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Different moments ~

KurzgeschichteAllgemein / P18 Slash
14.04.2015
29.05.2019
96
157.315
8
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Dieses Kapitel
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02.12.2016 3.668
 
Ja, es tut mir leid, dass es so lang ist, aber das hier ist das Zeug aus der Klapse. xD
Heute vor einem Jahr bin ich rein gekommen. Der 2. Dezember wird immer der Schlimmste Tag meines Lebens bleiben.
Aber... die Geschichten sind so dumm, das ist faszinierend. xDD

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OzxBreak

Und ja, das hier ist absolut dämlich. xD


Tag 1

Ich warte auf den Gong. Das erste Mal richtig Schule seit einem Jahr.
Oh mein Gott fühle ich mich frei.
Ich bin nervös. Und zwar richtig. Und das ist eigentlich eher untypisch für mich.
Aber sogar meine Hände sind schwitzig. Das ist nicht normal.
Eigentlich müsste ich langsam abgehärtet sein, was Stresssituationen angeht.
Ich meine, ich hatte fast ein halbes Jahr durchgehend... 'Stresssituationen'.
Und dann wurde es besser, durch eine einzige Person.
Es war mit Abstand die schrecklichste Zeit meines Lebens. Ich will nie wieder so etwas durch machen. Niemals wieder.
Und die Kraft dazu könnte ich auch nicht noch einmal aufbringen. Hatte ich eigentlich auch nicht können.
Bis sie kam und ich bin so unglaublich froh deswegen.
Ich wische meine Hände an der Hose ab.
Wenn sie nicht gewesen wäre, dann stände ich nicht hier, nicht hier vor einem stinknormalen Gymnasium mit stinknormalen Leuten – außer mir.
Denn ich bin nicht normal.
Denn ich bin keineswegs normal. Wer mich als normal betiteln würde, der wäre selbst verrückt.
Es ist unglaublich warm. Warum fällt mir das denn erst jetzt auf? Das macht keinen Sinn.
Sie Sonne knallt unbarmherzig auf mich herunter und ich will unter eine kalte Dusche.
Aber das geht nicht, weil ich eben ganz allein vor einer Schule stehe und auf diesen gottverdammten Gong warte.
Ich weiß in welche Klasse ich komme, aber ich kenne mich nicht in dieser Schule aus. Den Raum weiß ich sogar auch.
Klasse 9Gb und Raum 504.
Allerdings habe ich eine soziale Schwäche. Ich traue mich zwar, auf andere zuzugehen und so, aber verstöre sie von Grund auf, sodass sie mich gleich komisch finden.
Was ich ja auch... bin.
Ich habe im letzten Jahr zwar Freunde gefunden, das heißt, eigentlich nur eine richtig Gute und ein paar Andere nicht ganz so gute Freunde.
Und die Gute geht mit mir in die Klasse. Die Klasse 9Gb. Und sie heißt Sharon.
Aber einer ihrer ersten paar Sätze war, dass wir nur normale Freunde sind und keine... Freunde mit... nennen wir es mal gewisse Vorzüge. (x'DDD Ihr wisst nicht an was ich gerade denke und das ist auch besser so aber Dääämlichkeit. X'DDDDDDD Harhar, jetzt ist das Problem beseitigt. xD)
Denn einer ihrer folgenden Sätze war, dass sie irgendwie Schwesterngefühle für mich hat und mir vertraut, dass ich es nicht weiter erzähle und dass sie eigentlich lesbisch ist.
Und ich wäre sowieso nicht an ihr interessiert, weil ich irgendwie auch gleich Bruderkomplexe für sie hatte und weil ich sowieso schwul bin.
Und eigentlich sollte sie mich dazu zwingen aufzuräumen wohl gemerkt... wäre da nicht so ein gewisser Vorfall mit meinem gewissen Zimmer und zwei gewissen Mädchen gewesen.
Warum musste ich auch das letzte Zimmer im Gang haben.
