Der doppelte Bookman

von yezz
GeschichteDrama, Freundschaft / P12
Allen Walker Bookman Linali Li Rabi Yu Kanda
03.04.2015
09.08.2015
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Kopfschüttelnd ging Lavi den Korridor entlang. Hatten sich die beiden doch tatsächlich verletzten lassen! Wäre er doch besser mitgekommen, aber Komui hatte ihn nicht gelassen, weil der alte Panda auch unterwegs auf einer Mission war. Warum hatte der ihn eigentlich nicht mitgenommen?
Leise öffnete er die Tür zum Krankenzimmer und steckte seinen Kopf hindurch. Seine Augen weiteten sich. Kanda saß neben Allens Bett und hielt seine Hand. Er konnte nicht glaube, was er da sah. Sie sprachen leise miteinander und schon fast liebevoll strich der Ältere dem Weißhaarigen eine Strähne aus dem Gesicht. Er lächelte sogar. „Was auch passiert, ich werde bei dir sein.“, hörte er ihn sagen. Er schluckte und schloss leise die Tür. Fassungslos stand er mit gesenktem Kopf vor dem Krankenzimmer. Einerseits freute er sich für die beiden, da sie ihm wichtig waren. Andererseits hegte er schon lange Gefühle für den Schwertkämpfer. Doch hatte dieser bisher alle seine Annäherungsversuche abgeblockt.

Jetzt kannte er auch den Grund. War er wirklich so blind gewesen? Er lachte freudlos. Langsam ließ er sich die Wand neben der Tür hinunter gleiten. Eigentlich stand er ja auch gar nicht auf Männer, doch Kanda hatte es ihm angetan. Vom ersten Moment an. Ungläubig stütze er den Kopf auf seine Arme. Er sollte glücklich sein, für die beiden. Ihm war das alles eh nicht gestattet. Er durfte nicht lieben. Und doch tat er es. Schließlich konnte man Gefühle nicht einfach ausschalten, oder doch? Tränen brannten in seinen Augen. Mit einer schnellen Bewegung wischte er die salzige Flüssigkeit unter seiner Augenklappe weg. Manchmal hasste er es, Bookman zu sein. Zur Einsamkeit verdammt.

Er hörte schwere Schritte auf dem Korridor und versuchte sich wieder zu sammeln. Derbe Lederschuhe schoben sich in seinen Blickwinkel. Doch es waren keine Männerschuhe, dafür waren die Füße zu klein und zu schmal. Die dazugehörigen Beine waren in festem Wollstoff gehüllt. Ein warmer Poncho umhüllte ihren Oberkörper. „Du musst Lavi sein.“, stellte die junge Frau fest. Er schaute ihr in die großen, cyanblauen Augen, die ihn aufgeweckt musterten. Ihre dunkelvioletten Haare erinnerten ihn an wilde Krokusse, die er einmal auf seinen Reisen gesehen hatte. Er nickte einfach nur. „Bookman möchte dich sehen. Er ist in Komuis Büro.“, damit hielt sie ihm eine Hand hin, um ihn aufzuhelfen. Unter dem Stoff ihres Ärmels lugte ein seltsames Armband hervor. Er griff nach ihrer Hand und war von ihrem festen Händedruck überrascht. Es schien ihr kaum Mühe zu kosten, ihm aufzuhelfen. Dabei war er ein gutes Stück größer und sie machte einen recht hageren Eindruck.

Er schlug den Weg Richtung Büro des Leiters ein und überlegte, wer die Fremde sein könnte. Aber sie wirkte nicht, als wolle sie mit ihm sprechen. Immerhin ließ sie fast zwei Meter Abstand zwischen ihnen.

„Ah, da seid ihr ja.“, wurden sie von Komui empfangen, der an seinem Schreibtisch gelehnt war und zum Bookman blickte. Dieser saß auf einem Stuhl vor dem Leiter des Ordens. „Sei so gut und schließe bitte die Tür.“, wandte er sich an die Violetthaarige. „Natürlich, Meister.“, antwortet diese und schloss die Tür hinter sich. 'MEISTER?, fragte sich Lavi schockiert. Hatte man ihn etwa ersetzt? Der Panda hatte schon einige Male damit gedroht, aber er hatte nie geglaubt, dass er diese Drohung wahrmachen würde!
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