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Different moments ~

KurzgeschichteAllgemein / P18 Slash
14.04.2015
29.05.2019
96
157.315
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1 Review
 
08.07.2015 2.064
 
Ja, ich hab Lust eine Songfic dazu zu machen. :3
Der Song heißt 1001 Nacht von Klaus Lage, wer ihn nicht kennt, ist selbst schuld ! >:3 Es ist ein Muss, ihn zu kennen. xD Und ja, ich taste mich laaaangam an Lemons heran. xD Wobei das hier keiner ist. xDD

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Du wolltest dir bloß den Abernd vertreiben
und nicht grad allein sein
und riefst bei mir an
wir waren nur Freunde
und wolltens auch bleiben,
ich dacht nicht im Traum, das was passieren kann.


Ich wusste es wirklich nicht. Hatte ich Alkohol getrunken? Wie sonst hätte das passieren können...? Ich und meine kleine Schwester, zumindest fühlte es sich so an, als ob sie es war. Ganz im Ernst, wie konnte ich es soweit kommen lassen?
Aber sie wollte es auch nicht anders. Hatte sie Alkohol getrunken? Hatte Oskar mal wieder gemischt... ?
Nein, sicher nicht.
Sharon hatte doch nur angerufen, ihr war langweilig. Und wie ich sie nun mal kenne, hatte sie vielleicht auch einfach Angst. Sie weinte sowieso wegen allem.
Aber das war sie nun mal. Sharon war so. Wäre sie nicht so, wäre sie nicht Sharon.
Wie konnte das passieren...? Diese Frage plagt mich so sehr, mein Gesicht ist in meinen Händen vergruben, aber ich liege trotzdem auf dem Rücken. Sie neben mir, eng an mir. Ich fühle, wie sie leicht zittert. Wie zur Hölle...?

Ich weiß nicht wie ewig, wir zwei uns schon kennen,
meine Eltern sind mit deinen damals Kegeln gefahren
wir blieben zuhaus, du schliefst ein vorm Fernsehen
wir war'n wie Geschwister in all den Jahren !


Meine Eltern waren zwar schon früh gestorben... und ich konnte es imme rnoch nicht fassen... das hatte mich damals in eine lange Depression gestürzt, obwohl ich erst zehn oder so war. Die Rainsworth, also Sharon und ihre Eltern hatten mich dann aufgenommen.
Ich hatte immer auf sie aufgepasst, habe mit ihr Barbie geschaut, sonst irgendeinen Mädchenkram. Wir hatten uns gestritten, vertragen...
Sie seufzt kurz auf und dreht sich von mir weg. Wenigstens ist die Bettdecke über uns. Sonst wäre die ganze Situation ja noch peinlicher, jetzt  ist sie das so oder so schon.
Oh mann...
Was hatte ich bloß getan ! Das war doch ganz allein meine Schuld, wie es immer meine war ! Meine verdammte Schuld !
Nie machte ich irgendetwas richtig !

1000 mal berührt !
1000 mal ist nichts passiert !
1001 Nacht -
und es hat Zoom gemacht !


"Break, wie lange kennen wir uns jetzt schon ?", fragt sie mich und dreht sich dabei nicht um. Ich will ihr Gesicht sehen, will wissen ob sie weint... ich will sie trösten, auch wenn ich nicht weiß wie...
Sie soll das jetzt einfach alles vergessen, alles, was diese Nacht passiert war verdammt ! Unsere Freundschaft war mir einfach viel zu wichtig verdammt ! Verdammt, verdammt, verdammt... konnte ich eigentlich auch noch irgendetwas anderes denken ?
Nein, es war alles verdammt.
Alles, wirklich Alles verdammte Scheiße nochmal !
"Lange genug", flüstere ich nun als Antwort, ich kann gerade nicht klar denken. Das war alles zu viel für mich. Ich war müde wie sonst was und wollte einfach nur noch schlafen.
Aber ich blieb wach, das war ich ihr noch schuldig.
"Wir haben so viel miteinander erlebt... da macht mir das doch jetzt auch nichts aus", wispert sie zurück, ich bemerke aber, dass ihre Stimme zittrig ist, und dass ihr das sehr wohl etwas ausmacht. Und zwar ganz schön viel.
Ich kann aber nicht anders als zu lächeln, als mir die ganzen Erinnerungen wieder hochkommen.