Und warum mussten zwei Mädchen in eben diesem Zimmer rummachen...?
Es war sehr, sehr suspekt.
Nicht dran denken.
Das war mit Abstand die peinlichste Situation in der ich mich je befunden habe.
Und wie sind die beiden eigentlich dahin gekommen? Das verwirrt mich bis heute und ich glaube, ich werde das nie erfahren.
Und ich bin einfach mal zu blöd, um auf diesem Schulhof Sharon zu finden.
Und nun endlich zu meiner Erlösung erschallt der Gong. Endlich.
Ich gehe mit einem Strom von Schülern durch den Haupteingang, vor mir ein großer, schwarzer Junge, der nach Sharons Beschreibung Gilbert sein müsste.
Na toll, nicht so, das ich seinen Bruder kenne.
Ich latsche hinter ihm her, in der Hoffnung, dass er auch wirklich in unserer Klasse ist. Ich traue Sharon manchmal nicht so ganz.
Irgendwann, so nach gefühlten Millionen verkackten Treppenstufen erreiche ich endlich die letzte Ebene der Schule.
Ich bin sogar in der Hinsicht ein Opfer – sogar noch viel laufen muss ich jetzt jeden Tag.
Leider, leider höre ich ein lautes Quietschen und werde fast wieder die ganzen Treppen hinunter befördert – nämlich von Sharon, die mich quasi umrennt, diese kleine Mistgöre.
„Breeeaaak! Ich hab dich vermisst, oh mein Gott, ich hab dich vermisst!“ Ich werde halb erdrückt.
Ich habe Angst um sie. Ich habe so unglaublich Angst um dieses Mädchen, dass so glücklich ist und bald alles verlieren wird, was sie bekommen hat.
Ich reiße mich los. Ich kann das nicht.
„Das da ist Reim!“, sie deutet auf einen braunhaarigen Jungen, der einfach so groß ist wie Gilbert und eine Brille hat.
Ich ziehe ein Bonbon aus der Hosentasche und schnippe es ihm ins Gesicht.
Ich beginne zu grinsen, der Typ reibt sich die Stirn und dann ertönt ein lautes Klatschen. Erst nach Momenten der Verwirrung spüre ich einen pochenden Schmerz in meinem Körper, der anscheinend von der Stirn auszugehen scheint. Plötzlich knicken meine Beine ein und ich sinke hilflos auf den Boden.
Oh scheiße... Irgendwann sehe ich hoch zu Sharon, die dort mit erhobenem Fächer steht und sadistisch grinst. Ich richte mich den Kpf haltend wieder auf. Aua. „Du hast dich wirklich kein bisschen verändert.“ Und damit knuddelt sie mich dann doch wieder durch. Diese Stimmungscwankungen. Oje. Wie sehr ich sie nicht vermisst habe... „Sharon... es waren nur drei Wochen...“
„Ja und?“
Sie quietscht wieder auf und Reim ist glaube ich verstört. Aber wirklich.
Er hat die Brille in der Hand und poliert sie mit einem Brillenputztuch. Oh mann, der ist aber echt verpeilt!
„Guten Morgen!“, ertönt es darauf von einer fröhlichen Stimme.
Ich blicke den Mann an, der vor uns steht. Er hat blonde Hare und einen ebenso blonden Bart. Er scheint ziemlich nett zu sein.
„Oh, ein neuer Schüler!“, ruft er und steckt mich mit seiner guten Laune an. Der Lehrer reicht mir die Hand ich ich schüttele sie.
„Oscar Vessalius mein Name, freut mich, dich kennenzulernen.“
„Xerxes Break“, antworte ich knapp. Er schließt de Raum auf und ich trete als letztes ein.
Der Raum ist lichtdurchflutet und es gibt Gruppentische. Hey, das finde ich gut, ich mag Gruppentische! Da fühlt man sich wenigstens nicht so allein. Allein sein ist so schrecklich. Ich kann es gar nicht abhaben.
