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„Was ist wenn der Regen nicht aufhört?“

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
08.04.2015
14.04.2017
11
16.774
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Dieses Kapitel
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08.04.2015 1.613
 
Hey Leute,

willkommen zu meiner neusten FanFiction. Es geht um die Charaktere aus dem Film der Hobbit, die ich allesamt (oder zumindest alle die ich brauchte) ins New York unserer Zeit verfrachtet habe. Gehören tut mir natürlich keiner davon und verdienen, tu ich hiermit auch nichts. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und verbleibe mit freundlichen Grüßen eure Lady Tudor.


Kapitel 1: Trübe Gedanken und ein Lösungsansatz

„Was ist wenn der Regen nicht aufhört?“ Die Stimme ihres Sohnes ließ sie herumfahren, sie hatte bis dahin am Fenster gestanden und in die Nacht gesehen, ihre Gedanken sind währenddessen immer trüber und schwerer geworden. Sie hatte an die vielen unbezahlten Rechnungen gedacht und über ihre Kündigung, bis ihr kleiner Schatz sie aus ihrer Verzweiflung riss, das hatte er schon oft getan. Immer wenn sie sich nicht mehr sicher war wofür sie eigentlich weiterkämpfte oder wenn sie den Mut verlor und sich der Verzweiflung hin geben wollte holte er sie zurück und erinnerte sie daran was wichtig war. Fili ihr kleiner Blonder Engel stand im Türrahmen, die Haare zerwühlt vom Schlafen. In der einen Hand hielt er seinen geliebten Teddy und mit der anderen rieb er sich über die Augen. Sie ging zu ihm und kniete sich so gut es ging vor ihn hin. Was gar nicht so einfach war wenn man bedenkt dass sie im 7.Monat schwanger war. „Wie kommst du denn darauf mein Schatz? Es wird aufhören zu regnen. Es hört immer auf und dann scheint wieder die Sonne. Kein Unwetter hält ewig an“ sagte sie so beruhigend wie möglich. Fili war ein ausgesprochen schlauer 5 Jähriger und sie war sich sicher dass er mehr über ihre momentane Lage wusste als er sollte, mehr als gut für ihn war. Sie wollte nicht, dass er sich mit ihren Problemen belastete oder sich um sie sorgte, wo es doch als Mutter eher ihre Aufgabe war sich zu sorgen. Er war durch ihre schon immer schwierige finanzielle Lage reifer als andere Kinder in seinem Alter. Er bat selten um etwas und freute sich umso mehr wenn er dann doch etwas bekam. Sie liebte ihren kleinen Jungen so sehr. Genauso wie sie das Baby unter ihrem Herzen liebte, es tat ihr weh, dass sie Ihnen kein Leben ermöglichen konnte wie sie es verdient hatten. Mit einem großen Haus, einem Garten zum toben, den Besuch einer Privatschule und vor allem einem Vater, der ihnen Fußball spielen beibrachte und ihnen vorlas. Einem Vater der immer für sie da war und sie beschützt. Doch Dis geriet immer an die falschen Männer und so war es an ihr allein ihre Kinder zu beschützen und für sie zu sorgen. „Du solltest jetzt lieber wieder schlafen gehen mein Spatz“ fügte sie noch leise hinzu, nachdem er sie eine Weile mit immer schwerer werdenden Lidern angesehen hatte. „Wirst du auch schlafen gehen?“ nuschelte er schließlich. Dis musste schmunzeln, Fili war so ein selbstloser kleiner Kerl, dachte immer an andere. „Ich lege mich auch gleich hin, aber nun ab mit dir wir wolln doch nicht, dass du dich noch erkältest“ sagte sie liebevoll und schob ihn sanft vorwärts in die Richtung seines Zimmers. Es war kalt in der Wohnung, heizen konnte sie sich nicht wirklich leisten und deshalb lief sie mit dickem Pullover und einer alten dicken Strickjacke umher. Sie trug 2 Paar Wollsocken gegen die Kälte. Fili hatte sie ebenso warm eingepackt, aber sicher war sicher. „Bringst du mich?“ erwiderte Fili müde, aber in seiner Stimme lag etwas so bittendes, dass sie gar nicht hätte nein sagen können selbst wenn sie es gewollt hätte. „Natürlich bring ich dich, wenn du das möchtest“ als Antwort bekam sie nur ein müdes nicken. Er schlief ja fast im Stehen ein also nahm sie ihn, trotz Verbot des Arztes hoch und trug in auf sein Zimmer. Sie brauchte diese Nähe gerade ebenso so sehr wie er sie brauchte. Durch die Tatsache keinen Vater zu haben war er noch fixierter auf seine Mama als es andere Kinder waren. Sie hielt ihn fest und streichelt leicht seinen Rücken bis sie in seinem Zimmer ankamen. Früher war dies ihr Schlafzimmer doch sie wollte ihrem Sohn die Chance auf ein eigenes Reich bieten, weshalb sie mit der Couch im Wohnzimmer vorliebnahm. Auch wenn ihr der Rücken manchmal davon schmerzte Filis glückliches Gesicht war es allemal wert. Sie legte ihn auf sein Bett und deckte ihn zu. Sie strich ihm nochmal liebevoll durch die kurzen blonden Haare bevor sie ihm einen Kuss auf die Stirn drückte. Anschließend betrachtete sie ihren schlafenden Sohn eine ganze Weile, sie wusste sie musste eine Lösung finden. Die Miete war nur noch für diesen Monat beglichen und ihre Ersparnisse waren fast aufgebraucht. Viel hatte sie bei ihrem Hungerlohn nicht zur Seite legen