Vom Jungen bis zur Mörderin

von Renaklaue
GeschichteMystery / P12
OC (Own Character)
02.04.2015
04.03.2019
104
180080
40
Alle Kapitel
367 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Erschrocken fuhr Fuchsstern hoch, als jemand ihren Namen rief. „Komm rein.“, gähnte Fuchsstern, ehe sie sich an die Nacht erinnerte. Panisch blickte sie zu ihrer Flanke. Alle vier Jungen waren noch da, alle am Schlafen. Farnjunges quiekte kurz im Traum auf, ansonsten waren sie alle ruhig. Wolfsschatten hatte den Schweif um seine Jungen gelegt, war aber noch in der Traumwelt.
Eichentupfens Augen wurden groß, als er die Jungen sah. „Deine Jungen sind ja da!“, miaute er erstaunt. „Ja, sie sind in der Nacht gekommen.“ Erst jetzt erinnerte sie sich genauer zurück. Die Wolken hatten sich vor dem Mond geschoben! Etwas war auf der Versammlung geschehen! Ihre Angst kam wieder hoch, sofort erhob sie sich. „Was war auf der Versammlung? Ist etwas passiert?“ Die Augen von Eichentupfen verdunkelten sich. „Allerdings.“ Er versuchte sich hin zu setzen, doch war es nun im Anführerbau überfüllt. Schnell stupste Fuchsstern ihren Gefährten wach, der verwirrt blinzelte. „Du musst eben Raus gehen, damit ich mit Eichentupfen in Ruhe reden kann.“, erklärte sie ihn knapp. Noch etwas schlaftrunken nickte Wolfsschatten, sodass Fuchsstern schon fast befürchtete, er würde sich jetzt in der Lagermitte schlafen legen. „Danke!“, rief der zweite Anführer noch hinter Wolfsschatten her. Dann wurde die Stimmung augenblicklich ernst. „Funkelstern ist gestorben, er hatte Grünen Husten und sich geweigert, etwas zu essen. Spatzenstern hat seinen Namen und die Leben erhalten und Bernsteinherz ist jetzt zweite Anführerin.“ Ein kalter Schauer überkam Fuchsstern. Erst Schneestern, jetzt auch Funkelstern. Aber sie spürte, dass dies nicht die einzige schlechte Nachricht sein würde. „Alle Clans haben Grünen Husten und hungern. Der NebelClan fragte als erstes, ob Jemand Katzenminze teilen könnte, der SturmClan bat darum, auf unser Territorium jagen zu dürfen. Es wurde zu einem großen durcheinander und schließlich kam es zu einem Kampf.“
„Kampf?“, echote Fuchsstern stumpf. Aber es war doch die Vollmondnacht gewesen! „Ist jemand verletzt?“ Die Beute hatte sich doch gerade etwas erholt! Wenn jetzt die Krieger zu geschwächt für die Jagd war… „Nichts Schlimmes.“, versicherte Eichentupfen schnell. „Nur Ginsterschweif und Silberfeder haben sich am Kampf beteiligt. Ginsterschweifs Ohr wurde zerfetzt, Silberfeder hat eine kleine Verletzung an der Schulter.“ Es verwunderte Fuchsstern weniger, dass ausgerechnet diese Beiden während der großen Versammlung kämpfen würde. Zum Glück war Blutklaue nicht mitgekommen. „Ich habe bereits mit ihnen geredet.“, sprach Eichentupfen weiter. „Krähenpfote wurde etwas unsanft umgestoßen, sodass sich Ginsterschweif und Silberfeder Sorgen gemacht hatten.“ Plötzlich konnte Fuchsstern die Beiden gut verstehen. Wenn irgendjemand etwas ihren Jungen antun würde… „Ich danke dir. Ich bin mir sicher, du hast das richtige getan.“, miaute sie zu Eichentupfen, der nickend den Bau verließ.

