Das goldene Trio

GeschichteFreundschaft / P12
Emmy Altava Hershel Layton Luke Triton
02.04.2015
02.04.2015
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Tja, ich kann es halt nicht lassen. Da hat man Ferien und will an seinen anderen Geschichten weiterarbeiten und dann hat man plötzlich den 3DS in der Hand und sieht sich Episoden aus den Spielen an und dann BUMM. Man kriegt eine Vision und kann nicht aufhören, ehe man die Idee komplett fertig durchgeplant und geschrieben hat. Na ja so bin ich halt^^
Da mir aufgefallen ist, das die meisten Geschichten von mir sowieso aus diesem Fandom sind dachte ich: „Ach was solls, leg ich einfach noch was oben drauf.“ Es ist mir wirklich ein Rätsel, aber irgendwie scheine ich PL Fanfictions zu lieben. Sowohl zu schreiben, als auch zu lesen. Besonders Ersteres, da ich mind. 10 neue Ideen für weitere Geschichten hab. Ich bin verrückt, ich weiß :D So dann will ich euch meinen neusten Oneshot nicht länger vorenthalten. Hier eine Warnung: Innerhalb der nächsten zwei Wochen werden wohl noch mehr folgen, da ich gerade so was von im Fieber bin. Also bitte nicht überrascht sein, ich habe keine Langeweile :D Freue mich auf ihre Rückmeldung und versichere euch, dass ich dran bin alle meine Geschichten (auch aus anderen Fandoms) weiterzuführen. Nur manchmal bleibt halt viel liegen, wenn man noch ein Jahr bis zum Abi hat :)
Viel Spaß und hoffe es gefällt euch :)
LG eure Mary

Evtl. Spoiler zu Maske der Wunder!

Spielt nach dem Spiel, innerhalb der Bonusepisode 2. Die die es nicht kennen: Emmy und Luke erkunden die Akabadain Ruinen und treffen dabei unverhofft auf Descole. Nur das es hier etwas anders kommt, als in der Episode beschrieben :)

„Emmy, wir sind fast da!“
Lukes Aufregung wuchs mit jeder Sekunde und er sah sich grinsend nach seiner älteren Freundin um. Die Brünette im gelben Trenchcoat verdrehte die Augen und schloss zu ihrem Begleiter auf. Wieso nochmal hatte sie sich auf den Ausflug eingelassen? „Wir sind nicht auf der Flucht Luke. Hat dir der Professor nicht beigebracht geduldig zu sein?“ „Ach kommen Sie, Sie sind genauso neugierig wie ich. Wann hat man den schon mal die Gelegenheit so etwas zu sehen?“ Emmy schüttelte grinsend den Kopf. „Wir so ziemlich immer, Luke. Dennoch ist es jedes Mal interessant und aufregend etwas Neues zu entdecken, findest du nicht?“ Luke nickte und sie erreichten schließlich beide den Ausgang des Tunnels. „Wow, der Professor hat wirklich nicht zu viel versprochen. Sehen Sie nur, Emmy!“ Auch die Assistentin des Professors staunte nicht schlecht und konnte ihre Neugier nicht mehr länger verbergen. Als sie einen Blick nach unten wagte, lief ihr ein eiskalter Schauer über den Rücken. Sie wollte sich gar nicht vorstellen, wie tief es wohl nach unten gehen mochte. Sie sah sich nach Luke um, der etwas zu nah an der Felskante stand. Emmy richtete sich auf und griff nach der Schulter ihres jungen Freundes. Ihn in der Nähe des Abgrunds zu sehen behagte ihr ganz und gar nicht.
„Pass auf, wo du hintrittst, Luke! Fall bloß nicht in diese tiefe Grube!“
Luke schluckte, aber entgegnete nichts auf ihre Worte. Stattdessen gingen die beiden ein Stück weiter und achteten darauf nicht noch einmal in die Nähe des Abgrunds zu kommen. Überwältigt sah der Lehrling des Professors nach oben.
„Wir haben es bis zur tiefsten Ebene der Ruinen geschafft!“
Emmy legte eine Hand an ihr Kinn und sah sich nicht minder interessiert um.
