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|| I'm sorry ||

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Minho Newt Thomas
15.04.2015
12.01.2016
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15.04.2015 1.341
 
Hallo :)
Ich weiss nicht wie's euch geht, aber ich werde einfach das Gefühl nicht los, dass eine Szene in der Thomas Minho von Newt erzählt totally heartbreaking wäre... Aaalsooo hab ich sie geschrieben. :)
Viel Spass!


~*~


Ich wollte nicht dass er es erfährt. Eigentlich wollte ich, dass es niemand jemals erfahren wird. Ich wollte es für mich behalten und ihnen diesen Schmerz ersparen, den ich seit einem Jahr mit mir herumtrage. Aber ich konnte es nicht... Und deshalb habe ich wohl gerade meinen besten Freund verloren... Vielleicht sogar für immer...      

Ein Jahr ist nun vergangen. Ein Jahr in dem neuen Land. Wir haben beschlossen es einfach so zu nennen, weil uns allen kein besserer Name eingefallen ist. Eigentlich logisch; wie sollte man auch etwas benennen von dem man nicht mal weiss, wo es sich befindet? Wir haben uns auch überlegt, ob wir es Lichtung nennen sollen. Aber das brachte nur schlechte Erinnerungen.
Seit wir durch das Flat Trans gekommen sind hat sich einiges verändert. Wir haben beschlossen eine sogenannte Demokratie zu bilden, haben aber auch eingesehen, dass es jemanden wie Alby braucht. Einen Anführer, der für alle ein offenes Ohr hat und schlussendlich die letzten Entscheidungen trifft. Wir haben Wahlen in die Gänge geleitet und leider... haben sie mich gewählt.
Zusammen mit einem ebenfalls gewählten Rat, der aus Minho, Bratpfanne, Harriet, Brenda und noch zwei weiteren besteht, leiten wir die Geschehnisse in unserem neuen Land. In diesem einen Jahr haben wir schon ziemlich viel erreicht; wir haben Hütten gebaut, eine Wassermühle bei einem nahen Fluss, wo wir Getreide verarbeiten, dass wir auf einem Feld im Osten anbauen, ein Gericht brauchen wir nicht, zumindest noch nicht, denn bis auf ein paar kleine Streitereien haben wir keine Konflikte, dafür haben wir ein 'Senatsgebäude', wo wir unsere Besprechungen abhalten.
Einer der etwas älteren Immunen, hat mal in einer Bibliothek etwas von einem Antiken Reich gelesen, wo sie so etwas hatten. Er meinte, dass sie die Repräsentanten von Stolz, Wohlstand, Fairness, Macht und Durchhaltevermögen waren. Sie nannten sich Römer, und überdauerten mehr als 1000 Jahre.
Ich weiss, dass es etwas komisch klingt, aber irgendwie hoffen alle den Segen der Römer damit zu übernehmen.
Wir haben sogar ein Wasserkraftwerk, wo wir etwas Strom herstellen. Es ist nicht viel aber genug um einige Lampen anzuzünden. Wir haben ein Lazarett, wo wir Verwundete behandeln, aber Kranke gibt es bei uns nicht. Na gut; schnupfen und Magendarm gibt es bei uns immer noch, aber die Restlichen Krankheiten sind bei uns ausgestorben oder wir haben sie in... in dem 'anderen' Land zurückgelassen.
Wir haben noch viele Andere Häuser und Anlagen, aber die werde ich nicht alle aufzählen. Wichtig ist nur, dass wir eine funktionierende Gesellschaft sind.
Nur etwas muss ich noch erwähnen; wir haben eine Gedenkstätte. Eine Gedenkstätte für all die Leute die dem Brand zum Opfer gefallen sind, für alle Immunen deren Namen wir kennen und noch eine für all diejenigen deren Namen wir zwar nicht wissen, aber die nicht vollkommen vergessen werden dürfen.
Gestern ging ich wieder wie jede Woche durch den Park und zu den Gedenkstätten. Wir hatten die von Newt auf einer kleinen Lichtung, die mit grossen, kräftigen Bäumen umgeben ist, eingerichtet. Eigentlich ist es nur ein grosser Stein mit einer geraden Oberfläche, wo wir seinen Namen und seine Lebensdaten eingeritzt haben.
Okay, Lebensdaten ist vielleicht etwas übertrieben. Wir haben uns ausgerechnet wann er auf die Lichtung gekommen ist und das als Geburtsdatum genommen. Fürs... andere... Datum musste ich mit Minho lange diskutieren. Er war der Meinung, dass wir es weg lassen sollen weil Newt ja noch lebt... Ich hätte es ihm da sagen sollen, aber ich konnte ihm nicht die Hoffnung zerschlagen, dass er, unser Freund, noch lebt. Aber ich konnte es nicht ertragen kein Datum da zu setzten. Es fühlte sich an als ob ich Newt verleugnen würde. Also habe ich Minho davon überzeugt unseren letzten Tag in dem andern Land zu nehmen. Den Tag an dem Newt zu jemand anderem geworden ist, an dem er nicht mehr er selbst war. Der Tag an dem ich ihn...umgebracht habe...