Ich stehe etwas behämmert mitten in dem Raum, weil ich ja nicht weiß, wo ich sitzen soll. Alle anderen strömen auf ihre Plätze zu. Jetzt komme ich mir aber doch allein vor.
„Du kannst dich neben äh... Lilou setzen.“ Lilou, ha, was für ein geiler Zufall. Sie heißt ja genau so wie eine andere Freundin von mir. Herr Vessalius hat den blick nach rechts gerichtet und ich folge dem Blick. Und ich traue meinen Augen kaum.
Da sitzt DIE Lilou.
Ich geh zu dem Platz, stelle meine Schultasche ab und lasse mich auf den Stuhl fallen, dann starre ich sie ungläubig an.
Sie grinst bloß. „Na, anscheinend geht es dir besser wie ich sehe!“
Sie scheint sich wirklich zu freuen, bleibt aber auf Distanz, weil ich sie damals fast tot geschlagen hätte, als ich noch neu war.
„Du kannst mich ruhig umarmen, ich habe damit kein Problem.“ Und gleich umarmt sie mich. „Schon, dich wieder zu sehen!“, ruft sie und irgendwie muss ich lächeln.
„Finde ich auch.“ Wir werden ein bisschen dämlich angestarrt.
Und sofort ist mir klar, dass sie es jetzt wissen.
Ein braunhaariges Mädchen starrt mich aus stechenden, lila Augen an, missbilligend. Sie sitzt gegenüber von mir und neben ihr sitzt ein blonder Junge mit smaragdfarbenen Augen.
Sie scheinen beinahe zu leuchten.
Mein Gesichtsausdruck verfinstert sich zunehmend. Scheiße. Sie wissen es. Sie wissen es jetzt alle.
Ich will hier weg.
Panik kommt in mir hoch, aber ich zwinge mich dazu, sitzen zu bleiben. Sie wissen es.
Mir wird vor Panik übel und ich schlucke andauernd und versuche, mich ruhig zu verhalten. Nichts anmerken lassen.
Ich atme tief ein und aus. Mist. Herr Vessalius hebt wieder das Wort: „So, dann könnt ihr euch jetzt ja mal alle vorstellen!“ Ich unterdrücke die Panik fast schon gekonnt und es klappt auch soweit, aber trotzdem ist mir noch schlecht.
Irgendwer vorne fängt an, er schnaubt einmal und sagt, er würde Eliot heißen. Der neben ihm heißt Leo, gegenber sitzen Sharon und Reim. Am Tisch neben Vieren sitzen Gilbert, Vincent, Lily und Lotti.
Scheiße! Lotti! Es ist doch echt nicht mehr normal. Ich und Sharon blicken uns an, die Röte steht uns ins Gesicht geschrieben. Das heißt, zumindest ihr, ich werde nie rot. Ist auch nicht so ganz normal.
An dem Tisch, der neben unserem steht, sitzen Ada, Valerie, Willow und Rainbow. Hier gibt es schon mal seltsame Namen.
Bei meinem Opfer höre ich dann auch mal genauer hin. „Ich bin Reim und äh... bin... gut... in Mathe?“ Es klingt eher wie eine Frage. Boah, der Junge hat doh echt Probleme! Ich habe schon wieder Bock, ihm ein Bonbon ins Gesicht zu schnippen. Aber ich glaube, das lassse ich lieber im Beisein des Lehrers. Nicht unbeliebt machen Break.
Jetzt ist mein Tisch dran. „Ja, also... ich bin halt Lilou... liebe pink... und joa.“ Sie hat sich auch nicht verändert. Sogar ihre Lieblingsfarbe ist geblieben. Naja, normal. Ich bin fröh daüber. Ich hasse Veränderungen, vor allem, wenn sie 'für jemanden' sind.
Denn meistens passiert so etwas wegen Mobbing oder noch schlimmeren Sachen. Und deshalb verändert man sich selbst nicht, damit die anderen sich besser fühlen, sondern man selbst.
