Geschichte: Fanfiction / Prominente / Musik / Jedward / Sixteen

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Sixteen

Kurzbeschreibung
SongficSchmerz/Trost / P12 / MaleSlash
Edward Grimes
08.04.2015
08.04.2015
3
2.201
 
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
08.04.2015 1.664
 
Heyyyyyyyy :O
In voll vielen FanFictions von John und Edward wird beschrieben, wie schlimm es wäre, wenn jemand den anderen wegen einem Mädchen verlässt. Aber was ist, wenn genau das passiert? Und was kommt dann?
Warnings: TWINCEST!!!!!!

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Ich starrte in den Spiegel.

Ich war nicht gut genug.

Dieser Gedanke deprimierte mich beinahe.

Es hasste mich, weil ich so war, wie ich war. Er versuchte nicht mal, mich zu verstehen

Der Grund? Jess. Jessica, das Mädchen mit den langen, blonden Haaren. Den großen, hellblauen Augen. Dem schlanken Körper.

Sie war ein hübsches Mädchen wie tausende von anderen Mädchen. Sie tauchte beinahe in die normale Menschenmenge ein.

Sie hasste sogar unsere Musik.

Das gab ihr den Rest. Und John war zu blind um zu verstehen.

Er hatte sich geschworen, sie bis an sein Lebensende zu lieben, und in ein paar Tagen, vielleicht heute, würde die Hochzeit stattfinden. John hatte zu mir mal gesagt, wenn er schon eine Frau heiratete, dürfte ich Trauzeuge sein. Nein. Es war ein alter Freund von John.

Soviel zu unsere Bindung würde sich nie trennen.


Warum?
Warum war das Schicksal so fies zu mir?

Letzt endlich war es komplett natürlich. Bei jedem läuft mal was daneben. Aber so stark?

Der perfekte Plan mit Musikkarriere war geplatzt. Weg. Dabei hatten wir alles perfekt gemacht.

Ich hätte seit Wochen dieses Haus nicht verlassen. Ein paar Leute brachten mir regelmäßig was ich brauche. Ich fraß alles in mich rein.

Nur weil ich mich in John verliebt hatte, war das noch lang kein Grund, das ich dumm und hässlich und krank bin.

Aber das war noch harmlos ausgedrückt.

Ich war verdammt noch mal schwul. Ein Schwuchtel. Ich schluckte.

Warum konnte ich nicht einfach wie John auf Mädchen stehen? Endlich von diesem schlechtem Gefühl erlöst zu sein! Ich konnte das nicht mehr lange aushalten. Ich war ununterbrochen in Schuldgefühle eingedrückt.

Aber ich war einfach wie ich war. Warum schämte ich mich davor und warum war es so schlimm, anders zu sein? Ich fand das rassistisch. ,,Er ist schwul=er ist scheiße". So dachten viel zu viele, womöglich sogar fast alle. Drei Viertel der Weltbevölkerung etwa.

Die Leute lasen darüber und sahen Filme, in denen es um eine fröhliche Familie mit Mann, Frau und Kindern ging. Sie dachten, das sei so vorgeschrieben. Männer lieben Frauen, Frauen lieben Männer. Aber wer hat das gesagt? Gab es irgendeinen Propheten, der gesagt hatte, das Schwule schlechte Leute waren?
Nein. Das war so klar wie Wasser.

John hatte immer gesagt, dass ich ihm immer alles sagen könnte und dass er mich natürlich verstehen würde. Und jetzt stand ich hier, einsam und allein, keiner, der zu einem hielt.
Vor etwa einem halben Jahr war das sozusagen undenkbar für mich. John war immer für mich da. Er konnte es einfach nicht verarbeiten, das sein Zwilling schwul war.

Ich glaubte, es hasste mich. Diese Erkenntnis war wie ein Stich ins Herz. Der wichtige Teil meines Lebens war komplett weg, womöglich sogar der wichtigste. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ich hatte beschlossen, nicht zu der Hochzeit zu gehen. Jess konnte mich nicht leiden, John hasste mich und den Rest, der kommen würde, konnte ich wann anders besuchen, wenn mich dort noch einer leiden konnte.
Ich begann, den Kontakt mit John möglichst gering zu halten, ich hasste mich dafür. Ich hasste John dafür. Ich hasste alles dafür.

