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Alea iacta est

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Asterix Falbala Julius Cäsar Obelix
12.04.2015
10.06.2015
4
9.090
7
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
10.06.2015 2.715
 
Hallo erstmal,
ich wollte mich nur ganz herzlich für fünf Favoriteneinträge bedanken. Ich weiß, im Vergleich mit anderen Geschichten ist das realtiv wenig, aber trotzdem bedeutet es mir viel zu wissen, dass zumindest einige Menschen meine Story gerne lesen<3
Jaa, in diesem Kapitel bringt Kiana den verletzten Mann in die Scheune und das einzige, was ich noch sagen wollte ist: Diese Geschichte ist NICHT als Erste-Hilfe-Beitrag gedacht. Bei Unterkühlungen bitte immer sofort den Notarzt rufen und besonders blau oder schwarz verfärbte Körperteile nicht bewegen.
Eine ausführliche Verhaltensanweisung findet ihr hier: http://www.drk.de/angebote/erste-hilfe-und-rettung/kleiner-lebensretter/unterkuehlung.html
So, jetzt aber genug davon und viel Spaß beim Lesen...


Wie von Medusas Blick getroffen starrte ich auf die zitternde Gestalt, die zu meinen Füßen im kalten Schnee lag. Das Haupt,- und Barthaar des Mannes war vom Schnee verklumpt und versteckten einen Großteil seines Gesichts. Lediglich seine sehr markante, hervorspringende Nase konnte ich erkennen. Seine Haut war bläulich angelaufen und er sah mich aus halb geschlossenen Augen flehend an. Er trug die zerlumpte  Kleidung eines Bettlers.
Kaum erkennbar bewegte er die Lippen, doch es drang kein Wort hinaus.
"Bei allen Göttern, was ist mit euch geschehen?", rief ich aus, vor Schreck gewohnheitsmäßig wieder in die griechische Sprache fallend. Mir fiel erst auf, dass der Mann mich wahrscheinlich überhaupt nicht verstand -es gab nur wenige Kelten, die Griechisch oder Lateinisch sprachen und noch weniger, die beide Sprachen beherrschten- als ich es schon ausgesprochen hatte.
"Ich... verstehe dich schon.", antwortete der Mann, der wohl mein Zögern richtig interpretiert hatte mir mit schwacher brüchiger Stimme. "Mädchen, bitte hilf mir!"
Vorsichtig hockte ich mich neben ihm in den Schnee. "Könnt ihr aufstehen?", fragte ich.
So hilflos wie in diesem Moment hatte ich mich bisher nur selten gefühlt. Ich war zwar in der Medizin bewandert, hatte meine diesbezüglichen Kenntnisse bisher jedoch noch nie zur praktischen Anwendung gebraucht.
Vorsichtig mit der linken Hand über den Boden tastend suchte er nach Halt und drückte sich ein Stück vom Boden auf, als er jedoch sein rechtes Bein belastete sank er mit einem gequält klingenden Stöhnen zurück. "Nein.", beantwortete er meine Frage, die sich nach seiner Reaktion eigentlich ohnehin erübrigt hatte.
Innerlich fluchte ich leise auf. Die ganze Situation hätte sich wesentlich verbessert wenn er sich wenigstens ein wenig alleine auf den Beinen halten könnte. So musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Den ganzen Rückweg konnte ich ihn nicht tragen und je schneller er ins Warme käme umso besser stünden seine Chancen gesund zu werden.
Statt mir meine leichte Entmutigung anmerken zu lassen erwiederte ich jedoch so gelassen ich konnte: "Bleibt ganz ruhig, ich werde Hilfe holen. Mein Dorf liegt ganz in der Nähe."Ich wusste zwar, dass die Gefahr bestand, dass er in meiner Abwesenheit einfach einschlief und geradewegs in die Fängen des Hades lief, doch was sollte ich anderes tun? Ich war allein und würde ich noch länger hier bei ihm zur Tatenlosigkeit verdammt sein, so würde ich damit sein Todesurteil unterschreiben.
