Living in a complicated world

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Asahina Futo
07.04.2015
13.11.2016
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Living in a complicated world


{I can’t say that my sister is unable to have social contacts} {19. August ꞌ13} {Sayuri}

Aufgeregt sah ich zu meiner Schwester Haruka, die rechts von mir am Steuer saß. Nie hätte ich gedacht, dass Haruka – von Beruf Köchin – in der Lage ist, einen LKW zu fahren. In diesem Monstrum von Verkehrsmittel waren alle Möbel, Kartons und sonstiger Kram, ohne den wir drei Schwestern nicht leben konnten. Also, richtig, wir zogen um.
Haruka lächelte mich kurz an und konzentrierte sich wieder auf die Straße. Neugierig sah ich aus der riesigen Windschutzscheibe, in der Hoffnung, schon unser neues Heim sehen zu können. Gut, dass ich um Bilder des Hauses gebeten hatte. Normalerweise war es ja üblich, Bilder von der neuen Bleibe zu haben, aber in diesem Fall zogen wir zu unseren neuen Geschwistern. Jawohl, aus drei Schwestern wurden sechzehn Geschwister – wobei ich mich fragte, wie man dreizehn Kinder auf die Welt bringen konnte. Da fiel mir wieder ein, dass Miwa-san, so hieß die neue Angebetete unseres Vaters, zum einen Drillinge zur Welt gebracht hatte und zum anderen den achten Sohn adoptiert hatte; machte summa summarum zehn. War zwar immer noch eine große Zahl – in Anbetracht der Tatsache, dass sie auch nur Söhne hatte –, aber jedem das seine.
Wo ich die ganze Zeit von drei Schwestern dachte ... Vorsichtig sah ich nach links – das Haus war noch nicht zu sehen gewesen – und betrachtete die letzte im Bunde. Dort saß meine eineiige Zwillingsschwester Sayaka. Ich bekam gerade mit, wie sie kurz desinteressiert aus dem Fenster sah, ehe sie ihren Kopf wieder senkte, um weitere Schriftzeichen auf den Block auf ihrem Schoß zu bringen. Wie viele ihrer Kartons wohl mit voll geschriebenen Blöcken gefüllt waren? Ich wollte es gar nicht wissen, schließlich tat Sayaka fast nichts anderes als schreiben. Jedes Mal aufs Neue fand ich es auch interessant, wie viel ordentlicher ihre Handschrift war im Gegensatz zu meiner. Es hieß ja immer, Linkshänder können nicht ordentlich schreiben – Sayaka bewies das Gegenteil. Gerade in der klassischen, japanischen Schrift hatten Linkshänder ja sowieso einen Vorteil, so schrieb man doch von oben rechts nach unten links. Sayaka hatte das Fach ›Japanisch‹ immer gemocht, war sehr viel besser gewesen als ich. Wir hatten uns immer so ähnlich gesehen; nur Haruka, unsere Eltern – wie unser Vater, der als Abenteurer oft weg war, das auch immer hinbekam – und unsere beste Freundin hatten uns auseinander halten können. Und doch lagen unsere Stärken und Schwächen in völlig verschiedenen Bereichen. Meist war es so, dass alles, was ich konnte, Sayaka nicht gelang und umgekehrt. Wir hatten immer gewitzelt, dass das bei unserer Zeugung ungerecht verteilt wurde und wir uns somit kaum ähnelten, was Interessen und Talente anbelangte – auch wenn Sayaka Individualität eigentlich wichtig war.