„Dies also sind die Überreste der Ruinen von Akbadain...wirklich beeindruckend.“
„Und die Aslanti waren technologisch wirklich derart fortgeschritten?“ Emmy nickte.
„Na, Donald Rutledge war sich ihrer Existenz sicher. Er wusste nur nicht, um welche Art Zivilisation es sich handelte.“ Lukes Augen weiteten sich.
„Dann wäre das hier ja die größte Entdeckung in der Geschichte der Archäologie!“
Emmy schmunzelte und strich sich durch ihre braunen, lockigen Haare.
„Und nicht nur das. Die Aslanti waren so fortgeschritten...Die Geschichtsbücher müssen neu geschrieben werden!“ Luke nickte und ließ seinen Blick über das steinerne Gemäuer schweifen. „Sicherlich waren diese Ruinen mal für die Ewigkeit gebaut“, dachte er und sein Blick wurde etwas traurig. Die Aslanti waren wohl ein sehr mächtiges und hochintelligentes Volk gewesen...was konnte nur mit ihnen passiert sein?
„Aber wie es scheint, hat selbst die höchstentwickelte Zivilisation nicht ewig Bestand...“ Er sah auf und blickte in Emmys Gesicht. Auch sie lächelte etwas traurig und umfasste mit einer Hand seine Schulter. „Das ist wohl wahr...“
Beide zuckten erschrocken zusammen, als sie ein dröhnendes Lachen vernahmen, welches von den steinernen Mauern hallte. Emmy sah sich misstrauisch um und Lukes Augen weiteten sich entsetzt.  „Wer...Wer ist da?! Los, zeig dich!“, rief sie und blickte entschlossen und mit zusammengebissenen Zähnen in den dunklen Gang, der nur wenige Meter auf der anderen Seite, von ihnen entfernt war. Ihre Nackenhaare stellten sich auf und sie versuchte die Ruhe zu bewahren. Wenn nicht für sich, dann wenigstens für Luke. Sie vernahmen Schritte, die sich direkt auf sie zubewegen schienen.
„Aber junge Dame. Wo sind nur deine Manieren?“
Aus der Dunkelheit trat ein maskierter Mann hervor mit wehendem schwarzen Umhang und einem diabolisch, finsteren Lächeln, was Emmy eine Gänsehaut bescherte. Er hatte sie beide genau im Blick und auch sie ließen ihn keine Sekunde aus den Augen. Ihr Beschützerinstinkt meldete sich sofort und sie schob Luke hinter sich, der noch immer wie erstarrt zu der Gestalt blickte, die ihnen beide nicht unbekannt war. Doch dann schien er sich zu besinnen und funkelte seinen Gegenüber zornig an.
„Descole!“
„Wir dachten, Sie seien aus der Stadt geflohen“, sagte Emmy und versuchte ihre Stimme kühl und überlegen zu halten, was ihr nicht ganz gelang. Descole ging weiter auf sie zu und ein Grinsen bildete sich um seine Mundwinkel.
„Ich? Geflohen?“ Seine Stimme klang amüsiert.
„Ihr macht wohl Scherze. Ich habe gefunden, was ich wollte. Kein Grund, weiter an diesem Ort zu verweilen.“
Luke fasste sich an seine Mütze und zeigte aufgeregt auf den Maskierten.
„Aber Sie sind doch gerade hier! Was treiben Sie für ein Spiel?!“
„Benähmest du dich nicht wie ein ungezogener Bengel, würde ich es dir vielleicht sagen. Gesittetes Verhalten hat dir dein lieber Professor anscheinend nie beigebracht.“
Emmy knirschte mit den Zähnen und schob ihren jungen Freund noch ein Stück weiter hinter sich. Wie konnte dieser Schurke es nur wagen, so dass Wort an den Jungen zu richten? Wenn, dann war sie die Einzige die Luke ärgern durfte. Ihre Augen verengten sich und funkelten ihren Gegenüber wütend an, trotzdem versuchte sie die Ruhe zu behalten.
„Spucken Sie's schon aus, Descole! Was führen Sie im Schilde?“
„Anscheinend war eure beider Kinderstuben jämmerlich. Wie auch immer, ich frage mich, warum Layton sich ausgerechnet mit euch zwei beiden Raufbolden aufhält. Aber das bleibt ihm wohl selbst überlassen...“
Descole kam gefährlich na, so dass die beiden eine Schritt zurückwichen. Er lachte laut auf und schien sich dabei bestens zu amüsieren.