Es ist schwer zu erstehen, aber wenn man es erst einmal verstanden hat, dann auch ganz. Personen die sich für jemanden verändern sind schwach und ich bin froh, dass Lilou stark ist.
Jetzt ist der Blonde dran. Ich weiß nicht warum, aber seine Ausstrahlung ist irgendwie... ach, ich kann es gar nicht sagen. Was ist denn bloß los mit mir?
Na gut, ich weiß es, aber ich will es mir nicht eingestehen Verzweifelt schlage ich den Kopf auf die Tischplatte.
„Kopf meets Tischplatte!“ Der Junge grinst und ich erwidere das grinsen. Ich will meine Fassade aufrecht erhalten. Weil, wenn ich das eben nicht tue, dann fühle ich mich schlecht und verletzlich und das bin ich dann eben auch. Ich hasse ihn. Denn wenn ich in so einem Zustand bin, dann weine ich entweder oder werde aggressiv und ich will das nicht.
Ich bin froh, dass mir jemand aus diesem Zustand geholfen hat. Ohne sie wäre ich echt verloren gewesen. Ich glaube, ich werde ihr auf ewig dankbar sein, auch, wenn sie irgendwann nicht mehr ist.
Aber das wäre schrecklich, allein schon für Sharon. Es wäre schrecklich für sie, wenn ihre Mutter sterben würde. Ich hätte Angst um sie. Und zwar richtige.
„Also, ich bin Oz und ich mag Kekse!“ Mein gekünsteltes Ginsen verwandelt sich langsam in ein Echtes. Oje. In was für einer Klasse bin ich denn bloß hier gelandet? Oh Mist.
Dann ist die Braunharige gegenüber von mir dran, das heißt, eigentlich wäre sie.
„Der Clown soll sich bitte als erstes vorstellen, davor tue ich nichts.“
Herr Vessalius seufzt nur, anscheinend weiß er, dass es nichts bringt, etwas gegen das Mädchen zu sagen. Auch schlau. Ich glaube, dass sie mich ernsthaft hasst.
Wahrscheinlich nur deswegen. Na toll. Und ich habe schon auf einen Neuanfang gehofft. Zu früh gefreut. Ich zucke mit den Schultern.
„Na gut. Ich bin Xerxes Break, oder einfach nur Break. Und ich mag es, andere Leute mit Bonbons zu bewerfen.“
Reim stöhnt nur auf und ich grinse noch breiter. Dann schaue ich wieder zu dem Mädchen das mich immer noch missbilligend anschaut. Ich ziehe ein weiteres Bonbon hervor und schnipse es an die Stirn des Mädchens.
Sie starrt mich an und Wut blitzt in ihren Augen auf, sie steht auf und schubst den Stuhl dabei um, er fällt auf den Boden und das nicht gerade leise.
Lilou neben mir zuckt zusammen. Die Braunhaarige kommt entschlossen auf mich zugeschritten und auf einmal finde ich mich auf dem Boden unter ihr wieder.
Und sie prügelt mich.
Allerdings wird sie fast sofort von mir herunter gerissen, ich sehe Oz, der sie festhält. Ich richte mich wieder auf und setze mich auch gleich hin. Meine Güte nee. Oz hält sie immer noch fest und sie wehrt sich. Und wie.
„Alice! Beruhige dich!“, ruft der Junge und mir fällt auf, dass er total klein ist. Warum auch immer mir das auffällt. Er ist bestimmt fast 15 cm kleiner als ich. Nach einiger Zeit hat sich Alice wieder beruhigt und setzt sich hin, knackst ihre Finger ein und schaut mich dann sofort an. Oz setzt sich seufzend hin und rückt näher an den Tisch heran. Ist er mit der Typin zusammen?
Er erwidert meinen Blick nd schüttelt den Kopf, es scheint ihm anscheinend klar zu sein, was ich mir gerade gedacht habe.
