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Different moments ~

KurzgeschichteAllgemein / P18 Slash
14.04.2015
29.05.2019
96
157.315
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13.10.2016 1.956
 
Moooiiiin... ich bin todmüde, ey, was ist das, macht das weg. Naja, liegt bestimmt daran, dass ich acht Stunden hatte und drei davon nur Vorträge... Ich schwöre euch, ich habe es nur knapp überlebt.
...Ich bin so todmüde. Aaalda.
Ich sollte nicht so viele Let's Plays schauen.
...Und irgendwie ist das hier echt schlecht, es ist nur aus Feels entstanden. Ja, Feels für alle tote.
Ich muss meine Augen aufhalten. Aah.
Hoffentlich hat meine Mutter noch Erbsensuppe da... das ist random.
Und ja, auch, wenn es so rüber kommt, es ist nicht GilxAda, da ich das Pairing nicht leiden kann, aber mir ist klar, dass er sie geliebt hat und deshalb hat er das auch gesagt.
Leute... warum seid ihr alle so weit weg?
Das hier ist quasi auch für eine Freundin, der es wirklich schlecht geht, und auch, wenn sie es nicht lesen kann, ich hoffe, es wird ihr dann besser gehen. Viel Glück, Onara-Angela-San.

Ok... dann... viel Spaß? x'DD

~Schnuff

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Ich stapfe durch den Schnee, es ist kalt und es sind erst zwei Wochen vergangen.
Die Verluste tun alle so weh, so, wie die Kälte des Schnees auf meinen Händen.
Auf dem Boden liegt nur eine dünne Schicht, aber es schneit schon sehr lang.
Der erste, wirklich schmerzende Verlust für mich war Eliot.
Ich weiß ganz genau, wie er Edgar immer gehasst hat. Er hat uns quasi jeden Tag damit zu geredet. Ich habe Holy Knight zwar auch gelesen, aber ich kannte es so oder so auswendig wegen ihm.
Edgar hat sich aufgeopfert. Und das fand er jämmerlich.
Aber am Ende hat er es doch getan, für uns alle, nicht für sich.
Er hat immer gesagt, er hätte Angst vor dem Sterben, aber das hatte er nicht.
Er war kein bisschen selbstsüchtig und der nobelste Mensch, den ich je gekannt habe.
Davor natürlich alle anderen Nightrays und na klar, es hat auch weh getan, aber nicht so sehr, da ich sie alle kaum kannte.
Aber eins weiß ich. Egal, was sie mir und Vince angetan haben, so einen Tod haben sie nicht verdient.
Dann war es Leo.
Ja, ich weiß, Leo lebt noch, aber er ist nicht mehr der Leo, der er war. Das war er nur im Beisein von Eliot. Da war er er selbst.
Dann kam Oscar und ich habe es erstaunlich gut weggesteckt und ich weiß nicht, ob ich nur so getan habe, für Oz.
Nein, nicht für Oz. Für mich, damit ich nicht durchdrehe, denn er war für mich wie ein Vater.
Es tut immer noch weh.
Und dann kam Break. Ja, unsere ganze Beziehung war etwas seltsam. Aber im Grunde habe ich ihn doch gemocht, denn er hatte Recht, mit allem, was er gesagt hat. Und ich weiß, dass nicht nur er daran Schuld war, dass wir uns eigentlich so... gehasst haben.
Ich weiß, dass es Sharon und Reim mit seinem Tod immer noch unglaublich schlecht geht, aber ich habe damit nicht so große Probleme. Ich habe erstens schon genug Menschen sterben gesehen und zweitens werde ich sowieso noch viel, viel mehr Leute sterben sehen, weil ich älter werde als sie.
Und dann sind ganz zum Schluss Alice und Oz gegangen.
Ich vermisse sie so sehr und es sind erst verdammte zwei Wochen und es werden noch so viele folgen und es wird noch so viel passieren.
Ich vermisse sein Lächeln und auch ihr Lächeln und das penetrante Grinsen von Break, die Scherze von Oscar und das Gemeckere von Eliot.
Ich vermisse sie alle.
Ich betrete das Pandora-Gebäude, alle Angestellten wuseln durch die Gänge und suchen ihre Sachen zusammen, da die Organisation aufgelöst wird.
Ich habe das alles schon längst erledigt.
„Ah, Gilbert! Wo geht’s hin?“
Es ist Reim, der mich leise und immer noch traurig anlächelt und ich bleibe stehen. „Hallo, ähm... zum Siegelstein. War dort schon mal jemand?“
