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The Tomorrow People- The Bautiful Lie

GeschichteDrama / P16 / Gen
13.04.2015
11.05.2015
3
4.348
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11.05.2015 1.692
 
Stacey wusste gar nicht wie ihr geschah, als plötzlich Jemand hinter ihr auftauchte, ihr unter die Achseln griff und sie zu Boden schleuderte. Sie keuchte auf und sah für einen Moment verschwommen, erkannte dennoch die Umrisse des Mannes.
,,John...", wisperte sie, versuchte sich wieder aufrecht zu setzen, hatte damit jedoch allerhand Probleme, denn eine Rippe musste auf jeden Fall gebrochen sein. Sie knurrt, sieht wie John sich aus dem Staub machen will und schreit ihm hinterher:,, Ich finde dich und dann bist du dran."

Verdammter Scheißkerl

Sie rappelt sich mühsam wieder auf, denn eine Stacey brachte so schnell nichts zu Fall. Sie strich sich ihr Haar zurecht, zückte ihren Dolch und rannte in die Richtung in der ihr Gegner gerannt war. Entkommen lassen würde sie ihn nicht, denn sie vermasselte niemals ihre Aufträge, sonst käme sie niemals an die Spitze und dort wollte sie ja unbedingt hin.

Stacey stürzte voran, ignorierte die Schmerzen in ihrem Brustkorb, verzog nicht einmal eine Miene, bis sie plötzlich gegen Stephen knallte. Wenn dieser sie nicht rechtzeitig am Arm festgehalten hätte wäre sie mit voller Wucht wieder zu Boden geknallt. Sarkastisch brummte sie ihn an:,, Ist heute Tag der Bodenleger oder was?"
Kurz runzelte Stephen mit einem:,, Ähh...", die Stirn, fasste sich aber schnell wieder und kam ohne Umschweife zur Sache:,, Du darfst das nicht tun."
,,Was nicht tun?", hakte Stacey nach, die nur mühsam dem Drang standhielt ihrem Gegenüber eine über die Rübe zu verpassen oder ihm die Zunge aus dem Mund zu schneiden.
,,Hör zu. Ich glaube es gibt da etwas, dass du nicht weißt."
,,Und das wäre?"
,,Dass was mit den Leuten geschieht die du Ultra überreichst. Ich weiß nicht weswegen, aber ich glaube sie haben die ein falsches Bild in den Kopf gesetzt. Du bist gegen diese Firma, richtig?"
Stacey hob ihren Dolch, setzte ihn an ihre Kehle:,, Du irrst dich. Ich stehe zu meinem Job und werde dich sofort vernichten wenn es die Situation erfordert. Also mach schnell, denn ich habe noch einen Einbrecher zu fangen."

,,Sie töten die Menschen", kam Stephen ohne Umschweife zum Punkt. Er wusste, dass sie Ernst machen würde wenn er sie zu sehr auf die Folter spannte und das würde Jedikiah nicht sehr gefallen. Innerhalb von ein paar Minuten hatte Cara ihm ein paar Informationen durch Tim gegeben, die er jetzt gut einsetzten konnte. Vielleicht schaffte er es sogar sie auf seine Seite zu ziehen.
,,Ja klar, und ich bin der heilige Weihnachtsmann mit Bart, Sack und fetter Wampe."
Der ironische Unterton, der leicht in Spott überging war unangenehm.
,,Es stimmt. Ich... ich habe es selbst gesehen als ich heimlich durch Räume gegangen bin in denen ich nichts zu suchen habe. Diese Spritze, die sie ihnen geben sind alle Todesspritzen. Kaum einer überlebt das."
,,Ich habe aber andere Dinge gesehen."
,,Das war alles Lüge um dich auf ihre Seite zu ziehen, glaub mir. Der den wir fangen sollen, John, er ist auch mal hier gewesen, hat sich einigen Experimenten unterzogen und kann deshalb sogar Leute umbringen. Jetzt wo er die Seiten gewechselt haben könnte das für Ultra mehr als nur gefährlich werden", erzählte der junge Mann, achtete gar nicht erst darauf, dass er sich somit verraten hatte, indirekt.