Ich besah mir Sayakas Haare. Sie waren so viel länger als meine und kaum kaputt. Sie hatte immer selten zum Frisör gemusst; wann sie das letzte Mal bei einem gewesen war, wusste ich nicht – es war schon etwas länger her. Wie sie ohne richtige Pflege – zumindest bezweifelte ich eine ordentliche Pflege ihrer Haare in ihrer jetzigen Situation – so schöne Haare haben konnte, war mir ein Rätsel. Meine wurden vor kurzem bis auf Brusthöhe gekürzt – okay, sie waren immer noch ziemlich lang –, weil die Spitzen völlig kaputt gewesen waren. Hinterher trauern tat ich meiner längen Mähne aber nicht, sie hatten mich beim Volleyball sowieso nur gestört, so war ich auch mit dem Plan, sie abschneiden lassen, zum Frisör gegangen. Gedankenlos wickelte ich mir eine Haarsträhne um den rechten Zeigefinger. Im Sonnenlicht, das von draußen in die Fahrerkabine schien, schimmerte die Strähne in einem kräftigen Rot, das mich an Kirschen erinnerte; sonst waren sie eher braun mit einem leichten Rotschimmer, der stärker wurde, so mehr Licht auf sie traf. Sayaka hatte die gleiche Haarfarbe gehabt. Jetzt fiel mir wieder ein, aus welchem Grund zum letzten Mal zum Frisör gegangen war: um sich ihre Haare umfärben zu lassen. In einem dunklen Pink schimmerten sie nun, das gut zu ihren dunklen Augen passte.
Aus genau diesen Augen sah sie mich nun an; eine Mischung aus desinteressiert und traurig lag in ihrem Blick. Auch wenn man Emotionen in ihren Augen sehen konnte, man hatte doch immer das Gefühl, dass sie stumpf aussahen. Immer wieder schmerzte es mich, aus welchem Grund all das Leben aus Sayakas Augen verschwunden war. Noch schlimmer, manchmal konnte ich ihren Schmerz fühlen. Es hieß doch, eineiige Zwillinge würden sich Herz und Seele teilen, und ich konnte das nur bejahen. Wie schlimm es wohl für Sayaka sein musste, immer diesen Schmerz zu fühlen, konnte ich nur erahnen.
Sayaka hatte ihren Blick wieder von mir abgewandt, um weiter zu schreiben, als Haruka mich aus meinen Gedanken riss, indem sie mir gegen die Schulter tippte.
»Sieh mal nach vorne, Sayuri«, sagte sie nur, den Blick auf die Straße gerichtet, wo ein paar Kinder mit ihren Rädern vor uns fuhren.
Ein Lächeln bildete sich auf meinem Gesicht, als ich das Haus von den Bildern erkannte. Das erschien in Echt ja noch größer als auf den Bildern! Aber nun ja, es hatten ja auch viele Geschwister unterkommen müssen.
»Wir sind da!«, jubelte ich – keine Regung von Sayaka. Das war klar gewesen.
Haruka lachte leise. »Naja, fast«, meinte sie in Bezug auf die Kinder. Wegen ihnen fuhr sie nämlich nur noch im Schneckentempo.
Kurz darauf kamen wir schlussendlich zum Stillstand. Mir konnte es gar nicht schnell genug gehen, dass Haruka endlich den Schlüssel aus dem Zündschloss zog und ihre Tür öffnete. So galant wie möglich man aus einem LKW eben austeigen konnte, tat ich eben dies – Sayaka blieb sitzen. Aufgeregt hüpfte ich hinter Haruka her, die auf den Weg zur Haustür war – ich war schon immer ein Energiebündel gewesen.
›Sunrise Residence‹ las ich auf dem Schild, das an der Außenmauer befestigt war. Interessanter Name für ein Haus. Haruka hatte schon geklingelt. Wenn ich es richtig verstanden hatte, war gerade nur der älteste der Brüder – seinen Namen hatte ich leider vergessen, ich hatte es nicht so mit Namen – zu Hause, weil die Geschwister allesamt Urlaub gemacht hatten und dieser nur für uns schon vorgefahren war.
Ein Mann, der knapp ein Kopf größer war als ich, und einen Arztkittel trug – interessante Freizeitkleidung –, öffnete uns die Tür.
»Ah, da seid ihr ja. Willkommen in der Sunrise Residence«, begrüßte er uns freundlich.
»Masaomi-san, es tut mir aufrichtig Leid, dass du wegen uns vorzeitig aus dem Urlaub zurück musstest«, entschuldigte sich Haruka auch sofort. »Das ist meine jüngere Schwester Sayuri.« Sie lenkte seine Aufmerksamkeit auf mich.
