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Chaos

GeschichteHumor, Romance / P12
Cana Alberona Laxus Dreyar
03.04.2015
03.04.2015
1
2.125
6
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Irgendwie kam mir diese Szene in den Kopf und ich bekam sie nicht mehr los, bis ich sie geschrieben hatte. Mal wieder wurde es länger als geplant. Es ist eher eine Art Nachgeschichte von "Bad Boy", ist aber davon unabhängig. Im Moment habe ich bei meiner aktuellen Geschichte eine Schreibblockade, vielleicht geht sie demnächst wieder weg, wenn ich mich mit anderen Sachen beschäftige... Auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen.
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In Canas Wohnung herrschte ein wildes Durcheinander. Überall lagen Klamotten verstreut, zwischen ihnen immer mal wieder eine von ihren magischen Karten. Der komplette Inhalt des Kleiderschrankes war auf ihrem Bett und dem Fußboden ausgebreitet und zwischen den Kleidungsstücken saß eine vollkommen verzweifelte Magierin.

„Verdammt, wo ist dieses Kleid hin? Letzte Woche hatte ich es doch noch gesehen“, stöhnte sie und raufte sich verzweifelt die Haare, bevor sie sich daran machte, den Stapel zum wiederholten Male noch einmal zu durchkämmen.

Dort war jedoch kein Kleid. Entmutig ließ sie sich einfach auf den Stapel Kleider fallen und warf einen Blick auf die Uhr – was sie erneut aufschrecken ließ.

„Bei Mavis, er wird gleich da sein!“ Sie rauschte ins Badezimmer, kämmte sich mit einer Hand die Haare und trug mit der anderen Mascara auf, während sie gleichzeitig versuchte, ihre Hose herunter zu schütteln. Das ging jedoch gehörig schief, denn sie rutschte auf einem ihrer Oberteile auf, als sie nur auf einem Bein stand und fiel mit rudernden Armen nach hinten.

Sie stieß einen spitzen Schrei aus und hielt sich im letzten Moment an ihrem Waschbecken fest. Das bremste ihren Sturz erst einmal und sie holte erleichtert Luft, um sich wieder aufzurichten. Doch da hörte sie auf einmal ein Knirschen und sie riss ihre Augen geschockt auf.

Einen Moment später sprang sie zur Seite, als ihr Waschbecken auf den die grauen Fließen krachte und dort in mehrere Teile zerbarst. Ungläubig starrte sie auf die Überrest ihres Waschbeckens.

„Oh nein“, murmelte sie entgeistert. Das war wirklich zu viel. Erst fand sie ihr Kleid nicht, dass sie sich extra für Miras Party gekauft hatte, dann war sie viel zu spät dran und würde ein Donnerwetter von ihrer Freundin erwarten können – und nun hatte sie auch kein Waschbecken mehr. Doch das war noch nicht einmal das Schlimmste: Seit mehreren Wochen hatte sie es nicht geschafft, auf irgendwelche Aufträge zu gehen und ihre Reserven an Geld waren so langsam, aber sicher fast komplett aufgebraucht.

Miras Party würde wohl ausfallen müssen. Erst musste sie die Schweinerei in ihrem Badezimmer beseitigen und dann würde sie so schnell es ging zu einem Auftrag aufbrechen. Nachdem ihr Freund sie schon die ganzen letzten Wochen davon abgehalten hatte mit der Begründung, sie hätte in den vergangenen Monaten für drei Magier gearbeitet, würde sie dieses Mal alles daran setzen, einen Auftrag zu bekommen.

Ihr konnte niemand vormachen, dass jeder Auftrag, den sie machen wollte, vom Master auf einmal als „bereits in Arbeit“ abgestempelt wurde und das das Ganze ohne Zutun eines gewissen Blitzmagiers vor sich ging. Immerhin setzte dieser alles daran, dass sie sich von den Strapazen der letzten Monate erholte und nebenbei 24/7 in seiner Gesellschaft verbringen würde. Er war vor nicht einmal zwei Stunden gegangen, um sich ebenfalls fertig zu machen, und selbst das war nicht ohne Widerworte seinerseits passiert. Erst ihre Drohung, dass sie sich einfach ihre zerrissene Kleidung vom letzten Auftrag anziehen und ihn dafür vor Mira verantwortlich machen würde, hatte gegriffen und er war grummelnd gegangen.

