So perfekt unperfekt!

GeschichteAllgemein / P12
04.04.2015
18.08.2018
12
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Hi :)
Also, das ist meine erste Fanfiction, die ich veröffentliche und ich hoffe, dass sie euch gefällt! :D
Die Geschichte ist natürlich frei erfunden und ich würde mich über Reviews total freuen :)
Danke und viel Spaß :D

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"Fertig!"
Ich hatte es geschafft, der letzte Handgriff war getan und meine Wohnung hier in Berlin sah genauso aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Küche strahlte mir in einem dunklen lila entgegen, während das Wohnzimmer, das schlicht schwarz-weiß gestrichen wurde, durch viele Erinnerungsfotos voller Farbe war. Gerade eben befand ich mich im Schlafzimmer, um die restlichen Kartons voller Klamotten auszupacken. "Ich hab gar nicht gewusst, dass ich das Oberteil noch habe. Das könnte ich eigentlich mal entsorgen. Oder...", ich hielt es mir an den Körper, "...vielleicht ziehe es doch noch einmal an." Mit diesen Worten beförderte ich es in den Schrank und faltete den letzten Karton zusammen. Seufzend bewegte ich mich zu meinem Lieblingsplatz der Wohnung, meinem Balkon, um mir eine Zigarette anzuzünden. Von hier aus hatte ich einen wunderbaren Blick über den Osten von Berlin. Was mich überhaupt in diese Stadt führte? Naja. Ich hatte bis vor kurzem Journalismus und PR in Österreich studiert, wo ich geboren wurde. Nach meinem Studium bekam ich von vielen verschiedenen Zeitungen und auch von einigen Radiosendern Jobangebote. Einer davon war hier in Berlin. Ich war schon immer gern auf Reisen gegangen, deswegen hatte ich mich dazu entschlossen, den Job hier anzunehmen. Natürlich vermisste ich meine Familie und Freunde, aber sie unterstützen mich wo es nur ging. Außerdem konnte ich immer im Urlaub in den Flieger steigen und sie besuchen, oder ihnen hier eine Berlintour anbieten. Zwar musste ich für die Flüge immer wieder etwas Geld zur Seite legen, doch das ersparte ich mir bei der Wohnungen, da diese eine Firmenwohnung war. Vereinsamen würde ich hier so oder so nicht, da meine ehemalige Studienkollegin Tanja bei einem Verlag eine Stelle hier in Berlin bekommen hatte. Ihre Wohnung war auch nur 2 Blocks weiter, wieder ein Vorteil. Gerade als ich so in den Gedanken versunken war, vibrierte es in meiner Hosentasche. Langsam zog ich mein Telefon herauf und sah auf den Display.
> Bin fertig mit einrichten! Wollen wir uns auf ein Getränk in der Bar unten an der Ecke treffen? <
> Klar, sagen wir in einer Stunde? <
> Abgemacht! <
Stöhnend zwang ich mich vom Balkon in das Schlafzimmer, um mich dort in eine Jean zu zwängen. Am liebsten würde ich gleich in meiner Jogginghose gehen, aber was wäre, wenn ich heute die Liebe meines Lebens treffen würde? Ich schüttelte den Kopf. Dummer Mädchengedanke  eigentlich, doch Tanja hatte mir versichert, dass ihr das auch manchmal durch den Kopf ging. Gut, ich war also nicht verrückt. Ein letzter Kontrollblick in den Spiegel zeigte mir tiefe Augenringe vom Umzug, zersaustes, rotes Haar. Für ein Getränk in der Bar musste es reichen. Nach zwei Stunden kehrte ich leicht angetrunken in meine Wohnung zurück. Aus dem einen Getränk wurden drei Gläser Wein. Und ich vertrage keinen Wein. Es war bereits halb 12, als ich mich endlich fertig geduscht in mein Bett fallen ließ. Nur ein paar Minuten später war ich bereits in einen tiefen Schlaf gesunken.