Leicht verbeugte ich mich. »Sayano Sayuri mein Name. Es freut mich dich kennen zu lernen, Masaomi-san.«
»Nicht so förmlich bitte, Sayuri-san. Und ich muss mich entschuldigen, Haruka-san. Eigentlich wollte ich euch beim Einräumen helfen, aber ich bekam gerade einen Anruf vom Krankenhaus. Einige meiner Kollegen liegen mit Sommergrippe im Bett, da wurde ich gebeten, einzuspringen.« Verlegen kratzte er sich am Kopf.
»Ach, das ist doch nicht schlimm«, winkte Haruka ab. »Kranke Kinder gehen vor.«
»Genau! Wir haben das ganze Zeug auch in dieses Monstrum da hineinbekommen, wir bekommen das da auch wieder raus. Nur, wo unsere Zimmer sind, wäre gut zu wissen«, stimmte ich meiner Schwester zu und blickte den offensichtlichen Kinderarzt freundlich an.
»Natürlich. Ich habe hier Pläne der einzelnen Etagen, somit ihr euch schon mal etwas einfinden könnt.« Er reichte Haruka ein paar Zettel, die mir vorher nicht aufgefallen waren. Plötzlich sah er sich suchend um. »Meine Mutter meinte, ihr wäret drei Schwestern.«
»Ja, sind wir auch. Sayaka ...« Ich blickte nach hinten, wo ich eben diese erahnen konnte, die sich vorsorglich ihre schwarze Kapuze tief ins Gesicht gezogen hatte. »Sayaka schläft«, sagte ich schnell.
»Ah, ich sehe schon. Dann begrüße ich sie heute Abend, wenn wir alle da sind.« Masaomi-san nickte verständnisvoll. Es tat mir Leid, ihn jetzt schon anlügen zu müssen. Sayaka schlief nicht, das wusste ich. Sie konnte nicht im Sitzen schlafen, sie konnte generell nur schlecht woanders schlafen als in ihrem Bett.
»Wäre es in Ordnung, wenn ich das Essen machen würde? Wir mussten noch Halt bei einem Laden machen, weil wir kein Trinken mehr hatten. Da habe ich auch ein paar Lebensmittel eingekauft«, hielt Haruka Masaomi-san auf, der sich schon auf den Weg gemacht hatte.
»Du musst nicht, Haruka-san. Ihr zieht doch heute gerade erst ein«, gab dieser zu Bedenken.
»Keine Sorge, ich mache das gerne. Kochen ist meine Leidenschaft.«
»Sie ist ja auch schließlich Köchin«, stimmte ich nickend zu.
»Dann gebe ich Ukyo Bescheid – er kümmert sich sonst um das Essen. Bis heute Abend, Haruka-san, Sayuri-san.« Damit war er davon gegangen.
Als er scheinbar auch vom LKW aus außer Sichtweite war, zog Sayaka sich auch ihre Kapuze wieder vom Kopf und stieg gemächlich aus. Langsam kam sie bei uns an und zog Haruka die Zettel aus der Hand. Ich stellte mich neben sie, um mit zu gucken. Ganz oben lag der Zettel des vierten Geschosses, also ganz oben. Diese Etage umfasste Wohnzimmer, Küche, Badezimmer und einen separaten Raum für das Klo. Die Räume des zweiten und dritten Geschosses wurden von den elf hier lebenden Brüdern als Schlafzimmer genutzt. Eigentlich gab es drei freie Räume – zwei in der dritten Etage, einer der zweiten –, aber man hatte uns Schwestern wohl nicht so auseinander reißen wollen, so waren unsere Zimmer drei Räume nebeneinander in der ersten Etage. Irgendeiner der Brüder hatte angemerkt, dass egal war, wer welches Zimmer nahm. Mir war klar, dass Sayaka das Zimmer haben wollen würde, das ganz außen war. Schon tippte sie auch darauf, worauf ich nickte. Haruka und ich konnten es uns nicht leisten, Sayaka etwas zu verweigern – ihr ging es schon schlecht genug.
