Old Loves Die Hard

GeschichteDrama, Romanze / P16
Emppu Vuorinen Jukka "Julius" Nevalainen Marco Hietala Sami Vänska Tarja Turunen Tuomas Holopainen
13.04.2015
03.11.2015
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Hallo zusammen^^
Das hier ist meine erste FF auf Fanfiktion.de, also habt etwas Nachsicht mit mir :D Deswegen würde ich mich über Reviews freuen <3
Neue Kapitel werden 1-2 Mal pro Woche erscheinen.
Im späteren Verlauf der FF wäre es nützlich, wenn einem der grobe Verlauf der Geschichte von Nightwish bekannt ist. (Allerdings ist es auch nicht unbedingt nötig :D) Die FF hält sich anfangs an den wirklichen Verlauf der Geschichte, weicht später allerdings etwas davon ab.

So, jetzt erstmal viel Spaß beim Lesen!
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Erstes Kapitel  (2001)

Tuomas POV

Ich beobachtete Tarja unauffällig, während sie nervös hin und her lief. Sie trug bereits ihr Kleid für den Auftritt, schien aber nicht mit sich zufrieden zu sein und zupfte die ganze Zeit an sich herum. Am Liebsten hätte ich ihr gesagt, dass sie auch so perfekt aussah.
Stattdessen konzentrierte ich mich wieder auf das Büchlein in meiner Hand.
Auf den Touren benutzte ich es immer, um neue Ideen zu Songs und Texten gleich auf Papier zu bringen.
Erneut sah ich hoch zu ihr und schrieb nachdenklich:
Ever felt away with me
Just once that all I need
Entwined in finding you one day
Ich kaute auf meinem Stift herum, während ich es mir noch einmal durchlas.
„Hey, Tuomas“, rief Jukka mir zu. „Noch eine Viertelstunde bis zum Auftritt.“
Ich sah hoch und fühlte, wie die Nervosität wieder in mir aufstieg. Und das, wo ich mich gerade erfolgreich abgelenkt hatte.
„Wie könnte ich das vergessen“, knurrte ich unwillig. Die Übelkeit machte sich wieder in meinem Magen breit. Das mit dem Schreiben konnte ich sowieso vergessen. Wütend starrte ich auf das, was ich bisher geschrieben hatte.
Ich hörte Emppu lachen. „Jukkas Bedenken sind gar nicht so verkehrt, Tuomas“, sagte er grinsend. „Immerhin lebst du in deiner eigenen Traumwelt.“
Ich atmete tief ein und versuchte mich zu beruhigen, doch es gelang mir nicht.
„Ihr wisst genau, wie nervös ich vor Auftritten bin. Ihr müsst mich also nicht daran erinnern, Leute.“ Emppu setzte zu einer Erwiderung an, wurde aber von Tarja unterbrochen.
„Ernsthaft, Jungs. Lasst Tuomas in Ruhe. Er ist schon ganz grün im Gesicht.“
„Danke“, sagte ich mit ironischem Unterton in der Stimme. Das hatte mir jetzt wirklich weitergeholfen. „Sag Mal, was schreibst du da eigentlich?“, fragte Jukka mich interessiert, während er seine Drumsticks in den Händen drehte.
„Einen neuen Hit“, mutmaßte Emppu und beugte sich vor, um einen Blick in mein Büchlein zu erhaschen. Schnell zog ich es vor ihm weg. „Ihr wisst genau, dass ihr immer erst die fertigen Sachen zu Gesicht bekommt.“
Enttäuscht zog der kleine Blonde sich zurück.
„Sag mal, Leute“, schaltete sich Tarja in diesem Moment ein. „Wo ist Sami eigentlich?“
„War der nicht eben noch hier?“, fragte Jukka und sah sich im kleinen Hinterzimmer des finnischen Clubs um, in dem wir heute spielen würden.
„Anscheinend nicht mehr“, seufzte ich. „Wie viel Zeit haben wir noch bis zum Auftritt?“
„Gut 10 Minuten“, erwiderte Emppu seufzend und stemmte sich von dem kleinen Sessel hoch, in dem er gerade noch entspannt gesessen hatte. „Ich gehe ihn suchen.“
„Ich wette um 20 Euro, dass du ihn an der Bar findest“, meinte Jukka sofort.
„Einverstanden“, sagte Emppu ohne zu Zögern. „Sami wird wohl nicht ein zweites Mal aus demselben Grund zu spät kommen und beinahe alles vermasseln, oder?“
Da kannte er wohl unseren Sami schlecht.
„Ich komme mit“, sagte ich und ließ mein Büchlein in die Reisetasche fallen.
„Der bekommt etwas zu hören!“