In diesem Moment verwünschte ich Falballa dafür, dass sie zu Hause geblieben war. Wäre sie nur mitgekommen hätte ich ihn guten Gewissens in ihrer Obhut lassen, und selbst zurücklaufen und Hilfe holen können. Doch in den Tiefen meines Verstandes, der momentan dummerweise von meiner Wut überschattet wurde wusste ich, dass haltlose Vorwürfe nie eine Lösung waren, schon gar nicht jetzt.
Ich hatte mich schon wieder halb aufgerafft, bereit zurückzulaufen, da spürte ich plötzlich den kalten Griff seiner Hand, die wie eine angreifende Viper hervorgeschnellt war und mich mit einer erstaunlichen Kraft zurück auf den Boden zog. "Nein!", krächzte er beinahe panisch. Seine Augen waren schreckgeweitet und er machte den Eindruck eines Pferdes, dem man angekündigt hatte, den Abdecker zu rufen.

Erschrocken zuckte ich zurück und schaffte es mit einer groben Handbewegung, meinen Arm seinen blauen Fingern zu entreißen. "Was soll ich denn eurer Meinung nach tun?", fragte ich und spürte, wie gleichzeitig Wut und Verzweiflung in mir aufstiegen.
"Nicht ins Dorf", bat er und fragte nach einer kurzen Pause: "Andere Unterkunft?" Langsam ließ er sich wieder zurück in den Schnee gleiten. Während er sprach blinzelte er heftig mit den Augen, gerade so als würde er gegen eine nahende Ohnmacht ankämpfen.
Immernoch den drohenden Tod des Mannes vor Augen suchte ich fieberhaft nach einer Antwort auf seine Frage. Auch mir kroch mittlerweile die Kälte in die Glieder, was den Druck unter dem ich ohnehin schon stand nur noch verstärkte.
Es dauerte vielleicht ein wenig, doch ohne Vorwarnung durchzuckte mich die Erkenntnis wie ein Blitz des Zeus. Die Scheune! Dort dürfte es zumindest wärmer sein als hier draußen und wie ich die Männer des Dorfes kannte müsste auch das Dach noch soweit funktionstüchig sein, dass es nicht hineinschneien würde. Und hatte mein Onkel nicht auch von Pferden gesprochen, die dort immernoch untergebracht sein sollten?
Erneut sprang ich vom Boden auf, verfolgt von dem nicht minder misstrauischen Blick des am Boden Liegenden. Er schien immernoch Angst zu haben, ich könne zurück ins Dorf rennen oder ihn einfach hier liegen lassen. Ein letztes Mal ging ich in die Knie und legte ihm beruhigend die Hand auf den linken Unterarm. "Keine Sorge, ich bin gleich wieder da.", versuchte ich ihn zu trösten, drehte mich dann um und lief los.
Vom Stand der Sonne nach zu urteilen würde ich noch ungefähr eine Stunde haben bis die Sonne unterging. Noch eine Stunde bis mein Onkel vor Sorge die Wände hochsteigen würde. Ich hatte es bisher nur einmal erlebt, dass er sich Sorgen um mich gemacht hatte und wenn ich ehrlich war konnte ich auf eine weiter Erfahrung in dieser Richtung gut verzichten. Ich würde wohl oder übel versuchen müssen, innerhalb der nächsten Stunde zurück ins Dorf zu gelangen und mich in der Nacht wieder in den Wald zu schleichen.

Als die hölzerne Fassade der alten Scheune nur wenige Minuten später vor mir am Horizont erschien schickte ich ein kurzes Stoßgebet zu sämtlichen Göttern hinauf. Der Weg, den ich eigentlich als viel länger in Erinnerung hatte war so eben, wie ein unbearbeitetes Waldstück nur sein konnte, was wohl zu meinem schnellen Ankunft beigetragen hatte und ich hatte mich erfreulicherweise kein einziges Mal verlaufen, was in meiner Kindheit ein seltener Glücksfall war.