»Haruka, willst du das Zimmer in der Mitte oder das, was nahe beim Aufzug ist?«
»Hmm, welches nimmt Sayaka?« Sie sah sich jetzt ebenfalls die Pläne an.
»Das hier.« Ich tippte auf den entsprechenden Raum.
»Dann nimm du das in der Mitte, Sayuri. Es ist logischer, dass du in ihrer Nähe bist«, entschied Haruka. »Was meint ihr, wie viele Kartons kriegen wir in den Fahrstuhl?«
»Keine Ahnung.« Ich zuckte mit den Schultern. »Sicherlich einen mehr, wenn wir nur Kartons hineinstellen, ihn per Knopfdruck in die erste Etage schicken und selber die Treppe nehmen. Die ist ja gleich daneben.« Ich deutete auf die eingezeichnete Treppe.
»Das klingt nach einem Plan.«
Sayaka nickte nur. Obwohl, überhaupt eine Reaktion von ihr zu bekommen, war schon etwas Gutes.

Wir waren einige Stunden mit Schleppen beschäftigt gewesen. Angekommen waren wir um die Mittagszeit, nun war es Spätnachmittag. Momentan waren wir damit beschäftigt, irgendwie unsere Sachen wieder einzuordnen. Seufzend besah ich mir das Chaos aus geschlossenen Kartons, halb geöffneten Kartons und dem Zeug, was ich schon aus den Kartons ausgeräumt hatte.
Gut, einfach nach System. Zuerst fanden meine Schulsachen Platz auf dem Schreibtisch und der Regalbrücke, die darüber hing. Meine Bücher und einige Dekorationen wie leere Sparschweine und Teelicht-Gläser landeten in den Bücherregalen. Meine Kleidung ordnete ich gerade in den Schrank ein.
Zwischendrin hatte Haruka geklingelt – ja, man hatte hier Klingeln an jedem Zimmer und sogar einen Bereich, wo man seine Schuhe abstellen konnte, ehe man das eigentliche Zimmer betrat – und mir Bescheid gesagt, dass sie mit dem Kochen beginnen würde, sollte ich sie suchen.
Besonders froh war ich, als ich das Bad entdeckt hatte, welches zu meinem Zimmer gehörte. Nichts gegen meine neuen Geschwister – ich sah das Ganze völlig positiv –, aber mir mit Jungen ein Bad zu teilen, das fand ich dann doch etwas ungewohnt. Sayaka begrüßte das bestimmt auch. Sie hatte so komisch geschaut, als sie nur das Bad in der vierten Etage gesehen hatte.
Als auch meine Badutensilien alle untergebracht waren und das heillose Chaos fast wieder beseitigt war, beschloss ich, Sayaka einen Besuch abzustatten. Eilig schlüpfte ich in meine Ballerinas – sie waren einfach anzuziehen – und ging einen Raum weiter. Es dauerte etwas, bis Sayaka öffnete. Sie legte ihren Kopf etwas schief und ging einige Schritte zurück, damit ich eintreten konnte.
»Ich wollte mir deine neue Bleibe mal angucken, besonders, da ich gehört habe, wie du Möbel durch die Gegend geschoben hast. Oh, du hast ja auch ein Bad!« Neugierig blickte ich in eben dieses. Auch hier war das Klo nochmal ein separater Raum mit verschließbarer Tür. Eine tolle Sache war das!