„Na so furchtlos seit ihr wohl doch nicht. Ich verstehe wirklich nicht, was Layton an euch findet, aber na ja genug der Unterhaltung. Vielleicht war unser Treffen nicht ganz umsonst.“
„Was meinen Sie damit, Descole?“
„Neugier kann eine wunderbare Tugend sein, Miss Altava. Dennoch sollte man darauf achten, dass man sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnt.“
„W- woher kennen Sie meinen Namen?“, fragte Emmy verwirrt und eine kurze Verwunderung spiegelte sich in ihrer Mimik wieder.
„Das tut nichts zur Sache. Aber da Layton ja solch einen Gefallen darin findet meine Pläne zu durchkreuzen, warum sollte ich ihm nicht einen Gefallen erwidern?“
Emmy bekam ein ungutes Gefühl in der Magengrube und drängte Luke weiter zurück. Das Funkeln in Descoles Augen konnte nichts Gutes bedeuten. Er schien nun direkt auf sie zuzusteuern und Emmy machte sich in ihrer Angriffsstellung bereit. Sie würde nicht zulassen, dass Descole Luke oder ihr etwas antun würde.
„Emmy?“
„Bleib dicht hinter mir, Luke. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann verschwindest du sofort und bringst dich in Sicherheit.“
„Aber...“
„Bitte.“
Flehen lag in Emmys Stimme und Luke sah sie mit großen Augen an. Obwohl ihm der Plan alles andere als gefiel, nickte er. Emmy zeigte selten ihre sanfte Seite, doch wenn sie es tat, dann drohte ihnen meistens Gefahr.
Doch Descole lachte nur, als er Emmys entschlossenes Gesicht sah und plötzlich fanden sich die beiden Freunde in einem weißen Rauch wieder. Emmy erbleichte und versuchte Lukes Hand zu ertasten, doch sie konnte diese nicht finden.
„Luke? LUKE!“
„Emmy!“
„Wo bist du?“
„Ich bin...“
Lukes Schrei ließ Emmy zusammenzucken und panisch sah sie sich nach ihrem Gefährten um, doch konnte natürlich nur Nebel erkennen.
„Descole, wenn Sie Luke nur ein Haar krümmen, dann...“
Wie aus dem Nichts spürte Emmy wie ein schwerer Gegenstand auf ihren Kopf traf und dieser hinterließ einen Schmerz, der ihr die Tränen in die Augen trieb. Ihr Blick wurde ganz verschwommen, dann gaben ihre Beine nach und sie sank zu Boden. Lukes Schrei hörte sie nicht mehr.

„Emmy? Emmy, wach auf.“
Stöhnend bewegte sich der Kopf der jungen Frau und sie blinzelte, dann öffneten sich ihre Augen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hielt sie sich ihren Hinterkopf und als sich ihr Blick endlich geklärt hatte, sah sie in das vertraute Gesicht von Hershel Layton.
„Professor?“
Er nickte und half ihr vorsichtig auf. Seine besorgte Miene war dabei nicht zu übersehen.
„Geht es?“
„Mein Kopf dröhnt, aber ich denke schon ja. Was machen Sie hier eigentlich, Professor?“
Der Archäologe schmunzelte kurz.
„Ich habe mir Sorgen gemacht, als du und Luke nicht zum Hotel zurückgekehrt seid. Danach habe ich mich selbstverständlich auf die Suche nach euch gemacht. Randall ist eingefallen, dass ihr vorhattet die Akbadain Ruinen zu erkunden und so bin ich schließlich hier gelandet. Du kannst dir mein Erschrecken vorstellen, als ich dich bewusstlos und so nah am Abgrund liegen sah.“
Emmy nickte und hielt sich noch immer ihren Kopf. Ihre Kopfschmerzen schien allmählich etwas nachzulassen.
„Wenn ich den in die Finger kriege, dann...“
Plötzlich wich alle Farbe aus ihrem Gesicht und ihre Augen weiteten sich entsetzt. Sie drohte wieder hinzufallen, aber der Professor hielt sie gerade noch rechtzeitig fest.
