28
74.882
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05.01.2019 3.131
 
Lächelnd schloss ich meine Augen und genoss die warme Morgensonne auf meiner Haut, liebe das Gefühl, das sie in einem auslösen konnte, und ich wusste jetzt schon, dass ich den Sommer schmerzlich vermissen würde, nun wo der Herbst da war und bald auch der kalte Winter wieder über ganz Mittelerde ziehen würde. Das Wetter schien ausgezeichnet für die Reise zu sein, die auf mich und meine beiden Begleiter warten würde. Es herrschte kein starker Wind, es war nicht zu warm und nicht zu kalt, kein Regen war vorerst in Sicht und somit war ich sehr optimistisch darüber, in wenigen Tagen bis Wochen wieder in meiner Heimat dem Grünwald, der jedoch durch die düsteren Kreaturen, die sich dort vermehrt ansiedelten, mittlerweile eher unter dem Namen Düsterwald bekannt geworden ist.
„Du wirkst glücklich, bist du so erleichtert endlich von hier fort zu kommen, mein Kind?“ Ich öffnete meine Augen und lächelte, als ich in Elronds Gesicht sah, der leicht schmunzeln musste.
„Du weißt, dass ich nie froh bin von hier zu gehen, dafür würdest du mir zu sehr fehlen, du und Tante Arwen und Onkel Elladan, doch meine Heimat ist mittlerweile wo anders“, antwortete ich ihm wehmütig und sah dabei zu, wie meine beiden Begleiter die Pferde für die Reise sattelte, also würde es gleich los gehen.
„Leider ist das so und ich bedaure es sehr, dass dein Vater es nicht selbst geschafft hat wie üblicherweise herzukommen, um dich abzuholen, mein Kind. Ich bin sehr besorgt über die Zukunft, habe Dinge gesehen... würde dich deswegen nur ungern auf diese Reise schicken“, sagte Elrond betrübt.
„Du weißt doch, wie Adar ist und so schlimm kann die Zukunft doch unmöglich aussehen, würde sie es, würdest du mich hierbehalten und niemals losschicken“, besänftigte ich meinen Großvater mit einem milden Lächeln. Mein Vater war Elrohir, der Sohn von Elrond und während ich früher noch mit meinem Vater und meiner Mutter Larien in Imladris gelebt hatte, so waren wir vor zwei Jahrzehnten in den Düsterwald, der Heimat meiner Mutter, gezogen, da sie ihr Volk zu sehr vermisste, das Leben dort zu sehr vermisste. Mein Vater liebte meine Mutter genug, um ihr diesen Wunsch zu erfüllen und ich begleitete die Beiden so in das Königreich von König Thranduil, der eng mit meinen Eltern befreundet ist und uns alle in seinem Reich willkommen hieß. Über den Sommer bin ich die meiste Zeit dennoch hier in Imladris, besuchte meine Verwandten, meine alte Heimat und mein Vater begleitete mich dabei meistens auch, um seinen Vater, seine Schwester Arwen und seinen Zwillingsbruder Elladan wiederzusehen, nur diesen Sommer war er zu sehr verhindert, auch um mich wie gewohnt zumindest abzuholen und auf der Rückreise zu begleiten.
Ich liebte es hier zu sein, liebte meine Familie, besonders meinen Onkel, der mir half meine Kampfkünste zu verbessern, mich zu waghalsigen Dummheiten verleitete und wie ein bester Freund hier für mich war, aber ich fand es auch schön Zeit mit Arwen zu verbringen, die mehr wie eine eigenen Schwester für mich war als eine Tante. Sie würden mir schrecklich über den langen Winter fehlen.
„Ja, ich hoffe, dass er wenigstens zur Entschädigung sich bald wieder hier blicken lässt und was die Zukunft angeht... ich befürchte einfach dich hier zu behalten würde die Zukunft zu sehr verändern, viel zu sehr verändern und das kann ich wohl auch nicht zulassen, doch ich bin zuversichtlich, dass dein Weg sich noch lichten wird“, sagte Elrond und legte mir seine Hand an die Wange, strich mir sachte kurz über diese, als auch schon Arwen und Elladan auftauchten.
„Sag deinem Vater, dass ich enttäuscht bin, dass er nicht hier war“, richtete mein Onkel sein Wort schon an mich und knuffte mir sachte in die Wange, was mich zum Lachen brachte.
„Er hatte gewiss gute Gründe für sein Fernbleiben“, meinte Arwen gutmütig wie immer und schloss mich kurz in ihre Arme zum Abschied.
