Vom Jungen bis zur Mörderin

von Renaklaue
GeschichteMystery / P12
OC (Own Character)
02.04.2015
04.03.2019
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„Was soll das heißen!?“ Fauchend lief Fuchsstern im Anführerbau auf und ab. „Das, was ich dir gesagt habe.“, erwiderte Hasenfang Stur. „Du wirst nicht mit zur großen Versammlung kommen.“
„Ich bin aber die Anführerin vom FunkenClan!“ Gereizt spreizte sich ihr Nackenfell. Wenn sie nicht mit auf die Versammlung kam, würden die anderen Clans denken, der FunkenClan wäre schwach! Als hätte Hasenfang ihre Gedanken gelesen, antwortete er: „Die anderen Clans haben sich selbst noch nicht erholt, sie werden wohl kaum einen Angriff planen.“
„Außerdem wäre es Fuchsherzig.“, erinnerte Wolfsschatten. „Niemand würde dich angreifen. Aber wenn du hierbleiben musst, werde ich auch nicht gehen.“ Voller Liebe drückte Wolfsschatten seine Schnauze gegen Fuchsstern Schulter. „Eichentupfen wird das schon schaffen.“ Bei den Namen ihres zweiten Anführers fühlte sich Fuchsstern tatsächlich etwas besser. Er würde genau wissen, was er zu tun hatten. „Du hast da recht.“, lenkte sie daher ein. „Außerdem werde ich nicht meinen Heiler widersprechen.“
„Danke dir.“, schnurrte Hasenfang erleichtert. Seine Augen leuchteten wie damals auf, als Fuchspfote Hilfe bei ihm gesucht hatte. Nun war sie Fuchsstern aber Hasenfang würde sie immer noch unterstützen, wo sie soweit gemeinsam gekommen waren. „Aber sobald ihr wiederkommt, möchte ich alles wissen.“
„Natürlich.“, antwortete Hasenfang. „Ich werde auch bleiben. Schattenlilie wird mit den anderen mitgehen. Ich werde bei den Kranken bleiben.“
„Wie geht ihnen?“, miaute Fuchsstern nachdenklich. „Wir werden doch nicht noch mehr unserer Clangefährten verlieren, oder?“ Hasenfangs Schweigen war Antwort genug. „Ich sollte zurück in den Heilerbau.“

Immer wieder schmerzte Fuchsstern Bauch, doch sie wollte es nicht zeigen. Stell dich nicht an, sagte sie sich immer wieder. Immerhin bist du nicht die erste Kätzin, die Jungen erwartet! Und du wirst auch nicht die Letzte sein. Unruhig versuchte sie eine möglichste gemütliche Position zu finden, doch der Schlaf wollte nicht kommen. Irgendwann gab sie auf und erhob sich seufzend. „Findest du keine Ruhe?“, fragte Wolfsschatten wissend. „Es fühlte sich nicht richtig an.“, gestand Fuchsstern mit unwohlen Gefühl. „Ich sollte jetzt für meinen Clan sprechen.“
„Du denkst in letzten Zeit zu viel über solche Sachen nach. Viel wichtiger ist es jetzt, dass es dir und unseren Jungen gut geht.“ Ihr Gefährte stellte sich zu ihr. „Komm, wir können ja zumindest den Bau verlassen.“ Dankbar nickte Fuchsstern. Wolfsschatten stütze sie beim Laufen. Immer noch blieben die immer wiederkehrenden Bauchschmerzen. Anfangs war es nur ein geringer Schmerz gewesen, doch inzwischen zog es sich wie Blitze durch ihren Körper. „Wenn es zu viel ist, sag Bescheid.“
„Es geht mir gut.“, erwiderte Fuchsstern Zähneknirschend. „Mach dir keine Sorgen.“ Tatsächlich ließen die Schmerzen für eine Weile nach. Unter dem Sternenhimmel fühlte Fuchsstern sich deutlich sicherer und geborgener. Wie die Versammlung wohl verlief? Ob Sichelmond und Sturmbrise jetzt vom SternenClan aus zuschauten?
Ein Schatten legte sich über Fuchssterns Fell. Erschrocken blickte sie in den Himmel. Der Mond! Eine große Wolke hatte sich über den Vollmond geschoben! Panisch riss sie die Augen auf. Irgendwas lief auf der Versammlung falsch! Es war doch kein Kampf ausgebrochen, oder? Der Hunger machte die Katzen angriffslustiger. Oder verkündete ein Clan gerade, dass sie die FunkenClan angreifen würde?! „Ich muss zur Versammlung!“, hauchte Fuchsstern heißer. „Warte, du kannst nicht!“ Doch Wolfsschatten würde sie nicht aufhalten können. Sofort sprang Fuchsstern auf ihre Pfoten und stürmte zum Lagerausgang, bis sie zwei Fuchslängen davor zusammenbrach. Ein Schmerzensschrei entglitt ihr. Ihr Körper war wie paralysiert, ehe sich der Schmerz durch ihren ganzen Körper durchfuhr. „Die Jungen!“, rief sie hilfesuchend. „Die Jungen kommen!“
Kein Herzschlag später schien der restliche Clan um sie versammelt zu haben. „Atme tief ein und aus.“, befahl Hasenfang, ehe er sich zu Wolfsschatten und Aschenglut drehte. „Wir müssen sie zurück in den Anführerbau tragen. Dort ist es besser für sie, die Jungen zu gebären.“
„Schaffst du es, auf zu stehen?“ Wolfsschatten wartete nicht auf eine Antwort, sondern hievte bereits mit Aschengluts Hilfe die Anführerin hoch. Jeder Schritt tat mehr weh als der Vorherige, doch Fuchsstern biss die Zähne zusammen. Sie wollte nicht ein weiteres Mal Jaulen. „Ich bin bei dir, keine Sorge.“, versicherte Hasenfang, als Fuchsstern ihn ihrem Nest lag. „Kann ich was tun?“, keuchte Wolfsschatten nervös. Er lief verängstigt auf und ab, was Fuchsstern eher beunruhigte. „Ja, verschwinde!“, fauchte Hasenfang den grauen Krieger an. „Du stehst im Weg.“
„Aber ich kann Fuchs-“ Ehe Wolfsschatten zu Ende reden konnte, wurde er bereits von Aschenglut weggeschoben. Denkbar nicke Fuchsstern den jungen Krieger zu, als eine weitere Wehe sie erfasste. „Ist gut, hör einfach auf das, was ich sage. Es wird alles gut.“, versprach Hasenfang zuversichtlich.