Wie nicht anders von Sayaka zu erwarten, lag im Eingangsbereich ein großer roter Teppich mit Fransen an den schmalen Seiten, die zu den Wänden rechts – zur Außenmauer hin – und links – die Badezimmerwand – zeigten. Aber das noch typischere für sie sah ich erst, als ich den eigentlichen Schlafbereich betrat. Um es kurz zu fassen: Man sah ihr Bett vor lauter Regalen nicht mehr! Ihr Bett war zwischen Bücherregalen eingekeilt, mit etwas Platz am Fußende der längeren Seite, sodass sie überhaupt in dieses hinein kam. Das Regal, das am Fußende stand – der vordere Teil grenzte an die Wand des Badezimmers – ragte auch noch um einiges in den Raum hinein. Rechts von mir kam als erstes ihr Kleiderschrank mit drei Türen, wovon eine geöffnet war, und ich lauter schwarze Pullover und Strickjacken erahnen konnte. Neben dem Schrank reihten sich zwei weitere Bücherregale aneinander, die perfekt zwischen Kleiderschrank und der mir gegenüberliegenden Wand passten. Als ich das eine Regal umrundete, sah ich ihr kleines schwarzes Sofa für zwei Personen zum Ausklappen und die Kommode, auf der ihr Fernseher stand – natürlich mitten im Raum. Man konnte gerade noch so zwischen Kommode und dem Regal hindurchgehen und sogar noch Bücher herausnehmen. Links an der Wand stand dann auch das fünfte und letzte Regal. Und ja, die Regale waren alle zum Bersten gefüllt. Ordner, leere, unbenutzte Blöcke, vollgeschriebene Blöcke, das gleiche mit Notizbüchern, Zettelstapel, richtige Bücher, Mangas, ein paar DVD-Hüllen von Animes und Filmen, einzelne Schubkästen, in denen mit Sicherheit Zeitschriften gelagert wurden.
»Dass das auch alles ordentlich bleibt, Sayaka«, scherzte ich. Noch sah hier nämlich alles ordentlich aus, aber spätestens in einer Woche kam Sayakas gute Zettelwirtschaft zum Vorschein. Das ganze Zimmer würde unter Zetteln begraben sein, nur das Bett vermutlich nicht.
Sayaka sah mich mit einem Blick an, der besagte »Ich schaffꞌ das eh nicht und will es auch gar nicht«.
»Schon gut, schon gut, ich weiß es doch«, wiegelte ich ab. »So, mein Kontrollgang ist beendet und verabschiede mich wieder.«
Kaum hatte ich das gesagt, klingelte es. Ein leicht panischer Ausdruck legte sich auf Sayakas Gesicht. Er verschwand wieder, als kurz darauf Harukas »Ich bin’s!« zu hören war. Schnell öffnete ich ihr die Tür.
»Na, Sayakas Zimmer kontrolliert?«, fragte Haruka mich.
Ich nickte. »Alles ist ordentlich und ihr Bett verschwindet zwischen Regalen.«
»Noch ist alles ordentlich«, lachte Haruka. »Die Brüder sind da und ich bin gleich mit dem Essen fertig. Kommt ihr mit hoch?«
Ich sah über meine Schulter zu Sayaka. Diese schüttelte den Kopf, schnappte sich ihren Block, den sie auch schon im LKW in der Hand gehabt hatte, und verzog sich auf ihr Bett. Das hatte ich erwartet. Es war nicht so, als wäre Sayaka mit dem Umzug unzufrieden – es war ihr relativ egal –, aber sie kam seit einiger Zeit nicht mehr mit anderen Menschen klar; selbst bei Haruka zeigte sie weniger Reaktionen als bei mir. Ich seufzte leise.
»Ja, ich komm mit. Sayaka, solltest du dich anders entscheiden, darüber wären sehr froh, aber ich will dich zu nichts drängen«, rief ich noch in den Raum und folgte Haruka.
Mit dem Fahrstuhl waren wir schnell im fünften Stock angekommen und ich konnte viele Stimmen hören, als sich die Aufzugstüren öffneten. Zwei klangen so, als ob sie streiten würden. Irgendwie kam mir eine Stimme bekannt vor. Ach, ich würde es gleich erfahren. Vom Flur aus, auf den man vom Fahrstuhl aus gelangte, kamen wir auf eine Art Empore, wo es nach links zum Bad und Klo ging und rechts eine Treppe nach unten führte. Haruka ging schon nach unten, während ich interessiert über das Geländer die Szenerie unter mir betrachtete.
Jetzt wusste ich wessen Stimme mir so bekannt vorkam; hatte mir eine Freundin, mit der ich vor Kurzem ins Kino gegangen war – so als Abschluss – mir die ganze Zeit von dem einen Schauspieler vorgeschwärmt. Diesen Typen erkannte ich dank ihr jetzt überall wieder.