"Erinnerst du dich, wir ham Indianer gespielt,
und uns an Fasching in die Büsche versteckt.
"

Endlich dreht sie sich wieder zu mir um und lächelt mich an. Ich lege zögerlich einen Arm um ihren immer noch nackten Körper.
Komischerweise will ich, dass sie mich schlägt, mich von sich wegstößt...
Aber stattdessen kuschelt sie sich näher an mich.
Ich vergrub mein Gesicht in ihren karamellfarbenen Haaren, will nicht, dass sie je wieder weg geht...
"Du meinst, als wir Reim an den Baum gefesselt haben ? Ja doch, das war lustig", kichert sie, "wie er geschrien hat..."
"Seit wann seid ihr denn so sadistisch Ojou-Sama ?", frage ich und kichere ebenfalls, die Stimmung lockert sich langsam wieder auf, zum Glück.
Sie schaute in mein Gesicht und zieht einen Schmollmund. "Bin ich doch gar nicht."
"Das habe ich aber... etwas anders in Erinnerung."
"Erinner mich bitte nicht dran...", bittet sie mich und schaut verlegen zur Seite.
Ok, zusammenreißen Break, verletz sie nicht noch mehr, als du es eh schon getan hast, befehle ich mir selbst.

"Was war eigentlich los, wir haben nie was gefühlt
so eng nebeneinander und doch gar nichts gecheckt.
War alles ganz logisch, wir kennen uns zu lang
als das aus uns noch mal irgendwas wird,
ich wusst wie dein Haar riecht und die silberne Spange
hat ich doch 1000 mal
beim Tanzen berührt.
"

, stöhne ich immer noch verzweifelt auf. Ich kann zwar nicht tanzen, aber etliche Male hatte sie versucht, mich dazu zu bewegen, besser zu werden. Geklappt hatte es nicht.
Aber meine Güte, wir kennen uns schon so lange... warum hate ich bloß nie gemerkt, dass ich mich in sie verliebt hatte ?
Wo ich mir doch geschworen hatte, genau dies nicht zu tun. Und vor allem nicht in sie !
Okay, als Kinder hatten wir mal heiraten gespielt... aber... das war eben nur ein Spiel. In der Grudschule saßen wir dann nebeneinander und ich habe sie nun mal wie meine eigene Schwester beschützt. Sie war zwar ein Jahr jünger, wurde aber mit mir eingeschult, da sie nun mal sehr schlau war. Und immer noch ist.
Wir sind dann auch zusammen auf das Gymnasium gegangen, wobei sie immer noch die deutlich bessere Schülerin von uns beiden war und sie mir auch Nachhilfe gegeben hatte.
Ich ärgerte sie manchmal, ja gut aber... so bin ich halt nun mal.
Mit vierzehn hatte sie dann ihren ersten Liebeskummer und ich war der erste, der zur Stelle war. Der Erste, den sie angerufen hatte. Sie war wirklich unsterblich in Reim verliebt, der sie aber nur als Freundin sah.
Ich hab ihm dann erst mal eine geknallt.
"Worüber denkst du nach ?", haucht sie gegen meine Schulter.
"Darüber, dass ich bei deinem ersten Liebeskummer Reim eine in die Fresse geschlagen hab", grinse ich und angele von meinem Nachtschränkchen, das direkt neben mir ist, einen Lolli, den ich mir gleich in den Mund stopfte.
Sie lacht auf.
"Mal wieder bist du nur am Essen. Du kriegst schon noch Diabetes."
Als sie das sagte, bekam ich einen Hustenanfall.
Verdammt.

1000 Mal berührt
1000 mal ist nichts passiert
1001 Nacht
und es hat Zoom gemacht.


"Warum hustest du jetzt schon wieder ? Hat das was damit zu tun, dass ich Diabetes gesagt habe ?"
Scheiße, scharfsinnig wie immer. Sie macht mich echt fertig.
"N-nein", stottere ich. Das ist nicht meine Art. Ich kann das nicht. Ich will es ihr nicht sagen. Sie würde das nicht verkraften, ich habe Angst, dass sie daran zerbricht.
"Sag sofort was los ist", sagt sie und blickt mir fest in die Augen.
Ich sehe in ihre wunderschönen rosanen und verliere mich, aber es interessiert mich nicht. Es ist alles egal. Hauptsache, ich sage es jetzt nicht. Wehe, es rutscht mir jetzt raus.
"Ich hab Krebs."
Scheiße.
SCHEIßE VERDAMMTE !
Sie schaut mich nur schockiert an. Mehr nicht. Kein Aufschluchzen, nichts. Sie war geschockt.
"D-das... ist jetzt bitte nur ein schlechter Scherz... bitte Xerx, bitte...", es ist kaum mehr als ein Ausatmen, aber ich versteh es trotzdem.
Ich schüttele meinen Kopf. Das war kein Scherz.
Sie drückte mich näher an sich und begann dann zu schluchzen. Ich spürte, wie Tränen ihre Wangen hinunterrannen, wie ein Fluss.
"Es tut mir leid", flüstere ich.
Patsch.
Eine Ohrfeige.
"Da muss dir nichts leidtun du verdammter Vollidiot ! Höchstens, dass du es mir nicht früher erzählt hast !"