Die Erinnerung schmerzt noch immer. Ich habe meinen besten Freund getötet. Ich habe ihm in den Kopf geschossen. Dass er mich darum gebeten hat zählt nicht. Auch dass er es wollte ist nun bedeutungslos. Es ist einfach nur noch unverzeihlich.
Als ich gestern bei Teresas Gedenkstätte vorbei kam, legte ich ihr eine frische Rose an den Stein. Sie war rot und wunderschön. Genau wie Teresa. Wenn ich ehrlich bin, bin ich nie ganz über sie hinweggekommen. Klar; ich liebe Brenda. Sogar sehr.
Aber Teresa war... sie war... anders. Auf eine unbeschreibliche Art und Weise. Ihr Gedenkstein ist auf die selbe Weise eingraviert wie der von Newt. Nur ist unten ein anderer Text eingemeisselt. Er erzähl was sie alles geopfert hatte um uns ein neues Leben zu ermöglichen und wie sie schliesslich den Tod gefunden hat. Noch immer schmerzt mich der Gedanke daran, wie sie da lag und das Leben langsam aus ihr wich.
Ich blieb einige Minuten da stehen und dachte nach. Wie ich es immer tat, wenn ich hier vorbei kam. Dann ging ich weiter in Richtung von Newts Gedenkstein. Meine Schritte verlangsamten sich mit jedem Meter den ich näher kam. Trauer stieg in mir auf. Trauer und Angst. Ich kann es nicht beschreiben wie es ist an das Grab eines guten Freundes zu laufen, wenn man die Schuld für dessen Tod trägt.
Als Minho mich mal gefragt hat, warum das so ist, habe ich es auf die Trauer geschoben, aber das ist es nicht. Es ist die Angst. Die Angst, dass Newt mir böse sein könnte, dass er mich hasst, dass er es gar nicht wollte und ich es doch getan habe.
Diese Gedanken gehen mir jedes mal durch den Kopf, wenn ich zu seinem Grab gehe. So auch gestern. Und als ich gestern wieder einmal vor seinem Gedenkstein stand, weinte ich.
Ich stand einfach da und weinte, dann legte ich ihm einen Strauß Blumen an den Stein. Inzwischen hat es schon einen ganzen Haufen davon; manche noch frisch, andere schon verdorrt. Es ist zu meinem Wöchentlichen Ritual geworden. Jeden Samstag Abend. Zuerst zu Teresas Gedenkstätte und dann zu der von Newt. Bei Teresa eine Rose und bei Newt ein Blumenstrauss mit Vergissmeinnicht und anderen Blumen.
Ich sah mich kurz um, wie immer, um mich zu vergewissern, dass ich alleine bin, dann fing ich an zu reden.
"Newt, ich weiss du kannst mich wahrscheinlich nicht hören und ich weiss auch, dass du das vielleicht auch gar nicht willst, aber bitte, wenn du mich hörst, dann hör mir zu. Bitte." Die Tränen liefen mir nur so die Wangen runter. Ich hatte mir so viel mal vorgenommen zu sagen was mir auf dem Herzen lag, aber ich konnte es nie. Ich habe mich nur immer wieder umgedreht und bin weggegangen. Aber gestern hielt ich es nicht mehr aus. Ich musste loswerden, was mich schon über ein Jahr lang beschäftigt.
"Es tut mir Leid... E-es tut mir so leid... Alles was ich getan h-habe, dass ich deinen Brief nicht gelesen habe, als die Zeit dazu reif war, dass ich dich e-enttäuscht habe, dass ich... dass ich..." Ich konnte es nicht. Heftige Schluchzer schüttelten mich während ich sprach. Ich wand mich. Es fühlte sich so an als würde jemand zuerst alle Gefühle von vor einem Jahr wieder hochbringen und mir dann mein Herz herausreissen würde.
"E-es tut mir s-so leid, d-das ich dich... g-ge-getötet... habe. " Auch dieses Gefühl kann ich nicht beschreiben. Eine Art Erleichterung, aber auch vermischt mit Trauer und Schuldgefühlen. Aber ich hatte es geschafft. Ich habe es ausgesprochen, ich habe es ihm gesagt.
"I-ich wollte das nicht... B-bitte, verzeih mir... Ich... ich..." Ab da konnte ich nicht mehr. Ich drehte mich um um wegzulaufen, weg von Newt. Aber als ich mich umdrehte sah ich direkt in dass Fassungslose und geschockte Gesicht von Minho.

~*~

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