»Asakura Fuuto!«, rief ich also meinen Gedanken aus und zeigte mit meinem Zeigefinger auf ihn. Alle sahen mich an, nur Haruka hatte ihren Kopf gesenkt, einige ihrer dunkelbraunen Strähnen fielen ihr in die Stirn, und war kurz vor einem Lachanfall. Da ich mich eh nicht mehr retten konnte: »Sorry, bin ziemlich direkt. Dank einer Freundin weiß ich jetzt so ziemlich jedes Detail, das öffentlich gemacht wurde, über dich. Ach ja, mein Name ist Sayano Sayuri.« Schnell beeilte mich, ebenfalls die Treppe hinunter zu gehen, wo ich nun der ganzen Schar an Brüdern entgegen stand. Oh Hilfe, dreizehn klang nicht nur nach viel, das waren auch viele!
Haruka hatte sich auch wieder beruhigt und stellte sich neben mich. Freundlich lächelte sie alle an – was ich nun auch tat. »Es freut uns, euch alle kennen zu lernen und dass wir hier einziehen durften. Das bedeutet uns wirklich viel.« Ich nickte nur überschwänglich, um nicht schon wieder irgendetwas Bescheuertes heraus zu hauen.
»Herzlich Willkommen in der Familie«, übernahm Masaomi-san das Wort für seine Brüder, »aber wo ist denn Sayaka-san?«
Verdammt. Ich musste mir schnell was einfallen lassen, da fiel es mir auch schon wie Schuppen von den Augen. »Sayaka hat ziemliche Magenschmerzen und hat sich lieber hingelegt.«
»Das klingt aber nicht gut. Ich bin zwar nur Kinderarzt, aber soll ich trotzdem mal nach ihr sehen?« Oh bitte nicht!
»Nein, nein, alles in Ordnung. Sie hatte es schon immer mit dem Magen.« Hatte sie wirklich. »Wir haben über die Jahre gelernt, dass man sie lieber in Ruhe lassen sollte. Im Notfall wird sie sich schon bemerkbar machen.«
»Stimmt, das ist unsere Sayaka«, pflichtete Haruka mir schnell bei, schenkte mir aber einen Blick à la »Was sollte das?«
Ich deutete an, dass ich ihr etwas ins Ohr flüstern wollte. »Ich kann doch nicht sagen, dass meine Schwester unfähig ist, soziale Kontakte zu anderen Personen zu haben«, flüsterte ich so leise wie möglich in ihr Ohr.
»Verstehe«, erwiderte sie leise. »So, ihr könnt euch setzen. Ihr habt die Ehre, umsonst ein Essen von Sayano Haruka zu bekommen.«
»Ich habe schon von dir als Köchin gehört, Haruka-san«, meinte da einer, der noch längere Hatte als ich – in einem leuchtenden rotorange; mehr orange als rot.
»Und mir ist schon zu Ohren gekommen, dass du der bekannte Autor Asakawa Hikaru bist, Hikaru-san. Du bist ein begnadeter Autor«, gab meine Schwester zurück und ich versuchte mir zu merken, dass dieser Bruder Hikaru hieß und Autor war.
»Ich glaube, Sayaka hat Bücher von dir im Regal stehen, Hikaru-san«, meinte ich mich zu erinnern und ließ mich auf einen freien Platz fallen. Bei meinem Glück musste ich neben diesem Schauspieler landen, aber rechts von mir saß ein junger Mann, der ziemlich verwuschelte, graue Haare hatte – mit einem leichten Blauschimmer. Er gehörte zu den jüngeren Brüdern, definitiv, aber mir waren sämtliche Namen entfallen.
Wir wünschten uns alle einen guten Appetit und begannen zu essen. Haruka hatte mal wieder alles gegeben, es schmeckte wundervoll.
»Entschuldige, Sayuri-san?«, fragte mich einer, der auffällige silberweiße Haare hatte, und mir gegenüber saß. Rechts neben ihm saß jemand, der ähnliche Gesichtszüge hatte; auch der daneben ähnelte den beiden. Alle drei hatten sie violette Augen. Drillinge?
»Ja?«, erkundigte ich mich höflich.