Doch nun hatte sich das anscheinend sowieso erledigt. Hoffentlich erkannte Mira die Notwendigkeit eines neuen Waschbeckens an, und den dafür nötigen Auftrag. Ansonsten hätte sie eine zornbebende Dämonin am Hals und darauf konnte sie getrost verzichten.

Seufzend machte sie sich daran, die Scherben des Beckens zusammenzukehren, als es auch schon an der Tür klingelte. Sie besah sich ihr etwas mitgenommenes Outfit: eine bequeme Hose und ein T-Shirt von Laxus. Sie seufzte und ergab sich in ihrem Schicksal.

Als sie die Tür aufmachte, begrüßte sie ein „Hey – “ Dann verstummte der blonde Magier, der vor ihrer Tür in einem wirklich heißen, dunkelgrauen Hemd samt schwarzer Hose stand, und starrte sie entgeistert an.

„Mira wird dich in diesem Outfit umbringen“, stellte er nüchtern fest und schob sich an ihr vorbei in die Wohnung. Dort blieb er wie vom Blitz getroffen stehen, als er das Chaos an Kleidern sah. Dann fing er an, aus vollem Hals zu lachen.

Cana verschränkte peinlich berührt die Arme. „Ich finde mein Kleid nicht“, fauchte sie und setzte sich wieder in Bewegung zum Badezimmer, einen immer noch lachenden Laxus hinter ihr. Doch selbst diesem verging das Lachen, als er die Überreste des Waschbeckens auf den Fließen liegen sah.

„Oh.“

Cana seufzte. „Ich kann nicht mit, ich habe kein Geld für ein neues Waschbecken, außerdem ist mein Kleid verschwunden. Mira wird es hoffentlich verstehen, dass ich auf einen Auftrag muss anstatt auf ihre Party.“

Anstatt einer Erwiderung zog Laxus eine Augenbraue hoch und warf der Kartenmagierin einen bedeutungsschweren Blick zu. Sie ließ die Schultern sinken.

„Sie wird mich umbringen“, stimmte sie seiner unausgesprochenen Bemerkung zu und seufzte abermals. „Aber was soll ich machen? Das Kleid ist weg, meine Wohnung sieht aus, als ob Natsu hier gewesen wäre und mein Waschbecken ist ebenfalls nicht mehr vorhanden!“

Laxus seufzte, bevor er ihr nebensächlich einen Arm um die Schultern legte. „Erstens: Das Kleid hast du mir vorgestern gegeben, damit ich es für dich aufbewahre, weil du befürchtet hast, es heute nicht wieder zu finden.“ Seine Mundwinkel zuckten, doch er beherrschte sich. „Zweitens: Das mit dem Waschbecken kann bis morgen warten, wichtiger ist, dass Mira auf dich wartet und mit jeder verstreichenden Minute wütender wird. Nebenbei: Wage es ja nicht, das mir in die Schuhe zu schieben, sonst erzähle ich ihr, zu wem die Spuren hinter der Bar von letztem Wochenende wirklich gehören.“

Cana schoss das Blut in den Kopf. Letztes Wochenende war der Geburtstag von Gray gewesen und die Gilde hatte, wie immer, ausgelassen gefeiert. Sie und Laxus waren hinter der Bar, keine Ahnung wie sie das überhaupt hingekommen war, nach den Feierlichkeiten irgendwie… geblieben und hatten sich dort vollkommen alkoholisiert miteinander vergnügt. Mehr gab es dazu nicht zu sagen.