Hasenfang beschnupperte Natternjunges als letztes. „Sie sind alle gesund.“, schnurrte er erleichtert. Dennoch klang er erstaunlich erschöpft. „Hast du geschlafen?“, erkundigte sich Fuchsstern besorgt. „Noch nicht.“, erwiderte Hasenfang matt. „Eichentupfen hat gesagt, wir könnten Ältestenbau mitbenutzen, denn wir haben kein Platz mehr für die Kranken. Abendfunkel schläft solange in der Kindestube.“ Schuldig blickte Fuchsstern auf ihre Pfoten. Eichentupfen half ihr wirklich sehr aber eigentlich war es ihre Aufgabe gewesen. Sie sollte sich um den Clan kümmern anstellte die Jungen zu säugen. „Mach dir keine Vorwürfe. Bald sind deine Jungen stark genug und Nebelschein wird sie dann säugen.“ Aber wollte Fuchsstern dies auch? Traurig strich sie über Maulwurfjunges, Sie liebte ihre Jungen mehr als alles andere aber der Clan brauchte sie. Der SternenClan hatte es so gewollt. Vielleicht hatte der SternenClan sie doch noch nicht aufgegeben. Oder war es eine Strafe und sie wollten ihr die Jungen entreißen? „Du solltest dich lieber ausruhen.“, wechselte die Kätzin schnell das Thema. „Wie denn?“, entgegnete ihr Hasenfang wütend. Er bebte vor Zorn, doch in seinen Augen lag nur Verzweiflung. „Tulpenblüte ist gestorben, Finkenfeder liegt im Sterben! Ich weiß nicht mal, ob der Clan die nächste Blattfrische erleben wird! Wie soll ich mich denn ausruhen, wenn ich für alle verantwortlich bin!?“ Erschrocken zuckte Fuchsstern zusammen. Sie wusste nicht genau, was sie darauf erwidern sollte. Der Clan brauchte Hasenfang fit aber seine Aufgaben ließen ihn nicht zur Ruhe kommen. Der Kater schüttelte sich voller Angst. „Ich kann mich nicht an einer solch schlimmen Blattleeren erinnern. Alle Clans leiden und uns Heiler ist es verwehrt, wirklich helfen zu können.“ Mit den Worten drehte er sich um und verließ den Anführerbau.
Plötzlich fühlte Fuchsstern sich erschöpft. Sie legte den Kopf auf die Pfoten und beobachte ihre Jungen. Sie hasste diese Hilflosigkeit. Am liebsten wäre sie aufgesprungen und hätte den ganzen Wald nach Katzenminze und Frischbeute abgesucht, doch es half nichts. Sie musste für ihre Jungen da sein, während der FunkenClan langsam sterben würde.

Auge in Auge standen sich Finsterseele und Maulwurfjunges. Die Jungen waren nun ein paar Sonnenaufgänge alt und hatten gerade die Augen geöffnet. „Maulwurfjunges.“, miaute Finsterseele leise und voller Trauer. Dennoch schien er sich zu freuen. „Wer ist das?“, quiekte die weiße Kätzin verwirrt. „Fuchsstern, ist er böse? Soll ich dich beschützen?“
„Pass aber auf!“ Zitternd versteckte Eidechsenjunges hinter Farnjunges. „Wir beschützen dich.“, versprach daraufhin Natternjunges.
„Niemand hier ist böse.“, schnurrte Fuchsstern belustigt. „Das ist Finsterseele, mein Bruder. Und Haselblatt ist sogar mein Wurfgefährte.“ Sie deutete auf ihre Geschwister. „Und ich bin Bussardflug, ich bin der Vater von Fuchsstern.“
„Vielleicht ist es doch etwas viel auf einmal.“, sorgte sich Wolfsschatten bei seiner Gefährtin. „Bei uns ist alles gut!“, versprach Maulwurfjunges spielerisch. Sie schlug vorsichtig nach Finsterseele, musste aber gähnen. „Es ist ganz schön kalt.“, miaute Farnjunges. „Darf ich wieder in den Bau?“ Der braune Tigerkater kuschelte sich an seiner Mutter. „Ist gut.“ Fuchsstern nickte ihrer Familie zu.