„Emmy?“
Tränen bildeten sich in ihren Augen und sie flossen in Strömen über ihre Wangen. Der Professor war regelrecht bestürzt seine Assistentin so aufgelöst zu sehen und fuhr sanft mit einer Hand über ihre nassen Wangen.
„Was ist passiert?“
„Descole...wir haben uns die Ruinen angeschaut und dann ist er plötzlich aufgetaucht. Es ging alles viel zu schnell..der Nebel..ich konnte nichts mehr erkennen.“ Emmys Stimme hatte ihre Festigkeit verloren, aber ihre Aufregung war kaum zu überhören. „Ich habe ihn noch hinter mich gezogen, damit ich ihn beschützen kann...und dann auf einmal dieser Schlag und alles wurde schwarz..und...“
Emmy schluchzte leise und der Professor hielt sie in seinen Armen. Er strich ihr beruhigend über den Rücken und die nächsten Worten von ihr ließen ihn selbst erstarren.
„Professor, Descole..er..er hat Luke..“


Mühsam öffnete er seine Augen und schloss sie sogleich wieder. Grelles Licht schien ihm entgegen und er gewöhnte sich nur langsam daran. Ehe er seine Umgebung in Augenschein nehmen konnte, vernahm er, zu seinem Leidwesen, eine vertraute Stimme.
„Na, wieder unter den Lebenden?“
Descoles Blick schien ihm durch Mark und Bein zu gehen, doch hielt er diesem trotzig stand. Er war zwar erschöpft und so unheimlich müde, aber er würde diesem Scheusal nicht die Genugtuung geben ihn leiden zu sehen.
„Descole“, zischte Luke und versuchte sich zu bewegen. Mit einem Blick stellte er fest, dass dies unmöglich war, denn er war an einer Wand fest gekettet worden, wo er von Seilen festgehalten wurde. Er rüttelte an den Ketten und versuchte freizukommen, aber es half natürlich nichts.
„Ich würde mir meine letzten Kräfte lieber für etwas anderes aufsparen, Triton.“
„W-was wollen Sie von mir?“, krächzte der Junge. Sein Mundraum fühlte sich unangenehm trocken und spröde an. So ausgelaugt und schwach hatte Luke sich noch nie in seinem Leben gefühlt. Was hatte Descole ihm verabreicht, dass es ihm so schlecht ging?
Descole lachte höhnisch und Luke hob seinen Kopf, um seinen Aufenthaltsort genauer zu erkennen. Der Raum war sehr groß und schien ihm nicht im Mindesten bekannt vorzukommen. Dies war ohne Zweifel ein Labor und vermutlich befand er sich in Descoles Versteck.
„Sie haben gerufen, Herr.“
„Bring unserem Gast ein Glas Wasser, Raymond. Wir wollen ja nicht, dass seine Kräfte ihn zu schnell verlassen.“
Luke konnte die Person nur schemenhaft erkennen, aber spürte wie ihm etwas an den Mund gehalten wurde. Gierig trank er aus dem Becher und fühlte sich etwas besser, als das kühle Nass seinen trockenen Hals erreichte.
„Danke Raymond“, entgegnete Descole und der andere Mann verschwand. Luke hatte nicht mehr von ihm erblicken können, als das er einen roten Anzug trug. Ein Gedanke keimte in ihm auf und er versuchte sich ein weiteres Mal gegen seine Fesseln zu behaupten.
„Wo ist Emmy? Was haben Sie mit ihr gemacht, Descole?“
„Ah, dein unverschämtes Temperament scheinst du nicht verloren zu haben. Keine Sorge, deine Freundin liegt am Grunde der Akbadain Ruinen und scheint wohl jeden Moment aus ihrer Ohnmacht zu erwachen. Vielleicht findet Layton sie innerhalb der nächsten Stunden.“
Lukes Wangen erröteten und ungehalten zerrte er an seinen Fesseln.
„Sie...“
„Tu dir keinen Zwang an, aber je mehr du an den Fesseln rüttelst, desto enger werden sie. Spürst du nicht, wie sie in deine Haut schneiden?“
Luke knirschte mit den Zähnen und versuchte den Schmerz zu verdrängen. Descole hatte Recht, seine Gliedmaßen fühlten sich furchtbar an.