„Nein... aber warum?“
„Mein Hut. Eben, weil noch niemand da war. Ich hab ihn da glaube ich verloren. Wie geht es Sharon?“
Er seufzt und sein Gesichtsausdruck wird ernster. „Naja, sie isst immer noch kaum was. Aber ich kann es ihr nicht verübeln. Wenn sie gestorben wäre, ginge es mir auch so. Aber ich bin mir sicher, das wird wieder.“
„Ja. Ich hoffe... mit dir mit Reim. Aber nimm es ihr nicht übel, wenn nicht. So etwas kann man nicht erzwingen.“
Ich weiß ganz genau, warum er diesen Vergleich gebracht hat und es tut mir so leid.
„Ich weiß. Ich bin schon so lang damit klar gekommen und jetzt braucht sie mich und ich werde für sie da sein.“
„Ok... dann mach's gut!“
„Jap!“
Ich laufe weiter und winke ihm noch ein letztes Mal.
Auf dem Weg begrüßen mich weitere Mitglieder und ich sehe am Ende eines Ganges Herzog Barma, der sich mehr an Sheryls Rollstuhl festhält als ihn zu schieben.
Seine Verletzungen sind bestimmt noch lang nicht verheilt, aber er hat sich bestimmt gegen die Frau aufgelehnt, um aus dem Bett zu kommen.
Schade, dass sie seine Heiratsanträge nie angenommen hat und es auch nicht tun wird.
Leicht lächelnd gehe ich weiter.
Ein Teil in mir hofft immer noch, dass Oz ode Alice um die Ecke kommen, aber da ist nichts.
„Hey, Bruderherz!“, höre ich einen Ruf und blicke mich um.
Da steht jemand. Ich glaube zumindest, dass es Vince ist, aber dazu muss ich erst näher ran gehen.
Neben ihm stehen auch Lotti und die anderen, aber Glen, beziehungsweise Leo, ist nicht da. Vielleicht in einem Gespräch mit jemand Wichtigem.
„Hey, das steht dir!“, sage ich zu seinen kurzen Haaren, allerdings wird sein Blick daraufhin traurig.
„Gil, kannst du mir einen Gefallen tun?“
Ich nicke.
„Ich glaube, Ada hat mich seit dem noch nicht gesehen. Kannst du ihr bitte sagen, dass ich gestorben bin? Sie... soll mich vergessen. Ich lebe viel länger als sie. Das... wir sind einfach nicht füreinander gemacht.“
Ich spüre, wie Tränen in mir aufkommen, weil ich ganz genau weiß, dass das nur eine Ausrede von ihm ist und dass er einfach nur Angst hat.
„Hast du dir das... gut überlegt? Ich meine... nachdem... sie dich umarmt hat... ich meine, ich weiß es sowieso und ich kann dir helfen...“
„Nein, Gil. Meine Entscheidung ist gefällt.“
Ich sehe ihn an und sehe die Traurigkeit in seinen Augen, und dass er noch lang nicht... völlig geheilt ist.
Er verletzt sich dadurch immer noch selbst.
„Verdammt nochmal, Vince! Du liebst sie und... sie ist doch nicht diejenige, die am Ende darunter leidet, sondern du und ich weiß, dass du das schaffst!“
„Gil... sie wird mit mir niemals glücklich!“
Lotti sieht mich von der Seite aus an. Sie weiß genau, dass das nicht stimmt, und dass er sich selbst nur verletzen will, da er sich zumindest immer noch ein bisschen hasst.
Ich schnipse ihm gegen die Stirn und er schaut zurück.
„Ich sage es, aber ich bin ein schlechter Lügner und wenn sie dich sieht, ich bin nicht daran schuld.“
„Ja. Danke.“
Ich winke ihm zu und laufe schließlich weiter.
Ich komme bei dem Siegelstein an und entdecke nicht den Hut, sondern eine Person.
„Ada?“
Sie wendet sich mir zu und sie ist komplett verheult.
„Hey...“, sage ich leise und sie kommt auf mich zu und umarmt mich.
Ich ziehe sie zu mir und versuche, sie zu trösten und irgendwann lässt sie mich wieder los und wischt sich mit dem Ärmel des Kleides die Tränen aus den Augen.
Ich kann ihr das mit Vincent nicht sagen.
„Tut mir leid. Geht wieder.“
Sie hält mir etwas hin und ich starre einen Moment darauf.
Es ist schwarz.
Und es sieht aus wie ein Hut.
Äh... es ist ein Hut.
„Das ist ja mein Hut!“, rufe ich total überrascht und sie beginnt zu lachen.
Ich nehme ihn und setze ihn auf, dann lehnen wir uns an die Wand.
„Warum hast du jetzt gelacht?“