„Ist mir völlig gleich. Er hat mich schon hier alleine gelassen, dann kann er doch wenigstens mal zu Besuch kommen.“
„Alleine gelassen“, schnaubte Elrond und ich lachte erheitert auf, war so froh sie alle zu sehen, würde sie schrecklich vermissen.
„Cîl am le am“ (Pass auf dich auf), sagte Elladan und legte mir meinen roten Umhang um, den mir Arwen als Abschiedsgeschenk damals gegeben hatte, nachdem ich Bruchtal endgültig als meine Heimat verlassen hatte und der seitdem mein liebstes Stück war.
„Ich versuche es“, sagte ich, setzte meine Kapuze auf und ging sicher, dass ich alles bei mir trug, dass ich meine zwei Kurzschwerter an meiner Seite hatte, ebenso meine zwei Dolche, falls es doch zu Schwierigkeiten unterwegs kommen sollte, woran ich nicht glaubte, da der Weg bis jetzt immer friedlich verlaufen war.
„Reist sicher und schnell und komm gut Heim, mein Kind“, sagte Elrond nun zum Abschied, während Elladan ein paar warnende Worte an meine beiden Begleiter richtete, dass sie ja auf mich Acht geben sollten, doch seine Sorge war unbegründet, was sollte schon Schlimmes in dieser Gegend geschehen? Bis jetzt hatte ich auf meinen Reisen noch nie irgendwelche Probleme gehabt.
„Wir werden uns ja bald wiedersehen“, versicherte ich ihnen allen, band mir die Schnüre meines roten Umhangs fester und lief zu meinem Pferd, wank meinen Verwandten ein letztes Mal zu, ehe wir los ritten und ich erst zum nächsten Sommer wieder die Schönheit Bruchtals erneut genießen dürfte. Es war wie jedes Jahr ein trauriger Abschied, der mir äußerst schwerfiel, doch die Aussicht meine Mutter wiederzusehen, meinen Vater wiederzusehen, es stillte den Kummer ein wenig und die Aussicht den Prinzen des Düsterwaldes, Legolas, wiederzusehen, half auch bei der Angelegenheit. Ich lächelte leicht bei dem Gedanken an ihn, an unsere Freundschaft, denn von Beginn an hatten wir uns gut verstanden, unternahmen so gut wie jeden Tag was zusammen, außer er war los, um das Reich zu schützen oder ich war eben fort. Meine Mutter meinte oft, dass wir zusammengehörten, dass die Valar uns vereint sehen wollten, unsere beiden Herzen als eines schlugen, doch mein Vater tadelte sie dann immer, meinte, ich wäre noch viel zu jung und wollte am liebsten niemals, dass ich sie verlassen würde, heirate, eben erwachsen wurde. Mit meinem zarten Alter von 400 Jahren war ich unter den Elben auch noch wirklich sehr jung, doch ich hatte genug Winter gelebt, um sicher kein Kind mehr zu sein, auch wenn mein Vater unbesorgt sein musste. Mein Herz schlug wahrlich sehr stark für den Elbenprinzen, doch wer sagte schon, dass seines auch für mich schlug? Elben hatten das große Pech sich nur einmal im Leben wirklich verlieben zu können, dann jedoch unsterblich und bedingungslos, so dass der Verlust des Partners einen in einen tiefen Abgrund stürzen könnte, doch es musste eben nicht heißen, dass der Geliebte von einem auch dasselbe für dich empfindet und ich wollte nicht herausfinden müssen, ob ich Legolas einzig wahre Liebe war oder nicht, noch wollte ich mein armes Herz nicht so quälen müssen, noch wollte ich ein friedliches Leben in Ungewissheit führen dürfen.

Meine Begleiter waren zwei stille Elben, die der Wachen meines Großvaters angehörten und ihren Job sehr ernst nahmen. Sie ritten verflucht schnell auf ihren Pferden, machten selten Rast und auch wenn ich dankbar war schnell Heim zu kommen, so war die Stille mit den Beiden unerträglich und ich hasste es kaum was von der Schönheit hier draußen mitzubekommen, so sehr hetzte ich ihnen nach und ich war dankbar, wenn wir abends längere Pausen machen konnten, auch wenn diese dennoch sehr still zu sich gingen. Mein Vater würde sich ab jetzt nie wieder raus reden können nicht bei dieser Reise mit anzutreten, ohne ihn war es grauenvoll! Wäre er hier, würde er mir Geschichten erzählen, oft anhalten und mit mir spazieren gehen, mir irgendwelche Kampftechniken beibringen, mit mir Lieder singen, doch nun musste ich mich mit dieser erdrückenden Still einfach zufriedengeben.