„Na gut. Dann will ich mal nicht so sein, und mich dem Clown mal ordentlich vorstellen. Also, jetzt hör mal gut zu, du nutzloser Knecht! I bin die großartige, wunderbare Herrscherin Alice Baskerville und niemand stellt sich mir in den Weg!“
Dann stößt sie eine nicht ganz so normale Lache aus. Ich verdrehe daraufhin nur die Augen und sie sieht das rastet wieder aus, aber Oz hält sie fest. Muss ihn wohl ab jetzt als meinen Lebensretter ansehen.
„Und... du warst in der Klapse.“ Schlag in die Magengrube.
Autsch.
Sharon steht fast sofort auf und kommt zu mir und führt mich aus dem Klassenraum. Ich atme tief, damit meine Fassade nicht fällt. Sie darf nicht fallen.
Wenn sie das tut, dann war alles umsonst. Das ganze Jahr in der Geschlossenen und mit Panikattacken und Aggressionen. Es wäre alles für die Katz. Als wir aus dem Raum raus sind zieht sie mich in eine Umarmung und ich erwidere diese nur stumm.
Ich habe Angst, meine Fassade, meine Fassung, mein erbautes ich zu verlieren. Und ich habe Wut. Auf sie und auf mich. Und da sind sie wieder, dies altbekannten Gefühle, die Angst und die Wut. Meine Fassade beginnt zu bröckeln. Ich kann beinahe sehen, wie sie in tausenden von kleinen Stücken zu Boden fällt.
Aber da ist Sharon und hält mich wenigstens ein bisschen zurück, sie hält meine Fassade zusammen, zumindest ein ganz klein wenig.
Dann öffnet ich die Tür nochmal und ein Blonder tritt aus, schließt auch seine Arme um mich. Und dann muss ich doch weinen.

Irgendetwas (von dem ich selbst nicht weiß, was es wird)
Das ist Gils Sicht. Und ja, mir ging es da drinnen nicht gut.xD

Ich gehe langsam über den Friedhof, mir ist kalt und meine Beine schmerzen. Das ist so, weil der Schnee ziemlich hoch ist und die ganze Welt in ein leuchtend helles weiß taucht. Und ich laufe über den Friedhof, weil ich an ihre Gräber will. Und weil ich Gräber und die Symbole der Kirche mittlerweile mag. Ich weiß, dass es so Sachen wie Gott geben könnte. Und irgendwie brauche ich Unsicherheit. Ein alter Freund – der schon lange gestorben ist – hat mal zu mir gesagt, dass man sich nicht an unsichere Informationen klammern soll, weil man die Wahrheit sonst übersieht. Aber ich habe nicht vor, mich nicht daran zu klammern. Denn ich tue es. Ich weiß, dass ich das nicht sollte, aber es ist mir egal. Denn alle sind tot. Meine Familie ist tot. Meine Freunde sind tot. Alle Personen, die ich zu lieben gelernt habe, sind gestorben. Ich habe gesehen, wie jeder einzelne von ihnen diese Welt verlassen hat. Und es hat weh getan, jedes einzelne Mal. Ich weiß nicht, warum ich derjenige bin, dem dieses Schicksal auferlegt worden ist. Aber irgendwie bin ich auch froh darüber. Denn sonst wäre ich ha auch nicht ich. Und ich bin stolz darauf, ich selbst zu sein. Denn selbst wenn ich ein schwacher Egoist bin wie jeder andere, bin ich froh, meine ganzen Erinnerungen wieder zu haben. Denn diese Ungewissheit, die mich damals jeden Tag geplagt hat, ist weg gegangen. Und sie war schrecklich. Es war schrecklich, nicht zu wissen, woher meine Angst kam. Und meine Albträume. Und das stetige Bedürfnis, Oz zu beschützen. Ich erreiche das große Familiengrab und lege meine weißen Rosen und die Grabkränze auf die gefrorene Erde. Ich sehe den Grabstein an. Ganz oben ist in geschnörkelter Schönschrift eingemeißelt: Nightray. Darüber, also auf dem Stein ist ein Regenbogen aus Holz, angemalt mit Ölfarbe. Unter dem Nightray stehen dann die Namen: Bernard – Bernice
In einigem Abstand: Ernest – Fred – Claude – Vanessa – Eliot – Vincent – Gilbert
Ja, mein Name steht auch schon da. Allerdings noch keine Jahreszahl, wann ich gestorben bin. Denn das bin ich ja nicht. Ich vergieße keine einzige Träne sondern drehe mich gleich wieder um und flüchte. Denn ich bin schwach. Und egoistisch. Und ein Idiot.

