Leben, lieben, lachen – bevor es zu spät ist

von Julirot
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
Kensi Blye Marty Deeks
03.04.2015
03.04.2015
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Guten Abend,
ich hatte mal wieder eine kleine Idee. Herausgekommen ist dieser One-Shot, der hoffentlich zu Herzen geht und euch gefällt. Mir ist nämlich aufgefallen, dass Kensi und Deeks sich in der Serie noch nie so wirklich richtig "Ich liebe dich" gesagt haben. Das wollte ich ändern. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
LG und ein schönes Wochenende.
Julirot

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Leben, lieben, lachen – bevor es zu spät ist


„Habe ich dir eigentlich schon mal gesagt, dass ich dich liebe?“ fragte Deeks und schaute Kensi an. Er strich ihr über die langen braunen Haare und begann ganz langsam die einzelnen Strähnen neben ihre Schultern zu legen. Sie rührte sich nicht. Seine Fingerkuppen streiften ihre Wangen und seine Hand verharrte einen Augenblick auf ihrem Gesicht. Sie waren jetzt seit Weihnachten ein Paar, hatten einige Nächte und viele Tage zusammen verbracht. Hatten sich geliebt, zusammen gelacht und sich sogar schon gestritten. Sie hatten sich geneckt, schmutzige Worte ins Ohr geflüstert, sich gegenseitig aufgezogen und wussten, dass sie sich mochten. Doch sie hatten sich noch nie ganz deutlich gesagt, dass sie sich liebten. Und nun saß er hier, an ihrem Bett und schaute ihr beim Schlafen zu, hörte das Piepsen der Geräte, die sie am Leben erhielten, roch den abstoßenden Geruch des Krankenhauses und hatte das Gefühl, das erste Mal in seinem Leben völlig hilflos zu sein. Immer wieder sah er die Szene vor sich, sah sie aufschreien und fallen. Die Kugel hatte sie in den Bauch getroffen, hatte die Weste verfehlt. Er sah das Blut und hätte am liebsten auf der Stelle wieder angefangen zu schreien. Sie lag nun schon seit Stunden einfach so da. Sie hatten sie operiert, hatten ihr die Kugel entfernt und hatten gesagt sie würde überleben. Aber es war knapp gewesen. Sehr knapp. Und sein Leben mit ihr war an ihm vorbeigerauscht, in dem Moment als er sie zu Boden gehen sah. Er konnte es nicht begreifen und noch weniger konnte er irgendetwas tun. Es brauchte Zeit, viel Zeit bis sie wieder gesund war. Und er war zum Warten verdammt. Er wusste die anderen waren draußen vor der Tür. Sie würden nicht weggehen, würden so lange hier bleiben bis es ihrer Freundin und Kollegin wieder einigermaßen gut ging. Nur er war hier drin, bei seiner Partnerin, bei seiner Freundin, seiner Geliebten, bei der Frau, der er nie zuvor so deutlich gesagt hatte, dass er sie liebte. Und mit einem Mal wurde ihm bewusst, wie schnell es vorbei sein konnte, wie schnell man das Leben verschwendet hatte. Wie wichtig es war, dass man den Augenblick genoss, dass man ihn auskostete, lebte, liebte, lachte und all die schönen Dinge tat, die sie gerade nicht tun konnten. Langsam rückte er näher an sie heran, nahm ihre Hand und führte sie an seine Lippen. Dann hauchte er ihr einen Kuss auf den Handrücken und strich mit dem Daumen darüber.
„Es tut mir so leid Kensi“, flüsterte er und schniefte ein wenig, denn die Tränen waren so schnell gekommen, dass er seine laufende Nase nicht aufhalten konnte. „Ich wünschte ich hätte die Kugel abbekommen.“ Er wischte sich hastig über die Wangen und senkte den Kopf. Dann schaute er sie wieder an und betrachtete erneut ihr zartes Gesicht. Sie sah friedlich aus wie sie da lag und schlief. Doch sie war so weit weg. Er wollte sie in den Arm nehmen, sie halten, sie streicheln und küssen, doch das war unmöglich. Er würde ihr weh tun, wenn er sie bewegte also begnügte er sich weiterhin damit, sie zu betrachten und ihre kalte Hand zu halten.

Wie lange er so dagesessen hatte, konnte er hinterher nicht mehr sagen, aber irgendwann begann sie sich zu bewegen und schlug die Augen auf. Ihr Blick ruhte auf dem seinen und ganz langsam begann sie zu lächeln, freute sich offensichtlich ihn zu sehen. Ein Grinsen erschien auf seinem Gesicht. Er richtete sich langsam auf und sagte:
„Hallo Kenselina.“
„Was ist passiert?“ fragte sie leise.
„Du wurdest angeschossen.“
„Ich erinnere mich nicht“, sagte sie und leckte sich übe die trockenen Lippen.
„Ganz ruhig Süße. Alles der Reihe nach. Werd erst mal richtig wach.“
„Ich bin so müde.“
„Ich weiß.“
„Warst du die ganze Zeit hier?“ Er nickte. Sie hob ihre Hand und er nahm sie in die Seine.
„Ich lass dich nicht allein. Ich ...“
„Du hast es mir übrigens noch nie so direkt gesagt Deeks“, unterbrach sie ihn. Ihre Blicke trafen sich und sie hatten plötzlich beide das Gefühl in einer anderen Welt zu sein.
„Du hast mich gehört?“ fragte er erstaunt.
„Ja und es tut mir leid, dass ich es dir auch noch nie so direkt gesagt habe. Aber ich liebe dich Deeks. Mehr als alles andere auf der Welt.“ Er musste schlucken, spürte die Tränen in seinem Hals aufsteigen und lächelte sie wieder an.
„Das kann ich nur zurückgeben Kensi Blye.“
„Versprich mir etwas.“ Ihr Tonfall war flehend.
„Alles.“
„Lass und leben.“
„Ja.“ Er streichelte ihr übers Gesicht.
„Und lieben.“
„Immer.“ Er zwinkerte ihr zu.
„Lachen.“
„Jeden Tag.“
„Es könnte so schnell vorbei sein.“
„Ich weiß.“ Seine Stimme war fast nur ein Flüstern.
„Dann lass uns nie wieder Zeit verschwenden.“
„Nie mehr.“
„Komm her und küss mich.“ Und damit beugte sich Deeks über seine Partnerin und gab ihr einen Kuss, der in diesem Augenblick mehr sagte als tausend Worte und der ihr erstes richtiges „Ich liebe dich“ für immer besiegelte.
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