„Ihr könnt Euch Ausruhen. Zum Morgengrauen reisen wir weiter“, sprach einer der Männer, dessen Namen ich beim besten Willen nicht kannte, einfach weil sie sich nie wirklich bei mir vorgestellt hatten und seufzend legte ich mich nieder, sah zu dem von Sternenbedeckten Himmel hinauf. Bald wäre ich wieder daheim, bald würde ich den Himmel wieder von meinem Balkon aus anschauen können oder mit Legolas an meiner Seite. Wir kamen so gut durch das Tempo der Beiden voran, so dass wir mit sehr viel Glück in schon zwei Tagen den Düsterwald erreichen würden und dann wäre alles gut. Mit dem Gedanken schloss ich meine Augen und es kam mir so vor, als wäre das nur eine Sekunde geschehen, als ich schon wachgerüttelt wurde, sofort merkte, dass etwas nicht stimmte bei dem Benehmen meines einen Begleiters.
„Man ea?“ (Was ist?), fragte ich besorgt und noch etwas verschlafen nach, als ich es hörte. Orks. Viele Orks und sie hatten uns wohl bemerkt, steuerten auf uns zu.
„Wir halten sie so lange wie möglich auf, Ihr müsst fliehen!“, wies mir der andere Elbe zu, der sein Schwert schon umklammert hielt, auf die Masse wartetet, die uns ansteuerte und panisch folgte ich seinem Blick zu der Horde an zwei Dutzend von diesen Viechern, ahnte böses zu dem Ausgang dieser Schlacht, denn die beiden würden unmöglich so viele besiegen können und ich? Ich könnte bleiben, versuchen zu helfen, doch ich würde scheitern. Ich konnte kämpfen, nicht unbedingt sehr gut, doch wie weit würde ich schon kommen, wenn ich fliehe?
„Los Talyna, Ihr könnt nicht bleiben, Ihr seid zu jung für diesen Kampf, reitet so schnell Ihr könnt, haltet nicht an, bevor Ihr euch nicht absolut sicher seid, dass die Bedrohung vorüber ist!“, wies mich einer der Beiden zurecht, zog mich zum Pferd und ein letztes Mal sah ich zu den Beiden, verdankte ihnen mein Leben, sprach letzte Gebete, hoffte sie würden es schaffen, ehe ich davonritt, nicht zurück sah, auch nicht als ich ihre Schreie, die Kampfgeräusche vernahm, ich schaute einfach nach vorne, ritt so schnell es möglich war.
Das alles war so schnell passiert, das Aufstehen, die plötzliche Bedrohung, meine Flucht, es kam mir vor wie ein schlimmer Traum. Ich war teilweise noch im Halbschlaf und doch ritt ich durch die Nacht hindurch so schnell es ging, hörte Verfolger hinter mir näherkommen, hörte das Knurren der Wargs und ich dachte an meine Familie, an Legolas, an alle, die ich vermutlich nie wiedersehen würde, wenn ich hier jetzt sterben sollte. Ich kniff meine Augen zusammen, als mein Pferd wohl von irgendwas getroffen wurde, von einer auf die andere Sekunde nicht mehr rannte, sich überschlug und ich gewaltsam von ihm dabei geschleudert wurde, kurz es noch schaffte die Augen von der Wucht, dem schmerzvollen Aufprall, offen zu halten, doch meine Sicht wurde trüber und vermutlich war es besser, wenn ich nicht sah, was diese Wesen mir antun würden, wenn es so zu Ende geht.

Meine Sicht klärte sich Stück für Stück etwas mehr, schaffte es mich verwirrt in das trübe Licht der aufgehenden oder vielleicht doch wieder untergehenden Sonne blicken zu lassen. Mein Kopf pochte schmerzvoll, mein Körper fühlte sich an, als wäre ich eine Schlucht heruntergestürzt worden und erst als ich einen widerlichen Geruch anfing wahrzunehmen, der nicht zu beschreiben war, so grauenvoll roch es, erinnerte ich mich wieder an das, was geschehen war. Ich erinnerte mich an meine Reise, den Angriff der Orks und wie diese mich einholten. Ich dachte sie würden mich töten und doch lebte ich nun.