„Aber gut, wenn du deine letzten Kräfte dafür gebrauchen willst..Dann bist du wenigstens still, wenn die Erschöpfung dich überwältigt hat.“
Descole wandte ihm wieder den Rücken zu und untersuchte weiter den Gegenstand in seinen Händen. Neben ihm lag ein Buch, indem er immer wieder blätterte.
„Was geschieht mit mir? Was wollen Sie damit erreichen?“
„Nerviges, kleines Gör...Aber gut, dann will ich mal großzügig sein. Du wirst so lange hier bleiben, ehe mein nächster Plan seinen Erfolg aufweist.“
„Das wird Ihnen nie gelingen, Descole! Der Professor...“
„Dein geliebter Professor wird es sich nicht wagen sich einzumischen, ungezogener Bengel. Er und Altava werden zu beschäftigt damit zu sein dich zu suchen...wobei vielleicht habe ich ihm sogar einen Gefallen damit getan, dich von ihm zu entfernen. Wir werden sehen...“
„Der Professor und Emmy werden kommen und mich befreien! Dann erleben Sie Ihr blaues Wunder, Descole!“
Descole lachte auf und warf dem Lehrling des Professors einen spöttischen Blick zu.
„Wenn du das sagst, dann wird es ja wohl stimmen, Triton. Obwohl wenn ich mich Recht erinnere scheint dein Name nie in der Zeitung aufzutauchen, geschweige denn von deinem Bild. Bei der Aufklärung eines Falles wirst du seltsamerweise nie erwähnt....Mmm.“
„D-das ist nur so, weil ich nach jedem Fall wieder bei meinen Eltern bin. Wir fahren weg oder...“
Descole schmunzelte und erkannte die leise Unsicherheit in Lukes Stimme. Hatte der Junge etwa so schnell de Köder geschluckt?
„Jedes Mal? Das wage ich zu bezweifeln...Kann es vielleicht nicht noch einen anderen Grund haben?“
„Was..wieso?.“ Luke verstummte und schüttelte den Kopf. Entschlossenheit blitzte in seinen Augen auf.
„Ich weiß was sie versuchen Descole, aber dass wird Ihnen nicht gelingen. Ich lasse mich nicht von Ihnen so einfach manipulieren, wie Sie es bei Mr. Ascot getan haben. Der Professor und Emmy werden mich finden, sie lassen mich nicht im Stich!“
„Wenn du das sagst, Triton. Wenn du das sagst...“
Descole wandte sich mit diesen Worten ab und verließ den Raum. Erschöpft ließ Luke seinen Kopf auf seine Brust sinken und versuchte die Tränen zurückzuhalten. Er durfte jetzt nicht schwach werden, er musste durchhalten für den Professor und für Emmy! Doch die Müdigkeit ließ seine Augen zufallen und er konnte nicht mehr länger dagegen ankämpfen.
„Professor..Emmy...bitte...beeilt euch...“

(Einige Stunden Später)

„Denken Sie, wir sind hier richtig Professor?“, fragte Emmy und begutachtete nachdenklich das Haus, wovor sie standen. Sie hatte sich inzwischen wieder beruhigt und auch ihre Kopfschmerzen hatten endlich nachgelassen. Das Haus erinnerte sie etwas an die geschmacklose, schwarze Burg auf Ambrosia. Doch sollten sie wirklich vor Descoles Versteck stehen?
„Ich bin mir ganz sicher, Emmy. Alle Spuren deuten daraufhin“, entgegnete der Professor mit ernster Miene und Emmy entging nicht, dass seine Stimme einen wütenden Unterton besaß. Auch sie war drauf und dran dort hineinzustürmen und Descole so zusammen zu prügeln, dass er nicht mehr wissen würde, wo unten und oben war. Sie hatte nicht nur eine Rechnung mit ihm offen, aufgrund wegen ihrer Kopfverletzung, nein er würde dafür bezahlen was er einem unschuldigen Kind angetan hatte. Luke gehörte zu ihrem Trio und da hatte sich der Wissenschaftler definitiv mit den falschen Personen angelegt. Der Professor wusste es vielleicht zu verbergen, aber natürlich wusste Emmy, dass er sich ebenfalls große Sorgen um ihren jungen Freund machte. Wie konnte er auch nicht, nachdem was Descole schon alles getan hatte. Dieser Mann ging, wenn er es für nötig hielt, über Leichen und das nicht zu knapp. Er würde alles tun, um sein Ziel zu erreichen. Trotzdem kam Emmy nicht drumherum sich die Schuld an Lukes Entführung zu geben. Wäre sie nur rechtzeitig bei ihm gewesen, dann hätte Descole gar keine Möglichkeit gehabt sich ihn zu schnappen. Wenn sie doch nur...