Wie viele Nächte wusst ich nicht was gefehlt hat
wär' nie drauf gekommen,
denn das warst ja du.
Und wenn ich dir oft, von meinen Problemen erzählt hab,
hätt ich nie geahnt, du warst der Schlüssel dazu.
Doch so aufgewühlt, hab ich dich nie gesehen,
du liegst neben mir
und ich schäm mich fast dabei.
Was war bloß passiert, wir wollten Tanzen gehen !
Alles war so vertraut und jetzt ist alles neu !
Jetzt ist alles neu !


"Tut mir leid..."
"Wehe ich höre das noch ein einziges Mal ! Ich mach mir Sorgen um dich du vermaledeiter Blödmann, ruf dich an, weil ich dich fragen wollte, was los ist ! Ich wollte beim Tanzen mit dir darüber reden ! Ich merke doch, dass irgendetwas nicht stimmt ! Ich will dir doch nur helfen, ich will an deiner Seite sein, für immer ! Es ist mir egal, ob du Krebs hast, oder nicht ! Ich will einfach nur dich ! Tu nicht so, als ob der Krebs deine Persönlichkeit verändert hat ! Es gibt Theraphien und irgendeine wird dir schon helfen !"
"Nein... der Krebs ist zu agressiv..."
Sie stockt und sinkt zurück in ihr Kissen.
"Wie viel Zeit bleibt dir noch ?" Monoton. Kein Gefühl, rein gar nichts liegt in ihrer zarten Stimme. Ich wende mich ihr zu und küsse ihr eine Träne von der Wange, die gerade an ihrer Wange hinabrollt. Ich will nicht, dass sie weint.
Und ich will auch nicht antworten, will sie nicht noch mehr verletzen...
"Antworte bitte...", murmelt sie erschöpft.
"Ein halbes Jahr", erwidere ich und lehne meine Stirn an ihre. Sie errötet aufgrund der Nähe, aber trotzdem gibt sie mir noch eine Ohrfeige.
Mir machte das nichts aus, es war vollkommen in Ordnung.
"Hätte ich das früher gewusst..."
"...Hättest du auch nichts tu können."
Ich streiche ihr eine gelockte Strähne aus dem Gesicht und nähere mich ihren Lippen.
Den leeren Stiel des Lollis beförderte ich auf den Holzboden des Zimmers.
"Versuch mich nicht abzulenken", presst sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
"Das will ich nicht mal", hauche ich gegen ihre Lippen. Ich wollte sie jetzt küssen und dagegen würde sie auch nichts tun !

1000 mal berührt
1000 mal ist nichts passiert
1001 Nacht
und es hat Zoom gemacht.


"Xerx-"
Sanft lege ich meine Lippen auf ihre. Was auch immer sie jetzt sagen will, es ist mir irgendwie egal, ich will jetzt nur ihre Lippen spüren.
Sie ergiebt sich schießlich und legt ihre Hände auf meinen Rücken, um Halt zu finden.
Sie krallt ihre Hände in meinen Mantel, den ich mir irgendwann übergeworfen hatte, als der Kuss intensiver wird.
Ich spüre, dass ihre Luft knapp wird und lasse ab, sie keucht vereinzelt.
"Ich liebe dich", wispere ich und ziehe sie in eine Umarmung, wir sitzen und ich weiß auch nicht so recht, wie wir in diese Position gekommen sind aber... war auch nicht weiter wichtig. Sie erwiderte die Umarmung und begann schon wieder zu heulen.
"Aber aber Ojou-Sama, deswegen müsst ihr doch nicht weinen", säusele ich und schreichele sanft über ihren Rücken um sie zu beruhigen.
"Ich dich auch Xerx... als ich damals Liebeskummer wegen Reim hatte... da habe ich gelogen. Ich liebe dich seit damals, ich hatte Liebeskummer wegen dir, weil ich wusste, dass du nicht dasselbe für mich empfindest !"
"War aber nicht sehr klug, dann ausgerechnet mich anzurufen", lächle ich, leicht erschrocken darüber, dass sie sich nie getraut hatte, mir ihre Liebe zu gestehen. Na gut, bestimmt wäre ich abgehauen.
"Ich musste dich sehen..."
"Achso, jetzt versteh ich auch, warum Reim mich so verwundert angeschaut hatte !", ich erinnerte mich genau an sein fragendes Gesicht, sodass ich lachen musste.

"Na, dann haben wir uns doch jetzt wenigstens mal ausgesprochen..."
Sie stimmte in mein Lachen mit ein.
"Willst du einen Tee ?", frage ich und grinse sie an.
"Gerne", bejaht sie und nimmt meine Hand, als ich aufstehe.
Diese Nacht würde sowieso keiner von uns beiden mehr schlafen können.

1000 mal berührt
1000 mal ist nichts passiert
1001 Nacht
und es hat Zoom gemacht !



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Puh. Ich bin stolz.
Ganz ehrlich.
Puh.
So, bald gibt's auch das neue Kapi für meine Klassenfahrtgeschichte, muss meinen Lappi aber jetzt an meine Mutter abtreten. ^^'

~Schnuff
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