Panisch sah ich mich um, ich war an einem Baum gefesselt worden, befand mich in einem provisorischen, kleinen Lager der widerlichen Kreaturen, die noch nicht bemerkt zu haben schienen, dass ich wach war. Ich bemühte mich nicht die Nerven zu verlieren, was jedoch einfacher gesagt als getan war, denn ich konnte mir nicht vorstellen, was sie mit mir anstellen wollten, die Bilder waren zu grässlich, zu abscheulich und die Angst schnürte mir die Luft ab, weswegen ich mich sehr anstrengen musste nicht auszuflippen, hysterisch zu werden von der Tatsache, eine Gefangene zu sein hierbei. Ich versuchte meine Finger zu bewegen, zu fühlen, ob ich die Seile irgendwie durchtrennen könnte, doch ich hatte keine Chance. Meine Hände wurden regelrecht zerquetscht und ein Blick an mir herunter verriet mir, dass ich keine Waffe mehr bei mir trug, dass sie mir alles genommen hatten. Was würde nun mit mir geschehen? Würden sie mich foltern? Töten? Was würde geschehen? Tränen sammelten sich vor Angst in meinen Augen, doch ich würde nie wieder Heim kehren, würde meine Familie nie wiedersehen, würde Legolas nie wiedersehen. Mein Herz schmerzte bei dem Gedanken und ich war froh nicht zu wissen, ob er für mich genauso empfand wie ich für ihn, denn wäre es so, wäre er verdammt. Elben lieben nur einmal und wäre ich tot, es würde ihn zerstören, wenn ich seine große Liebe gewesen wäre.

„Die Elbengörre ist wach!“, raunte ein besonders widerliches Exemplar dieser Rasse, das drei Ohren besaß, ein schiefes Gesicht hatte und das so abscheulich roch, dass mein Magen sich kurz zusammenzog.
„Was wollt ihr von mir?!“, fragte ich harsch, war stolz auf mich, so stark zu klingen.
„Oh, das findest du noch früh genug heraus“, lachte er widerlich, kam mir näher als mir lieb war, doch den Valar sei Dank beanspruchte da plötzlich etwas anderes seine Aufmerksamkeit, als wie aus dem Nichts heraus laute Rufe durch die Lichtung hallten, irgendjemand was von Zwergen schrie und der Abschaum vor mir deswegen den anderen nacheilte. Erleichtert amtete ich schwer aus, versuchte mich wieder zu sammeln, nach etwas Ausschau zu halten, das mir helfen könnte mich von diesen Fesseln zu lösen, während nicht weit entfernt Kampfgeräusche ertönten. Was geschah denn da bitte? Was taten Zwerge überhaupt in diesem Teil von Mittelerde? Es waren doch nicht etwa... Aber natürlich! Das war die Zwergengruppe, angeführt von Thorin Eichenschild, die wenige Tage vor meiner Abreise Bruchtal verlassen hatten, die zuvor Schutz dort ersucht hatten. Nur sie könnten sich jetzt hier in dieser Gegend aufhalten mit dem Ziel den Einsamen Berg zurück zu erobern. Wenn sie die Orks besiegen, vielleicht retten sie mich ja? Ich wusste nicht wie kriegerisch Zwerge waren, hatte vor ihnen noch nie welche überhaupt zu Gesicht bekommen gehabt, doch wenn sie sich wehren könnten, wären sie meine Rettung, meine Hoffnung.
Ich lauschte gespannt den Kampfgeräuschen, betete zu den Valar, dass sie es schaffen würden, dass sie dann auch hierherkommen würden, wobei ich einmal Glück hatte als da schon zwei Zwerge sich bei einem wilden Kampf gegen drei Oks durch das Gestrüpp fielen und das nur wenige Meter von mir entfernt, wobei sie diese auch schon schnell erledigt bekamen. Neue Orks stürzten sich auf sie und mit geweiteten Augen, von Sorge überfüllt, sah ich dabei zu, wie der eine Zwerg, der deutlich kleiner war und einen gewaltigen kastanienbraunen Bart besaß, gerade noch so sein Leben retten konnte, nachdem ein Ork ihn fast erstochen hätte. Der andere Zwerg, der erstaunlich groß im Gegensatz zu seinem Begleiter war, hatte braunes Haar, einen deutlich kürzeren und weniger vollen Bart und schien mit einer gewissen Freude seine Opfer zu beseitigen, mit Leichtigkeit seine Waffe zu beherrschen, trug auf seinem Rücken zu meinem Verblüffen sogar einen Bogen. Ich hatte in den Geschichten immer gehört, dass Zwerge nur mit der Axt kämpfen würden, aber gut, nicht jede Geschichte musste wohl wahr sein.