„Mach dir keine Sorgen, Emmy. Wir finden ihn.“
Der Professor hatte einen Arm um ihre Schultern gelegt und sah sie aufmunternd an. Emmy nickte und versuchte ihre erdrückenden Gedanken zu verdrängen.
„Sie haben Recht, Professor. Los, holen wir ihn daraus!“
Layton lächelte.
„Das ist die Emmy Altava, die ich kenne. Dann los, wir sollten keine Zeit verlieren.“

„Sieht so aus, als ob sich deine Freunde Zeit lassen, Triton.“
Geschwächt öffnete Luke die Augen und blickte in Descoles diabolisch grinsendes Gesicht.
„S-sie werden kommen.“
Der Maskierte lachte auf.
„Sieh dich an, du bist kaum noch bei Kräften und kannst gerade noch so deine Augen offen halten. Und deine Entschlossenheit und deine Treue zu Layton scheint nichts erschüttern zu können. Aber weißt du was, mein Junge?“ Descole amüsierte sich köstlich über das Leid des Jungen und es machte ihm regelrecht Spaß zu sehen, wie er zugrunde ging. Lange würde Luke nicht mehr durchhalten und an seine Freunde glauben. Selbst die tiefste Loyalität hatte ihre Grenzen.
„Sie suchen gar nicht nach dir. Stell dir vor, deine beiden besten Freunde sind wieder nach London zurückgekehrt und haben sie keine Sekunde um dein Verbleib geschert. Wahrscheinlich sitzen sie jetzt gerade in Laytons Büro und sind schon wieder dabei den nächsten Fall zu lösen. Du weißt doch, nichts hält Hershel Layton von einem guten Rätsel ab.“
„Sie lügen...Sie werden kommen..lassen mich nicht im Stich..“
„So tapfer und doch so schwach. Du wirst schon sehen Triton. Manchmal kann Freundschaft das Schönste, aber auch das Hässlichste auf der Welt sein.“
Lukes Augen hatten sich bereits geschlossen und nur seine schwache, unregelmäßige Atmung war zu hören. Descole lächelte und fuhr mit einer Hand über seine totenbleiche Wange.
„So jung und doch so töricht...“
„Lass deine dreckigen Finger von ihm Descole!“
Der Angesprochene drehte sich um und lächelte, als zwei weitere Personen in den Raum traten. „Ah ich habe mich schon gefragt, wann ihr endlich hier auftauchen würdet. Du hast dir wirklich Zeit gelassen, Hershel Layton.“
Emmy erblickte Luke und ihr Gesicht erbleichte. Sie rannte zu ihrem Freund und tätschelte seine Wange.
„Luke. Luke?“
Doch der Junge regte sich nicht.
„Sie Scheusal! Was haben Sie mit ihm gemacht?“
Descole lachte auf.
„Warum so besorgt Miss Altava? Plagen sie etwa Schuldgefühle?“
„Sie..SIE..“
Emmy wollte auf ihn losgehen, doch Layton hielt sie zurück.
„Nein Emmy, nicht.“
„Was soll das“, fauchte sie und verstummte sofort, als sie seinen ernsten Blick sah. Seine Augen waren auf Descole geheftet, der nun einen silbernen Rapier in seiner rechten Hand hielt. „Es wird euch eine Lehre sein, einfach in mein Quartier einzudringen.“ Damit stürzte er auf die beiden zu, die im letzten Moment auswichen. Descole ließ sich davon aber nicht beirren und rannte hinter dem Professor her. Währenddessen entdeckte Emmy an der Wand ein Bajonett, welches dem Anschein nach zu Anschauungszwecken diente. Mit aller Gewalt riss Emmy es aus seiner Schneide und sah sich nach ihrem Freund.