In aller Eile bemerkte ich dummerweise nicht, dass nur unweit der Tür der Schnee bereits gefroren war und brachte es nur knapp fertig, rechtzeitig anzuhalten um nicht mit voller Wucht gegen die immer noch sehr stabil aussehende Vorderfront des Gebäudes zu prallen. Zitternd klammerte ich mich am Riegel, der die Tür verschloss fest um nicht umzukippen. Die eisig-kalte Luft brannte in meinem Hals wie Feuer und meine Lungen fühlten sich wie gelähmt an. Keuchend schnappte ich nach Luft. Seitdem die Römer unser Land mit Krieg überzogen hatten haben viele Philosophen in meiner Anwesenheit darüber debattiert, welcher Tod der schlimmste sein konnte und beinahe ausnahmslos jeder war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Erstickungstod, dem ich mich gerade entschieden zu nahe fühlte keineswegs wünschenswert war.
Nur langsam verschwand das Klopfen meines Herzens, das sich bis in meine Ohren ausgebreitet hatte und mindestens genauso langsam verschwand auch die Atemnot wieder. Erleichtert warf ich den Kopf in den Nacken, versuchte dann jedoch anstatt mich meines Weiterlebens zu erfreuen lieber, den schweren Metallriegel von der Tür zu entfernen, der für eine eher kleinere Person wie mich einen guten cubitus zu hoch angebracht worden war. Bereits als Kinder hatten wir zu dritt eine Räuberleiter bilden müssen um auch nur die Möglichkeit zu haben, die Tür mit Hilfe eines schmalen, stabilen Stockes zu entriegeln.
Da ich seit damals jedoch den Göttern sei Dank ein gutes Stück gewachsen war schaffte ich es- zwar mit einiger Mühe aber dennoch- die Tür einen Spalt aufzustoßen.  
Augenblicklich drangen mir der Geruch und die Wärme, die von den Tieren ausgingen entgegen. Kurz blickte ich mich um. Seit damals hatte sich nicht viel verändert und ich bemerkte, wie schwer es mir fiel, die wieder aufwallenden Kindheitserinnerungen zu unterdrücken, wenigstens so lange bis ich auch den verletzten Mann, der gerade in dieser Sekunde draußen erfrieren konnte hierher in Sicherheit gebracht hätte. Mein Blick fiel auf die Boxen, die sich links der Tür aneinander reihten. Aus vielen von ihnen blickten mich Pferde oder Esel mit einem Ausdruck stummer Verwunderung an. Rasch lief ich darauf zu, ging die einzelnen Boxen ab und hoffte, dass ich wenigstens ein paar der Pferde noch aus meiner Kindheit kennen würde.
Als ich in einer der mittleren Boxen eine kleine Rappstute erkannte blieb ich abrupt stehen. Sie war mir noch von damals als eines der leistungsstärksten Pferde der westgallischen Kavallerie bekannt und außerdem wusste ich, dass sie zahm war, was unter keltischen Pferden ein seltenes Phänomen darstellte.
Sie trug bereits eine Art lederne, gebisslose Trense. Nicht gerad das, womit ich normalerweise ritt, allerdings müsste es für meine Zwecke ausreichen. So schnell meine durchgefrorenen Finger es vermochten entfernte ich den kleinen Holzdorn, der an einer silbernen Kette befestigt das hüfthöhe Türchen der Box verschloss und führte sie hinaus. Schon am gleichmäßigen Rhytmus ihrer auf den Stein schlagenen Hufe konnte ich erkennen, dass sie trotz ihres Alters noch vernünftig lief.
Ich führte sie zu der langen schmalen Treppe, die auf den eigentlichen Heuboden hinaufführte, stellte sie so nah wie möglich neben die geländerlosen Stufen und erklomm einige von ihnen. Als ich hoch genug neben ihr stand ließ ich mich mit einem kleinen Sprung auf den Rücken der Stute fallen. Diese reagierte immer noch auf jede noch so kleine Hilfe und kaum hatte ich meine Hacken leicht in ihren Bauch gedrückt setzte sie sich in einem erstaunlichen Tempo in Bewegung. Würde ich es nicht besser wissen würde ich sagen, sie hatte regelrecht Freude daran, nach langer Zeit wieder aus ihrer Box gelassen worden zu sein.