Tatsächlich fanden wir Sami an der Bar, völlig betrunken. Emppu fluchte. Ich konnte es ihm nicht verdenken. „T...Tuomas. E...mppu“, lallte Sami, als er uns entdeckte.
Er schien sich nur noch schwer auf seinem Barhocker halten zu können.
„Dieser verfluchte Alkohol“, zischte ich. Kaum dass ich ihn erreicht hatte, packte ich ihn an den Schultern.
„Wie sollen wir unsere Songs ohne einen Bassisten spielen?“, knurrte ich und schüttelte Sami.
„Hast du eine Ahnung, was es bedeutet, wenn du das hier schon wieder ruinierst?“
Er versuchte vergeblich, meine Finger von seinen Schultern zu lösen.
„Ich weiß gar nicht, was du hast!“, sagte er undeutlich. „Ich kann und ich werde spielen!“
„Das werden wir ja sehen!“ Ich zog ihn von seinem Barhocker. „Emppu, hilfst du mir Mal?“
Zusammen stützten wir Sami und beförderten ihn, unter den neugieren Blicken der Leute, zurück ins Hinterzimmer.
„Hatte ich Recht oder hatte ich Recht?“, war Jukkas einziger Kommentar, während Tarja die Nase rümpfte und sagte: „Sami, du stinkst wie eine ganze Bar.“
Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Da war ich ganz ihrer Meinung.
Emppu setzte den halb besinnungslosen Sami auf einem der Sessel ab und ließ sich selbst auf einen zweiten fallen.
„Also...“, seufzte ich. „Was machen wir jetzt?“

Nach dem Konzert war ich derjenige, der sich an der Bar wiederfand.
Ich fühlte nur langsam, wie die Nervosität in meinem Bauch etwas nachließ und trank langsam mein Bier, um mich zu beruhigen.
Aus den Augenwinkeln sah ich, wie sich Tarja auf dem Barhocker neben mir niederließ.
„Ein Bier bitte“, sagte sie zum Barkeeper und wandte sich dann mir zu.
„Wir hatten ein verdammtes Glück, dass Emppu einen Bassisten kannte, der hier in der Nähe wohnt.“
Ich schüttelte den Kopf und trank noch einen Schluck.
„Glück würde ich das wohl kaum nennen. Wir hatten eine halbe Stunde Verspätung und der Bassist hat sich ständig verspielt. Und dabei hat Emppu behauptet, er wäre einer unserer größten Fans und könnte jeden Song auf der Setlist im Schlaf spielen...“ Ich seufzte.
„Das war das schlechteste Konzert, das Nightwish jemals gespielt haben.“
Der Barkeeper knallte das Bier vor Tarja auf die Theke.
Sie griff nach dem Glas und nickte.
„Da hast du Recht, aber sei ehrlich, es wäre schlimmer gewesen, einen total besoffenenen Sami auf der Bühne zu haben, der sich nicht auf den Beinen halten kann, oder?“
„Schlimmer kann ich mir kaum vorstellen“, murmelte ich und stellte nach einem weiteren Schluck fest, dass mein Glas leer war.
„Der Veranstalter ist verdammt sauer auf uns und ich bin verdammt sauer auf Sami. Wenn der mir heute noch über den Weg läuft...“
Tarja nickte zustimmend. „Du solltest mit ihm reden, Tuomas. Das was er da heute abgezogen hat...“
„Wenn es wenigstens das erste Mal gewesen wäre“, meinte ich düster und warf Tarja einen weiteren unauffälligen Blick aus den Augenwinkeln zu.
Sie sah wunderschön aus heute Abend, mit dem schwarzen Kleid und den von dem Auftritt immer noch leuchtenden Augen. Wieder musste ich mich stark zurückhalten, um es nicht auszusprechen. Doch ich zwang mich dazu, es für mich zu behalten.
Eine Beziehung mit jemandem in der Band würde nicht gut gehen. Sollten wir uns eines Tages trennen, würde die Band darunter leiden, würde vielleicht sogar daran zerbrechen.
Was dachte ich da überhaupt? Tarja mochte mich sowieso nicht auf diese Weise, würde mich nie auf diese Weise mögen. Diese Gedanken hatte ich doch schon oft genug im Kopf durchgespielt. Ich würde die Band nicht dafür auf Spiel setzen, Tarja zu gestehen, wie sehr ich sie mochte. Sie würde mir vorsichtig sagen, dass sie meine Gefühle nicht erwiderte, aber danach würde sie mich gar nicht mehr ansehen können. Und das würde das Ende von Nightwish bedeuten. Warum machte ich mir dann noch Hoffnungen?
Ich wurde aus meinen Überlegungen gerissen, als Tarja sagte:
„Tuomas, alles in Ordnung? Du musst dir keine Sorgen machen. Wir finden eine Lösung für das Problem mit Sami.“
Ich seufzte. „Schon okay, ich rede mit ihm.“