Immer hatte ich Johns Bild im Kopf und vor Augen. Er verschwand nicht einfach mal aus meinem Kopf. Ein weiterer Grund, John zu hassen.

Ich fragte mich, was passiert wäre, hätte ich es nicht John gesagt. Ich hatte es ja noch nicht mal öffentlich gemacht. Wäre dann alles besser gewesen? Oder hätte er mich trotzdem verlassen wegen Jess? Ich dachte immer, ihm währe es auch so aufgefallen. Also die Sache mit dem schwul sein. Ich meine, er war sozusagen ich, er fand immer heraus was ich fühlte und wie ich draufwar. Immer.

Warum jetzt nicht?

Ich konnte es einfach nicht fassen.

Ich vergrub mein Gesicht in den Händen. Und begann zu weinen.
Ich weinte täglich, ich konnte nicht anders. Ich weinte, weil ich anders war. Weil ich das Gefühl hatte, niemand würde mich jemals verstehen.

Mir wurde schwindelig.

Die Hochzeit war heute. Sie war mir egal. Sie würde sein wie alle anderen Hochzeiten auf dieser Welt. Und wenn das nicht, würde sie negativ sein. Pech für Jessica. Pech für John. Pech für die Gäste.

Alles hätte perfekt werden können. Wir hätten weiter Musik machen können, ich hätte es für mich behalten und alles wäre gut geworden. Nein, John hasste mich deswegen.

Meine Augenringe waren unglaublich. Ich rieb meine Augen und ließ mein Genick knacken. Ich stank wie ein Schwein, ich hatte mich schon so lange nicht gewaschen. Genau wie die Jogginghose und das schwarze T-Shirt, das ich trug. Meine Haare waren fettig, man konnte es sozusagen schon triefen sehen. Meine Lippen waren angeschwollen und wegen dem vielen Salzwasser hatte ich auch noch kleine rote Pünktchen auf meinen Wangen.

Ich wünschte, dass das nicht ich war im Badspiegel. Einfach ein normaler Mann, der auf Mädchen stand und eine Freundin hatte und auch bald heiratete. Ich stellte mir vor, vor mir wäre John. Ein hübscher, glücklicher John, der heute seine Hochzeit hatte.

Ich klatschte mir Wasser ins Gesicht und sah wieder klar. Vor mir war Edward. Edward, der Mann, der sich für das schämte, was er war.

Ich hatte keine Ahnung, ob andere meiner Sorte dasselbe Problem hatten. Ich hoffte es nicht und für niemanden. Ich hoffte für alle Schwulen auf dieser Welt, das sie einen anderen Schwulen finden und dass sie glücklich zusammen leben. Für alle anderen, Glückwunsch, endlich kannten sie jemanden, der dieselben Probleme hatte wie man selbst.

Mein Entschluss war, dass ich sozusagen normal war. Dieser kleine Macke, dieses kleine Anderssein. Es hatte alles zerstört, was mir im Leben wichtig war. Was in jedem Leben das wichtigste war. Die Liebe. Oder diese Person, die sich dahinter verbarg.

Ich sank langsam und verzweifelt auf den Boden. Er hasste mich, er verstand nicht, er wollte nicht verstehen. Und Jessica? Jessica kannte mich sozusagen gar nicht, sie hasste mich einfach, weil John ihr von der Macke erzählt hatte. Weil ich ja ,,anders" war. Ich konnte nicht verstehen. Im Gegensatz zu John wollte ich verstehen, aber niemand war bereit, es mir zu erklären. Nicht John. Nicht Jess. Niemand.


Der Stoß an der Tür riss mich aus den Gedanken.  Wer war das?

Es war die Person, die ich am wenigsten erwartet hatte.

John.

Ich wollte nichts fühlen, aber ich hatte ihn verdammt vermisst.


,,Sie hat Nein gesagt."

Ich bewegte mich nicht.