Wie von sämtlichen Dämonen der Unterwelt gehetzt preschte sie durch den aufwirbelnden Schnee, wobei es mir kaum noch gelang, sie zu zügeln. Aus Erfahrung wusste ich, dass ein Sturz mitsamt Pferd auch für den Reiter schwere Verletzungen bedeuten konnte und ich betete zu Poseidon Hippios, dass der Schnee unter den Hufen meines Pferdes nicht bereits hier und da vereist war.
Zu Pferd legte ich die Strecke, die mir auf dem Hinweg ellenlang vorgekommen war -was vielleicht daran liegen könnte, dass ich als nicht wirklich ausdauernd galt- beinahe so schnell zurück wie ein ausgebildeter Wagenlenker eine Runde im Circus Maximus.  
Schnee stob mir in die Augen und trübte meine Sicht, was dazu führte, dass ich um ein Haar an der am Boden liegenden Person vorbeigeritten wäre. Trotz meiner gesamten Muskelkraft, mit der ich an den zwei schmalen Lederriemen in meinen Händen zog verlangsamte die Stute ihr Tempo nur widerwillig und bis sie sich dazu erbarmte, stehen zu bleiben hatte sie gut einen actus zwischen uns und den verletzten Mann gebracht.
Kaum stand das vor Erregung zitternde Tier sprang ich von seinem Rücken und beugte mich über den Mann, das inzwischen ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben wie tot im Schnee lag. Ängstlich schlug ich zwei,-dreimal mit der flachen Hand sanft gegen seine rechte Wange, bis er leicht anfing zu blinzeln und mich unverwandt ansah. Erleichtert stieß ich den angehaltenen Atem aus, der sich in einer weißen Rauchschwade gen Himmel bewegte.
"Herr", sprach ich ihn vorsichtig an. "Ich habe ein Pferd organisiert. Ich werde euch damit jetzt zu einer verlassenen Scheune hier in der Nähe bringen." Ohne seine Reaktion darauf abzuwarten griff ich nun mit beiden Armen um seine Schultern und half ihm, sich ein Stück aufzurichten. Seine bläuliche Haut war beinahe so kalt wie der Schnee selbst und ich schwankte zwischen der langsamen Vorsicht, mit der ich ihn bewegen musste und dem drängenden Zeitdruck, ihn ins Warme zu bringen. Als er endlich einigermaßen aufrecht stand musterte ich ihn unauffällig von der Seite. Ich hatte mir seinen einen Arm um die Schultern gelegt und mein eigener ruhte auf seiner Hüfte. Er belastete seine rechte Seite so wenig wie nur möglich; wahrscheinlich waren neben seinem Bein auch noch einige Rippen gebrochen.
Ich stützte ihn als wir langsam auf die Stute, deren überaus passender Name 'Scath' mir inzwischen wieder eingefallen war zugingen. Dort angekommen hob ich ihn vorsichtig ein Stück hoch um ihm auf ihren Rücken zu helfen und hielt überrascht inne. Ich war zwar an das Gewicht der beinahe lebensgefährlich verfetteten High-Society Athens gewöhnt, deren betrunkene Angehörige ich mehr als einmal aus unserem Haus hatte geleiten müssen, doch die Leichtgewichtigkeit dieses Mannes konnte nicht normal sein; ich schätzte sein Gewicht auf vielleicht eineinhalb centenarii, eindeutig zu wenig für einen erwachsenen Mann von seiner Statur.
Als ich ihn vorsichtig auf dem Rücken der Stute raunte ich ihm vorsichtig zu: "Ich werde euch jetzt zur Scheune führen, falls irgendetwas ist sagt mir bitte Bescheid." Für dieses Hilfsangebot erntete ich jedoch eine Reaktion, auf die ich nie im Leben vorbereitet gewesen wäre.