Warum man mit Valerie besser nicht trinken sollte~
FRAGT BITTE EINFACH NICHT: xDDDD
Ich stelle die Flaschen mit dem Alkohol auf den Tisch und tänzele singend drum herum. Ich bin wirklich bester Laune. Ein wunderschöner Trinkabend mit guten Freunden. Hach ja, das haben wir doch alle gern. Gil wollte eigentlich erst nicht kommen, aber ich habe ihm gesagt, dass er ja nichts trinken muss, also kommt er doch. Also. Gil kommt. Vincibinci kommt. Break kommt. Das wird lustig mit ihm und Vincent. Sharon kommt und bringt Gwynni mit. Vielleicht erfüllt sie ihren großen Traum, Break besoffen zu machen.Und am Wichtigsten, Willow und Reim. Ich seufze. Wie kann ich bloß zwei Wochen nach dem Tod von Ernest und Claude eine Party schmeißen?
Vielleicht, weil dieser Tag der zweitschönste im ganzen Jahr ist. Nach Valentinstag. Ja, ich bin kitschig. Ich meine, ich hatte noch nie einen Freund oder so, aber ich freute mich dann immer für die Anderen mit. Außer für Will. Die ist zu blöd, dass irgendwem zu sagen. Zum Beispiel aber Gil, letztes Jahr, weil er es endlich geschafft hat Ada anzusehen und sich einzugestehen, dass er auf seinen ACH MASTEEER steht. Oder stand. Wie man es auch betrachten möchte. Aber am besten war einfach, als Gil dachte, er würde Ada lieben, die aber ein Date mit Vincent hatte und wir beide reingelatscht sind.
Aber man kann ja auch nicht kontrollieren, in wen man sich verliebt (JA ABER MAN KÖNNTE ES MERKEN, ICH SACK. XDD) und ich spreche hier aus langwieriger Erfahrung~
Ich meine, wirklich verliebt bin ich in Gil nicht, aber ich habe ihn unglaublich lieb.
Ich hole die Gläser aus dem Schrank und verteile sie ebenfalls. Es klopft an der Tür. Ich hüpfe immer noch überglücklich in Richtung der Eichenholztür. Ich reiße sie auf und muss hochblicken.
Warum muss ich denn auch so klein sein?!
Da stehen nämlich die zwei Überpünktlichen. Auch genannt: Gil und Reim.
Mein Herz macht einen Sprung und meine Kehle ist trocken, aber ach, wen kümmerts?
Als erstes springe ich Gil an, worauf er mich möglichst abwimmelt.
„Na, so wird das mit ACH MASTEEER  aber nicht, mein Lieber!“ Reim starrt nur seltsam.
„Warum schmeißt du eigentlich eine Party?“
Ich klatsche meine Hand an die Stirn und lasse sie langsam Richtung Kinn gleiten.
„Der Wievielte ist heute?“
„Neun Jahre und 36 Tage nachdem Oz verschwunden ist. So... ungefähr.“
„Der fünfte Februar“, gibt Reim die richtige Antwort.
„Und was soll da sein?“ Gil klingt depri und ich glaube, das ist er auch, wenn er schon seinen eigenen Geburtstag vergisst. Ich bin echt ganz froh, dass Sheryl und Break ihm aus dem ganzen Drogenzeugs rausgeholt haben.