Alle Zweifel waren verschwunden. Wie konnte Fuchsstern nur jemals so mäusehirnig gewesen sein? Sie hatte vier gesunde Jungen zur Welt gebracht. Auch, wenn sie etwas klein waren. „Ich werde jeden Sonnenaufgang und Sonnenuntergang bei den Jungen vorbeischauen.“, versicherte Hasenfang. „Solltest du etwas merken, dann komm sofort zu mir. Lieber eine Maus verjagt, als einen Dachs willkommen geheißen. Also, zögere nicht.“
„Wir werden nichts riskieren.“, versicherte Wolfsschatten stolz. Er stupste Fuchsstern an, ehe er den Schweif um seine Jungen lag. „Du hast das super gemacht.“
„Für unsere Jungen immer wieder.“, schnurrte sie voller liebevoll. Alle vier schliefen an ihrer Flanke. Sie hatten sich satt getrunken und lagen seelenruhig da. „Wir sollten sie benennen.“, schlug Fuchsstern vor. „Er sollte Farnjunges heißen.“ Sie deutete auf den braunen Tigerkater, der der kleinste von ihren Jungen waren. „Und das ist Eidechsenjunges.“, schnurrte Wolfsschatten glücklich. Die grau-rote Kätzin schien im Schlaf zustimmend mit der Pfote zu treten. Ihr Blick fiel dann auf den braunroten Kater. „Ich würde ihn gern Natternjunges nennen, wenn es in Ordnung ist.“, miaute Wolfsschatten zögerlich. „Natternjunges konnte nie Kriegerin oder Schülerin werden. Aber er wird es.“, stimmte Fuchsstern zu. „Dann wird sie“, Fuchsstern leckte kurz über den Kopf einer weißen Kätzin mit einer grauen Pfote, „Maulwurfjunges heißen.“
„Einverstanden.“, schnurrte Wolfsschatten zufrieden. „Ich habe dir doch gesagt, sie werden die besten Katzen im ganzen Clan!“
„Und die schönsten.“, stimmte Fuchsstern glücklich zu. Wie hatte sie nur an ihre Jungen zweifeln können? Schmerzlich wurde ihr dann aber bewusst, dass die Jungen nicht lange bei ihr schlafen würden. Nebelschein würde sich ihnen annehmen, damit Fuchsstern weiterhin Anführerin bleiben konnte. Betrübt blinzelte sie. Als hätte Wolfsschatten ihre Gedanken gehört, miaute er schnell: „Wir haben jetzt etwas Zeit, die wir gemeinsam verbringen können. Und wir werden unsere Jungen so oft besuchen, wie es nur geht.“
„Natürlich.“, antworte Fuchsstern trocken. Sie gähnte kurz auf. Die Geburt war anstrengend und ermüdend gewesen, jedoch wollte Fuchsstern nicht schlafen. Zu groß war die Angst, dass ihre Jungen weg waren, sobald sie die Augen schloss. Wolfsschatten legte sich auf die andere Seite, sodass ihre Jungen in der Mitte lagen. „Ich werde aufpassen, mach ruhig die Augen zu. Morgen kann der ganze Clan dann unsere Jungen beneiden.“. witzelte er scheinbar genauso erschöpft wie Fuchsstern selbst. Zwar zweifelte sie noch etwas, schloss aber dann langsam die Augen.
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