„Professor!“
Layton sah zu ihr und fing geschickt die Waffe auf, die Emmy ihm zugeworfen hatte.
„Danke, meine Liebe. Kümmere du dich um Luke, während ich mir Descole vornehme.“
Emmy nickte und tat wie geheißen. Zu ihrer Überraschung hatte sie in dem Durcheinander schon bald eine Säge gefunden und befreite Luke damit von seinen Ketten. Als er endlich befreit war, fing Emmy ihn auf und hielt den bewusstlosen Jungen in ihren Armen. Zärtlich strich sie ihm eine Haarsträhne aus der Stirn und gab ihm einen Kuss auf die Wange.
„Alles wird gut, Luke. Nun bist du in Sicherheit.“
Sie sah sich nach dem Professor um und war verwundert darüber ihn nirgends wo zu erblicken. Auch Descole schien aus dem Raum verschwunden zu sein.
„Professor?“
„Emmy, bist du in Ordnung?“
Layton betrat den Raum und stürzte sofort zu seinen Freunden. In der Hand hielt er noch immer das Bajonett umklammert, aber er sah zum Glück unversehrt aus.
„Professor, wo ist Descole?“
„Geflohen zusammen mit seinem Diener. Wie geht es Luke?“
„Er lebt, aber scheint sehr geschwächt zu sein.“ Laytons Blick ruhte für einen Moment auf seinen bleichen Lehrling, dann wandte er sich wieder an seine Assistentin:
„Lass uns von hier verschwinden. Lukes Gesundheit hat jetzt oberste Priorität.“
„Natürlich, Professor.“

Der Geruch von Desinfektionsmitteln stieg ihm sofort in die Nase und das Piepen von Maschinen verursachte einen nervigen Lärm in seinen Ohren. Er blinzelte und sah in das Gesicht seiner Eltern, die sich neben seinem Bett niedergelassen hatten. Seine Mutter hatte rote Augen, so als ob sie geweint hätte und sein Vater sah aus, als ob ihm eine große Last von den Schultern abgefallen wäre. Liebevoll strich Brenda ihrem Sohn übers Haar und tätschelte seine Wange.
„Wie geht es dir Schatz?“
„Mum..Dad..“, murmelte Luke leise und bewegte seinen Kopf zur Seite. Er fühlte sich viel besser, als wie noch vor wenigen Stunden, und spürte, dass seine Kräfte langsam zurückkehrten. „Besser, fühle mich nicht mehr so erschöpft...Was ist passiert?“
„Nun Hershel und Emmy haben dich befreit und Descole die Stirn geboten. Dennoch konnte er entkommen, aber ich versichere dir, dass wir ihn finden werden.“ Clarks grimmiger Unterton war nicht zu überhören. Brenda lächelte und umfasste die Hand ihres Sohnes.
„Hershel und Emmy haben dich auf dem schnellsten Wege ins Krankenhaus gebracht, wo du sofort versorgt wurdest. Dann hat Hershel uns angerufen und wir sind natürlich auf dem schnellsten Wege hierher. Du kannst dir vorstellen, was für Sorgen wir uns gemacht haben.“
Luke nickte.
„Wie lange liege ich schon hier?“
„Zwei Stunden, du warst fast zwei Tage in Descoles Gefangenschaft. Hershel und Emmy machen sich schreckliche Vorwürfe, aber das ist natürlich Blödsinn. Sie haben dich schließlich befreit und laut den Ärzten dein Leben gerettet.“
„Stand es schlecht um mich?“
„Sagen wir mal so, dass wir nicht noch einmal eine solche Überraschung erleben wollen. Aber keine Sorge, du wirst in den nächsten Tagen schon wieder fit sein, mein Sohn.“
„Wenn du dich an die Anordnung der Ärzte hältst“, ergänzte Brenda und drückte ihrem Sohn einen Kuss auf die Stirn.
„Ja Mum.“
Eine Weile schwieg Luke, dann wandte er sich erneut an seine Eltern.
„Wo sind der Professor und Emmy?“
„Sie sitzen draußen auf dem Flur, Liebling.“
„K-kann ich sie sehen?“
Clark und Brenda sahen sich einen Augenblick an, dann lächelten sie beide.