„DEIN GEBURTSTAG DU IDIOT!“, schreie ich ihn an und Gil zuckt zuckt zusammen.
„...stimmt.“
Ich knuddele ihn noch mal durch. „Herzlichen Glückwunsch!“
Als ich von ihm ablasse gratuliert Reim ihm auch, allerdings sehr höflich. Daraufhin bemerkt Reim mich endlich auch mal, naja, was heißt endlich, ich will im Boden versinken. Ich werde rot.
Ich schaffe es irgendwie, ihn zu umarmen, aber voll verzweifelt.
Plötzlich höre ich ein: „Warum hast du mir das nie erzählt?“ von Will.
„WILL!“, quietsche ich und falle sie an Ich hab sie lieb. „Ich hab dich liiiiiieeeeeeeb~!“


NoisexLotti
Es fiel mir echt schwer das zu schreiben, weil es so verdammt versaut ist... nee. Aber ich mag den Schreibstil. XD

Ich sitze im Gruppenraum der geschlossenen Psychiatrie. Auf dem braunroten Sofa neben mir sitzt Lottie.
Es ist so unglaublich ätzend, neben so einer heißen Typin zu sitzen und sie nicht berühren zu dürfen. KKK. Kein Körperkontakt. Lottie streckt sich erst mal und Vincent sitzt auch da. Dave ist aggressiv auf dem Boden und ist kurz vorm Ausrasten.
Gleich wird er fixiert. Ich selbst finde das irgendwie lusti. Da fühlt man sich wie ein Schwerverbrecher.
Aber wenn man dann Tabor – das stärkste Beruhigungsmittel überhaupt – bekommt, ist das nicht mehr ganz so lustig. Ich habe darauf versucht, mich mit meinem Kinn umzubringen.
Hat natürlich nicht geklappt.
Leider.
Ich hab es irgendwie geschafft, fast aus 'ner Geschlossenen auszubrechen.
Fast.
Aber Break und Reim haben mich noch erwischt. Aber ich durfte mit Lottie im Zimmer bleiben. Dave schlägt mit der Hand aufs Sofa.
„Massakriere nicht meinen Ehemann!“, schreit Miranda, vollkommen außer sich, „Und warum hat er eigentlich keinen Kopf?!“
„JETZT HALT DOCH MAL DIE FRESSE!“ Oh, ok, Dave rastet aus.
Lottie und ich verfolgen nur gelangweilt, wie Dave gegen die Tür schlägt, Reim, Break und Gilbert vorrennen und Oz auf der offenen anruft.
In Rekordschnelle werden alle drei Türen aufgeschlossen und Sharon kommt zusammen mit Lily – ebenfalls PEDs, also Pfleger rein und fixieren eben ma Dave.
Meine Fresse, Dave.
(eos hilft voll gut gegen trockene Hände! *^*)
Ich gähne, Break legt einen Arm um Sharon – die beiden sind zusammen.
-hier kommt random Passage... PASSage. PassaGE... PASSAGE?! Die ich aus Gründen nicht schreiben will-
Gil kommt auf uns zu. „Äh... geht mal bitte in eure Zimmer. Wir holen euch dann raus.“
Dave schreit.
Ich und Lottie gehen nach Zimmer 10, unserem Pornoreich.
Liegt an Lottis Büchern.
Lottie zieht die weinrote Sweatshirtjacke aus und ihr Ausschnitt fliegt mir quasi entgegen.
Sie geht zu ihrem Schreibtisch und zieht sich ein Buch – fifty shades of grey – heraus.
Sie läuft geistesabwesend zum Schrank und fällt über nen Stuhl.
Ihr Fuß hängt am Stuhlbein, fifty shades of grey fliegt elegant durch die Luft und kommt auf meinem BH auf, der im Zimmer rumliegt.
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