können aber es war besser gewesen wenigstens etwas zu verdienen. Kurz bevor sie erfahren hatte, dass sie wieder schwanger war hatte man sie gefeuert. Man bräuchte keine Kellnerin die immer zu spät kam und eher gehen musste um ihr Kind abzuholen. Sie hatte sich bemüht pünktlich zu sein und sich an die Arbeitszeiten zu halten, aber es war selten vereinbar gewesen mit der Kita. Und als Fili schließlich krank wurde und sie 2 Wochen ausgefallen war hatte es ihrem Chef gereicht. Auf der einen Seite konnte sie es ja sogar nachvollziehen aber sie hätte den kranken Fili ja schlecht allein lassen können. Ihr fiel nichts ein was sie nun tun könnte. Niemand hatte sie aufgrund der Schwangerschaft eingestellt und jetzt so kurz vor der Geburt würde es erst recht keiner tun. Aber sie brauchte die Versicherung und das Geld für die Geburt und die Zeit danach. Wie sollte sie ihre Kinder ernähren, ihnen ein Dach über den Kopf bieten ohne Arbeit? Dis überkam eine Angst, die sie schon zu oft hatte. Wenn sie die Wohnung verlor würde man ihr die Kinder wegnehmen. Das könnte sie nicht ertragen, Fili würde daran zerbrechen, genau wie sie. Sie sah nur noch einen Weg raus aus dieser misslichen Lage, zurück zu ihrer Familie, eine Familie die sie verlassen hatte als sie gerade volljährig gewesen war. Sie überlegte sich an wen sie sich wohl am besten wenden könnte und ihr fiel nur einer ein, der sie vielleicht anhören würde, der ihr vielleicht helfen würde. Ihr großer Bruder, Thorin. Sie erhob sich langsam vom Rand des Bettes und ging ins Wohnzimmer. Sie nahm Ihr Handy und wählte die Nummer, innerlich betete sie, dass er keine neue Nummer hatte. Und sie wurde erhört. „Eichenschild“ meldete er sich knapp. „Thorin, ich bins Dis. Deine Schwester“ meldete sie sich und klang dabei ängstlicher als beabsichtigt. Was wenn das doch keine so gute Idee war, aber eine andere Chance hatte sie nicht. Sie musste das tun für Ihre Kinder. Bei Gott sie würde betteln wenn es ihren Kindern dann besser gehen würde. „Dis...“ sagte er erstaunt und fassungslos zugleich. „Ja genau die oder hast du noch mehr Schwestern?“ versuchte sie zu scherzen, was ihr jedoch nicht gelang. Die Situation blieb merkwürdig. „Nein natürlich nicht. Es ist nur…du hast dich seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gemeldet“ meinte er, als er sich soweit wieder gefasst hatte. „Ich weiß und es tut mir leid, dir wollte ich nie wehtun. Aber das ist jetzt auch egal, ich brauche deine Hilfe. Wir brauchen deine Hilfe“ sagte sie und strich sich mit der freien Hand über den Bauch. „Wir??“ meinte Thorin gereizt „Du meinst doch hoffentlich nicht dich und diesen Nichtsnutz und Tagedieb Tom. Dem helfe ich bestimmt nicht“ „Nein ich meine nicht Tom. Tom ist weg, schon lange. Ich meine mich und Fili“ „Wer soll das sein? Noch so ein Junkie?“ fragte er skeptisch. „Nein er ist mein Sohn“ flüsterte sie den Tränen nahe. Stille. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor in der keiner von beiden etwas sagte. Bis Thorin ergriffen und voller Stolz sagte „Du hast einen Sohn“. Bei dem Gedanken an Fili musste sie lächeln. „Ja habe ich und er hat deine Augen. Durin Augen“. Sie liebte seine blauen Augen, sie erinnerten sie immer an Thorin, der ihr als kleines Mädchen der beste große Bruder überhaupt war. Ihr Held. „Ich will ihn sehen“ hörte sie ihren Bruder sagen und Erleichterung machte sich in ihr breit, vielleicht war es doch eine gute Idee gewesen. Er hatte sie bis jetzt nicht abgewiesen und es klang nicht so als hätte er das noch vor. „Ja natürlich, wollen wir uns vielleicht morgen treffen“ schlug sie vor. „Ja morgen, ich lad euch zum Mittagessen ein. Kommt einfach um 12 ins Piacere, ich werde bereits da sein“ Dis musste schlucke. Das war eines der teuersten Restaurants in ganz New York. Ein Essen kostete dort mehr als eine Monatsmiete. Aber es wäre unhöflich und unklug seine Einladung auszuschlagen also sagte sie zu. „Gut das freut mich“ Dann sagte er noch: „Und Dis?“ „Ja?“ „Ich hab dich vermisst kleine Schwester“ sagte er ergriffen und emotional wie selten sonst „Bitte komm morgen und bring meinen Neffen mit“ dann legte er auf. Sie stand noch einige Zeit im Wohnzimmer und versuchte zu begreifen was gerade passiert war. Ein Silberstreif erschien am Himmel ihrer Existenz. Sie musste lächeln und erlaubte sich die Hoffnung, dass nun alles gut werden würde wenngleich sie wusste wie trügerisch und enttäuschend die Hoffnung sein kann. In dieser Nacht konnte sie vor Aufregung kaum schlafen. Nach etlichen Jahren würde sie zum ersten Mal ihren Bruder wieder sehen. Hatte er sich wohl sehr verändert? Wie würde er wohl auf ihre Schwangerschaft reagieren und was würde er zu ihrem Anliegen sagen. Was hatten sie sich überhaupt noch zu sagen. Angst und Hoffnung kämpften in ihr und es war nicht klar wer gewinnt.

*

Betagelesen wurde dieses Kapi von der wunderbaren Ezra 19, danke Süße.
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