„Kili!“, schrie ein weiterer Zwerg in dem Moment, wo der Braunhaarige den letzten Ork erledigte und gefolgt von ihm stürzte sich auch der Rest der Zwergengruppe auf die Lichtung, wo die ersten mich bemerkten, wie ich gefesselt an einem Baum gelehnt da saß.
„Eine Elbin“, rief der braunhaarige Zwerg überrascht aus und ich schluckte schwer. Nur weil sie in Bruchtal nett gewesen waren, mussten sie es außerhalb meines Volkes und dessen Schutz ja auch nicht sein. Wer wusste schon, wie sehr man ihnen trauen konnte? Doch schlimmer als Orks könnten sie gar nicht sein, oder?
„Was ist mit dir geschehen?“, fragte der Braunhaarige mich weiter, wollte auf mich zu laufen, ehe ein weiterer Zwerg ihn zurückhielt.
„Vielleicht ist das eine Falle?“
„Sei nicht albern Nori, sie ist aus Bruchtal, ich habe sie dort gesehen“, sprach nun der Anführer der Gruppe, Thorin persönlich, aus, der mit einem grimmigen Gesichtsausdruck auf mich zu lief und wo ich ihn mit geweiteten Augen musterte, doch er machte auch einen einschüchternden Eindruck auf einen.
„Was ist mit dir geschehen?“
„Sie haben mich und meine Begleiter angegriffen. Sie hatten keine Chance“, sprach ich leise, merkte wie rau meine Stimme war, wünschte mir, sie würden mich endlich los binden, so sehr schmerzten die Seile, „Ich konnte fliehen, jedoch nicht schnell genug.“
„Talyna, Tochter von Elrohir und Larien“, sprach da die Stimme von Mithrandir, der nun als Letzter auf die Lichtung trat und mich bedrückt musterte. Ich lächelte erleichtert ihn zu sehen, wusste man konnte dem Zauberer vertrauen, „Los, schneidet sie los!“ Sofort kam der braunhaarige Zwerg den Anforderungen Gandalfs nach und ich seufzte erleichtert auf, kaum lösten sich die Fessel endlich von mir, ließ mich dankend von dem Zwerg anschließend auf die Beine ziehen, wo ich meine wunden Handgelenke rieb, doch es würde verheilen.
„Was wird nun aus ihr werden?“, fragte der einzige Hobbit der Runde nach, der mich unsicher musterte und der Dank seiner winzigen Größe sogar die Zwerge neben sich groß wirken ließ.
„Wir nehmen sie mit. Ihr Weg führt wie unserer auch durch den Düsterwald, ihrer Heimat, und es könnte nur zum Vorteil für euch werden sie bei euch zu haben“, antwortete Gandalf und ich war erleichtert, dass er das so sah, mich nicht zurückließ oder einfach zurück nach Bruchtal schickte, was vermutlich ein kürzerer Weg gewesen wäre.
„Wieso sollte sie vom Vorteil sein?“, fragte Thorin skeptisch, musterte mich nicht sehr freundlich, doch Zwerge hielten eben auch nicht viel von unserem Gleichen, was der braunhaarige Zwerg anders sah, denn dieser musterte mich eher neugierig, fast schon freundlich.
„Ihre Eltern stehen in einem sehr nahen Verhältnis zu König Thranduil, bringt ihr sie unversehrt zurück, auch noch als ihr Retter, wird es weniger Schwierigkeiten mit dem Elbenvolk geben.“
„Na gut, dann ist sie eben ein Teil der Gruppe“, murrte Thorin grimmig, „Aber nur bis zu ihrer Heimat!“ Ich wäre auch ungern weiter als das gereist, dachte ich mir, sprach es jedoch gewiss nicht laut aus, ich war zu erleichtert über diesen Entschluss, nach wie vor erschüttert davon, was alles in den letzten Stunden geschehen war und ich hoffte einfach, dass der Rest der Reise friedlicher verlaufen würde.

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Aloha :) Das ist das erste Kapitel meines Neuanfangs und ich hoffe es gefällt einigen von euch, auch wenn die Geschichte nun etwas anders beginnnt, aber es läuft später so ziemlich auf dasselbe hinaus. Schreibt mir doch eure Meinung und keine Sorge, der Hobbit Teil wird nicht ganz so lang werden und es wird dabei auch keine unnötige Romanze mit einem Zwerg geben xD Mein elbisch ist echt grauenvoll, doch es macht mir Spaß ab und an Sätze und Gespräche wenigstens zum Teil in der Sprache zu schreiben und mein Wörterbuch einmal zu nutzen. Ich versuche schnell weiterzumachen xx
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