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Begierde

von Siliasi
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
12.04.2015
11.06.2016
14
14.110
3
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12.04.2015 690
 
Zoe

Eilig rannte ich die letzten Stufen rauf in das Firmengebäude. Manchmal verflucht ich mich, gerade an Tagen wie diesen. Die Univorlesung hatte etwas länger gedauert, als beabsichtigt. Normalerweise klappte das ganz gut mit dem Studium und meinem jeweiligem Job, den ich brauchte, um zu überleben. Etwas außer Atem stoppte ich vor dem Eingang und versuchte erstmal wieder Luft zu bekommen. Dann löste ich den Rattenschwanz, der meine Haare im Nacken zusammenhielt, so dass sie mir über die Schultern nach vorne fielen. Nochmal kurz durchgewuschelt und ich betrat das Gebäude. Es war überraschend gekommen, dass eine Stelle in der Firma frei gewesen war und ich ein Praktikum dort absolvieren durfte. Zwar vorerst nur als Sekretärin, also genau der Job, den ich sonst genauso erledigte, aber die Aufstiegschancen in dieser Firma waren enorm.
Da Yuri Wolkow, nach Aussage einer der Sekretärinnen, noch auf einem Geschäftstermin sein müsste, ließ ich mir ausnahmsweise etwas Zeit. Dem Secruritybeamten bei den Sicherheitskontrollen im Innenbereich trug ich mein Anliegen vor und er telefonierte mit jemandem, ehe er nickte und mich durchließ. Ich stieg in den Fahrstuhl, fuhr hoch und betrat das Herz der Firma durch eine gläserne Türe. Zwar waren hier größtenteil Büroräume und Telefonisten beschäftigt, zumindest in dieser Etage, aber es war teilweise der einzige Bereich, den ich mit meiner Sicherheitsfreigabe wohl betreten konnte. Einige Männer trugen Militäruniformen und ich sah die leuchtend rote Sicherheitskarte. Soviel verstand ich von den Farbvariationen, rot hieß, dass sie eine sehr hohe Sicherheitsfreigabe hatten. Sicherlich sahen sie genau die Sachen, die ich unbedingt sehen wollte.
Ich tauschte meine bequemen Laufschuhe gegen hohe Absätze und strich meinen Rock glatt, ehe ich in ein Büro, das Vorzimmer zu Wolkow's Büro betrat. Die Blondine hinter dem Schreibtisch sah mich an und ihr Blick war eher abschätzend und arrogant, als freundlich. Zaghaft lächelte ich sie an. "Hallo, ich bin Zoe Cabet und müsste einen Termin bei Mr. Wolkow haben!?", sprach ich sie an und zog missbilligend eine Augebraue in die Höhe. "Ach, müssten Sie das?", fragte sie mich abschätzig.

Yuri

'' Fahren Sie mich zurück zur Firma. '', wies ich den Chaffeur an, als ich in die Limousine eingestiegen war. Ich hatte gerade ein Geschäft mit einem älteren Herren abgeschlossen, der für seine Geschäftsreise nach Mexiko ein Sicherheitsteam bei mir angefordert hatte. Und als nächstes durfte ich mich nun um Kleinkram kümmern. Wir bekamen eine neue Praktikantin, glücklicherweise eine Studentin, vor wenigen Monaten nämlich hatten wir eine wesentlich unerfahrenere Frau hier gehabt, aufgrund eines Fehlers der Leitung, die der Frau die Erlaubnis für den Job gegeben hatte. Zwar machten die Praktikanten hier meist nicht mehr als den Bürokram, aber nicht einmal das hatte sie auf den Reihe bekommen und sie mussten wir sie 'schweren Herzens' schon nach drei Tagen wieder entlassen.
Nach zwei Minuten war ich zurück beim Unternehmen. Meinem Unternehmen. Mein Vater hatte vor fünf Jahren die richtige Entscheidung getroffen, mir die Leitung eines eigenen Unternehmens zu zutrauen, während er meine Geschwister unter seinen Fittichen arbeiten ließ. So musste ich mich nicht mit ihnen herum ärgern. Lediglich einer meiner drei Brüder arbeitete für mich. Nikolai, der Älteste. Dieser empfing mich auch schon, als ich die Chefetage erreicht hatte. Gekleidet in einem teuren Anzug, sein Haar glänzte schon leicht gräulich, doch es sah an ihm keineswegs alt aus, er hatte vielmehr was von dem Charme eines russischen George Clooneys. '' Du hast Besuch. '', raunte er mit einem Zwinkern und deutete mit seiner Tasse in Richtung meines Büros. Ich klopfte ihm schmunzelnd auf den Rücken und betrat schließlich das Vorzimmer. Ich sah einem schlanken Rücken entgegen, doch viel interessanter war der wohlgeformte Hintern in dem weißen Rock. Meine Sekretärin Betty wirkte allerdings nicht so erfreut. Sie wollte gerade den Mund öffnen, doch ich hob die Hand und trat nun einen großen Schritt nach vorne neben die Frau. '' Zoe Cabet, die neue Praktikantin, richtig? Folgen Sie mir doch bitte. '', ich lächelte der Frau charmant entgegen, bevor ich mein Büro betrat, welches einen ausgezeichneten Blick auf die Skyline Los Angeles bot, und mich in meinen Stuhl setzte.
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