„Drittens“, fuhr Laxus fort, als ob das von letztem Wochenende völlig normal gewesen wäre, „ist die Gilde offiziell zu bis morgen früh, erst da kannst du einen neuen Auftrag annehmen. Viertens hat auch keine Firma noch offen, die sich um das Waschbecken kümmern könnte. Also ist es ganz einfach: Du steckst deinen hübschen Hintern in dieses Kleid, dann bewegst du ihn zu Miras Party und danach zu meiner Wohnung. Morgen früh werden wir dann zur Gilde gehen und einen Auftrag machen, damit du dein Waschbecken ersetzen kannst.“

Cana entspannte sich und lehnte sich leicht an ihren Blitzmagier. „Gut. Danke, dass du mich aus meiner misslichen Lage gerettet hast“, lachte sie und er gab ihr einen kurzen, aber leidenschaftlichen Kuss.

„Natürlich, Liebling.“ Meinte er und wich lachend ihrer Faust aus.

„Du weißt genau, dass ich diese Koseworte hasse“, fauchte sie gespielt, schenkte ihm aber zugleich ein verliebtes Lächeln.

„Und dann schaute ich in ihr Badezimmer, da lagen die Bruchstücke eines Waschbeckens“, erzählte Laxus mit einem amüsierten Funkeln in den Augen. Bixlow hörte gar nicht mehr auf zu lachen, auch Freed grinste Cana, die sich in ihr Schicksal als Lachnummer des Abends ergeben hatte, belustigt an.

„Das hat selbst Mira damals nicht hinbekommen, als wir in ihrem Bad – “ Er verstummte und lief leicht rosa an, was Cana wiederrum zum Lachen brachte.

Gray legte glucksend einen Arm um ihre Schultern. „Oh man, und ich dachte, dass ich dich schon gut genug kenne – aber das habe ich noch nicht erleben dürfen.“ Cana stieß ihm ihren Ellenbogen in die Seite, doch das störte den Eismagier nicht. Stattdessen lachte er nur noch mehr und tätschelte ihr wie bei einem kleinen Kind den Kopf.

„Das wird schon noch, du wirst – autsch!“ Der zweite Stoß war um einiges heftiger gewesen und nun hielt er sich doch die Rippen. „So stark hättest du auch nicht zustoßen müssen“, murrte er.

„Doch“, meinte Cana zufrieden.

„Cana!“ Eine aufgekratzte Stimme war zu hören und sie drehte sich um. Keine Sekunde zu früh, denn schon lag eine weißhaarige Magierin in ihren Armen und drückte sie so fest, dass sie fast keine Luft mehr bekam.

„Mira“, keuchte sie etwas gepresst, doch das störte die andere Magierin nicht. Stattdessen drückte sie ihr ein Glas mit einer verdächtig aussehenden Flüssigkeit in die Hand.

„Trink“, bedrängte sie sie mit einem eindeutig betrunkenen Lächeln. Skeptisch beäugte Cana das Glas, dann nippte sie daran. Kaum hatte sie das bisschen geschluckt, fing sie an zu husten und drückte das Glas Laxus in die Hand, der es ebenfalls argwöhnisch beäugte.

„Was“, meinte sie heiser und mit Tränen in den Augen, als sie sich wieder gefasst hatte, „ist das?“

„Drachenatem“, verkündete Mira strahlend. „Dein guter Freund Shane hat es mir empfohlen, es soll die Trinkfesten umhauen! Normal mischt man das mit Saft, aber ich dachte, ich probiere es bei dir mal pur!“

„Mira….“, meinte Cana drohend und Freed erkannte die Gefahr für seine Freundin. Rasch nahm er Mira bei der Hand und zog sie langsam von Cana weg.

„Ich denke, du hast genug getrunken für heute“, meinte er laut und deutlich zu der Take Over Magierin, damit es auch Cana mitbekam und sich beruhigte. Dann führte er sie mit einem entschuldigenden Lächeln weg von der Gruppe, um sie nach Hause zu bringen.

„Gray-sama!“ Eine ebenfalls alkoholisierte Juvia tauchte mit glänzenden Augen neben ihrem Freund auf.