Auch Stacey war sich dessen bewusst und fragte sich wieso er dieses Risiko einging. Tief in ihrem Inneren begann sie ihm bereite Glauben zu schenken was alles nur noch Schlimmer machte. Sie wandte sich ab, sprang über Stephen hinweg und stand einen Moment mit dem Rücken an seinen, während sie leise sagte:,, Ich werde ihn hier raus schaffen, verlass dich darauf. Wirst du mir den Rücken frei halten und dann nachkommen?"
,,Ja, das werde ich, Partner. Und... danke."
,,Hmpf."

Stacey rannte die Korridore entlang, fragte immer mal wieder welche wo John hingegangen sein könnte und wurde Stumm in die entsprechende Richtung geschickte. Viele Dinge gingen ihr durch den Kopf und allmählich wurde ihr das Ausmaß dieser einen Lüge bewusst, dieser wunderschönen Lüge. Sie hätte es ahnen müssen. Sie hätte wissen müssen, dass Ultra niemals fair spielen würde. Niemals. Sie war einzig dafür da, Menschen in den Tod zu bringen. Wenn sie sich damit jetzt auseinander setzen würde, würde sie den Verstand verlieren und das konnte sie später immer noch. Wenigstens einen Menschen musste sie wirklich das Leben retteten.

Schon von weitem kann sie die Rufe der Männer hören, Schüsse die abgefeuert wurden und manchmal ein dumpfes Geräusch wenn einer dieser Männer zu Boden ging. Stacey fiel in einen schnellen Schritt, ihren Dolch vor sich haltend. Sie stieg über einen Mann, der noch gurgelnde Geräusche von sich gab. Dass sie in dessen Blut trat war für sie erst einmal nebensächlich. Für sie zählte nur noch eine einzige Sache und die würde sie zu Ende bringen, garantiert. Ihr Vorhaben Ultra zu vernichten war noch stärker geworden, doch noch stärker war das Verlangen John zu retten.

Plötzlich stand sie genau hinter diesem. Er bemerkte ihre Anwesenheit und wollte sie attackieren, da hob sie die Hände über ihren Kopf, was John inne halten ließ:,, Was soll das?"
Dieser eine Satz war es der Stacey aus einer Art Trance riss und sie begann fürchterlich zu weinen. John war sichtlich verwirrt, legte aber dennoch einen Arm um sie und wiegte sie ein wenig hin und her. Was war in sie gefahren?
Unter ihren Schluchzen sagte sie immer wieder was, dass er nur nach mehreren Anläufen ihrerseits verstehen konnte.
,,Es war... eine Falle... sie haben deine Brüder nicht... ich sollte dich gefangen nehmen, aber... ich kann nicht... Stephen sagte mir, dass sie dir nicht deine Fähigkeiten rauben, sondern dich töten werden... mit dieser Lüge habe ich all die Jahre gelebt und viele Menschen... ich bin eine Mörderin! Ich bin eine verfluchte Mörderin! Ich bin nicht viel besser als diese Firma an die ich mich hatte rächen wollen..."
,,Doch das bist du. Du kannst nichts dafür. Sie haben dich für ihre Zwecke missbraucht", begann John beruhigend, hatte er doch Ahung wie es in Ultra zu ging. Dass die Sache mit seinen Brüdern eine Falle gewesen war wurde ihm bewusst als dieses Frack auf ihn gewartet hatte.

Stacey spannte ihren Körper an, krallte ihre Hand in Johns schwarze Jacke. Dieser drückte sie ein wenig von sich und fragte sie was los sei.
,,Sie kommen" , hauchte sie, riss sich von ihm los, als sie vor sich einen Ultra Agenten erblickte, mit einer Pistole, die direkt auf John zielte. Sie könnte ihre Fähigkeiten einsetzen, aber daran dachte sie in diesem Moment gar nicht. Schützend schubste sie John hinter sich, breitete ihre Arme mit entschlossenem Blick aus und sah drei Kugeln auf sich zukommen. John konnte gar nicht mehr so schnell handeln und sie beide in Sicherheit bringen, als er sie um die Taille packte und sich aus diesem Gebäude teleportierte waren die metallischen Gegenstände bereits in ihren Körper eingedrungen.