„Aber natürlich, mein Schatz.“

Kaum hatten seine Eltern sich von ihm verabschiedet, da öffnete sich die Tür zu Lukes Krankenzimmer noch ein weiteres Mal. Leise traten der Professor und Emmy ein und erblickten zu ihrer Überraschung einen immer noch blassen, aber munteren Luke, der zu ihnen herüber grinste. „Wie lange wollt ihr denn noch da stehen?“ „Luke!“, rief Emmy und hatte in der nächsten Sekunde schon ihre Arme um seinen zierlichen Körper geschlungen.
„Krieg..keine Luft mehr..“
„Oh, entschuldige.“ Emmy lockerte ihren Griff, aber ließ ihn nicht los.
„Es tut mir so Leid, Luke...Es ist ganz allein meine Schuld, dass du...“
Luke hob seinen Arm und tätschelte die Schulter seiner älteren Freundin.
„Ist schon gut, Emmy. Sie müssen sich nicht die Schuld geben, ehrlich.“
„Aber...“
„Selbst Sie hatten bei dem dichten Rauch keine Chance und das soll schon etwas heißen. Ich weiß, dass Sie ich nur beschützen wollten Emmy. Sie trifft wirklich keine Schuld, okay?“
„Oh Luke...“
Emmy lächelte und wischte sich einmal kurz über die Augen. Dann drückte sie ihrem Freund einen Kuss auf die Stirn.
„Jage uns bitte nie wieder solch einen Schrecken ein, Luke. Wir dachten schon wir kämen zu spät.“
Luke lächelte.
„Ich habe immer daran geglaubt, dass ihr mich findet.“
Der Professor, der sich bisher im Hintergrund gehalten hatte, ließ sich nun auf dem Stuhl vor Lukes Bett nieder und lächelte seinem Lehrling zu.
„Hallo, Luke.“
„Professor!“
Luke warf seine Arme um die Schultern seines Mentors und auch dieser drückte seinen Lehrling fest an sich. Emmy lächelte als sie ihre beiden Freunde so sah und ihr Blick wurde noch eine Spur sanfter, als sich eine kleine Träne aus dem Auge des Professors löste.
„Schön, dass es dir wieder besser geht.“
„Ich wusste, dass Descole nur gelogen hat“, murmelte Luke glücklich und genoss die warme Nähe seines besten Freundes. Emmy und Layton warfen sich einen fragenden Blick zu, ehe sich Letzterer wieder an seinen Lehrling wandte. Er fasste ihn an den Schultern und sah ihm in die Augen. „Luke, was meinst du damit, dass Descole gelogen hat?“ Lukes Kopf senkte sich und er blickte zur Seite.
„E-er hat gesagt, dass ihr mich im Stich lassen würdet. Das euch nichts an mir liegt und ihr einfach wieder nach London zurückgekehrt wärt. Das ihr froh sein werdet mich los zu sein...“
Lukes Stimme wurde zum Ende hin immer leiser, ehe er von seinem Mentor in eine weitere Umarmung gezogen wurde. Geschockt hatten beide Erwachsene Lukes Worte vernommen und blickten einander schweigend in die Augen. Sie wussten, dass Descole es verstand Menschen zu manipulieren, aber dass er dies bei einem jungen, unschuldigen Jungen versucht hatte...Ihr Entsetzen hätte man nicht in Worte fassen können.
„Wir werden dich niemals im Stich lassen, Luke. Niemand von uns wird je alleine sein. Wir sind ein Team und als Team hält man zusammen, egal was kommen mag. Wir brauchen, lieben und schätzen einander, eben wie es wahre Freunde tun.“
„Das goldene Trio“, vollendete Emmy und alle drei Freunde zogen sich gegenseitig in die Arme. Wie lange sie in ihrer Gruppenumarmung verharrten wussten sie nicht, aber spürten doch alle drei in diesem Moment das undurchdringliche, tiefe, loyale Band der Freundschaft, welches sie umgab. Sie waren sich sicher, dass sie zusammen alles überwinden konnten...nichts ahnend was in den darauffolgenden Monaten auf sie zukommen würde.
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