Es war ruhig. Ich sah durch den Spiegel, wie er sich auf den Boden fallen ließ. Er sah total traurig und verzweifelt aus.

Es war sein Pech. Er hatte das Vertrauen zu mir verloren. Ich hätte ihm gesagt, dass man sich da nie so sicher sein sollte. Seine Ohren waren nur für Jess gespitzt. Sie ist seine einzige Hoffnung gewesen. Er hörte nicht auf Mum, nicht auf Dad, nicht auf Kevin, nicht auf Tara. Nicht auf mich.

Er wollte mich nicht. Er suchte nur wieder jemanden, dem er Vertrauen konnte. Er mochte mich nicht, er war gerade nur am Verzweifeln und konnte nicht mehr klar denken. Er war verwirrt und traurig, ich konnte es von seinen Augen ablesen. Die Bindung gab es noch, sie stand noch, weil ich ihr Kraft gab und immer mehr darunterbaute, damit Sie nicht auseinanderfiel. John hatte verlernt, wie man sie wieder reparierte und er wollte es auch nicht nochmal lernen, wie ich glaubte.

Er wollte mich umarmen, doch ich stieß ihn von mir weg. Er schaute mich fragend und gleichzeitig traurig an. Als ob er dachte, dass ich ihn noch wollte. Aber nein, er hatte es selber verkackt.
Aber er wollte mich selber nicht. Dieser Gedanke ging nicht aus meinem Kopf.

Und ich wollte ihn.

Plötzlich hatte ich eine Idee und ab da war ich wie manipuliert. Ich ging in die Küche, um mir ein Messer zu holen. Ich lächelte.

Ich ging zur Tür hinaus. Die dicken Regentropfen begrüßten mich. Ich konnte nicht durch den Regen sehen. Einfach nur Tropfen und noch mehr Tropfen.

,,Eddy?"

Ich rannte in den Regen, ich fühlte, wie ich von alleine schneller wurde. Das Messer lag fest in meiner Hand. Ich machte Aus Versehen kleine Schnitte in meinen Daumen, aber ich konnte es nicht fühlen, ich war wie betäubt. Ein leichtes, aber sicheres Lächeln machte sich auf meinem Gesicht breit.

,,Edward!"

Die laute Stimme hinter meinem Rücken war mir egal. Ich hörte nichts, ich empfand nichts. Und wenn ich mir es recht überlegte, war das auch zu gut so.

,,Edward Peter Anthony Kevin Patrick Grimes, Bitte!"

Die Stimme wurde immer fliehender, immer verzweifelter, immer zittriger, immer trauriger. Ich hörte, wie John begann, langsam hinter mir herzurennen.

,,Ed?"

Ich hatte kein Mitleid. Mitleid hatte er nicht verdient. Ich blieb stehen, völlig außer Atem. Ich atmete langsam ein und aus.

Ich spürte, wie John im Regen herum irrte. Er fand mich nicht. Besser gesagt, er wollte mich nicht finden, oder doch?

Ich nahm das Messer. Die Regentropfen blieben auf dem Metall liegen, nach kurzer Zeit wurden sie zu viele und tropften langsam herunter.

Ich zog meine Hand hervor, dann das Messer, welches mich anlächelte.

Langsam und sachte begann ich, auf meinen Pulsadern herumzuritzen, bis langsam Blut hervorspritzte. Ich lachte leise.

Ich ritze tiefer, es schmerzte höllisch, doch ich hörte nicht auf.

Und da geschah es.

Ich schrie.

Aber es war einfach nur der Schmerz, wie man ihn kannte, keiner konnte nachvollziehen, wie dieser andere Schmerz war. Dieser, den man nicht mit Medizin heilen kann, teilweise sogar nicht mal die Zeit.

Ich begann, hochzuschweben, mit weißen Engelsflügeln, ich sah mich, wie ich schreiend auf den Boden fiel.

Und wie John mich fand.

Und ich plötzlich meine Tat bereute.

Ich stieg immer weiter hoch.

Ich konnte sehen, wie John mich anflehte, wieder aufzuwachen, wie er heulte, den Krankenwagen holte.

Und dann kam ich über die Wolken.

Alles wurde weiß.
 
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