Tarja POV

Ich machte mir Sorgen um Tuomas. Er fraß den Kummer viel zu schnell in sich herein, besondes wenn es um Bandangelegenheiten ging.
Das erinnerte mich an etwas, was Emppu und Jukka immer scherzhaft erzählten: Dass die Band sozusagen das Baby von Tuomas sei.
Ich musste bei dem Gedanken daran lächeln. Die Beiden konnten wirklich nie ernst sein.
Ein Blick zu Tuomas ließ mein Lächeln allerdings vergehen. Er starrte noch immer in sein leeres Bierglas und schien seine Umgebung schon wieder komplett ausgeblendet zu haben.
Ich überlegte mir, wie ich ihn aufheitern konnte, doch irgendwie wollte mir nichts einfallen.
„Zwei Bier noch mal, bitte“, sagte ich zu dem Barkeeper.
Tuomas sah auf. „Für mich?“, fragte er und deutete auf das zweite Bier, was der Barkeeper vor mich auf den Tresen stellte.
„Natürlich. Oder siehst du hier sonst noch jemanden?“
Der Rest der Band war bereits zurück im Tourbus. Normalerweise war ich die erste, die sich dahin zurückzog, doch heute war mir nicht nach schlafen zumute. Nach diesem mehr als seltsamen Konzert, vor dem ich ungewöhnlich nervös gewesen war, hätte ich unmöglich ins Bett gehen können. Als ich dann Tuomas an der Bar hatte sitzen sehen, hatte ich spontan beschlossen, mich zu ihm zu setzen.
Tuomas schüttelte den Kopf, wirkte aber immer noch überrascht. „Danke. Womit habe ich mir das denn verdient?“ Spontan fiel mir eine Sache ein, die Tuomas sicherlich ablenken würde.
„Wir haben gute Nachrichten zu feiern.“ Ein wenig nervös fragte ich mich, ob er etwas dagegen haben würde, aber dann verwarf ich den Gedanken wieder. Tuomas doch nicht. Tuomas würde mich verstehen.
„Ach, haben wir das?“, fragte er mich zweifelnd und trank einen Schluck von seinem Bier.
„Erinnerst du dich noch an Marcelo?“, fragte ich ihn lächelnd.
Er runzelte die Stirn. „Marcelo...? Meinst du den Chef-Promoter letztes Jahr auf der Südamerika-Tour? Marcelo Cabuli, den Typ von NEMS Enterprises?“
„Genau der“, erwiderte ich und nippte an meinem Bier.
„Und, was ist mit dem? Was haben wir zu feiern?“
„Marcelo und ich... Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist.“ Ich lächelte erneut versonnen.
„Zwischen uns hat es ziemlich gefunkt. Ich hatte beschlossen, es euch erst einmal nicht zu sagen, weil wir ja geschäftlich mit ihm zu tun hatten. Ich habe gedacht, vielleicht ist es ja nichts ernstes...“
Tuomas starrte mich an, ohne ein Wort zu sagen. Schließlich schluckte er und meinte:
„Aber es ist etwas ernstes?“
„Das ist es. Heute hat er mich angerufen und mir gesagt, dass er es kaum ertragen kann, so lange von mir getrennt zu sein. Er hat mich gefragt, ob wir zusammenziehen wollen! Ist das nicht wundervoll?“
Ich sah Tuomas erwartungsvoll an. Erleichtert atmete ich auf, als er schließlich zu lächeln begann.
„Ja, wirklich, wirklich wundervoll“, sagte er. Erfreut fiel mir auf, dass er nicht mehr ganz so niedergeschlagen wirkte, immerhin lächelte er. Anscheinend hatte ich ihn erfolgreich von der Sache mit Sami abgelenkt. „Darauf sollten wir trinken!“, sagte Tuomas, hob sein Glas und stürzte es in einem Zug runter.
„Wow, nicht alles auf einmal!“, meinte ich lächelnd, hob allerdings auch mein Glas und trank.

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Den Text, den Tuomas am Anfang des Kapitels schreibt, habe ich mir natürlich nicht selbst ausgedacht. Es handelt sich um Songzeilen aus "Ever Dream" :D
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