Der nächste Morgen kam viel zu früh. Fuchsstern hatte sich am Abend zuvor noch mir Hasenfang unterhalten, der ihr gesagt hatte, ihre Jungen sein nun stark genug. Sie würde sich jetzt von ihn trennen müssen. Traurig stupste sie Maulwurfjunges wach. Langsam regten sich auch ihre andere Jungen. Maulwurfjunges begann schon, auf Wolfsschatten rum zu klettern, während Eidechsenjunges sich bei ihrer Mutter versteckte. „Ist gut, meine Großen.“ Schwer schluckte sie. „Hört zu, ich muss euch was Wichtiges sagen.“
„Gehen wir danach spielen?“, freute Maulwurfjunges schon. „Ich will lieber das Lager erkunden gehen! Gestern waren wir nur kurz draußen!“, jaulte Natternjunges beleidigt. „Machen wir das?“
„Ich liebe euch alle, egal was passiert.“ Die Worte taten so weh, sodass Fuchsstern am liebsten schweigen würde. „Glaubt bitte nicht, dass ich euch nicht haben möchte. Ich werde immer eure Mutter sein. Maulwurfjunges, ich sehe schon, dass du deine Wurfgefährten in Schwierigkeiten führen wirst.“ Belustigt dachte sie kurz an Ginsterschweif und Schneesturm, die als Junges zum SturmClan gelaufen waren. „Haltet aber immer zusammen, egal was ist.“
„Warum sagst du das?“ Maulwurfjunges klang verwirrt, doch Wolfsschatten legte den Schweif um sie, damit sie schwieg. „Hört lieber Fuchsstern zu.“
„Farnjunges.“, fuhr Fuchsstern weiter fort, „Du musst Maulwurfjunges zu Not Einhalt bieten. Denke nach, bevor du handelst und vertraue auf deine Instinkte. Natternjunges, du bist mutig, ich weiß das. Aber sei dir bewusst, dass du alleine nicht so weit kommst. Du wirst Freunde finden, auf die du dich verlassen kannst. Und Eidechsenjunges, halte dich an deine Wurfgefährten, sie werden dich beschützen, wenn du es brauchst. Du hast ein zartes Herz aber das ist gut so. Du bist stark, auf eine andere Art und Weise als deine Wurfgefährten. Gemeinsam schafft ihr alles.“ Vorsichtig drückte sie die Schnauze gegen die, ihrer Jungen. Verwirrt wechselten die vier einen Blick. „Warum sagst du das? Gehst du weg?“, fiepte Farnjunges traurig. Zur gleichen Zeit trat Schattenlilie in den Heilerbau. „Fuchsstern.“, begrüßte sie die Anführerin. „Ich gehe sofort zu Nebelschein.“, erwiderte die Rotbraune, dann drückte sie sich an ihre Jungen. „Ab jetzt werdet ihr woanders schlafen.“, erklärte sie vorsichtig. Ihr Herz zog sich zusammen, als sie in geschockten Gesichter blickte. „Ich will nicht!“, jammerte Eidechsenjunges verzweifelt. „Haben wir was falsch gemacht?“
„Nein, ihr seid das Beste, was mir passieren konnte.“, versprach sie. „Das stimmt. Fuchsstern liebt euch.“, unterstützte Wolfsschatten sie sofort. „Ich bin Anführerin.“, erklärte Fuchsstern weiterhin. „Ich würde am liebsten alles aufgeben, um eure Mutter zu bleiben aber ich kann das nicht. Nebelschein wird sich um euch kümmern und euch säugen.“
„Du willst uns nicht mehr!“, schrie Natternjunges wütend und traurig zugleich auf. Der kleine Kater drehte sich beleidigt um, was Fuchsstern unglaublich schmerzte. „Das stimmt nicht!“, platzte es ihr verzweifelt auf. „Ihr seid alles für mich! Ich kann euch aber keine gute Mutter sein! Das ändert aber nichts daran, wie sehr ich euch liebe.“
„Wir sollten jetzt gehen.“, warf Wolfsschatten ein. „Wir besuchen euch ganz oft.“, versicherte der dunkelgraue Kater bei seinen Jungen, die sich noch unsicher anblickten. Keiner sprach etwas, doch Fuchssterns Herz weinte bei jeden Schritt mehr und mehr.
Review schreiben