Um 09:00 läutete mein Wecker bereits zum dritten Mal. Genervt griff ich nach dem kleinen blauen Teil und schlug darauf. Langsam setzte ich mich auf und rieb mir die Augen. Heute würde mein erster Arbeitstag sein, deshalb beschloss ich, mich heute richtig Schick zu machen. Ich packte das teure Schminkset aus meinem Schrank, es war ein Geburtstagsgeschenk meiner Mutter, und fing an mich so genau wie möglich zu schminken. Danach glättete ich mir sogar meine Haare. Am Telefon meinte sie, dass eine Jean und T-Shirt als Dresscode reichen würde. Die meisten Leute, die wir dort interviewen würden, waren selbst nicht eleganter angezogen und den restlichen Tag über, würde uns niemand beobachten. Das war natürlich genau mein Geschmack, vielleicht noch ein Grund mehr, dass ich den Job hier angenommen hatte. Ich stieg 10 Minuten später in den Bus der Linie 10, aus meinen Kopfhörern ertönte Rock Musik, abwechselnd mit etwas Hip Hop. Fünf Stationen später stieg ich aus und ging etwa 100 Meter nach recht, als ich vor einem grauen Gebäude halt machte. Die Wände waren voll mit Graffitis und auf der Tür stand der Name des Radiosenders. Nun wurde ich etwas nervös, versuchte aber möglichst selbstsicher über die Treppen zum Empfang zu gehen.
"Kann ich dir weiterhelfen?", fragte mich eine blonde Empfangsdame, während sie mich nett anlächelte.  "Ja äh.. Hi. Ich bin Carina, ich fange heute hier an." "Oh ja, wir haben auf dich gewartet. Komm ich bringe dich zu deiner Vorgesetzten, damit mal die ganzen Formalitäten geklärt sind." Gesagt getan, folgte ich ihr. Ihr langer Pferdeschwanz schwang hin und her, während sie mit schnellen Schritten auf eine weiße Tür zuging. Dort klopfte sie einmal laut, bevor sie diese öffnete.
"Lisa, darf ich dich kurz stören? Carina, die neue, wäre jetzt hier!" Bei den Wörtern "die Neue" schauderte es mir. Hoffentlich würde das nicht meine neuer Spitzname werden. "Klar, sie soll reinkommen!" Unsicher betrat ich das Büro und streckte ihr die Hand hingehen. Auch wenn sie wohl nicht viel älter war als ich, hatte ich trotzdem Respekt vor ihr. Ich war sogar ein bisschen eingeschüchtert. Doch wie es sich herausstellte, war das total unnötig. Lisa, ich durfte sie so nennen, hatte ein nettes Wesen, womit sie mir meine ganze angst nahm. Ihre Haare hatte sie in Wellen über ihre linke Schulter fallen lassen, während sie mit ihren Fingern dauernd daran zupfte.
"Wir haben heute sogar schon eine tolle Aufgabe für dich.", sagte sie dann plötzlich, während wir eine halbe Stunde über meine Ausbildung und Herkunft geredet hatten. "Wirklich?" Ich hob eine braue, eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich so schnell schon Verantwortung bekam.
"Ja, du wirst heute am Abend zusammen mit deinem Kollegen Timo im Studio sein. Donnerstags kommen immer Felix und Steffen von der Band Kraftklub und machen für zwei Stunden ihr eigenes Ding. Trotzdem muss jemand vom Team anwesend sein. Timo wird dir erklären, was du dann zu tun hast. Sagt dir Kraftklub eigentlich was?" Kurz überlegte ich. "Ja, ich habe schon ein paar Lieder von ihnen gehört. Aber viel mehr weiß ich eigentlich nicht über sie." Sie lachte. "Keine Sorge, das macht nichts. Bei den beiden wirst du nicht viel zu Wort kommen. Aber jetzt zeig ich dir erst mal das Studio."
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