"Denkst du, ich hätte noch nie verletzt auf einem Pferd gesessen?", presste der Mann zwischen den Zähnen hervor, wobei seine Augen einen geringschätzigen, kalten Ausdruck annahmen. Erschrocken und irritiert riss ich die Augen auf und wich einen Schritt zurück, ergriff jedoch als ich mich wieder gefangen hatte ohne ein weiters Wort die Zügel, warf sie dem Tier über den Hals und führte sie so langsam wie möglich in Richtung Scheune um wenigstens die gröbsten, vom Schritt des Pferdes herrührenden Erschütterungen zu vermeiden.
Bis wir die Scheune erreichten pulsierten die Gedanken in meinem Kopf und schwankten zwischen Angst, Überraschung und Wut. Was erlaubte der Typ sich eigentlich? Jeder andere Mensch hätte ihn dort mitten im Wald einsam und verlassen erfrieren lassen, er konnte froh sein, dass ich ihn nicht noch auf irgendwelche Wertsachen untersucht hatte!
Gerade, als ich ernsthaft anfing, diesen letzten Gedanken in Erwägung zu ziehen kam zum zweiten Mal an diesem Tag die Scheune zwischen den Bäumen zum Vorschein. Der angenehm warme Atem der Tiere schlug uns bereits entgegen, als wir gerade mal das kleine Vordach, das sich über dem Eingang erstreckte passierten. Erneut stieß ich das Tor auf, wobei ich den einen Arm so um die Zügel gelegt hatte, dass die kleine Stute nicht der Verführung erlag, mitsamt ihrem Reiter in den Tiefen des Waldes zu verschwinden.
Das Geräusch, das das Klappern der Hufe und die Sohlen meiner Schuhe auf dem ebenen Steinboden verursachten wurde beinahe vollständig von den an den Wänden aufgetürmten Strohmassen geschluckt. Ich führte Scath zu einem kleineren Heuhaufen, der etwas versteckt hinter einem Strohballen in einer Ecke lag. Dort ließ ich sie zum Stehen kommen und half dem halb bewusstlosen Mann, dessen Haut sich wegen des schnellen Klimawechsels nun leicht rötlich färbte, sich vom Pferd aus ins Heu zu legen. Dort kniete ich mich zu ihm hinunter und öffnete vorsichtig seinen durchnässten Reiseumhang. Er ließ es mit sich geschehen und erst als ich mich daran machte, seine einfache, von einem Knoten an der Schulter gehaltene Tunika zu öffnen gab er ein widerwilliges Stöhnen von sich und versuchte schwach, meine Hand wegzuschlagen. "Tut mir leid", entschuldigte ich mich und spürte, wie auch mir obgleich der Situation die Röte in die Wangen stieg. "aber das muss sein. Ihr müsst aus der nassen Kleidung raus, um diese Jahreszeit könnte ich nichtmal unbemerkt fiebersenkende Kräuter von unserem Druiden mitgehen lassen. Die Vorräte sind knapp." Während ich sprach striff mein Blick ein kleines Fenster, durch das ich sah, wie genau in diesem Moment die glutrote Sonne den Horizont berührte und langsam dahinter verschwand.

Sonnenuntergang!

Etwas hektischer zog ich dem Mann, der im Halbschlaf vor mir im Heu lag die Tunika vom Oberkörper. "Wenn es euch anders unangenehm ist könnt ihr gleich selbst versuchen, den Rest des Kleidungsstückes auszuziehen. Ich muss heim, aber ich komme wieder, versprochen. Gebt mir zwei Stunden."
Kurz sah ich erneute Panik im Blick des Mannes aufflammen, dann entspannte sich seine Mimik jedoch wieder und er schloss die Augen. "Wenn du wiederkommst...", setzte er an, fortwährend ohne mich anzusehen.
"Ja?", horchte ich auf. Ich hatte nicht damit gerechtet, noch etwas von ihm zu hören und hatte mich bereits der Tür zugewandt.
"Bring mir eine Rasierklinge mit.", lautete seine Anweisung, die ich nur noch mit einem amüsierten Lächeln quittierte.
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