»Ist Sayaka-san älter oder jünger als du? Und lass mich raten. Du bist 17, richtig?«
Ich schüttelte mit dem Kopf. »Nein, ich bin vor knapp zwei Wochen 18 geworden. Sayaka ist zehn Minuten jünger als ich«, erklärte ich.
»Also Zwillinge«, zog er also den einzig möglichen Schluss.
»Ja, aber Zwillinge mit verschiedenen Geburtsdaten.« Ich lächelte leicht. »Haruka, das schmeckt köstlich.«
Ich freute mich, auch wenn die Familie nun um einiges größer war. Hoffentlich war Sayaka auch irgendwann mit von der Partie, dann wäre ich wirklich glücklich.
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Hallu :3 (Ja, ich weiß, dass es mitten in der Nacht ist. xD)
Jaja, die Resa ... ähm ich habe es nicht abwarten können, endlich bei dieser FanFiktion zu schreiben - wollte ich doch warten, bis ich zumindest "You're mine - I'm yours" beendet habe. Tja, nichts daraus geworden, wie ich es von mir kenne.
Also, das ist ein ziemlich langer Auftakt für Story. Ich bezweifele, dass die folgenden Kapitel immer so lang werden, aber ich behalte meine 'Mindestens 1500 Wörter-Grenze' bei, also was zu lesen gibt's immer. xD Wie ich schnell (regelmäßig wird's eh nicht) bin, kann ich schlecht einschätzen, hab zwar gerade noch Ferien, aber Schule beginnt ja auch bald wieder und es mischen sich gerne mal 'KreaTiefs' in mein Leben ein. ._. Aber ich beeile mich. ^-^

Einige Infos vorab (naja, ich weiß, dass ihr das Kapitel schon gelesen habt ;3):
Altersmäßig wird diese Story in der zweiten Staffel der Novel spielen, also drei Jahre später. Daher ist Fuuto auch Schauspieler, kein Idol. Außerdem gehe ich streng nach den eigentlichen Geburtsdaten der Brüder - ja, sie haben welche mit Jahreszahl (Masaomi ist von 1979, Wataru von 2000) -, daher spielt alles erstmal im Jahr 2013.
Hmm, was noch? Ach ja, wer "You're mine - I'm yours" samt meinem Gebrabbel unter drunter liest, weiß vielleicht schon, dass mein Hirn sich eine sagen wir mal krasse "Vergangenheit" ausgedacht hat. Was Schönes ist das jedenfalls nicht, aber das passt zu mir momentan.
Sollte jemand bei dem 'fünften Stock' verwirrt sein, obwohl ich ständig 'vierte Etage' geschrieben habe: Ich handhabe das so: Erdgeschoss - 1. Etage (Räume der Schwestern) - 2. Etage (Räume der Brüder) - 3. Etage (Räume der Brüder) - 4. Etage (Wohnzimmer, Küche, Bad, Klo) entspricht 1. Stock - 2. Stock (Räume der Schwestern) - 3. Stock (Räume der Brüder) - 4. Stock (Räume der Brüder) - 5. Stock (Wohnzimmer, Küche, Bad, Klo). Sonstige Fragen? Stellt sie, ich versuche sie verständlich zu beantworten. Ihr könnt auch gerne Vermutungen (wegen Sayaka, den Pairings, etc.) anstellen, ich werde auch versuchen, euch zu antworten. ^-^ (Ich gebe aber kein Ja und Nein, sondern meine Meinung zu eurer Meinung. (: )
Wenn ihr Fehler bei meinem Englisch findet: Sagt es mir bitte. Ich bin eine ziemlich Niete in dem Fach und habe es erstmal abgewählt ... Ich hätte Latein abwählen sollen, Latinum hin oder her. ._.
Und bitte, bittet mich nicht darum, mehr Absätze zu machen. Nach jedem Gedankengang gehe ich in die nächste Zeile, bei einem größeren Zeitsprung lasse ich eine Zeile frei - das werde ich auch nicht ändern. oô
So, genug gebrabbelt um vier Uhr morgens. xD
Bis dahin,
Resa~ :3
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