Gray zuckte zusammen, als er den fast schon irren Ausdruck in den Augen der Wassermagierin sah und warf Cana einen hilfesuchenden Blick zu. Diese lächelte aber nur süß zurück und machte keinerlei Anstalten, sich der blauhaarigen Frau zu nähern.

„Das stehst du schön alleine durch“, formte sie mit ihren Lippen und Gray schien es zu verstehen, denn er schloss verzweifelt die Augen, bevor er sich von Juvia wegziehen ließ.

„Wo steckt eigentlich Lisanna?“, fragte Laxus Bixlow, um auf ein anderes Thema abzulenken. Dieser lachte nur.

„Lisanna wurde vorhin von Mira abgefüllt und schläft bereits ihren Rausch zuhause aus. Mira ist eine Naturgewalt, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat“, fügte er hinzu, während er sich schüttelte.

Cana lachte nur. „Oh ja, aber bei Laxus und mir hat sie am Ende immerhin etwas geholfen“, meinte sie und gab dem Blitzmagier einen Kuss auf den Mund.

Laxus nickte abwesend, das Glas in seiner Hand neugierig anschauend. Cana seufzte.

„Dann trink schon, wenn du nicht widerstehen kannst. Ich warne dich, das Zeug schmeckt wirklich grauenvoll. Es brennt höllisch, mehr merkt man nicht.“

Laxus setzte das Glas an und nahm einen Schluck. Dann setzte er es wieder ab, schluckte und betrachtete den Rest nachdenklich. Dann trank er diesen in einem Ruck aus.

Cana schaute ihn entgeistert an. „Sag mir nicht, dass dir das schmeckt.“

Er zuckte mit den Schultern. „Es brennt, ja. Aber da ist ein Geschmack drin, der einfach gut ist.“

In diesem Moment hörte die Musik auf zu spielen und die Lichter gingen an. Alles drehte sich zu Makarov um, der auf dem Tresen stand und beängstigend schwankte.

„Genug! Geht schlafen, morgen müsst ihr – hicks – Aufträge machen! Fairy Tail braucht – hicks – Geld!“

Laxus schüttelte nur den Kopf. „Ich bringe ihn nicht nach Hause“, stellte er fest. Er schaute Bixlow an. „Du machst das.“ Der andere nickte nur, er wusste, dass er gegen Laxus nicht ankommen würde.

Cana hakte sich bei Laxus unter. „Nun gut, dann gehen wir mal. Morgen muss ich mich um einen Auftrag kümmern…“ Bei der Erinnerung verzog sie das Gesicht.

Laxus lachte nur, als sie die dunkeln Straßen von Magnolia entlang liefen. „Das wird schon nicht so teuer werden mit dem Waschbecken.“

Sie murrte nur. Da blieb der Blitzmagier auf einmal direkt unter einer Laterne stehen und sah die Kartenmagierin nachdenklich an.

„Wenn es dich so stört: Zieh einfach zu mir.“

Cana schaute ihn perplex an. „Zu dir ziehen? Du meinst, so richtig? Nicht nur für ein paar Tage?“

Er schüttelte lächelnd den Kopf. „Ja, ganz. Mit all deinen Sachen, deine Wohnung kannst du verkaufen oder behalten, wie du willst. Meine Wohnung ist sowieso zu groß für mich alleine, für uns beide wäre sie aber genau richtig.“

Cana konnte es noch immer nicht glauben. „Aber… wir sind doch erst seit ein paar Wochen zusammen und – “

Laxus hielt ihr einfach den Mund zu. „Wir wären schon Monate zusammen, wenn ich nicht so ein Vollidiot gewesen wäre“, meinte er leichthin und schaute sie fragend an. „Also, was sagst du?“

Cana strahlte ihn an. „Du fragst mich das noch? Natürlich, gerne! Ich wollte nur sichergehen, dass du es wirklich ernst meinst.“

Er seufzte. „Bei so etwas mache ich keine Scherze, vor allem nicht mit meiner festen Freundin.“ Er küsste sie.

„Nebenbei, ich liebe dich.“

Sie lächelte. „Ich dich auch, nur so.“
 
 
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