John betete Staceys Kopf auf seinen Schoß. Die anderen Tomorrow People in der Unterkunft kamen neugierig näher, hielten jedoch einige Meter Abstand zu ihnen, so auch Cara, die das Schauspiel mit Entsetzen beobachtete. Die Verletzte spuckte einen Schwall Blut aus, ihr Atem war sehr flach und mit einem Rasseln verbunden. Anscheinend hatte mindestens eine Kugel ihre Lunge getroffen und sie zum Teil zerschmettert. Sie konnten nichts mehr für sie tun. Er wollte sie zu einem Arzt bringen, aber das lehnte sie ab.
,,Ich will nicht mit der Gewissheit leben getötet zu haben. Ich bin des Lebens überdrüssig geworden. Einen Wunsch habe ich allerdings noch, auch wenn ihr mich nicht kennt und mich vielleicht hassen mögt", sagte Stacey schwach, spürte dass einige ihrer Arterien zerstört waren und sie wenig Zeit hatte.

Der junge Mann über ihr schüttelte den Kopf. Er versuchte gefasst zu bleiben, doch Stacey kannte die Menschen und konnte meistens in ihre Seelen schauen. Sie wusste, dass John ihr dankbar war und er trauern würde. Kein Mensch hätte jemals Trauer für sie empfunden und das machte sie glücklich.
,,Sprich so bitte nicht. Das wird schon wieder."
Diese Worte hatten eine beruhigende Wirkung auf dieses eigentlich noch immer kleine Mädchen. Es zauberte ihr ein Lächeln auf die Lippen. Ein ehrliches, glückliches Lächeln:,, Ich muss, denn viel Zeit habe ich nicht mehr. Du erinnerst mich an meinen kleinen Bruder, den einzigen Menschen den ich wirklich geliebt habe. Ich frage mich ob es ihm wohl gut gehen mag. Da komme ich auch schon zu meinem letzten Wunsch. Mein Bruder ist auch einer von uns. Würdet ihr ihn suchen für mich und ihn bei euch aufnehmen, bevor es Ultra tut? Werdet ihr das für mich tun?"
John nickte:,, Das werden wir", er wischte ihr eine Träne aus dem Augenwinkel:,, Weißt du noch wie er heißt?"
,,Kai. Kai Stonehage. Ich glaube er ist nicht schwer zu finden, wahrscheinlich sucht er nach mir, aber ich durfte es ja nicht", ein letztes Mal lächelte sie:,, Und sagt Stephen danke, dass er mir die Wahrheit gesagt hat."
Damit hörte ihr Herz auf zu schlagen und ihre Seele verließ ihren Körper...

In jedem Krieg gibt es Opfer. Es ist unvermeidlich, doch wenn man sich diese wunderschönen Lügen einredet hat man etwas woran man sich fest klammern kann und für was es sich lohnt zu kämpfen, auch wenn alles gelogen ist.



Tadaaa, Ende. Manche von meinen acht Fans (danke fürs lesen) werden sich sicher denken, dass das Ende ziemlich abrupt war, aber das stimmt nicht. Es war von Anfang an so geplant gewesen- drei Kapitel und nicht mehr, denn es sollte ja nur um diese Lüge gehen, von der Stacey tief im Inneren gewusst hatte, dass sie nicht wahr ist. Aber sie war einfach zu schön und spiegelte ihren Traum wieder. Und außerdem würde es die Wirkung verlieren wenn ich sie noch länger gemacht hätte, Pardon.
Diese kleine Story sollte auch eine Lehre sein und wer sie herausgefunden hat kann sie mir ja per Mail oder Review mitteilen (oder auch nicht)
Ich hoffe euch hat es dennoch gefallen, auch ohne Happy End und wer weiß vielleicht liest man sich ja wieder. Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht.
Ciao.
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