„Na, weil du so richtig... dämlich draufgestarrt hast!“
Jetzt lachen wir beide.
Oh, verdammt.
Aber solche Momente sind für mich das Zeichen, dass das Leben weiter geht.
Und das soll auch so sein.
Irgendwann werden wir wieder still und sie klammert sich an meinen Arm.
„Ähm... Ada... ich... so- muss dir noch was sagen...“
„Ok. Schieß los.“
„Vincent ist...“ Ihr Druck verstärkt sich.
„Ok.“
Ich schaue sie an und eine einzige Träne fließt ihre Wange hinab.
Ich weiß, dass sie merkt, dass ich lüge. Dass er noch lebt und sie weiß auch den Grund, aber ich bin froh, dass sie nichts mehr sagt.
„Danke“, sage ich deshalb und sie versteht es.
„Vermisst du... ihn auch?“
„Wen?“
„Na... Oz“, flüstert sie leise und jetzt spüre ich auch das Brennen in meinen Augen und ich gebe ihm nach.
„Ja... sogar sehr“, wispere ich und umarme sie wieder, weil es allein schon verdammt weh tut, wenn ich nur über ihn nachdenke.
Und auch das versteht sie.
Sie hat es bestimmt alles schon längst gemerkt.
Dafür kennen wir uns wirklich schon lang genug.
„Es ist so... erdrückend, oder? Wenn eine Person nicht da ist... und man weiß, dass man sie nach einer langen Zeit wieder sehen wird. Und... diese Zeit muss man einfach überstehen. Man muss stark sein, genau wie die anderen Personen, da sie einen bestimmt genau so vermissen. Aber wenn man stark genug ist, dann schafft man das.“
Ich merke, dass sie aufgrund ihrer eigenen Worte zu zittern beginnt.
Und dass sie nicht weiß, ob sie stark genug sein kann.
„Genau. Wir haben es beide schon einmal zehn Jahre lang geschafft und dann schaffen wir es auch“, flüstere ich und streichele ihr mit meiner verbleibenden Hand (...danke an Vivi auf den Hinweis, dass er nur noch eine Hand hat, an dieser Stelle x'D) durch die Haare.
„Gil... meinst du, Vince hat mich geliebt?“
„Ja“, hauche ich und mein Herz bricht, weil es mir so unglaublich weh tut.
Sie lässt mich los und schaut zu mir auf, in meine Augen und ich erwidere den Blick fest.
„Woher weißt du das?“
„Ach Ada, wir sind Brüder und sind uns sehr ähnlich.“
Ja, ich habe sie wirklich geliebt. Ich greife nach meinem Hut, den sie mir geschenkt hat.
Aber ich habe sie nur geliebt, weil Oz nicht da war.
Sie lächelt leicht. „Ich weiß.“
Dann herrscht wieder Stille.
Ich werde rot, weil ich es ihr damit quasi gesagt habe, aber das ist ja auch schon wirklich lang her.
Oz.
Die Stille zwischen uns ist komischerweise angenehm und beruhigt mich.
Wir stehen bestimmt eine halbe Stunde so, mir ist kalt, aber es ist mir egal.
„Was hast du jetzt vor?“, frage ich irgendwann und schaue sie an, sie zuckt nur die Schultern.
„Ich weiß nicht. Ganz normal die Schule fertig machen. Danach... Ich lasse es auf mich zukommen. Du?“
„Bei Pandora kann ich ja nicht mehr arbeiten, das wird ja aufgelöst. Wahrscheinlich... stelle ich mich halt... wie jeder andere Baskerville... unter Glens Dienst.“
Ich ziehe eine Zigarette aus der Hosentasche.
„Hör auf zu rauchen. Du hast dich gegen Glen gewehrt und willst in seinen Dienst? Und verdammt noch mal... du bist willensstark genug, dich ihm zu widersetzen, aber rauchen aufgeben, das klappt nicht?“
Sie hört sich echt an, als wäre sie meine kleine Schwester. Und das ist sie auch quasi für mich.
„Nein, tut mir leid.“
Sie grinst mich an. „Ach, komm schon!“
Sie hat sich wirklich verändert. Ich meine, wie lang habe ich bitte schon nicht mehr mit ihr geredet?
Ich schnipse ihr gegen die Stirn.
„Nein. Lass mich.“
Sie schmollt gespielt beleidigt.
Ich nehme wieder ihre Hand, ich muss mich irgendwo fest halten.
„Morgen ist es wieder ein Tag weniger.“
Ein Tag weniger, bis ich sterbe.
Ein Tag weniger, bis ich sie wiedersehe.
Ein Tag weniger, an dem ich allein sein muss.
Ich hoffe, es geht schneller vorbei.
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