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Pet Rock

von somali77
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Revy Rock
05.04.2015
12.02.2020
50
36.112
13
Alle Kapitel
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12.09.2016 538
 
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Wer hätte das gedacht, unser Frischling macht sich.
Roxy- Foxy... du kleines Luder. Nicht schlecht.

Nach der Sache mit dem Torpedo-Boot und dem Hubschrauber ist klar, dass da eine Menge mehr an Biss und Grips und Wahnsinn hinter seinem Dackelblick, zwischen den mageren Rippen steckt, als man ihm auf den ersten Blick zutrauen würde.

Ich mag das. Auch wenn man ihm das nicht direkt auf die Nase binden muss.

Als er am Ende der Sache mit seinem alten Herrn die Krawatte los wird, ist es, als würde er sich selbst sein Halsband zerreißen. Ein kleiner, entschlossener Ruck, und auf einmal ist er frei.

Ich spüre, wie mein Kinn sich unwillkürlich ein bisschen hebt, mein Blick ihn schärfer in den Fokus rückt.
So einer bist du...

Da steht er, der arme Irre. Ohne die geringste Ahnung, was jetzt so allein aus ihm wird, aber dafür mit umso trotziger gefletschten Zähnen, funkelnden, dunklen Augen. Sein schwarzes Haar, das jetzt schon länger keine Dusche mehrgesehen hat und trotzdem noch irgendwie so gepflegt aussieht, fliegt in alle Richtungen als er sich schüttelt, wie um alles loszuwerden was aus seinem alten Leben noch an ihm hängt.

Er hält seinen Strick selbst in der Hand, als er zu uns zurückkommt.

Und dann sprüht er förmlich vor Energie, als er dasteht und erwartungsvoll von einem zum anderen guckt.

Ich folge seinem Blick spaßeshalber. Benny grinst ein bisschen und nickt anerkennend, aber das war dann auch alles. Dutch macht sich nicht die Mühe eine Miene zu verziehen, ihm geht die Sache erwartungsgemäß gepflegt am Arsch vorbei. Nur weil er ab und zu einen auf netter Onkel macht, setzt der sich kein Partyhütchen auf, weil irgendein japanischer Niemand im Testosteronrausch seinen Job in den Wind schießt und wir jetzt noch ein Maul mehr zu stopfen haben. Neigt sich sein Kopf da etwa vorwurfsvoll zwei Milimeter in meine Richtung..?
Irgendwie nervt mich seine Attitüde.

Er sagt zwar nichts, aber ich weiß, dass er an Benny denkt. "Noch einer, Revy?", sagt dieser unbegeisterte Mundwinkel, "Schon irgendwie zwanghaft oder so...?"

Fick dich, Dutch. DU nennst ihn jetzt "Benny- Boy". Das ist eben das Risiko daran, Streuner aufzusammeln. Man weiß nie, was man kriegt.

Ich sehe in Rocks Gesicht, er hat noch nicht ganz verstanden, dass hier nichts zu holen ist. Da ist immer noch etwas, das hoffnungsvoll, aufgekratzt nach Reaktionen lechzt. Zurück zu dem gleichgültigen Benny und Dutch, der so tut als sei das hier nicht mehr seine Veranstaltung. Ich muss an den Haustierstein- Kommentar denken. Irgendwie ist die Situation hier gerade zum Kotzen und ich muss einfach irgendwas tun. Ein letzter, tiefer Zug von der Kippe, ich komme von meinem Platz auf die Beine.

"Komm, Rock", grunze ich, und spüre seine Augen an mir hängen, auch wenn ich ihm keinen Blick schenke, sondern nur vorwärts gehe und mit den Fingern schnippe.

"Das gehen wir feiern. Warst du schon mal auf ´nem Nachtmarkt?"

Ich muss mich nicht umsehen, um zu wissen, dass er sogar kurz in Trab verfällt um mir zu folgen. Ich spüre es, und ich kann seine Schritte hören. Dass er so nah kommt bis wir beinahe gleich auf sind, damit rechne ich allerdings nicht.

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